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Sich an die eigene Nase zu fassen...

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  1. Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: GorgonzolaKaesetheke 18.11.17 - 14:35

    ...würde Herrn Dommermuth sicher nicht schaden. Es sollte keine Neuheit sein, dass die amerikanische Wirtschaft seit jeher Risiko-bereiter ist, gerade im Sektor Digitalisierung; Amazon, Google & Co. sind hierbei lediglich die klassischen Vorzeigebeispiele. Andersherum die Frage: Wo konnte web.de die Branche nachhaltig verändern? Wo bleibt die Risikofreudigkeit von GMX? Eigene Glasfaster-Kapazitäten von Strato? Das meiste bloß billiger reseller-müll (Drillisch), Spam-Schleuder (web.de) oder Massengeschäft (Strato), nach Gutdünken für jede Branche kopierbar; Rocket Internet und Unister machen's vor, ihre Mitarbeiter-Berwertungen den Rest. Nein Herr Dommermuth, an der Politik liegt's nicht einzig und allein!

  2. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: Geistesgegenwart 18.11.17 - 14:40

    GorgonzolaKaesetheke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ...würde Herrn Dommermuth sicher nicht schaden. Es sollte keine Neuheit
    > sein, dass die amerikanische Wirtschaft seit jeher Risiko-bereiter ist,
    > gerade im Sektor Digitalisierung; Amazon, Google & Co. sind hierbei
    > lediglich die klassischen Vorzeigebeispiele. Andersherum die Frage: Wo
    > konnte web.de die Branche nachhaltig verändern? Wo bleibt die
    > Risikofreudigkeit von GMX? Eigene Glasfaster-Kapazitäten von Strato? Das
    > meiste bloß billiger reseller-müll (Drillisch), Spam-Schleuder (web.de)
    > oder Massengeschäft (Strato), nach Gutdünken für jede Branche kopierbar;
    > Rocket Internet und Unister machen's vor, ihre Mitarbeiter-Berwertungen den
    > Rest. Nein Herr Dommermuth, an der Politik liegt's nicht einzig und allein!


    Recht hast du. Ich sehe nicht wie United Internet besser aufgestellt wäre oder mehr Umsatz machen könnte, wenn wir alle 1Gbit Glasfaser daheim hätten. Soll ich dann mehr Mails mit Web.de versenden oder wie?

  3. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: Sharra 18.11.17 - 15:47

    Ach lass die Type eben rummaulen. Bisher hat United Internet ja nichts getan, und ist auch nicht in der Presse. Also bleibt ihnen nur inhaltsloses Gemotze.

    Die Welt würde nicht einmal merken, wenn U.I. morgen weg wäre. Die Emails würden fix auf andere Provider umgezogen, und die paar Webseiten, die sie hosten, fallen gar nicht auf.

    Von U.I. kam nichts, kommt nichts, und wird auch nichts neues kommen. Dazu ist der Laden einfach nicht aufgestellt. Und selbst bei längst etablierten Techniken hängen sie immer jahrelang hinterher. Irgendwie wirkt es da lächerlich, wenn der Chef eines solchen Schnarchnasenhaufens sich über mangelnden Fortschritt beschwert.

  4. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: gumnade 18.11.17 - 17:04

    GorgonzolaKaesetheke schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Rocket Internet und Unister machen's vor, ihre Mitarbeiter-Berwertungen den
    > Rest. Nein Herr Dommermuth, an der Politik liegt's nicht einzig und allein!

    Rocket Internet macht nur betriebswirtschaftliche One Night Stands: alles kopieren und dann mit maximalem Gewinn verkaufen. Mit Nachhaltigkeit oder Ideenreichtum hat das gar nichts zu tun - der einzige Vorteil ist, dass sie risikobereiter sind.
    SAP würde ich eher ankreiden, dass sie keinen umfassenden Einfluss nehmen - immerhin mit Datev die Elite in Deutschland.

  5. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: jeegeek 18.11.17 - 17:15

    gumnade schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mit Nachhaltigkeit oder
    > Ideenreichtum hat das gar nichts zu tun - der einzige Vorteil ist, dass sie
    > risikobereiter sind.

    Auf der anderen Seite kann man hier in Deutschland nicht Ideenreich sein im Bereich Internet. Hört sich vielleicht provokant an, aber versuche z.B mal eine Alternative zu Google hier zu erschaffen. Was meinst du wie lange es dauert bis du zu Tode geklagt wurdest weil du in deiner Datenbank fremde Inhalte speicherst, oder bist du dank der super Gesetze wie Leistungsschutzrecht eher Pleite bevor du einen Cent mit deinem Dienst verdient hast?

    Dann komm natürlich dazu das man die Marktmacht z.B von Google dank dem oben genannten Leistungsschutzrecht weiter gestärkt hat. Google ist so mächtig das sie kostenlos die Sachen nutzen dürfen und ein kleines Startup muss schließen weil sie zu 100% zahlen müssen.

    Also Deutschland und Internet Startups passt nicht. Dann doch lieber in einem Land wo man mehr machen kann/darf als hier.

  6. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: Sharra 18.11.17 - 17:20

    Und warum sollte jemand versuchen einen Google-Klon zu bauen, den er hierzulande sowieso nicht hinbekommen würde, wie du ja richtig erfasst hast?
    Wie wäre es denn damit, etwas neues zu entwickeln, und nicht die tausendste Ausgabe von etwas, was es längst gibt?

  7. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: sniner 18.11.17 - 17:42

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und warum sollte jemand versuchen einen Google-Klon zu bauen, den er
    > hierzulande sowieso nicht hinbekommen würde, wie du ja richtig erfasst
    > hast?
    > Wie wäre es denn damit, etwas neues zu entwickeln, und nicht die tausendste
    > Ausgabe von etwas, was es längst gibt?

