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Warum eigentlich immer Microsoft?

Am 17. Juli erscheint Ghost of Tsushima; Assassin's Creed Valhalla und Watch Dogs Legions konnten wir auch gerade länger anspielen - Anlass genug, um über Actionspiele, neue Games und die Next-Gen-Konsolen zu sprechen! Unser Chef-Abenteurer Peter Steinlechner stellt sich einer neuen Challenge: euren Fragen.
Er wird sie am 16. Juli von 14 Uhr bis 16 Uhr beantworten.
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  1. Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: fanreisender 02.06.20 - 11:04

    Sind das eingebrannte Feindbilder aus einem fernen Jahrhundert? Wird - warum auch immer - ein publikumswirksamer Name gesucht?

    Das Grundproblem vermag ich selbstverständlich - teilweise - nachzuvollziehen. Die Kostenargumente eher nicht, da ist ganz, ganz viel Milchmädchenrechnung im Spiel.

    Sehr wohl aber die Frage der Datenintegrität. Womit irgendwelche daten bearbeitet werden, spielt eigentlich keine Rolle, interessant ist, wie die Datenstruktur aussieht. So bald die bekannt ist, kann man jederzeit mit einer beliebigen Software - und sei es ein billiger Texteditor - die Daten bearbeiten. In Sachen sauberer Datenstruktur gibt es nur wenige Positivbeispiele. Im Open Software Segment wäre das beispielsweise InkScape mit seinem fast unverfälschten SVG. Im Closed Source Segment wäre das standardisierte PDF zu erwähnen und eben die XML-Struktur der Microsoft-Dokumente. Deren Struktur erschließt sich jetzt auch nicht auf den allerersten Blick, letztlich kann sie aber gut bearbeiten. Finetuning von PowerPoint (z.B. passgenaue Animationen über Pfade) bekommt man sehr gut mit VS Code (anderer Editor
    ginge natürlich auch) hin. Ja klar, besser wäre es, wären die Werkzeuge gleich an Bord. Es ging hier aber mehr um die Standardisierung der Dokumentenformate.

    Noch etwas zu den Kosten. Es gibt sündteure Software. Es gibt auch Software mit fragwürdigen Geschäftsmethoden, die Adobe Creative Suite beispielsweise, die nach Aboablauf nicht einmal lesenden Zugriff gestattet. Aber Microsoft zählt nur wirklich zu den Billigheimern, jedenfalls bei den Massenprodukten. Das zu unterbieten, wird keiner Open source Software gelingen.

    Open Source Software ist kostenlos? Genau das ist die riesengroße Milchmädchenrechnung! Mag ja sein, dass man Produkt xyz ohne die sofortige Berechnung von Kosten installeren und kommeriell nutzen darf. Aber das ist eine selektive Sichtweise eines winzigen Aspektes. 90% aller Open Software Entwickler sitzen in Firmen wie IBM, Microsoft (kein Witz), RedHat, ... und werden regulär bezahlt. Das Gehalt kommt nicht von den Vogonen. Die Wege des Geldes mögen etwas verschlungen sein, aber sie existieren. Ob das nun Quersubventionierung ist oder das oft probierte Servicegeschäft, sei dahingestellt.

    Ach langt. Für eine Gedankenäußerung (mehr ist s ein Forum sowieso nicht) schon viel zu viel Textwüste.

  2. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: User_x 02.06.20 - 13:49

    Die Frage würde sich nicht stellen, wenn Windows oder Microsoft Produkte geforkt werden dürften.

  3. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: deisi 02.06.20 - 14:34

    Die einzige Person die hier behauptet hat man würde Kosten sparen ist der OP um es dann gleich wieder zu zerlegen. Im Text steht das nicht und seit gefühlt 10 Jahren behauptet das auch niemand mehr außer der ClousedSource Fangemeinde.

    Richtig ist, das offene Standards wichtig sind. ob nur bekannt reicht, vermag ich nicht zu beurteilen, ich kann mir aber gut vorstellen das es im Einzelfall für beides gute Gründe gibt. Ich denke es wäre schon sehr viel erreicht, wenn der Staat es schaft auf prooeritäre Dateiformate zu verzichten und da wo nötig bei der Implementierung von geeigneten alternativen zu helfen.

  4. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: rldml 03.06.20 - 00:44

    Der Kostenfaktor spielt bei solchen Entscheidungen immer nur eine untergeordnete Rolle.

    Es geht um digitale Souveränität.

    Ein Begriff, das in den kommenden zwanzig Jahren bedeutend wichtiger werden wird. Besonders in öffentlichen Verwaltungen.

  5. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: blaub4r 03.06.20 - 03:24

    Warum immer Microsoft ?

    Weil nun mal das Betriebssystem mit dem 99% Anteil von denen ist.
    Was sollen die sonst sagen ? In den Behörden wird wohl keiner iOS haben, oder irgend welche exotischen Sachen.

