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Schrei nach Vorratsdaten

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  1. Schrei nach Vorratsdaten

    Autor: Anonymer Nutzer 02.01.15 - 17:07

    Wie lange es wohl dauert, bis die Vorratsdaten-Fans merken, dass diese Daten nur dann etwas nützen, wenn Täter auch entsprechende Spuren hinterlassen.

    Davon, dass eine anlassunabhängige Komplettüberwachung nicht mit rechtstaatlichen Prinzipien vereinbar ist, will ich jetzt noch nicht mal anfangen. Das merken diese Honks wohl erst recht nicht.

    Und wer die ganzen Vorratsdaten überhaupt dann auswerten soll und wo die Experten und das Geld dafür herkommen sollen scheint irgendwie noch nicht mal ansatzweise angedacht geschweige denn durchdacht worden zu sein.

  2. Re: Schrei nach Vorratsdaten

    Autor: Trockenobst 02.01.15 - 18:20

    azeu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Daten nur dann etwas nützen, wenn Täter auch entsprechende Spuren
    > hinterlassen.

    "Hallo Schatz, ich komme kurz mit meinem Koffer aus Russland voller Drogen vorbei, kannst du die Türe offenlassen, ich muss kurz meine hinterzogenen Steuern seit 2006 aus dem Tresor holen und dann gehe ich rüber zu den Rolands. Der nervt so, ich bring ihn um!"

    Das tippt doch so jeder Verbrecher in seine Web.de Email oder?

  3. Re: Schrei nach Vorratsdaten

    Autor: Anonymer Nutzer 02.01.15 - 19:50

    Auf die digitale Welt übertragen, ein eindeutiges JA.

    Wenn Du Deine illegalen Machenschaften nur über Tor oder gekaperte PCs ausführst, dann nützt die Vorratsdatenspeicherung recht wenig.

  4. Re: Schrei nach Vorratsdaten

    Autor: Youssarian 03.01.15 - 07:45

    azeu schrieb:

    > Wie lange es wohl dauert, bis die Vorratsdaten-Fans merken, dass diese
    > Daten nur dann etwas nützen, wenn Täter auch entsprechende Spuren
    > hinterlassen.

    Täter machen Fehler, darum gibt es überhaupt eine Aufklärungsquote > 0.

    > Davon, dass eine anlassunabhängige Komplettüberwachung nicht mit
    > rechtstaatlichen Prinzipien vereinbar ist, will ich jetzt noch nicht mal
    > anfangen.

    Das ist auch besser so. Denn im damaligen Urteil des BVerfG steht genau das Gegenteil davon. Brauchst'n Link?

    > Das merken diese Honks wohl erst recht nicht.

    In der Disziplin des Nichtsmerkens bist Du aber eine harte Nuss, die ich erst einmal knacken müsste. :-)

    > Und wer die ganzen Vorratsdaten überhaupt dann auswerten soll und wo die
    > Experten und das Geld dafür herkommen sollen scheint irgendwie noch nicht
    > mal ansatzweise angedacht geschweige denn durchdacht worden zu sein.

    Die sollen in ihrer Gesamtheit überhaupt nicht ausgewertet werden. Diese Daten sind im Giftschrank zu parken und ein Zugriff darauf erfolgt ausschließlich in der Form, dass man eine IP-Adresse und Zeitpunkt eingibt und als Ergebnis die Kennung eines Internetzugangs und den Zeitraum erhält, in dem diese IP-Adresse diesem Zugang zugeordnet war.

    Weil die Ausschließlichkeit dieser Form der Nutzung in der damaligen Umsetzung nicht hinreichend sichergestellt war, wurde das Gesetz vom BVerfG kassiert. (Und zwar zu Recht, wie ich meine. Denn dass die NSA Zugriff auf diese Daten hatte oder bekommen hätte, steht für mich außer Frage.)

  5. Re: Schrei nach Vorratsdaten

    Autor: Anonymer Nutzer 03.01.15 - 12:09

    > Täter machen Fehler, darum gibt es überhaupt eine Aufklärungsquote > 0.

    Und das legitimiert eine Komplettüberwachung im Internet?

    > Das ist auch besser so. Denn im damaligen Urteil des BVerfG steht genau das Gegenteil davon. Brauchst'n Link?

    Gerichte machen auch Fehler :) Ein Link wäre tatsächlich interessant. Und nein, ich meine jetzt nicht irgend einen Link sondern konkret den Link, den Du Dir im Hinterkopf aufbewahrt hast.

    > In der Disziplin des Nichtsmerkens bist Du aber eine harte Nuss, die ich erst einmal knacken müsste. :-)

    Im Gegensatz zu denen, die ständig mit dem Kopf gegen die Wand rennen, gebe ich mir wenigstens Mühe :)

    > Die sollen in ihrer Gesamtheit überhaupt nicht ausgewertet werden. Diese Daten sind im Giftschrank zu parken und ein Zugriff darauf erfolgt ausschließlich in der Form, dass man eine IP-Adresse und Zeitpunkt eingibt und als Ergebnis die Kennung eines Internetzugangs und den Zeitraum erhält, in dem diese IP-Adresse diesem Zugang zugeordnet war.

