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"Fachkräftemangel"

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  1. "Fachkräftemangel"

    Autor: demon driver 10.07.18 - 07:02

    Es gibt keinen Fachkräftemangel, allenfalls gibt es solche Phänomene regional und spartenmäßig begrenzt, und das gab es schon immer. Zumal "Fachkräftemangel" selbst bei der Arbeitsagentur, soweit ich mich erinnere, für "3 oder weniger Bewerber pro Stelle" steht (bitte um Korrektur, falls jemand andere Zahlen hat). Die Institutionen der Wirtschafts- und Industrielobby verwenden noch deutlich "großzügigere" Schlüssel bzw. multiplizieren die freien Stellen einfach mal mit einem komplett aus der Luft gegriffenen Faktor, um angeblich nicht der Arbeitsagentur gemeldete Stellen zu berücksichtigen.

    Wenn die Leute wirklich so dringend gebraucht würden, hätten sich in den Bereichen, in denen das angeblich der Fall ist, längst signifikante Lohnsteigerungen ergeben, um woanders Arbeit Suchende zu Wohnortwechseln zu motivieren oder Leute in Beschäftigungsverhältnissen zum Arbeitgeberwechsel.

    Nichts davon ist der Fall, auch nicht in der IT, wo's ja angeblich auch ganz schlimm ist. Im Gegenteil; wenn man sch die deutschen Gehaltsspiegel im internationalen Vergleich der Industrieländer ansieht, ist das eher ein trauriges Bild.



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 10.07.18 07:13 durch demon driver.

  2. Re: "Fachkräftemangel"

    Autor: PeWuF 10.07.18 - 08:08

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Wenn die Leute wirklich so dringend gebraucht würden, hätten sich in den
    > Bereichen, in denen das angeblich der Fall ist, längst signifikante
    > Lohnsteigerungen ergeben, um woanders Arbeit Suchende zu Wohnortwechseln zu
    > motivieren oder Leute in Beschäftigungsverhältnissen zum
    > Arbeitgeberwechsel.
    >
    > Nichts davon ist der Fall, auch nicht in der IT, wo's ja angeblich auch
    > ganz schlimm ist.

    Natürlich ist das im Tiefbaugewerbe ganz massiv der Fall!
    Unsere Kolonnen kommen mittlerweile nicht mehr nur aus den Nachbarländern, sondern teilweise aus Rumänien, weil es in Deutschland niemanden gibt, der die Arbeit (zu den gegebenen Konditionen...) machen will.
    Im übrigen sprechen wir in unserem Fall wirklich von Fachkräften. Die Leute wissen, was sie tun.

  3. Re: "Fachkräftemangel"

    Autor: demon driver 10.07.18 - 08:36

    PeWuF schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > Wenn die Leute wirklich so dringend gebraucht würden, hätten sich in den
    > > Bereichen, in denen das angeblich der Fall ist, längst signifikante
    > > Lohnsteigerungen ergeben, um woanders Arbeit Suchende zu Wohnortwechseln zu
    > > motivieren oder Leute in Beschäftigungsverhältnissen zum
    > > Arbeitgeberwechsel.
    > >
    > > Nichts davon ist der Fall, auch nicht in der IT, wo's ja angeblich auch
    > > ganz schlimm ist.
    >
    > Natürlich ist das im Tiefbaugewerbe ganz massiv der Fall!
    > Unsere Kolonnen kommen mittlerweile nicht mehr nur aus den Nachbarländern,
    > sondern teilweise aus Rumänien, weil es in Deutschland niemanden gibt, der
    > die Arbeit (zu den gegebenen Konditionen... [Hervorh. d.d.]) machen will.
    > Im übrigen sprechen wir in unserem Fall wirklich von Fachkräften. Die Leute
    > wissen, was sie tun.

    Kein weiterer Kommentar!

  4. Re: "Fachkräftemangel"

    Autor: chefin 10.07.18 - 09:21

    Nunja, man könnte die Konditionen ändern. Man muss die Kosten nur weiter reichen. Dann allerdings nehmen die Menschen Waren aus Ländern, welche es billiger anbieten können, weil sie weniger Lohn zahlen. Wir müssten erstmal bereit sein, mehr zu bezahlen, dann würde man auch mehr Lohn ausschütten können.

