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Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

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  1. Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: MrHurz 20.07.17 - 06:58

    Ich glaube kaum, das die "Gemeinde" den Ausbau macht. Wahrscheinlich sind es eher die Stadtwerke oder ein anderes städtisches Unternehmen. Diese firmieren in der Regel als GmbH und sind eine "ganz normale" Firma, wie die Telekom auch.

    Natürlich wollen das viele nicht hören, aber für mich ist das ganz normales Business. Wettbewerb und so. Es sollte keine Sonderbehandlung für städtische Unternehmen geben.

  2. Re: Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: ImBackAlive 20.07.17 - 07:11

    Ist das die "Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH"? Leider findet man in kaum einem der Artikel zu diesem Thema diese Information. Für mich ist das ehrlich gesagt sogar verfälschend.

    Hier handelt es sich in der Tat um einen recht normalen Vorgang innerhalb eines Gewerbes. Ich mein mal ganz ehrlich: Wer würde denn auch wirklich dagegen argumentieren? Die legen Leerrohe und sagen "Nö, den pösen Anbieter X wollen wir hier nicht!" und damit dürfen nur noch die da drinnen verlegen? Wollen wir wirklich die Fehler, die wir mit der Telekom bereits begangen haben, noch einmal begehen?

  3. Re: Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: FL91 20.07.17 - 09:30

    Im Nachbardorf mit DSL-light Anbindung war das vor zwei Jahren tatsächlich so. Nach jahrelangem hin und her mit der Telekom, lehnte die Telekom den Netzausbau immer wieder auf nicht bestimmte Zeit ab, obwohl eine tote Glasfaserleitung schon seit 10 Jahren bis vor den Ort liegt (damals wurde auf die Industrie spekuliert, welche dann doch nicht entstand. Da wollte die Telekom damals schnell sein. So meine Theorie). Die Gemeinde konnte/wollte die Kosten für den Ausbau auch nicht übernehmen. Also hat sich mit Genehmigung eine Bürgerinitiative aus Landwirten und anderen Freiwilligen mit Hacke und Schaufel gebildet, die das Kabel vollständig selbst gelegt haben. Bzw. Die Landwirte und Bürger haben die Gräben gegraben unter Aufsicht eines Bauleiters der von der Gemeinde gestellt wurde. Der einzige Kostenpunkt waren zweimal Durchschuss unter einer Straße her (beauftragt an örtlichen Bauunternehmer der das ebenfalls zum Unkostenpreis durchgeführt hat). Alle anfallenden Kosten wurden von (den meisten) Bewohnern und anderen Spendern gezahlt. So. Und auf einmal war die Telekom auch wieder ganz schnell mit im Boot. Und natürlich wollten sie sich in angemessener Weise am Projekt beteiligen. Klar. An einem Projekt was fast nichts kostet. Hätte nur noch gefehlt, dass die den freiwilligen Helfern ne Kiste Bier und 20 Schmierbrötchen als Kostenanteil vorbeigebracht hätten.

  4. Re: Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: sneaker 20.07.17 - 10:40

    Das ganze ist wohl ein wenig komplex. Die Gemeinde hat die ESB KommunalProjekt AG mit dem Erschließen der Gebäude beauftragt. Die letzte Meile Gemeinde gehört dann also meiner Meinung nach der Gemeinde. Angeschlossen ans "Fernnetz" wird das über die "Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH". Das ganze läuft als Betreibermodell, d.h. die Gemeinde betreibt die Endkundenanschlüsse nicht selbst sondern hat den Betrieb ausgeschrieben. Als Ergebnis der Ausschreibung (an der sich auch die Telekom beteiligt hat) wurde Inexio ausgewählt.

    [www.kommunalprojekt.de]
    [www.bundesnetzagentur.de]



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.07.17 10:41 durch sneaker.

  5. Re: Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: ImBackAlive 20.07.17 - 11:19

    FL91 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im Nachbardorf mit DSL-light Anbindung war das vor zwei Jahren tatsächlich
    > so. Nach jahrelangem hin und her mit der Telekom, lehnte die Telekom den
    > Netzausbau immer wieder auf nicht bestimmte Zeit ab, obwohl eine tote
    > Glasfaserleitung schon seit 10 Jahren bis vor den Ort liegt (damals wurde
    > auf die Industrie spekuliert, welche dann doch nicht entstand. Da wollte
    > die Telekom damals schnell sein. So meine Theorie). Die Gemeinde
    > konnte/wollte die Kosten für den Ausbau auch nicht übernehmen.

