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Die bekleckern sich beide nicht mit Ruhm.

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  1. Die bekleckern sich beide nicht mit Ruhm.

    Autor: mambokurt 14.06.18 - 14:46

    Nur mal so: letztes Jahr ein Haus in einem Neubaugebiet gebaut. Angeblich ist die Gegend durch Kabel erschlossen. Wir haben 3(!) Monate im letzten Frühjahr mit Vodafone rumtelefoniert um angeschlossen zu werden - NICHTS ist dabei rausgekommen. Keiner wusste von nichts, der der die Erschließung gemacht hatte hat mir drei mal bescheinigt dass das gehen muss, der Kabelanbieter stellt sich rotzblöd und behauptet das würde nicht gehen. Ich hätte komplett auf Kabel gesetzt und DSL völlig verschmäht. War nicht drin.

    Telekom: "Gibts denn da auch was besseres als Klingeldraht?" - "NEEEE haben wir nicht." "Glasfaser?" - "NEEEE machen wir nicht." - "Na dann halt Klingeldraht *sigh*"

    So, ein Jahr später fahren jetzt die Bauarbeiter von Vodafone durch die Straßen und suchen noch wen zum anschließen. Wollt ihr mal raten? Hier hat komischer Weise direkt nach dem Bauen keiner mehr Bock sich die fertige Auffahrt und das Haus nochmal ausgraben zu lassen. Noch ist Baustraße, aber ich bezahl nicht 5000¤(Keine Ahnung wie viel wirklich, wer mal gebaut hat versteht warum) für eine gepflasterte Einfahrt und lasse die dann ein Jahr später von irgendwelchen Horsts wieder aufgraben (und bezahle nochmal EXTRA dafür!!!!) nur weil die zu dämlich waren ihren Scheiss in den 1 1/2 Jahren zu legen in denen alles völlig frei war und sie in den offenen Hausanschluss hätten legen können. Wir hatten die schon angeschrieben BEVOR überhaupt die Grundplatte gegossen war. Wieviel Zeit braucht man denn bitte noch um ein lukratives Neubaugebiet mit 60 Einfamilienhäusern zu erschließen? Spinnen die?

    Jetzt hänge ich die nächsten 10 Jahre+ an DSL und kann nur hoffen dass die in der Zeit das Maximum aus der Technik rausholen, bis irgendwann der Leidensdruck zu hoch wird und wir das Haus nochmal aufreißen. Bis dahin wird dann hoffentlich auch FTTH gelegt *rolleyes*.

    Mal im Ernst: vom Projekt Digitalisierung merke ich da gar nichts, friss oder stirb, nimm was du kriegst und ärgere dich mit Bürokratie der Anbieter bis zum Exzess.

    Versteht mich nicht falsch, ich habe jetzt 50 Mbit, könnte 100 haben und bin damit _jetzt_ durchaus zufrieden. Nur weiß ich halt dass ich in dem Haus noch mindestens 20 Jahre leben werde, und bis dahin werden 100 MBit auf 4 Familienmitglieder eben absolut keine Zahl mehr sein.

  2. Re: Die bekleckern sich beide nicht mit Ruhm.

    Autor: Nogul 14.06.18 - 15:37

    mambokurt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Versteht mich nicht falsch, ich habe jetzt 50 Mbit, könnte 100 haben und
    > bin damit _jetzt_ durchaus zufrieden. Nur weiß ich halt dass ich in dem
    > Haus noch mindestens 20 Jahre leben werde, und bis dahin werden 100 MBit
    > auf 4 Familienmitglieder eben absolut keine Zahl mehr sein.

    Ehrlich?

    Ich sehe keine neue Anwendung das durch höhere Bandbreite erst erschlossen würde.

    Aktuell hängt man im LAN wo die Kosten für die Infrastruktur lächerlich sind im Vergleich zu WAN seit über einem Jahrzehnt bei 1 GB/s. Ich vermute auch in 10 Jahren wird man 10 GBE LAN keine Selbstverständlichkeit sein.

    Daher wird man mit 100 MBIT/s auch die eine oder andere Jahrzehnt überstehen.

    Ich selbst giere nur wegen Standortvernetzung und Home-Office nach mehr Bandbreite, für den reinen Hausgebrauch würde ich persönlich nicht nach mehr schauen als 50 MBIT/s.

  3. Re: Die bekleckern sich beide nicht mit Ruhm.

    Autor: Prokopfverbrauch 14.06.18 - 16:37

    > Daher wird man mit 100 MBIT/s auch die eine oder andere Jahrzehnt
    > überstehen.