  6. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: HerrWolken 03.06.20 - 07:17

    fanreisender schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 90% aller Open Software
    > Entwickler sitzen in Firmen wie IBM, Microsoft (kein Witz), RedHat, ... und
    > werden regulär bezahlt.

    Jetzt bin ich aber mal auf deine Quelle gespannt.

  7. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: cry88 03.06.20 - 07:31

    Schau dir die contributor bei GitHub an. Microsoft zum Beispiel ist dort auf Platz 1.

    Außerdem ist es nur logisch. Direkt mit Open Source verdient man kein Geld. Entweder verkauft man Service darum, wie es Red Hat oder Microsoft macht oder man hat einen gut bezahlten Job, wo man das nebenbei machen kann

  8. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: bofhl 03.06.20 - 09:14

    User_x schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Frage würde sich nicht stellen, wenn Windows oder Microsoft Produkte
    > geforkt werden dürften.

    .. was bei Teilen inzwischen ja auch gemacht werden darf!

  9. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: tomatentee 03.06.20 - 09:55

    cry88 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schau dir die contributor bei GitHub an. Microsoft zum Beispiel ist dort
    > auf Platz 1.
    >
    Und das belegt jetzt inwiefern, dass 90% der Entwickler bei MS und Co dafür bezahlt werden?

    > Außerdem ist es nur logisch. Direkt mit Open Source verdient man kein Geld.
    > Entweder verkauft man Service darum, wie es Red Hat oder Microsoft macht
    >
    Bei welchem OSS-Produkt hat MS dieses Geschäftsmodell?


    > oder man hat einen gut bezahlten Job, wo man das nebenbei machen kann
    >
    Also nicht bezahlt.

    Oder man schreibt die SW einfach so. Ich weiß, unvorstellbar, aber es gibt Leute, die das einfach so machen. Einfach aus Spaß an der Freude nicht aus kommerziellen Gründen.

  10. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: deisi 03.06.20 - 10:20

    Hier geht in der Diskussion um die Kosten für Software bei einer Behörde, die Entwicklungskosten von Software und das Geschäftsmodell von Unternehmen durcheinander. Das sind alles recht verschiedene Dinge, die man so wohl kaum gegeneinander aufrechnen kann.

    Wie MS sein Geld verdient sollte uns egal sein. Darum harken wir das mal hier ab.

    Was für Software der deutsche Staat aber kauft und einsetzt, und wie sie bezahlt wird, sollte uns nicht egal sein. IMO sollten alle in Zukunft angeschaffte Software grundsätzlich OpenSource sein und nur in begründeten Ausnahmefällen nicht. Die möglichen Begründungen kann man ja erst mal sehr weit fassen und über die Jahre versuchen ein zu engen. Der Wechsel des Desktops ist hier wahrscheinlich der Letzte Schritt und noch so weit weg, das ich das nicht mal Planen würde.

    Anstatt aber immer auf den angeblich Marktstandard zu setzen, z.b. Word, Zoom, Skype, WahtsApp..., sollte man evaluieren wie weit bereits existierende offene Lösungen sind. Erfüllen diese nicht alle Anforderungen muss man ein Angebot einholen, was die Implementierung durch einen Dienstleister kosten würde. Diese Implementierung muss Upstream eingepflegt werden, damit sie dauerhaft genutzt werden kann. Ist eine Upstream implementierung nicht möglich braucht es einen Fork, der dann auch Offen sein muss. Der entscheidende Punkt ist, dass, bin ich mit dem Dienstleister unzufrieden, ich einen neuen beauftragen kann. Hier könnten endlich Marktwirtschaftliche Effekte greifen.

    Bei den aktuellen Software Geschäftsmodellen ist das nicht möglich. Man begibt sich in eine Abhängigkeit aus der man nur schwer herauskommt und kommt in einen Strudel aus sich selbst verstärkenden Effekten.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.06.20 10:22 durch deisi.

  11. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: burzum 03.06.20 - 12:09

    User_x schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Frage würde sich nicht stellen, wenn Windows oder Microsoft Produkte
    > geforkt werden dürften.

    Damit wir dann 5 Versionen von Word haben, von denen jede das Dokument anders darstellt?

    Die gefühlten 100.000 Distris von Linux und all die verschiedenen Packageformate sind eher ein Krampf als Seegen. Man muß sich mal alleine die Verschwendung von Zeit und Resourcen vor Augen halten, das für fast jede Distri eigene Packages erzeugt werden müssen.

    Die OSS-Fanatics sind immer groß darinnen zu brüllen es gäbe keine Standards, kriegen es aber selbst nicht hin sich mal auf EIN, wegen mir ZWEI Packages zu einigen die unter ALLEN Distris laufen würden. Auf der dunklen Seite der kommerziellen Macht läuft eine Binary oder das Setupprogramm von Win95 noch auf Windows 10 - wenn der Programmierer kein Depp war. Ein Package für ein Ubuntu von vor 3 Jahren dürfte schon heute nicht mehr ohne Nacharbeit auf dem aktuellen laufen.

