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Software ist keine "Sache"

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  1. Software ist keine "Sache"

    Autor: blubberlutsch 06.03.12 - 22:29

    Warum versuchen immer alle immaterielle Güter mit materiellen zu vergleichen? Das kann man doch überhaupt gar nicht vergleichen: Das eine lässt sich kostenlos unendlich oft kopieren und in Sekunden verbreiten, das andere muss jedes mal wieder neu hergestellt werden, man kann es nur einmal verkaufen, es kann nur einer "besitzen" und der Wert sinkt mit jedem Wiederverkauf.

    Wenn man jetzt versucht, auf beide Bereiche das gleiche Recht anzuwenden kommen so komische Konstrukte wie "geistiges Eigentum", "illegales Vervielfältigen", "Raubkopien" und eben die Problematik des Weiterverkaufens usw.

    Ich sage jetzt nicht, dass ich das kostenlose Vervielfältigen gutheiße (eine Lösung für die Problematik habe ich auch nicht), aber es ergibt für mich keinen Sinn, wenn der Hersteller auf der einen Seite jede Kopie neu verkaufen will, aber man auf der anderen Seite keine Besitzansprüche auf die "Ware" hat



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 06.03.12 22:32 durch blubberlutsch.

  2. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: hmjam 06.03.12 - 22:59

    Ich finde, die Lösung liegt auf der Hand: Software als Sache betrachten und somit auch das Geschäftsmodell aufzubauen und die ganze Vermarktung daran anpassen. Ein Buch ist bspw. vergleichbar: das Papier ist nur Medium - es ist zwar ungleich schwerer, ein Buch zu kopieren, letztendlich ist der Sachverhalt aber der Gleiche: ein Medium (Papier,CD,Internet,DVD,Rundfunk,Steinplatte auf dem Berg Sinai, etc., etc., etc....) bleibt ein Medium bleibt ein Medium - ansich quasi wertlos und Mittel zum Zweck - es überträgt lediglich Informationen. Diese Informationen anisch werden wiederum gespeichert, entweder auf dem übertragungsmedium oder anderweitig. Aber es geht um die Informationen. Diese kann man doch gegen ein gewisses Entgelt weiterveräussern?! Wenn es sich um SW handelt, darf ich sie danach nciht mehr verwenden, da ich ja das Recht abgetreten habe, sie zu benutzen und dafür eine Gegenwert bekommen habe - nämlich Kohle. Soweit ist doch alles Legal und extrem einfach!

    Weier das Beispiel Buch: ich kann es lesen und dann weiterverkaufen - alles legal! Ich kann es aber auch rechtswidrig kopieren, die Kopie behalten und dann weiterverkaufen. Genau wie mit der Software. Das hat aber nichts mit dem Recht auf Weiterverkauf des originalen Buches zu tun. Ich mach mcih strafbar, wenn ich das kopiere und somit die Information vervielfältige und diese zugleich mehreren Personen zur Verfügung stelle - dafür kann die Software ja nicht. Diese ist ja eigentlich durch den weiterverkauf rechtmäßig bei jemandem anderes.
    Das Prinzip der Zwischenhändler wäre somit ja uach gefährdet: warum dürfen diese denn die Software weiterverkaufen?! Ich bekomme ja auch nur ein besch... Aufkleber mit einer Nummer in einer verhältnismäßig riesigen (für den Zweck) Verpackung, mit dem ich mir mein Office bspw. freischalten darf. Warum soll ich denn nciht auch diesen weiterverkaufen können? Wenn ich das Office vorher deaktiviere/deinstalliere sollte doch alles in Butter sein?!

    Blöde Bürokraten überall!

  3. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: D-G 06.03.12 - 23:23

    hmjam schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich finde, die Lösung liegt auf der Hand: Software als Sache betrachten und
    > somit auch das Geschäftsmodell aufzubauen und die ganze Vermarktung daran
    > anpassen.

    Als was wäre dann z.B. bei Software Sachbeschädigung zu definieren? Macht keinen rechten Sinn, Software als Sache zu betrachten, wenn die Kategorien des deutschen Rechts nicht greifen wollen.

  4. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: D-G 06.03.12 - 23:27

    Es gäbe ja ein probates Mittel: Hardware-Dongles. :-) Schon wird eine Sache daraus.

  5. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: hmjam 06.03.12 - 23:28

    Sachbeschädigung geht dann eben nicht mit Software - mit Watte kannste auch keine Fensterscheibe einschlagen.

  6. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: Shismar 07.03.12 - 05:15

    Hier wäre auch nicht die Software an sich die Sache, sondern die Nutzungslizenz. Eine Diskussion über die (nicht)-Dinglichkeit Geistigen Eigentums erübrigt sich damit.

    Dafür, dass solche Lizenzen handelbar sein können gibt es genug Beispiele. Eigentums- und Nutzungsrechte werden auf vielfältige Weise gehandelt. Beispiele wären z,B. CO2 Zertifikate oder auch alle medialen Verwertungsrechte. Auch beim Wiederverkauf einer CD handelt es sich um ein übertragenes Nutzungsrecht.

    Ob das EuGH dieser Rechtsauffassung folgt ist aber fraglich. Orakel hat da doch eine ganz andere Lobbymacht am Start als ein kleiner Software-Resale Krauter.

    Helfen würde eine gründliche Überarbeitung des Urheber- und Lizenzrechts für Software. So vorzugsweise, dass die Lizenz frei gehandelt werden kann. Restgarantien und Support sind natürlich ebenfalls übertragbar, da Teil der Lizenz. Klar, dass das Orakel und vielen anderen Herstellern nicht gefällt. Das ist aber nicht der Maßstab, sondern ein kundenfreundliches, wettbewerbsfreundliches Lizenrecht.