    Es scheint ja dann also trotz der anliegenden Leitung noch sehr hohe Kosten für den Ausbau zu geben, die die Kosten für die Telekom in den Bereich "unwirtschaftlich" treibt. Ich sehe hier erstmal nichts verwerfliches, die Telekom ist kein gemeinnütziger Verein - aus diesem Grund sind ja Glasfaser Deutschland und Konsorten durch die Gegend gezogen und haben versucht X% Vorverträge für die Regionen abzuschließen, bevor der Ausbau überhaupt begonnen hat. Die Telekom hat Ähnliches gemacht und ist ebenso zu dem Schluss gekommen, dass ein Ausbau finanziell nicht lohnenswert ist.


    > Also hat
    > sich mit Genehmigung eine Bürgerinitiative aus Landwirten und anderen
    > Freiwilligen mit Hacke und Schaufel gebildet, die das Kabel vollständig
    > selbst gelegt haben. Bzw. Die Landwirte und Bürger haben die Gräben
    > gegraben unter Aufsicht eines Bauleiters der von der Gemeinde gestellt
    > wurde. Der einzige Kostenpunkt waren zweimal Durchschuss unter einer Straße
    > her (beauftragt an örtlichen Bauunternehmer der das ebenfalls zum
    > Unkostenpreis durchgeführt hat).

    Ja - aber dir muss ja bewusst sein, dass all diese Dinge die Telekom eine ganze Menge Geld gekostet hätten. Klar, wenn du Frewillige mit entsprechendem Willen hast, dann kannst du so etwas schon machen. Für ein Unternehmen ist es aber deshalb nicht attraktiver.

    > Alle anfallenden Kosten wurden von (den
    > meisten) Bewohnern und anderen Spendern gezahlt. So.

    Und das hätte bei der Telekom niemand getan - sie hätten einzig von zukünfitgen Endkunden oder Mietern der Strecke ihre Kosten wieder einnehmen können. Ohne Garantie, wohl gemerkt, dass die Leute dann überhaupt die teureren Verträge nehmen.


    > Und natürlich wollten sie
    > sich in angemessener Weise am Projekt beteiligen. Klar. An einem Projekt
    > was fast nichts kostet.

    "Fast nichts kostet" - also, nur um das mal festzuhalten: Man möchte von der Telekom jetzt keine Kohle für die selber geleistete Arbeit haben, weil...? Da fällt doch hinten nur Positives für diejenigen raus, die die Arbeit jetzt geleistet haben - man kann etwas Kohle von der Telekom bekommen für die geleistete Arbeit, und man hat Anbieterwahl in dem angeschlossenen Gebiet. Was ich jetzt wirklich nicht verstehe: Warum ist das Vorgehen der Telekom verwerflich und welcher Nachteil entsteht der Initiative, wenn sie die Telekom auch Kabel verlegen lassen...?

    Wenn wir jetzt wieder mit dieser Denke anfangen, dann kommen wir bald wieder an einen Punkt, dass wir nach dem großen Regulierer schreien, weil der eine, kleine Anbieter vor Ort doch auf einmal kurz vor der Pleite steht und seine Tarife enorm anheben muss. Leider hat man jetzt keine Wahl mehr, weil man die Telekom ja hier nicht sehen wollte. Und vermieten muss dieser Anbieter seine Strecke nicht.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 20.07.17 11:22 durch ImBackAlive.

  6. Re: Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: FL91 20.07.17 - 12:47

    Wir wohnen in NRW im Jahr 2017 und als 1400 Einwohnerdorf mit diversen kleinen und mittelgroßen Unternehmen (die sich teilweise schon per Richtfunk ans Nachbardorf haben anschließen müssen) kann man erwarten dass man mal wenigstens 2000er DSL bekommt. In anderen Dörfern geht das ja auch. Und wenn dann nachgefragt wird werden fachkundige Leute, die sich ernsthaft dem Thema annehmen wollen von der Telekom mit einer derartigen Arroganz abgefertigt, die sich niemand bieten lassen muss. Und ich glaube mit Sicherheit hätten die Bewohner auch eine einmalige Anschlussgebühr bezahlt, sofern diese nicht absolut unangemessen sind. Dann wird der ganze Kram selbst in die Hand genommen und auf einmal ist die Telekom scheissenfreundlich und suggeriert nach Außen noch ein bestreben auf die gute Zusammenarbeit und wirbt jetzt mit 3x3m Plakaten an der Hauptstraße für schnelles Internet. "wow! Die Telekom fördert auch den Ausbau auf dem Land". Das ist das Problem. Wenn man fragt und eine Lösung (wenn auch mit Kompromissen) finden will, sollte die Telekom sich das wenigstens anhören und ernst nehmen. Aber wenn dann der Bauer selbst die Schaufel in die Hand nimmt, dann ist auf einmal alles ganz tolll und super und "wir treiben den Netzausbau vorran", komm mach mal Platz dämlicher Bauer, jetzt schmeißen wir unsere Kabel in deine Gräben.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.07.17 12:48 durch FL91.

