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Warum ausgerechnet immer der Browser?

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  1. Warum ausgerechnet immer der Browser?

    Autor: Lycos 24.10.12 - 17:16

    Warum ausgerechnet immer der Browser? Kann mir das mal jemand erklären? Wieso nicht Notepad, der Windows Taschenrechner oder Paint?

    Wieso ein so - willkürlich! ausgewähltes - Stück Software?

    Was ist so schlimm an einem vorinstallierten Browser?

    Ich habs vor 10(?) Jahren nicht verstanden und ich verstehe es heute - erst recht! - nicht.

    Hallo Notebook-Hersteller : Wir wollen eure Schminkspiegel nicht!

  2. Re: Warum ausgerechnet immer der Browser?

    Autor: rangnar 24.10.12 - 18:34

    Als Netscape und Marc Andreessen mit dem Mosaic Browser einen "Standard" für html-Browser schaffte, und sich anschickte das gerade aufkeimende Internet mit der Firma Netscape und einem Browser zu monetarisieren, da trat Microsoft auf die Bühne. Mit einer für Microsoft üblichen Idee. Man bot Andreessen an, ihm einen Haufen Geld zu bezahlen. Als Gegenleistung würde Andreessen und Netscape ihren Browser nur auf Unix anbieten. Microsoft würde sich dafür mit Windows begnügen. Andreessen lehnte ab.

    Dazu muss gesagt werden, dass der Mosaic zwar kostenlos war, der Netscape Navigator aber eigentlich nicht mehr. Also kostete ein HTML-Browser richtig Geld.

    Nachdem Andreessen nicht auf Microsofts Angebot eingegangen ist, tat Microsoft das, wofür Microsoft berüchtigt ist. Es macht missliebige Firmen kapuut. Eben auch, in dem man ein Konkurrenzprodukt unter deren Preis anbietet. Hier den Microsoft Internet Explorer für lau.

    Andreessen zog nach und man konnte als Privat-Anwender auch den Netscape Navigator kostenlos ziehen. Auch für Windows.

    Pat? Nicht für Microsoft. Was dann kam, verseuchte das Internet auf Jahrzehnte. Proprietäre Erweiterungen des HTML-Standards, die nur mit dem IE funktionierten. Hirnrissige interpretationen des Standards, so dass plötzlich "Browser-Weichen" notwendig wurden. Ect. pp. Microsoft mißbrauchte über Jahre Einnahmen aus dem OS-Verkauf um Konkurrenten im Browser-Markt nieder zu kämpfen.

    Vielleicht hätte Microsoft ja Erfolg gehabt, wenn es den IE auch für Mac und Linux gegeben hätte. Aber so waren die Nutzer auf Alternativen angewiesen, die nicht von Microsoft kamen. Und Opera lieferte immer noch Browser die besser waren. Und Leute zahlten dafür.

    Aber so gab es Alternativen. Und die konnten sich eben erfolgreich dagegen wehren, dass Microsoft den Internet Explorer als Standard-Browser in Windows verankerte.

    Der IE ist, abgesehen von Surface, der letzte und eben nicht erfolgreiche Versuch von Microsoft, ihr OS-Monopol zu Mißbrauchen um auf App-Ebene auch ein Monopol zu schaffen.

    Man darf auch nicht vvergessen, das Microsoft offiziell des Monopolmißbrauchs verurteilt wurde und nur wegen Bedenken um die damalige Pensionssicherheit _nicht_ zerschlagen wurde. Das war also mit Sicherheit kein "Kavaliersdelikt".

    Deswegen immer der Browser und deswegen die im Grunde viel zu geringen Strafen. Weil Microsoft gnaden- und rücksichtslos sein OS Monopol mißbraucht.

  3. Re: Warum ausgerechnet immer der Browser?

    Autor: QDOS 24.10.12 - 19:35

    Besser hätte man das Thema nicht zusammenfassen können.

  4. Re: Warum ausgerechnet immer der Browser?

    Autor: violator 24.10.12 - 19:49

    rangnar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Pat? Nicht für Microsoft. Was dann kam, verseuchte das Internet auf
    > Jahrzehnte. Proprietäre Erweiterungen des HTML-Standards, die nur mit dem
    > IE funktionierten.


    Und genau so einen Blödsinn gabs auch für Netscape.

  5. Re: Warum ausgerechnet immer der Browser?

    Autor: Lachser 24.10.12 - 22:02

    Ich war stets ein überzeugter Netscape Navigator User. Netscape war derart weit verbreitet, auf jeder Provider-CD (damals z.B. Bluewin) wurde der Browser mitgeliefert.

    Leider hatte die damalige Version 4.7 des Netscape Navigators den leidenden Bug, dass er regelmässig mit einer 'Allgemeinen Schutzverletzung abstürzte'. In Zweiten von 56k war das doch sehr müsam.
    Das Problem war derart verbreitet und als einzige Lösung gab es damals: verwende den IE5.
    Und so sind leider viele zum IE gelangt, und dies nur aus Unvermögen von Netscape. Die nachfolgende Version 6 konnte dann nicht mehr Fuss fassen.

