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Alles nicht so einfach....

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  1. Alles nicht so einfach....

    Autor: kmarkus 26.01.22 - 10:06

    Als Abteilungsleiter eine größeren Schule kann ich Folgendes sagen:
    1. Woher wissen "normale User" hier, welche Software denn an Schulen gebraucht wird? Wir haben z.B. größte Probleme Spezialprogramme wie TIA, FluidSim, oder CAD zum laufen zu bekommen. Da gehts bei 16GB RAM erst richtig los. Und wir haben 3000 Schüler.
    2. Wenn Geld zur Verfügung steht, dann sind das Förderungen, welche an viele bürokratische Bedingungen geknüpft sind. Z.B. müssen die Rechner ausgeschrieben werden. Da hilft es nix, mal schnell bei notebooksbilliger zu kucken. Wenn nun eine Stadt 30 versch. Schulen hat, dann bekommt die Grundschule keinen anderen Rechner wie eine berufliche Schule, weil es nicht erlaubt ist, den Geldtopf in versch. Lose aufzuteilen, sondern es eine große Ausschreibung sein muss. Und wenn dann 1000 Laptops auf der Liste stehen, gabs zumindest bei uns nur einen Anbieter, der ein Angebot gemacht hat.
    3. Bei all den Ausschreibungen hat sich keine Kostenersparnis (Rabatte) ergeben. Ein Rechner wurde nicht teuerer als 500 Stück im Paket. Ganz im Gegenteil, die Preise sind sogar gestiegen (auch weil man solange gewartet hat).
    4. In unserem Fall kosten 500¤ -Rechner dem Staat 750¤, weil der Sachaufwandsträger 250¤ pro Gerät für Verwaltung einbehält. Also wären 500¤ wie im Artikel geschildert echt zu wenig.
    5. Lehrkräfte werden nicht gefragt, welche genauen Anforderungen sie haben.
    Mein Dienstgerät ist nun ein kleines Surface Go. Und auf diesem winzigen Display sollen wir dann mitm Stift schreiben? Echt toll. Dafür haben wir noch 50 Stück 17 Zoll Laptops im Schrank liegen: Schülerleihgeräte, die kein Schüler grade braucht, ich aber nicht für mich nutzen darf.
    6. Fördergelder auszugeben ist echt schierig. Unser Sachaufwandsträger traut sich nicht, die Rechner selber auszuschreiben, sondern es wurde eine Ausschreibung erstellt, um die Ausschreibung erstmal auszuschreiben!!!
    7. Erfahrungsgemäß halten Businessgeräte bei uns länger, denn an Schulen gehen die Laptops durch extrem viele Hände, werden ständig aus Schränken heraugezogen, in Werkstätten eingesetzt und ständig Netzwerkstecker und HDMi an. und ausgesteckt.

  2. Re: Alles nicht so einfach....

    Autor: MarcusK 26.01.22 - 10:28

    kmarkus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Als Abteilungsleiter eine größeren Schule kann ich Folgendes sagen:
    > 1. Woher wissen "normale User" hier, welche Software denn an Schulen
    > gebraucht wird? Wir haben z.B. größte Probleme Spezialprogramme wie TIA,
    > FluidSim, oder CAD zum laufen zu bekommen. Da gehts bei 16GB RAM erst
    > richtig los. Und wir haben 3000 Schüler.

    und wie viele Lehrer davon brauchen diese Software? Kann es dann nicht ein paar leistungsfähige Geräte für solche Spezialfälle geben?