  7. Re: Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: chefin 20.07.17 - 13:34

    Ausbauen tut es die Gemeinde. Sie hat den Hauptteil der Kosten, die Strassen und Strassenlampen. Auch Wasser und Abwasser sind normalerweise Gemeindesache, auch wenn inzwischen viel Outsourced wurde und Abwasser sowie Frischwasser privatwirtschaftlich organisiert sind. Allerdings mit ausschliesslich Gemeinden als Besitzer dieser Firmen.

    Die Stromversorger und Telekommunikation war früher mal ebenfalls Staatlich und somit bei der Gemeinde. Strom macht weiterhin nur einer pro Gebiet. Und zwar der örtliche Netzbetreiber. Den gibt es nur einmal. Telefon hingegen hat sich gewandelt. Das gibt es von vielen und auf unterschiedlichsten Wegen. Koax, Kupfer, Glasfaser. Und von unterschiedlichen Anbietern, Unitymedia, Telekom, Deutsche Glasfaser, etc um mal einige zu nennen.

    Was gebuddelt wird, entscheidet die Gemeinde. Sie macht den Lageplan, wo Strassen, wo Abwasser, wo Leitungsgraben. Und dort können die Firmen dann rein. Legen tun es natürlich die Firmen dann alleine. Hier gehts also drum, das die Gemeinde ja einen graben für die Wasserversorgung aufbuddelt. Nur die Mehrkosten, nicht die anteiligen Kosten sollen verrechnet werden, wenn Dritte mit rein legen. Mehrkosten gibt es für die gemeinde eigentlich nicht. Den die Leitung selbst legt natürlich die jeweilige Firma. Stromnetzbetreiber, Telco, Kabeltv, Glasfaserfirma. Wenn jeder da aufbuddeln muss und wieder zu machen, kostet das ne schöne Stange Geld zusätzlich.

  8. Re: Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: sneaker 20.07.17 - 14:39

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Nur
    > die Mehrkosten, nicht die anteiligen Kosten sollen verrechnet werden, wenn
    > Dritte mit rein legen. Mehrkosten gibt es für die gemeinde eigentlich
    > nicht. Den die Leitung selbst legt natürlich die jeweilige Firma.
    > Stromnetzbetreiber, Telco, Kabeltv, Glasfaserfirma. Wenn jeder da
    > aufbuddeln muss und wieder zu machen, kostet das ne schöne Stange Geld
    > zusätzlich.
    Nein, die Anbieter müssen sich an den Kosten beteiligen. Sonst wäre es unfair und jeder würde nur darauf warten, daß ein anderer zuerst buddelt.
    Stell Dir vor, Du nimmst Dir ein Taxi von der Kneipe nach Hause. Gerade als Du Dich reingesetzt hast, steigen zwei weitere Fahrgäste zu, die in dieselbe Richtung müssen. An den Kosten wollen sie sich aber nicht beteiligen, denn der Gesamtfahrpreis steigt nicht, da Du eh in die Richtung fahren wolltest. Was würdest Du dazu wohl sagen?

  9. Re: Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: ImBackAlive 20.07.17 - 14:46

    FL91 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wir wohnen in NRW im Jahr 2017 und als 1400 Einwohnerdorf mit diversen
    > kleinen und mittelgroßen Unternehmen (die sich teilweise schon per
    > Richtfunk ans Nachbardorf haben anschließen müssen) kann man erwarten dass
    > man mal wenigstens 2000er DSL bekommt. In anderen Dörfern geht das ja auch.

    Ganz ehrlich: Glaubst du, dass die Telekom aus irgendwelchen emotionalen/persönlichen Gründen nicht ausgebaut hat? Die Telekom will Geld verdienen, das ist das Einzige, was ihren Ausbau steuert. Und sie werden sich das dort angeschaut haben und gesagt haben: Das lohnt für uns nicht.

    > Und wenn dann nachgefragt wird werden fachkundige Leute, die sich ernsthaft
    > dem Thema annehmen wollen von der Telekom mit einer derartigen Arroganz
    > abgefertigt, die sich niemand bieten lassen muss.

