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Oberes Management funktioniert wie folgt (gilt nicht für Familienunternehmen):

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  1. Oberes Management funktioniert wie folgt (gilt nicht für Familienunternehmen):

    Autor: Desertdelphin 20.11.17 - 09:03

    Die Bezahlung im oberen Management ist "Erfolgs"-abhängig. Es gibt ein dickes Grundgehalt - welches mit der "enormen" Verantwortung - erklärt wird. Darüber hinaus ist es wichtig das die Kennzahlen stimmen. Die wichtigsten Kennzahlen sind allesamt kurzfristig:

    - Gewinn (in welcher der vielen Varianten auch immer)
    - Umsatz
    - Headcount (Anzahl Mitarbeiter) - OPEX (operatives Kapital -> Wenn ausgegeben weg und taucht nicht mehr in der Bilanz auf)
    - Verschuldung

    Und jetzt fängt die Perversität an: Um den Gewinn zu maximieren und seinen persönlichen Bonus möglichst hoch zu treiben muss die KOSTEN-Seite gesenkt werden. Dafür kann man jetzt wirklich sparen, oder:

    Man entlässt Mitarbeiter. Jetzt würde natürlich der Betrieb langsam zusammenklappen und der Umsatz fallen -> Schlecht für Bonus, passiert aber zeitverzögert und manchmal gibt es Aktienoptionen die erst nach 5-10 Jahren verkauf werden dürfen.

    Was machen? Man nimmt externe Mitarbeiter. Ein Teil bleibt operatives -> Fällt aus der Bilanz -> Senkt Gewinn. Man kann aber auch mit geschicktem Controlling und Buchhaltung die Arbeit der Mitarbeiter kapitalisieren. Vereinfacht gesagt: Der Heizungsmonteur installiert für 1000¤ eine Heizungsanlage die 10.000¤ kostet -> Das ganze wird als Gewerk verpackt und schon hat man 11.000¤ in der Bilanz stehen. Hätte man seinen betriebseigenen Monteur würden es nur 10.000¤ sein. Und das läppert sich. Das fällt dann solange nicht auf bis der Laden mal wirklich GRÜNDLICH kontrolliert wird (wie willst du das bei einem Konzern mit 100.000 Mitarbeitern und duzenden Millionen Aktiva machen? Geht nicht) oder wenn der Laden mal verkauft wird. Und selbst da fällt vieles nicht auf weil es einfach praktisch nicht möglich ist.

    Was ist also die Realität: Viele Firmen sind in den Büchern VIEL mehr wer als sie es wirklich sind. Denn die Heizungsanlage ist nicht wirklich 11.000¤ wert.

    Also: Leute rausschmeißen, operatives Kapital mit Anlagekapital vermischen um das Ergebnis hochzudrücken und wenn dann der Laden in 5-10 Jahren gegen die Wand fährt? Scheiße dann müssen die Mitarbeiter eben verstehen das das Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich ist und man Leute entlassen MUSS! Und glaubt mir das tut dem Vorstand mehr weh als euch! Der kann fast nicht schlafen in seiner Millionenhütte und weint immer auf dem Weg zur Arbeit in seiner S-Klasse. Wird er dann entlassen bekommt er noch eine Abfindung denn der Verträg würde ja eigentlich noch 3 Jahre weiterlaufen. Warum er als letztes geht und weiter Geld bekommt bevor er auch wechselt? Naja er trägt ja die ganze Verantwortung und trägt das "Risiko"....

    Jetzt ist es aber so das danach ja auch ein CEO kommt. Laden ist ja selten ganz weg. Diese CEOs haben dann die "Arschkarte". Bekommen total viel Geld, aber nicht ganz so viel und müssen ja den Karren aus dem Dreck ziehen. Ein Teil der Taktik kann dann sein dem Staat vorzuwerfen das er zu wenig tut.

    Lustigerweise kommen dann tatsächlich "Normalos" die meinen nach 2 Semestern Wirtschaft die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und erklären aufgebrachten Menschen das die Poltik, selbst WENN man weiß das Konzerne Mist gebaut haben, schuld ist. Er hätte die Regeln ja so gut machen können das es nicht möglich ist zu bescheißen! (geht halt nicht weil wir dann 100 Millionen Finanzprüfer bräuchten).

    Diese super schlauen Pfeifen wechseln dann das Topic/Internetseite und erklären im nächsten Thema das der Staat viel zu viele Gesetzt erlässt und Kontrollen und Regeln total überhand nehmen...

    Das gilt natürlich nur für CEOs (also Leute die als Mitarbeiter den Chef spielen). Bei Familienunternehmen wird es solche Tricksereien sicherlich auch geben, aber nicht so weit das man den ganzen Laden an die Wand fährt. Außer man nimmt das Geld mit und weiß das seine Familie sowieso davon 3 Generationen leben kann. Da geht es dann aber nicht mehr um Boni sondern nur um die reine Bilanzierung wenn man den Laden verkaufen will.

    PS: Kleiner Zusatz: Warum kann man meist nicht WIRKLICH sparen? Naja weil Märkte irgendwann gesättigt sind. Irgendwann geht eben NICHT mehr. Da unser System aber zu endlosem Wachstum verpflichtet ist MUSS es weiter nach oben gehen. Auch wenn man schon fliegt. Deswegen gibt es regelmäßig Wirtschaftscrashes. Die sind NICHT zu verhindern, da das System es nicht hergibt. Bzw. man kann Luftschlösser eben nicht zu echten Schlössern machen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 20.11.17 09:05 durch Desertdelphin.

  2. Re: Oberes Management funktioniert wie folgt (gilt nicht für Familienunternehmen):

    Autor: Faksimile 20.11.17 - 18:57

    Das wird Dir evtl. ein Volkswirtschaftler, wenn er ehrlich ist, hinter vorgehaltener Hand bestätigen. Auf Dauer kann eben unser derzeitiges Wirtschaftssystem so nicht existieren.

  3. Re: Oberes Management funktioniert wie folgt (gilt nicht für Familienunternehmen):

    Autor: Clown 21.11.17 - 11:45

    Desertdelphin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da unser
    > System aber zu endlosem Wachstum verpflichtet ist MUSS es weiter nach oben
    > gehen. Auch wenn man schon fliegt. Deswegen gibt es regelmäßig
    > Wirtschaftscrashes. Die sind NICHT zu verhindern, da das System es nicht
    > hergibt. Bzw. man kann Luftschlösser eben nicht zu echten Schlössern
    > machen.

    Das wäre ja auch gar kein Problem, wenn denn nicht Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert würden. Dazu kommen unzureichende Erbschaftssteuern für Superreiche.

    Blizzard: "You guys don't have phones?" ~ Bethesda: "You guys don't have friends?" ~ EA: "You guys don't have wallets?"

  4. Re: Oberes Management funktioniert wie folgt (gilt nicht für Familienunternehmen):

    Autor: Faksimile 21.11.17 - 20:45

    Deshalb taugt dieses System auf Dauer ja auch nicht wirklich.

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