    Und wer verwaltet diesen "Giftschrank" dann? Die Provider selber? Wer bezahlt denen das? Wer kontrolliert, ob auch alles korrekt gespeichert wird?

    Fragen über Fragen.

    > Weil die Ausschließlichkeit dieser Form der Nutzung in der damaligen Umsetzung nicht hinreichend sichergestellt war, wurde das Gesetz vom BVerfG kassiert. (Und zwar zu Recht, wie ich meine. Denn dass die NSA Zugriff auf diese Daten hatte oder bekommen hätte, steht für mich außer Frage.)

    Die NSA hat sowieso Zugriff auf alles, genauso wie der KGB oder jeder andere beliebige Geheimdienst. Das würde mich noch nicht mal stören. Nicht, weil ich damit einverstanden wäre, sondern einfach weil ich daran nichts ändern kann, als Bürger. Stören würde mich, wenn jeder der mal einen Film dreht oder eine Trash-TV-Serie produziert, automatisch auch Zugriff darauf bekommen könnte um seine Rechte als Urheber "wahrzunehmen".

  6. Re: Schrei nach Vorratsdaten

    Autor: Youssarian 03.01.15 - 14:11

    azeu schrieb:

    >> Täter machen Fehler, darum gibt es überhaupt eine Aufklärungsquote > 0.

    > Und das legitimiert eine Komplettüberwachung im Internet?

    Nein, aber womöglich eine Vorratsdatenspeicherung mit den Daten, die damals gespeichert wurden, wenn der Zugriff darauf entsprechend eingeschränkt ist.

    >> Das ist auch besser so. Denn im damaligen Urteil des BVerfG steht genau
    >> das Gegenteil davon. Brauchst'n Link?

    > Gerichte machen auch Fehler :)

    Mag sein. Aber die Fehler des BVerfG werden als juristisch als Wahrheit gewertet.

    > Ein Link wäre tatsächlich interessant.

    Konkrete Ausgestaltung der Vorratsdatenspeicherung nicht verfassungsgemäß [...] Eine sechsmonatige anlasslose Speicherung von Telekommunikationsverkehrsdaten für qualifizierte Verwendungen im Rahmen der Strafverfolgung, der Gefahrenabwehr und der Aufgaben der Nachrichtendienste, wie sie die §§ 113a, 113b TKG anordnen, ist mit Art. 10 GG nicht schlechthin unvereinbar.

    > nein, ich meine jetzt nicht irgend einen Link sondern konkret den Link, den
    > Du Dir im Hinterkopf aufbewahrt hast.

    Ich habe einfach nur ...

    BVerfG erklärt Vorratsdatenspeicherung

    ... gegoogelt. Ich weiß, dieses Juristendeutsch ist schwer verdaulich, aber mit ein wenig Geduld liest Du daraus, dass eine Vorratsdatenspeicherung nicht grundsätzlich das Fernmeldegeheimnis verletzt. Und weil erlaubt ist, was nicht verboten ist ...

    >> Die sollen in ihrer Gesamtheit überhaupt nicht ausgewertet werden. Diese
    >> Daten sind im Giftschrank zu parken und ein Zugriff darauf erfolgt
    >> ausschließlich in der Form, dass man eine IP-Adresse und Zeitpunkt eingibt
    >> und als Ergebnis die Kennung eines Internetzugangs und den Zeitraum erhält,
    >> in dem diese IP-Adresse diesem Zugang zugeordnet war.

    > Und wer verwaltet diesen "Giftschrank" dann? Die Provider selber?

    Das hat das BVerfG nicht festgelegt. Darüber muss sich der Gesetzgeber Gedanken machen, so er die Vorratsdatenspeicherung dann neu auflegen wollte.

    > Wer bezahlt denen das?

    Der Kunde durch eine Vorratsdatenspeicherunabgabe? <eg>

    > Stören würde mich, wenn jeder der mal einen Film dreht oder eine
    > Trash-TV-Serie produziert, automatisch auch Zugriff darauf
    > bekommen könnte um seine Rechte als Urheber "wahrzunehmen".

    Du ... Du ... Du bist ein .... Urheberrechtsverletzer? <entsetztguck>

  7. Re: Schrei nach Vorratsdaten

    Autor: Anonymer Nutzer 03.01.15 - 15:04

    > Du ... Du ... Du bist ein .... Urheberrechtsverletzer? <entsetztguck>

    Muss ich einer sein um etwas dagegen zu haben?

    Ausserdem zielte meine Ursprungsargumentation darauf, dass die Urheber die einzigen sind die auch wirklich von der Vorratsdatenspeicherung profitieren würden und die eigentlichen Verantwortlichen hinter den Schreien danach sind. Denn wie gesagt, die "echten" Strafverfolger, also diejenigen die wirklich den ganzen Tag Verbrecher jagen und nicht diejenigen die ihre Visage ständig in eine Kamera halten, die sagen ja selber, dass Vorratsdaten "kaum" zum Ermittlungserfolg beitragen. Und was uns der NSU-Fall gezeigt hat ist, dass Vorratsdaten auch nichts bringen, wenn man nicht in der Lage bzw. nicht Willens ist, mit diesen Daten dann auch etwas anzufangen. Dort gab es so viele Daten, dass einige davon sogar geschreddert werden mussten...

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