    Das ist ein anderes Thema und klingt für mich nach einem persönlichen Problem zwischen den Beteiligten. Das ist in der Tat ein Unding, hat m.E. aber wenig mit der Telekom als Unternehmen zu tun. Ich kann dir auf jeden Fall mindestens ein Dutzend Fälle liefern, in denen sich die Telekom genau anders verhalten hat und auch auf die Vorschläge aus der Gemeinde reagiert hat.


    > Und ich glaube mit
    > Sicherheit hätten die Bewohner auch eine einmalige Anschlussgebühr bezahlt,
    > sofern diese nicht absolut unangemessen sind.

    Das ist auch ein Problem - wer bestimmt, was angemessen ist? Was ist denn angemessen? Ich stelle noch einmal die Behauptung auf, dass sobald der Punkt für die Telekom erreicht ist, dass für sie hinten ein + runter fällt, dann führen sie solche Ausbaumaßnahmen auch durch.

    > Dann wird der ganze Kram
    > selbst in die Hand genommen und auf einmal ist die Telekom
    > scheissenfreundlich und suggeriert nach Außen noch ein bestreben auf die
    > gute Zusammenarbeit und wirbt jetzt mit 3x3m Plakaten an der Hauptstraße
    > für schnelles Internet. "wow! Die Telekom fördert auch den Ausbau auf dem
    > Land". Das ist das Problem.

    Wenn es wirklich so abgelaufen ist, dann macht es doch publik? Wenn anschließend niemand bei der Telekom kauft, ist das für sie trotzdem ärgerlich, verlegt zu haben, auch wenn die Kosten für sie deutlich niedriger waren als ursprünglich gedacht.

    > jetzt schmeißen wir unsere Kabel in deine Gräben.

    Da kannst du dich auf den Kopf stellen, aber das sind nicht die Gräben der Bauern, auch wenn sie diese ausgehoben haben.


    Ganz ehrlich: Eure Wut sollte eurer Gemeinde gelten, die euch diese Gräben nicht finanzieren wollte. Denn es ist ihre Aufgabe diesen Ausbau nicht nur durchzuführen, sondern auch zu finanzieren. Anscheinend hat die Gemeinde die Notwendigkeit nicht gesehen und sich dagegen entschieden. Als die Iniative kam und für diese Gräben eine entsprechnde Verwaltungsentscheidung und Genehmigung von der Gemeinde benötigte, ging es dann ja auf einmal doch. Aber macht euch nichts vor: Ihr habt das im Auftrag der Gemeinde für die Gemeinde gemacht, egal ob die Leistung nun Freiwillig oder bezahlt war. Auch hier: Hätte sich die Gemeinde von vornherein dazu entschieden, diese Gräben selber zu buddeln, wäre die Telekom wahrscheinlich genauso angekommen, wie sie es jetzt tut. Worin die Telekom nur ganz offensichtlich keinen Mehrwert gesehen hat, ist diese Gräben selber zu buddeln und mit Rohren zu füllen - nur um dann anschließend auf den Kosten sitzen zu bleiben, weil die Nachfrage gar nicht groß genug war.

  10. Re: Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: ImBackAlive 20.07.17 - 14:51

    sneaker schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein, die Anbieter müssen sich an den Kosten beteiligen. Sonst wäre es
    > unfair und jeder würde nur darauf warten, daß ein anderer zuerst buddelt.
    > Stell Dir vor, Du nimmst Dir ein Taxi von der Kneipe nach Hause. Gerade als
    > Du Dich reingesetzt hast, steigen zwei weitere Fahrgäste zu, die in
    > dieselbe Richtung müssen. An den Kosten wollen sie sich aber nicht
    > beteiligen, denn der Gesamtfahrpreis steigt nicht, da Du eh in die Richtung
    > fahren wolltest. Was würdest Du dazu wohl sagen?

    Du vergleichst hier Strohrum mit Pferdeäpfeln. Das Buddeln der Gräben und das Verlegen der Rohre ist Aufgabe der Gemeinde, da es sich um zentrale Infrastruktur handelt (vgl. dazu auch das Grundsatzurteil vom BGH 2013 - Internet ist ein Grundrecht). Das ist exakt das Gleiche, wie bei Bahnschienen, Straßen, Stromleitungen, Wasserleitungen, ...

    Der einzige Unterschied ist, dass dieser Teil der Infrastruktur auf unterschiedlichen Wegen ankommt. Somit ist die Infrastruktur, die von der Gemeinde bereit gestellt wird, hier nicht das Kabel, aus dem das Internet tropft, sondern das Rohr in dem dieses Kabel liegt.