    Definiere "überstehen". Man kann auch jetzt teilweise mit einer 2 Mbit/s Leitung "überstehen". Ob das gut, angenehm oder sinnvoll ist ist etwas anderes.

    Deine Aussage kann man auf 10 Jahre zurückdrehen und statt 100 Mbit/s 2 Mbit/s schreiben.

    Ich würde meine Hand ins Feuer dafür legen, dass du als normale Familie im Jahre 2028 bei 100 Mbit/s asymmetrisch einfach frustriert sein wirst.

    Und zu dem was OP gesagt hat... Man bedenke a) die Versprechen es gäbe nur noch Glasfaser für Neubau (bis auf klitzekleine Ausnahmen) und b) dass es Neubaugebiete gab, wo die Gemeinde genau das verhindern wollte und proaktiv sich um eigene Glasfasern kümmerte. Zack kamen die Betreiber, haben sich via Diginetz zu fast 0 Kosten reingeklagt, und auch noch gerügt, wieso eine Gemeinde überhaupt sowas mache - das sei ja eh alles Aufgabe der Privatwirtschaft.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 14.06.18 16:38 durch Prokopfverbrauch.

  4. Re: Die bekleckern sich beide nicht mit Ruhm.

    Autor: sneaker 15.06.18 - 00:30

    mambokurt schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So, ein Jahr später fahren jetzt die Bauarbeiter von Vodafone durch die
    > Straßen und suchen noch wen zum anschließen. Wollt ihr mal raten? Hier hat
    > komischer Weise direkt nach dem Bauen keiner mehr Bock sich die fertige
    > Auffahrt und das Haus nochmal ausgraben zu lassen. Noch ist Baustraße, aber
    > ich bezahl nicht 5000¤(Keine Ahnung wie viel wirklich, wer mal gebaut hat
    > versteht warum) für eine gepflasterte Einfahrt und lasse die dann ein Jahr
    > später von irgendwelchen Horsts wieder aufgraben (und bezahle nochmal EXTRA
    > dafür!!!!) nur weil die zu dämlich waren ihren Scheiss in den 1 1/2 Jahren
    > zu legen in denen alles völlig frei war und sie in den offenen
    > Hausanschluss hätten legen können.
    Warum legt man als IT-affiner Bauherr kein Leerrohr zur Grundstücksgrenze? Bei aller berechtigter Kritik an den Anbietern, aber da muß man sich auch irgendwo an die eigene Nase fassen.

  5. Re: Die bekleckern sich beide nicht mit Ruhm.

    Autor: bombinho 15.06.18 - 04:24

    sneaker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum legt man als IT-affiner Bauherr kein Leerrohr zur Grundstücksgrenze?
    > Bei aller berechtigter Kritik an den Anbietern, aber da muß man sich auch
    > irgendwo an die eigene Nase fassen.

    Erstens, woher weisst Du, dass das Keiner tut?

    Zweitens, wer ist der Erste, der rummault, dass das liegende Leerrohr nicht den eigenen Anspruechen genuegt und besteht auf das Verlegen eines eigenen Leerrohres?

  6. Re: Die bekleckern sich beide nicht mit Ruhm.

    Autor: mambokurt 15.06.18 - 07:22

    sneaker schrieb:
    -------------------------------------------------------------------------------
    > Warum legt man als IT-affiner Bauherr kein Leerrohr zur Grundstücksgrenze?
    > Bei aller berechtigter Kritik an den Anbietern, aber da muß man sich auch
    > irgendwo an die eigene Nase fassen.

    *An eigene Nase fass* zufrieden? Lass uns einfach mal sagen bei unserem Bau lief nicht alles glatt, der Abnahmepunkt am Haus musste komplett neu gebohrt werden, entsprechend waren wir froh als da endlich Telekom, Strom und Wasser aus dem Boden kamen. Wir hatten sogar ein Leerrohr für einen späteren Gasanschluss vorgesehen, nur bei Hausanschluss 2.0 hat da auch keiner mehr dran gedacht. Bei den Nachbarn sieht es aber auch nicht besser aus was Leerrohre angeht...

  7. Re: Die bekleckern sich beide nicht mit Ruhm.

    Autor: Faksimile 15.06.18 - 22:55

    Und dann gibt es Bauherren, die in einem Neubau keine strukturierte Verkabelung (EN50173:4) vorsehen. Wer so plant, vergisst auch die Leerrohre bzw. die Mehrspartenhauseinführung.

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