    Die Liste LSB konformer Distris ist auch überschaubar: For instance, only 21 distribution releases (versions) are certified for LSB version 4.0 [1] Bei FHS vermute ich sieht es nicht viel besser aus.

    Was es braucht sind definitiv offene Standards, gut Dokumentierte Formate und wenn möglich keinen Moloch wie die Spec für die Word Dokumente. Regierungen müssen anfangen in den Ausschreibungen offene und dokumentierte Formate und Schnittstellen zu verlangen. Linux muß es dafür nicht sein.

    [1] https://en.wikipedia.org/wiki/Linux_Standard_Base

    Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul, ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul.



    4 mal bearbeitet, zuletzt am 03.06.20 12:16 durch burzum.

  12. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: Trollversteher 03.06.20 - 12:16

    >Die einzige Person die hier behauptet hat man würde Kosten sparen ist der OP um es dann gleich wieder zu zerlegen. Im Text steht das nicht und seit gefühlt 10 Jahren behauptet das auch niemand mehr außer der ClousedSource Fangemeinde.

    Seit 10 Jahren behauptet das niemand mehr? :D
    Warsyt Du 10 Jahre nicht mehr im Golem oder heise Forum unterwegs? Sogar beim kurzen ueberfliegen der Beitraege unter diesem Artikel habe ich bereits einen Beitrag gesehen, in dem das behauptet wird.

  13. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: Trollversteher 03.06.20 - 12:26

    >Und das belegt jetzt inwiefern, dass 90% der Entwickler bei MS und Co dafür bezahlt werden?

    Da hast Du ihm mal eben das Wort im Mund herum gedreht, das hat er nie behauptet.

    > Außerdem ist es nur logisch. Direkt mit Open Source verdient man kein Geld.
    > Entweder verkauft man Service darum, wie es Red Hat oder Microsoft macht

    >Bei welchem OSS-Produkt hat MS dieses Geschäftsmodell?

    Oehm, bei einem ihrer groessten aktuellen Produkte, .Core und dem gesamten dazugehoerigen Oekosystem?


    >Oder man schreibt die SW einfach so. Ich weiß, unvorstellbar, aber es gibt Leute, die das einfach so machen. Einfach aus Spaß an der Freude nicht aus kommerziellen Gründen.

    Das mag fuer kleinere, Semi-Professionelle Projekte gelten, bei denen Support keine grosse Rolle spielt, und Versions- und Updatezyklen sowie die Entwicklung neuer Features alleine in der Hand des Entwicklers liegen, weil eh niemand wirklich ernsthaft darauf angewiesen ist.
    Aber die ganzen wirklich wichtigen Open Source Projekte, die im professionellen Einsatz sind, wurden alle mit Hilfe von grossen Unternehmen entwickelt und finanziert, und es hat sich ein kommerzieller Dienstleistungssektor um die Produkte entwickelt.

  14. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: deisi 03.06.20 - 15:32

    > Warsyt Du 10 Jahre nicht mehr im Golem oder heise Forum unterwegs? Sogar beim kurzen ueberfliegen der Beitraege unter diesem Artikel habe ich bereits einen Beitrag gesehen, in dem das behauptet wird.

    Ich entschuldige meine flapsige Formulierung. Mit Niemand, meinte ich niemand der sich mit dem Thema mehr beschäftigt hat als einen Zeitungsartikel für 5 min zu lesen. Wirklich, außer in einem Forum und am Stammtisch wird das nirgends so diskutiert. Es ist eine reine Nebelkerze/Pappkamerad. Man regt sich über eine Argumentation auf, die so gar nicht existiert.

  15. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: berritorre 04.06.20 - 00:20

    Das dürften aber in den wenisten Fällen dann Software sein, die in Unternehmen/Behörden zum Einsatz kommt. Sowas programmiert eher selten jemand aus Spass an der Freude.

  16. Re: Warum eigentlich immer Microsoft?

    Autor: Trollversteher 04.06.20 - 07:40

    >Ich entschuldige meine flapsige Formulierung. Mit Niemand, meinte ich niemand der sich mit dem Thema mehr beschäftigt hat als einen Zeitungsartikel für 5 min zu lesen. Wirklich, außer in einem Forum und am Stammtisch wird das nirgends so diskutiert. Es ist eine reine Nebelkerze/Pappkamerad. Man regt sich über eine Argumentation auf, die so gar nicht existiert

    OK, da gebe Ich natuerlich Recht - aber auch die Argumentataion wieso Open Source nicht kostenlos, und auch nicht automatisch guenstiger ist, wurde ja auch hier in einem Forum geposted, damit es die Stammtisch-Fanboys lesen koennen, nicht in einem Fachartikel ;-)

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