    Mal so am Rande: Dort wo die Telekom ausbaut, macht sie das auch im Auftrag der Gemeinde. Die Telekom muss ja auch anschließend dulden, dass diese Rohre für andere Anbieter genutzt werden. Die Telekom muss ihre Leitungen sogar an die Konkurrenz vermieten... Ach was rede ich da: Der Telekom gehören die Rohre anschließend nicht einmal! Möchte eine Gemeinde ausbauen, hat sie heute unterschiedliche Möglichkeiten - darunter fällt beispielsweise das Beauftragen der Telekom. I.d.R., da es sich um den öffentlichen Bereich handelt, werden derartige Vorhaben aber ausgeschrieben.



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 20.07.17 14:57 durch ImBackAlive.

  11. Re: Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: Menplant 20.07.17 - 15:14

    ImBackAlive schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ist das die "Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH"? Leider findet man in
    > kaum einem der Artikel zu diesem Thema diese Information. Für mich ist das
    > ehrlich gesagt sogar verfälschend.
    >
    > Hier handelt es sich in der Tat um einen recht normalen Vorgang innerhalb
    > eines Gewerbes. Ich mein mal ganz ehrlich: Wer würde denn auch wirklich
    > dagegen argumentieren? Die legen Leerrohe und sagen "Nö, den pösen Anbieter
    > X wollen wir hier nicht!" und damit dürfen nur noch die da drinnen
    > verlegen? Wollen wir wirklich die Fehler, die wir mit der Telekom bereits
    > begangen haben, noch einmal begehen?
    Wird damit Infrastruktur nicht mehrfach bereitgestellt? á la eine Gemeinde baut eine Straße und weil der Bagger sowieso schon da steht, darf Firma B direkt daneben noch eine Straße bauen (wenn sie sich an den Kosten vom Bagger beteiligen) [oder Stromleitungen oder Schienen].

    Das man Straßen nicht unnötigerweise 5 mal neu aufreißt, ist natürlich wünschenswert, lag meines wissens nach aber auch meist daran, dass die Firmen sich nicht absprechen können oder wollen.

  12. Re: Logikfehler - nicht die Gemeinde baut aus, sondern die Stadtwerke o.ä.

    Autor: ImBackAlive 21.07.17 - 12:41

    Menplant schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wird damit Infrastruktur nicht mehrfach bereitgestellt? á la eine Gemeinde
    > baut eine Straße und weil der Bagger sowieso schon da steht, darf Firma B
    > direkt daneben noch eine Straße bauen (wenn sie sich an den Kosten vom
    > Bagger beteiligen) .

    Prinzipiell ist die Aussage nicht verkehrt - wenn wir uns aber den Markt anschauen, müssten wir eigentlich feststellen, dass in diesen Fällen die Infrastruktur die Leerrohre sind, in die anschließend die Kabel verlegt werden können und nicht die Kabel selber. Argumentativ interessant wird es m.E. besonders dann, wenn wir darüber mehrfach die gleiche Kabeltechnologie verlegen - also beispielsweise der lokale Anbieter ein Glasfaserkabel durchzieht und die Telekom ebenso ein eigenes durch zieht. Das könnte man natürlich konsolidieren, in dem die Telekom die Leitung von dem lokalen Anbieter mieten müsste. Hier werden sie aber oft auf entsprechende Gegenwehr stoßen, die Anbieter wollen ihr Kabel nicht teilen (oder können es technisch nicht) - die Telekom muss es aber.

    Es ist somit leider nicht das gleiche Maß, mit dem gemessen wird - legt die Telekom ein Kabel durch, kann argumentiert werden, dass ein weiteres Kabel unnütz ist, weil die anderen Anbieter sich bei der Telekom einmieten dürfen. Andersherum wird aber ein Schuh draus, weil du ein Quasi-Monopol für die Region an den lokalen Anbieter übergibst, der überhaupt kein Interesse daran hat, seine Kabelstrecken an die Konkurrenz zu vermieten.

    > Das man Straßen nicht unnötigerweise 5 mal neu aufreißt, ist natürlich
    > wünschenswert, lag meines wissens nach aber auch meist daran, dass die
    > Firmen sich nicht absprechen können oder wollen.

    Das ist mit ein Grund gewesen, ja - das ist aber auch der Hauptgrund für den Beschluss von der Bundesnetzagentur. Diese hat festgestellt, dass die Kommunikation auf "freiwilliger" Basis nicht funktioniert, und da es im allgemeinen Interesse liegt, dass die Straßen nicht ständig wieder aufgehoben werden müssen, hat sie diesen Beschluss gefasst.

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