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Pragmatismus

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  1. Pragmatismus

    Autor: Yeeeeeeeeha 30.06.15 - 17:38

    Leider muss man sagen, dass das erstmal die pragmatische Lösung ist, die einigen Idealistem und Ideologen nicht schmeckt, aber vermutlich die "weniger schlechte" aus Kundensicht ist.

    Eigentlich finde ich es ganz gut, dass ich (nochdazu effektiv ohne Zusatzkosten) mobil Spotify streamen kann bis mir die Ohren abfallen. Natürlich, es wäre schöner, wenn das auch mit anderen Diensten gehen würde, in meinem Fall kosten mich SoundCloud und iTunes match noch immer Traffic und Spotify ist eher mein "Fallback" für das Monatsende.

    Allerdings darf man sich leider keine Illusionen machen, dass das bei einer anderen Entscheidung anders wäre. Auch ohne in den Palantir zu gucken kann ich sagen, dass es dann nicht auf wundersame Weise plötzlich Tarife ohne Volumenbegrenzung gäbe, sondern schlichtweg mein Fallback Spotify auch noch wegfallen würde.

    Nein, ich glaube nicht, dass damit ein guter Punkt erreicht ist, aber - was viele absolut nicht sehen wollen - manchmal braucht man einfach Geduld. Ja, "es wäre schön wenn", aber vieles wäre schön... wer sich daran erinnert, wie lange es gedauert hat, bis man überhaupt eigene Modems benutzen durfte, sollte (wenigstens ein bisschen) froh sein, dass wir immerhin schon so weit sind, wie wir sind.

    Yeeeeeeeeha - Nur echt mit 2^3 e
    Perl-Monk, Java-Trinker, Objective-C Wizard, PHP-Kiddie, unfreiwilliger FreeBSD-/Linux-Teilzeitadmin

  2. Re: Pragmatismus

    Autor: Anonymer Nutzer 30.06.15 - 18:02

    Naja mich nervt es, die special deals wie Spotify.

    Naja wenn dadurch die Zelle in der ich mich befinde, mit doofen Musikstreaming verstopft wird ;-)

  3. Re: Pragmatismus

    Autor: Trockenobst 01.07.15 - 00:05

    Yeeeeeeeeha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > anderen Entscheidung anders wäre. Auch ohne in den Palantir zu gucken kann
    > ich sagen, dass es dann nicht auf wundersame Weise plötzlich Tarife ohne
    > Volumenbegrenzung gäbe

    Doch, die wird es geben. Warum? Weil es auf die nächsten 20 Jahre keine sicheren Investments mehr geben wird. Immobilien sind überhitzt, die meisten Fabriken viel zu stark vom Konsumverhalten abhängig etc. pp.

    Aber schnelle Pipes, das ist ein sauberes Geschäft. Wer mal einen Kunden hat, der drückt im Jahr 300-600¤ ab. Ganz saubere Geschichte, die man klar planen kann. Da ist man schnell mal mit 3-4% Umsatzrendite drin, wenn man aufs Sparbuch die nächsten 10 Jahre keine 0,5% ohne viele Ausnahmensternchen ****** kriegt.

    In den USA weht bereits ein frischer Wind dieser Hinsicht. In Deutschland will jetzt eine holländische Firma Druck machen:
    https://www.golem.de/news/deutsche-glasfaser-ftth-ausbau-praktisch-ueberall-guenstig-moeglich-1506-114845.html

    Sobald man überall schnelle Pipes hat, ist ein Wiimax-Netz (mit Anmeldung) nicht mehr weit. Und dann ist eigentlich schon der Abgesang auf Mobilfunk der nächste Schritt. Siehe Südkorea: https://en.wikipedia.org/wiki/WiBro

    Der Trick der alten Monopolisten ist eben, mit allen Tricks zu versuchen die Bandbreiten künstlich sehr klein und teuer zu halten. Mit maximalen Bandbreiten sind alle Diskussionen über Netzneutralität, Trafficlimits etc. mehr oder weniger beendet. Und alle Möglichkeiten extra Geld zu verdienen auch.

  4. Re: Pragmatismus

    Autor: sotix 01.07.15 - 10:41

    > Eigentlich finde ich es ganz gut, dass ich (nochdazu effektiv ohne Zusatzkosten) mobil Spotify streamen kann bis mir die Ohren abfallen.

    Diese grundsätzliche Diskussion auf einen einzelnen Dienst (Spotify) zu reduzieren scheint mir aber doch etwas egoistisch.

    > Nein, ich glaube nicht, dass damit ein guter Punkt erreicht ist, aber - was viele absolut nicht sehen wollen - manchmal braucht man einfach Geduld.

    Das Problem ist ja nicht, dass der Schritt in die richtige Richtung zu klein ist, sondern dass es ein Schritt in die falsche Richtung ist. Wenn diese Schlupflöcher erstmal ausgenutzt werden, wird es sicher schwer sein diese wieder zu stopfen, weil die dadurch entstandenen "Dienste" als fester Bestandteil gelten werden. Wie bei deinem Spotify werden sich dann nicht nur die Betreiber gegen das Verbot bestehender Dienste wehren, sondern auch einige Benutzer mit dem Kopf schütteln.

  5. Re: Pragmatismus

    Autor: matok 01.07.15 - 20:23

    Yeeeeeeeeha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Auch ohne in den Palantir zu gucken kann
    > ich sagen, dass es dann nicht auf wundersame Weise plötzlich Tarife ohne
    > Volumenbegrenzung gäbe, sondern schlichtweg mein Fallback Spotify auch noch
    > wegfallen würde.

    Eine sehr eingeschränkte Sichtweise. Aber ja, genau dieser kurzsichtige Pragmatismus zeichnet unsere Politik aus. Das das alles wettbewerbsfeindlich ist und nicht funktionierender Wettbewerb schlecht für den Konsumenten ist, bleibt auf der Strecke. Überspitzt gesagt, definieren die Telkos für ihre Kunden dann was das Internet ist.

    Und was meinst du wohl, bekommst du den Spotify Traffic geschenkt oder bezahlst du den irgendwann einfach über den Umweg der Spotify Rechnung?

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