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Willkommen in der Realität

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  1. Willkommen in der Realität

    Autor: Emulex 03.01.22 - 19:57

    Manche haben es schon gewusst, einige haben es noch immer nicht verstanden:
    Mit EE werden wir keine Grundlast abdecken.

    Einfach mal diesen Chart ansehen:
    https://energy-charts.info/charts/power/chart.htm?l=de&c=DE&stacking=stacked_absolute_area&interval=year&source=sw&year=2021

    Zwischen "Alle Quellen" und "Solar, Wind" hin und her schalten oder sich auch nur mal die Minimal-Leistung der EE zu verschiedenen Zeitpunkten ansehen.
    Und da ist noch nicht mit drin, dass Autos bald alle mit Strom fahren sollen, da ist keine Schwerindustrie drin (für die man ohnehin bestenfalls Wasserstoff erzeugen kann aus EE), usw. usf.

    Wären Pufferspeicher möglich und sinnvoll, dann würde man diese fördern/bauen und sich die Abhängigkeit von z.B. Russland oder den USA sparen (Verschwörungstheoretiker können sich hier bitte auf die Zunge beissen und mich verschonen).

    Es ist ganz simpel: Wir brauchen Atom und wir brauchen Gas, sonst funktioniert das alles nicht.
    Willkommen in der Realität.

  2. Re: Willkommen in der Realität

    Autor: fabiwanne 03.01.22 - 22:36

    Der Graf ist aus ein Paar Gründen Unfair:
    * Wir haben eine billige (aber begrenze) Menge an Speichern: Die Seen vor den Wasserkraftwerken. Die werden aber im Moment oft mittags, wenn Kohle und Atom den Bedarf nicht decken können geleert, sodass nachts nichts mehr übrig ist. Würde man mehr Solar zubauen brächte man die Tags nicht und hätte mehr (erneuerbaren) Strom für die Tiefpunkte der EEG-Erzeugung
    * Es gäbe eine zweite billige Möglichkeit von Speichern: Biogas. Dummerweise vergütet die EEG per Gesetz in Abhängigkeit von der Maximallast und unabhängig vom Bedarf. Wenn du also deine Biogasanlage 24/7 durchlaufen lässt bekommst du deutlich mehr Geld als wenn du das ganze Gas zu einem Zeitpunkt verbrennst, wo es wirklich nötig ist. Der Hintergrund ist, dass es im Moment Wurst ist ob du mittags um 12 das letzte Steinkohlekraftwerk abschaltest oder nachts um 1. eines von 20. Eine einzige Gesetzesänderung, die die Vergütung der Biogasanlagen könnte das ändern: Wenn die Vergütung abhängig vom Marktpreis wäre, währen die meisten Bauern innerhalb von weniger als einem Jahr in der Lage ihre gesamte Produktion in die Lücken zu schieben. Das macht 1/5 der EE-Produktion aus. Die Minima machen aber weit weniger als ⅕ der Produzierten Leistung aus. Alleine das würde die Mima vermutlich ver-X-fachen.
    * Guck dir mal an, wo die meisten Minima der EEs liegen... Dann wenn am wenigsten Strom produziert wird Hintergrund ist, dass Kohlekraftwerke nur langsam regelbar sind: Viele Industrieanlagen werden explizit runter gefahren, wenn die mal wieder den "Bedarf" nicht decken können. Das ist in jedem Metallverarbeitenden Betrieb abseits von Premiumprodukten alla Autoendfertigung wo die Stomkosten wenig am Preis ausmachen Gang und Gebe.
    Entsprechend intensiver müssen die dann betrieben werden, wenn die Kohlekraftwerke eh schon laufen.
    Wir habe also gar keine Grundlast"bedarf" sondern dumme Kohlekraftwerke nach deren Erzeugung sich die ganze Industrie richten muss. Dazu kommen diverse Gesetze die zu variable Industrieverbraucher bestrafen. Auch das Offenischtlich um die unflexibilität der Kohlekraftwerke zu kompensieren. Man könnte die genau so gut abschalten, wenn gerade kein Wind weht oder keine Sonne scheint. Würde nicht die Minima verkleinern. Aber massiv den Bedarf zu diesen Zeiten.

    Alles zusammen hätten wir mit angepassten Gesetzen und ohne Kohlekraftwerke in den Minima ⅕ der Produktion aus Wind und Solar. ¾ des Bedarfs, weil die Energieintensiven wegfallen und ~⅖ die man aus Biogas speisen könnte. Nu sind ¾>⅗. Aber so extrem sieht die Lücke die Gas füllen müsste gar nicht mehr aus.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.01.22 22:37 durch fabiwanne.

  3. Re: Willkommen in der Realität

    Autor: nebenderspur 03.01.22 - 23:39

    Vorgestern haben die Franzosen die Auktionierung von 1,5 GW Offshore-Wind in der Normandie angekündigt und da die Franzosen gerne französische Offshore-Turbinen mögen, wird da wohl sowas wie die "GE Haliade-X 12" zum Zuge komme, bei der im Beipackzettel steht: "Das Unternehmen nennt einen ungewöhnlich hohen Kapazitätsfaktor von 60 bis 64 Prozent: Zu diesem Anteil eines Jahres produziert die Turbine – alle Erzeugungserträge zusammengerechnet – mit voller Leistung Strom."
    Und damit würde diese Turbine fast genau den aktuellen Kapazitäts-Faktor des französischen AKW-Parks treffen, der so zwischen 60-70% schwankt.
    Hmh, unendliche französische Weiten in Biscaya, Mittelmeer und Nordsee.... Ob man da wohl einfach 50-70 von diesen Parks hinstellen könnte und man hätte das leidige Atomproblem so ziemlich von der Backe?
    Zumindest haben die Briten mit "Hornsea 2" gerade gezeigt, dass man einen solchen Park in etwas mehr als 1,5 Jahren subventionsfrei ins Meer stellen kann....

    Bin gespannt, wie die Atomfreunde über diesen weißen Elefanten im Raum in der nächsten Zeit hinweglächeln werden.

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