  3. Re: Alles nicht so einfach....

    Autor: User5001 26.01.22 - 11:13

    kmarkus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Als Abteilungsleiter eine größeren Schule kann ich Folgendes sagen:
    > 1. Woher wissen "normale User" hier, welche Software denn an Schulen
    > gebraucht wird? Wir haben z.B. größte Probleme Spezialprogramme wie TIA,
    > FluidSim, oder CAD zum laufen zu bekommen. Da gehts bei 16GB RAM erst
    > richtig los. Und wir haben 3000 Schüler.
    > 2. Wenn Geld zur Verfügung steht, dann sind das Förderungen, welche an
    > viele bürokratische Bedingungen geknüpft sind. Z.B. müssen die Rechner
    > ausgeschrieben werden. Da hilft es nix, mal schnell bei notebooksbilliger
    > zu kucken. Wenn nun eine Stadt 30 versch. Schulen hat, dann bekommt die
    > Grundschule keinen anderen Rechner wie eine berufliche Schule, weil es
    > nicht erlaubt ist, den Geldtopf in versch. Lose aufzuteilen, sondern es
    > eine große Ausschreibung sein muss. Und wenn dann 1000 Laptops auf der
    > Liste stehen, gabs zumindest bei uns nur einen Anbieter, der ein Angebot
    > gemacht hat.
    > 3. Bei all den Ausschreibungen hat sich keine Kostenersparnis (Rabatte)
    > ergeben. Ein Rechner wurde nicht teuerer als 500 Stück im Paket. Ganz im
    > Gegenteil, die Preise sind sogar gestiegen (auch weil man solange gewartet
    > hat).
    > 4. In unserem Fall kosten 500¤ -Rechner dem Staat 750¤, weil der
    > Sachaufwandsträger 250¤ pro Gerät für Verwaltung einbehält. Also wären 500¤
    > wie im Artikel geschildert echt zu wenig.
    > 5. Lehrkräfte werden nicht gefragt, welche genauen Anforderungen sie haben.
    >
    > Mein Dienstgerät ist nun ein kleines Surface Go. Und auf diesem winzigen
    > Display sollen wir dann mitm Stift schreiben? Echt toll. Dafür haben wir
    > noch 50 Stück 17 Zoll Laptops im Schrank liegen: Schülerleihgeräte, die
    > kein Schüler grade braucht, ich aber nicht für mich nutzen darf.
    > 6. Fördergelder auszugeben ist echt schierig. Unser Sachaufwandsträger
    > traut sich nicht, die Rechner selber auszuschreiben, sondern es wurde eine
    > Ausschreibung erstellt, um die Ausschreibung erstmal auszuschreiben!!!
    > 7. Erfahrungsgemäß halten Businessgeräte bei uns länger, denn an Schulen
    > gehen die Laptops durch extrem viele Hände, werden ständig aus Schränken
    > heraugezogen, in Werkstätten eingesetzt und ständig Netzwerkstecker und
    > HDMi an. und ausgesteckt.

    So siehts leider aus. Nicht die Geräte selbst sind das Problem sondern die Bürokratisierung der Beschaffung, genau mit dem Problem haben wir hier an der Hochschule auch zu kämpfen.
    Beispiel: Gerät XY gibts bei Shop XY für 300 EUR. Leider dürfen wir dort nicht kaufen, weil eine Erstattung durch die Kostenstelle der Uni nur bei bestimmten Shops funktioniert.

    Also kaufen wir z.B. billigste HDMI Kabel bei Conrad für 25 EUR statt bei eBay für 5 EUR und verschwenden damit täglich Steuergelder. Nicht weil wir zu doof sind, sondern weil wir keine Wahl haben.

    Anderes Beispiel: Wir brauchen ein ganz einfaches Notebook für Lehrzwecke. Ein Vostro von Dell wäre dafür geeignet, sobald wir uns aber mit unserem Unizugang (Dell Premier) bei Dell anmelden, gibts keine Vostros mehr zur Auswahl und wir müssen ein unnötig teureres Latitude kaufen, dass dann vielleicht zu maximal 10 % ausgelastet wird und nach 5 Jahren im Müll landet (Mitnehmen der Altgeräte ist verboten und kann ein Künigungsgrund sein. Sie müssen verschrottet werden). Ein Vostro selbst kaufen und über die Uni abrechnen geht nicht.

    Diese Geschichte geht natürlich weiter über die IT-Grenzen hinaus und wenn Laborgeräte für einige 100.000 EUR angeschafft werden sollen, werden dabei auch ganz andere Summen verschwendet (z.B. dürfen Projektgelder nicht für Reparaturen genutzt werden, aber für Neuanschaffungen. Was das Resultat ist überlasse ich mal der Fantasie).