    PS: aus meiner Sicht, und das Gericht ist da offensichtlich anderer Meinung, kann von einer Monopolstellung nur gesprochen werden, wenn keine Alternativen möglich sind. Das ist beim Browser jedoch nicht so, jeder ist frei sich eine Alternative zu installieren, es gibt keine Restriktion.

  6. Re: Warum ausgerechnet immer der Browser?

    Autor: __destruct() 24.10.12 - 22:15

    MS hat eine marktbeherrschende Stellung und nutzt diese und vor allem nutzte sie in der Vergangenheit zum Aufbau weiterer Monopole. Das ist verboten. Es ist mir schleierhaft, wieso erst so spät und nur beim Aufbau dieses eines weiteren Monopols eingegriffen wurde.

  7. Re: Warum ausgerechnet immer der Browser?

    Autor: SSD 28.10.12 - 23:09

    rangnar schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Pat? Nicht für Microsoft. Was dann kam, verseuchte das Internet auf
    > Jahrzehnte. Proprietäre Erweiterungen des HTML-Standards, die nur mit dem
    > IE funktionierten. Hirnrissige interpretationen des Standards, so dass
    > plötzlich "Browser-Weichen" notwendig wurden. Ect. pp. Microsoft
    > mißbrauchte über Jahre Einnahmen aus dem OS-Verkauf um Konkurrenten im
    > Browser-Markt nieder zu kämpfen.
    Also es ist erlaubt, ein Monopol zu haben, aber es ist nicht erlaubt, damit weiter Monopole zu erschließen?
    Also bei z.B. MSO gibt es keine kartellrechtlich relevante Situation, weil 1.) MSO nicht "unter Preis" angeboten wird oder gar bei jedem Windows dabei ist und 2.) weil es mit OpenOffice, LibreOffice, Softmaker Office und Calligra doch ein paar Alternativen gibt, richtig?

  8. Re: Warum ausgerechnet immer der Browser?

    Autor: Lachser 29.10.12 - 08:35

    Microsoft hatte nicht wirklich ein Monopol. Marktbeherrschende Stellung ist nicht das selbe wie Monopol.
    Während ein Monopol keine Konkurenz erlaubt ist das andere lediglich auf die Unfähigkeit der Konkurenz zurückzuführen.
    Da im PC-Business mit Ausnahme von Apple die Hard- und Software strikt getrennt ist, kann es m.E. gar kein Monopol geben, dh. es gibt immer Alternativen zu Microsoftprodukten.
    Das selbe gilt für Software, Microsoft hat nie verhindert dass Konkurenzprodukte installiert werden.
    Nur weil mit dem OS noch Software ausgeliefert wurden (Browser), wird nun von Monopol gesprochen. Das ist einfach lächerlich.

    Von einem Monopol könnte man z.B. bei einer Bahngesellschaft sprechen (SBB oder Bundesbahn). Denn die Gleise gehören der Bahn und es dürfte klar sein, dass nicht jede Ortschaft mit drei parallelen Gleisen verbunden werden, nur damit drei Konkurenten zur Verfügung stehen. Damit haben diese ein wirkliches Monopol.

  9. Re: Warum ausgerechnet immer der Browser?

    Autor: SSD 29.10.12 - 17:25

    Lachser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Microsoft hatte nicht wirklich ein Monopol. Marktbeherrschende Stellung ist
    > nicht das selbe wie Monopol.
    Doch (thefreedictionary.com)

    > Während ein Monopol keine Konkurenz erlaubt ist das andere lediglich auf
    > die Unfähigkeit der Konkurenz zurückzuführen.
    Das ist nur eine Bedeutung des Wortes, abgesehen davon, dass 'Unfähigkeit der Konkurrenz' wohl nur ein Grund von vielen ist.

    > Da im PC-Business mit Ausnahme von Apple die Hard- und Software strikt
    > getrennt ist, kann es m.E. gar kein Monopol geben, dh. es gibt immer
    > Alternativen zu Microsoftprodukten.
    "strikt getrennt" ist wohl etwas übertrieben, denn zu Hardware gehört immer auch Software (Firmware, Treiber).
    Und 'Alternative' ist ein sehr dehnbarer Begriff, wie du sicherlich weißt.

    > Das selbe gilt für Software, Microsoft hat nie verhindert dass
    > Konkurenzprodukte installiert werden.
    > Nur weil mit dem OS noch Software ausgeliefert wurden (Browser), wird nun
    > von Monopol gesprochen. Das ist einfach lächerlich.
    Und wieso sind die oben genannten guten Gründe dafür nicht stichhaltig?

    > Von einem Monopol könnte man z.B. bei einer Bahngesellschaft sprechen (SBB
    > oder Bundesbahn). Denn die Gleise gehören der Bahn und es dürfte klar sein,
    > dass nicht jede Ortschaft mit drei parallelen Gleisen verbunden werden, nur
    > damit drei Konkurenten zur Verfügung stehen. Damit haben diese ein
    > wirkliches Monopol.
    Nein, hätte Shell ein (staatliches) Monopol, wenn es nur ihre Tankstellen gäbe?
    Ein (wirtschaftliches) Monopol hätten sie aber zweifelsfrei.

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