    Exakt das gleiche wollte ich auch antworten. Innovation heißt ja gerade nicht bereits vorhandene Angebote 1:1 zu klonen. Man muss kreativ sein und Entwicklungen die jetzt noch in den Kinderschuhen stecken vorhersehen und dort Geld und Entwicklung investieren. Das geht in vielen Fällen in die Hose - und ich denke, genau diese zwei Punkte sind der Knackpunkt: erstens (vermute ich) sind die Leute hier zu konservativ und deswegen selten innovativ, zweitens scheuen sie eher das Risiko und Business Angels gibts hier auch selten. Das ist zumindest mein Eindruck, kann mich auch täuschen ...

  8. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: Sharra 18.11.17 - 17:45

    Wie besorgt sich der Deutsche Geld für eine Idee? Er schreibt seinen Plan detailliert auf ein Stück Papier und tigert zur Bank. Und bekommt er dort Geld? Nein, bekommt er nicht. Derzeit sowieso nicht.

    Der Ami macht das, in der Regel, anders. Der sucht sich jemanden, der im Zucker in den Hintern bläst, und zieht das gleich ganz groß auf. Risikokapital ist in den USA quasi so leicht zu bekommen wie Kokain.

  9. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: FalschesEnde 18.11.17 - 18:18

    Sharra schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wie besorgt sich der Deutsche Geld für eine Idee? Er schreibt seinen Plan
    > detailliert auf ein Stück Papier und tigert zur Bank. Und bekommt er dort
    > Geld? Nein, bekommt er nicht. Derzeit sowieso nicht.
    >
    > Der Ami macht das, in der Regel, anders. Der sucht sich jemanden, der im
    > Zucker in den Hintern bläst, und zieht das gleich ganz groß auf.
    > Risikokapital ist in den USA quasi so leicht zu bekommen wie Kokain.

    Beides ist korrekt. Beides sind aber leider Extreme, und Extreme sind nie gut. Dazu kommt, dass sich die Leute im Silicon Valley bzw. die "Gründer" dort drüben, viel besser "verkaufen" können. Im Grunde sind das von den Fähigkeiten fast schon Prostituierte, die ihren Kunden schon durchs volllabern und ohne anfassen Entspannung verschaffen ;-)

    "Sag mir BITTE wieviel ich verdienen werde wenn ich bei Dir INVESTIERE!?!?!?!"

    "Du wirst FANTASTILLIARDEN verdienen, wenn Du mir MILLIAREDEN gibts!!!!"

    "Boah! AHHHHHHHHHHH! Sags nochmal!"

    "FANTASTILLIARDEN für MILLIARDEN"

    "ARGH!"

    "Wars gut?"

    "Ja! Nimm das Scheckbuch, setz 'ne Zahl ein, ich hab schon überall unterschrieben"

    Dennoch läuft auch da drüben nix ohne Business Plan.

  10. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: matok 18.11.17 - 18:23

    Eben, die amerikanische Politik hat wenig damit zu tun, dass Amazon oder Google jetzt da sind, wo sie sind. Die Politik hätte auch in Deutschland seinerzeit sicherlich kein Unternehmen daran gehindert, die beste Suchmaschine zu entwickeln oder einen Online-Buchhandel.

    Die Sache ist, dass das Internet mit seiner Innivationskraft und Geschwindigkeit grundlegend sehr amerikanisch ist. Du musst Ideen haben, du musst sie schnell umsetzen, du musst sie bekannt machen, du musst stets nach vorne denken. Genau das ist die Philosophie im Silicon Valley. Während man in Deutschland noch überlegt, macht man es in Amerika bereits. Und im Internet gilt The-Winner-Takes-It-All.

    Das Hinterherhinken im Web hat weniger politische Gründe, als vielmehr Mentalitätsgründe. Es fehlt Risikofreude und Machermentalität.

  11. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: HorkheimerAnders 18.11.17 - 18:47

    Vor allem ist dieser feine Herr der größte Spender der CDU. Vielleicht sollte er die Konservativen nicht stützen, wenn er konservative Politik nicht mag...

  12. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: Sharra 18.11.17 - 19:12

    HorkheimerAnders schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vor allem ist dieser feine Herr der größte Spender der CDU. Vielleicht
    > sollte er die Konservativen nicht stützen, wenn er konservative Politik
    > nicht mag...


    Och naja diese scheinbare Unvereinbarkeit gibt es in den USA ja auch. Wer hat denn Trump unterstützt? Das waren nicht nur INTEL-Manager, bei denen man es vielleicht noch verstehen könnte. Nein, auch einige der großen Internetfirmen, die so überhaupt nicht von einer Witzfigur wie Trump hätten profitieren können.
    Ich sag es mal so. Nur weil man auf einem Gebiet überdurchschnittlich, oder gar genial ist, schließt das nicht aus, dass man allgemein saumässig dumm ist.

  13. Re: Sich an die eigene Nase zu fassen...

    Autor: misfit 18.11.17 - 23:57

    Ich denke schon das wir hier in Deutschland auch kluge und kreative Köpfe haben. Die meisten gehen aber mit ihrer Idee dann eher ins Silicon Valley.
    Warum das so ist, kann ich nur vermuten. Vielleicht weil dort die Finanzierung leichter ist (warum auch immer der Standort einer Idee eine Rolle spielt) oder vielleicht weil man dort auch geeigneteres Personal findet (macht aber wegen dem erhöhten Konkurrenzkampf um qualifizierte Arbeitskräfte auch keinen Sinn).

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