  4. Re: Alles nicht so einfach....

    Autor: snoxx 26.01.22 - 12:28

    Wenn ich mir deine Spezialsoftware ansehe, dann ist dass doch sehr Fachspezifisch und da stellt sich die Frage ob das nicht besser auf "Fachworkstations" installiert wird statt auf dem Laptop des Lehrers.
    Ansonsten kann ich nur von der Lage in RLP reden. Da hat das Land einen Rahmenvertrag abgeschlossen der dem Schulträger die Wahl zwischen zwei iPad oder zwei Laptop Varianten ermöglicht. Bei den Laptops handelt es sich um i3-1115G4 bzw. i3-1125G4 Modelle mit 8GB Ram und 256 bzw. 512 GB SSD (aka Fujitsu Lifebook A3511 oder Dell Latitude 3520). Die ausgehandelten Preise liegen laut Anschreiben bei etwa 360,- Euro für die kleine Variante und 440,- Euro für die Große. Bei den iPads handelt es sich um die normalen iPads WiFi Varianten mit 64 bzw. 256 GB. Die Preise liegen da in ähnlichen Dimensionen.
    Für den normalen Unterricht und die Verwaltungsausgaben ist das vollkommen ausreichend. Für spezielle Arbeitsplätze - Physik, Konstruktion, ... - gibt es separat Angebote für deutlich leistungsfähigere Rechner.
    Ach bevor ich es vergesse, die Geräte kommen mit 36 Monaten vor Ort Service.

    Zugegeben auf einige Lehrer kommt da wohl eine signifikante Veränderung zu, weil die bisherige Unterrichtsvorbereitung im Homeoffice durch einen deutlich höheren Anteil von Vorbereitung in der Schule ersetzt werden muss. Aber das ist eben so und das hat die Lehrkraft auch so zu akzeptieren.

  5. Re: Alles nicht so einfach....

    Autor: snoxx 26.01.22 - 12:39

    Schau ich heute mal an die Unis dann sehe ich da sehr viele Studenten mit iPads und Stift und die sind etwa gleich groß. Aber Du hast sicher auch Probleme mit DIN A5 Papier VIEL zu klein.

  6. Re: Alles nicht so einfach....

    Autor: patka 26.01.22 - 12:48

    snoxx schrieb:

    > Zugegeben auf einige Lehrer kommt da wohl eine signifikante Veränderung zu,
    > weil die bisherige Unterrichtsvorbereitung im Homeoffice durch einen
    > deutlich höheren Anteil von Vorbereitung in der Schule ersetzt werden muss.
    > Aber das ist eben so und das hat die Lehrkraft auch so zu akzeptieren.

    Warum muss die Unterrichtsvorbereitung denn jetzt in der Schule passieren, weil man ein Notebook hat? Ich dachte, deswegen hat man mobile Geräte, damit man die mitnehmen kann.

    Und wie soll das laufen? Sollen die Lehrer sich dann in ihre Klassenzimmer setzen? Ich kenne keine Schule die adäquate Räume vorhält, wo man als Lehrkraft arbeiten kann. Zumal man die meisten Materialien, die sich im Laufe der Zeit so ansammeln meist eben nicht in der Schule hat.

  7. Re: Alles nicht so einfach....

    Autor: snoxx 26.01.22 - 13:24

    Unterrichtsvorbereitung läuft auch heute schon für einige Lehrer in der Schule ab oder glaubst Du der Chemie- oder Physiklehrer kann seine Versuche zuhause vorbereiten?
    Es geht darum, dass z.B. Fachsoftware zur Programmierung von Automatisierungen - ich gehe mal davon aus das mit TIA Total Integrated Automation gemeint ist - nur auf stationären Workstations installiert wird. Sind die nicht via Remote Zugriff nutzbar muss der Lehrer zur Vorbereitung also in der Schule bleiben oder sich dort hinbegeben. Gleiches gilt u.U. wenn er aufwendige CAD Modelle erstellen will. Für FluidSim - sofern hier die Software von Festo gemeint ist - empfiehlt der Hersteller 4 GB Ram und einen Dual Core, das läuft also auf nahezu jedem aktuellen Laptop.

  8. Re: Alles nicht so einfach....

    Autor: kmarkus 27.01.22 - 10:42

    Wenn man selber entscheiden könnte, welches Gerät man braucht, dann sind 500¤ für einen Rechner eine gute Hausnummer. Da findet sich immer was, was in 99% aller Anwendungsfälle reicht. Doch nochmal, ein 500¤ Gerät schlägt beim Sachaufwandsträger mit 750¤ zu Buche. Also sind die 500¤, wie im Artikel genannt, zu wenig.
    Und die "Spezialsoftware" muss auf mobile Geräte, weil es erstens keine Plätze und Zimmer mit fest installierten Worstations gibt und zweitens Lehrkräft als auch Schüler im Unterricht und zu Hause die Software nutzen. Und dann sind wir bei 17Zoll mit 16GB RAM und SSD.

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