    Hier rumzujammern, das die Konditionen nicht stimmen, bringt uns nicht weiter.

    Statt also mal nur zu verlangen, sollte man sich mal die Mühe machen, seinen Konsum auf die Arbeitsleistung umzurechnen. Einen Gesellschaft kann nur die Summe ihrer Arbeitsleistung konsumieren. Konsumiert sie weniger, hat sie Arbeitslose, konsumiert sie mehr, muss sie es extern beziehen.

    Und der Wert einer Arbeitsleistung wird leider von 2 Seiten beurteilt, vom Erbringer und vom Konsumenten und aus diesen Vorstellungen wird eine Verrechnungseinheit, genannt Lohn, generiert. Den Lohn zu ändern erfordert also immer die Mithilfe von mindestens 2 Gruppen. Tendenziell aber weicht die Konsumentengruppe dann aus und versucht Erbringer aus dem Ausland zu nutzen.

    Die Politik kann da sicher Rahmebedingungen schaffen, die es erleichtern, im Land erbrachte Leistungen zu vertreiben. Aber greifen sie zuviel ein, stören sie auch den Export(und wir produzieren deutlich mehr als wir konsumieren) und damit die Gesamtleistung. Greifen sie zu wenig ein, reduzieren sie auch die Gesamtleistung, weil wir dann ohne Not "fremd" gehen.

    Und dieses Mittelmass zu finden ist eine Sysiphosaufgabe, drüber meckern kann jeder, es besser machen....habe ich noch keinen gefunden.

  5. Re: "Fachkräftemangel"

    Autor: demon driver 10.07.18 - 09:50

    chefin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hier rumzujammern, das die Konditionen nicht stimmen, bringt uns nicht
    > weiter

    Wenn die Frage lautet, ob wir in Deutschland einen Fachkräftemangel haben oder nicht, d.h. ob es wirklich niemanden gibt, oder ob bloß die Konditionen zu schlecht sind, weil die Unternehmer immer noch genug billige Arbeitskräfte aus demjenigen Ausland finden, wo's halt noch mieser aussieht mit der Lohnsituation, "bringt uns" das sehr wohl "weiter", denn es liefert die Antwort.

    Dass die Antwort keine Lösung für das Gesamtproblem liefert, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht ist es auch unter den Rahmenbedingungen des herrschenden Wirtschaftssystems schlicht nicht lösbar.

  6. Re: "Fachkräftemangel"

    Autor: chefin 10.07.18 - 10:09

    Vieleicht sollte man mal Fachkräftemangel definieren!

    Was genau heist das eigentlich?

    Wir haben keine Leute um noch mehr zu arbeiten.

    Es heist nicht das wir keine Leute haben die überhaupt arbeiten. Wir könnten mehr verkaufen, wenn wir es produzieren könnten. Ist das ein Mangel? Eigentlich nicht. Aber naja, wenn sie dir die Bude einrennen irgendwie schon...zumindest im Kapitalismus.

    Übrigens, das hatten wir vor 50 Jahren auch schon. Und haben es praktisch genauso gelöst wie heute, wir haben die Türkei, Griechenland, Spanien und Italien gefragt ob sie uns ihre Arbeitslose schicken. Die meisten Italiener und Griechen und fast alle Spanier sind inzwischen wieder zurück in ihre Land. Die Türken sind damals geblieben. Aus dieser Zeit stammen die 4% Türkischstämmigen die es hier gibt. Aktuell aber kommen fast keine neuen dazu.

    Und hat es uns geschadet? Ich denke nicht, wir haben das meiste recht gut integriert und seit Ali ebenfalls 3er BMW fährt, ist er fast nicht mehr von einem deutschen Randalierer zu unterscheiden. Bei den nicht Randalierern gibts überhaupt keinen Unterschiede mehr. Selbst das Bier und die Schweinshaxe schmeckt denen inzwischen, wenn sie nicht zufällig Veganer geworden sind.

  7. Re: "Fachkräftemangel"

    Autor: demon driver 10.07.18 - 10:53

    Dem kann ich soweit sehr weitgehend und problemlos zustimmen!

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