    Aber erst mal schauen, was das EuHG daraus macht. Vielleicht wacht auch mal ein Software-Laden auf und erkennt, das eine handelbare Lizenz wertvoller ist als eine nicht-handelbare.

  7. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: D-G 07.03.12 - 08:19

    Jede Sache kann beschädigt werden. Weil sie körperlich ist. Die Kategorien des BGB taugen nicht für Software.

  8. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: D-G 07.03.12 - 08:33

    Solange die Lizenz nicht körperlich ist, ist auch sie keine Sache. Dann sind wir wieder bei holografischen, eindeutigen Aufklebern. Aber auch das wird den Firmen nicht recht gefallen, weil ja die Software bei Weiterverkauf von bösen Menschen auf dem eigenen Rechner zurückgehalten werden kann. Am Ende landen wir dann folgerichtig bei Lizenzservern und Aktivierungszwang für alles. Noch besser: Software, die man nicht mehr kaufen, sondern nur noch per Subskriptionsmodell abonnieren kann. Das wäre die perfekte Lösung für die Industrie. Das ganze verbunden mit einem Steam-ähnlichen Client und Onlinezwang, fertig ist die Traumlösung der Industrie.

  9. Genau

    Autor: yeti 07.03.12 - 08:44

    > Noch besser: Software, die man nicht mehr
    > kaufen, sondern nur noch per Subskriptionsmodell abonnieren kann.

    Nur Nutzungsrechte verkaufen.
    - pro Monat
    - pro Jahr
    - zeitlich uneingeschränktes Nutzungsrecht
    Und gebunden an eine natürliche oder juristische Person.

    Dann ist das Problem nach deutschem Recht doch erledigt.

  10. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: hmjam 07.03.12 - 08:48

    Au man!! Es ist eine Sache, da handelbar! Sie wird ja auch verkauft, ergo ist sie weiterverkäuflich - warum sollte sie sonst ein erstes mal verkauft werden dürfen?! Dann würde man quasi einen Riegel nach einer willkürlich gewählten Anzahl von (Zwischen-)Händlern dazwischen schieben. Was soll das bitte?

    Es sollte langsam mal etwas menschlicher Geist auch in die Rechtsauffassung einiger hier einziehen! Das ist Haarspalterei, was Du betreibst!

    PS: mir fällt nun noch etwas ein: selbst der Lizenzschlüssel, der per email ankommt, ist nicht komplett immateriell! Die Elektronen/Photonen im Kable/LWL wedren in einer bestimmten, einem Muster folgenden Art und Weise angeordnet. Somit entspricht die Anordnung derer der Information - ohne Materie ist Information nach bisheriger phys. Auffassung nicht vorhanden. Ergo: nicht immateriell - so, jetzt spalte dieses Haar mal noch kleiner! Selbst Quarks sind noch materiell!

  11. Re: Genau

    Autor: yeti 07.03.12 - 08:51

    Da gab es schon immer brauchbare Lösungen.

    Früher habe ich viel unter VMS gearbeitet.
    Da gab es ein:
    http://h71000.www7.hp.com/doc/82final/4584/4584pro.html

    Die Lizenzen wurde in Punkten auf einem Zertifikat herausgegeben.
    Die Software (CD's) lag überall rum.
    Aber erst, wenn man mit dem License Manager genug Punkte registriert hatte, konnte man die Software auch benutzen.
    Die Punkte konnte man auch transferieren.

    Das führte dann aber auch manchmal zu solchen Problemen,
    dass nur 1 Benutzer am Rechner Compilieren konnte,
    während der andere auf eine freie Lizenz warten musste.

  12. Re: Genau

    Autor: hmjam 07.03.12 - 08:53

    Kein Thema, dann zahl ich aber für ein OS auch keine 5Euros pro Monat und auch nicht für eine blöde DB um seiner selbst willen!

    PS: übrigens, ich zahle für mein OS's und meine DB's schon seit Jahren keinen cent mehr. Selbst meine XP-Lizenz aus urzeit arbeitet von Zeit zu Zeit immernoch in einer VM. Mehr Win brauch ich nicht.

  13. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: ruamzuzler 07.03.12 - 08:59

    D-G schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gäbe ja ein probates Mittel: Hardware-Dongles. :-) Schon wird eine Sache
    > daraus.

    Das ist nicht einmal notwendig.
    Die Nutzung ist ja mit einem Lizenzschlüssel verbunden - wer den besitzt, darf die Software nutzen, basta.
    Wenn mich nicht alles täuscht, hat Adobe sogar einen Mechanismus, mit dem man den Schlüssel auf einem Rechner deaktivieren kann, um die Software auf einem anderen zu aktivieren.

  14. Re: Genau

    Autor: yeti 07.03.12 - 09:03

    hmjam schrieb:
    > PS: übrigens, ich zahle für mein OS's und meine DB's schon seit Jahren
    > keinen cent mehr.
    Ich schon, da ich ein openSUSE Abonnement habe.

    > Selbst meine XP-Lizenz aus urzeit arbeitet von Zeit zu
    > Zeit immernoch in einer VM. Mehr Win brauch ich nicht.
    Dito.
    Das ist auch das einzige Windows, was bei mir noch läuft.

  15. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: hmjam 07.03.12 - 09:05

    Ist in meinen Augen nicht mal notwendig, da man hierzulande immernoch von der Unschuldsvermutung ausgehen darf! Somit hat der, der eingewilligt hat, eine (Alt-)Lizenz zu veräußern und damit auch nicht mehr im Besitz der Lizenz sein dürfte, damit auch den EULAs der SW-Hersteller zugestimmt, in denen geschrieben steht, dass nur derjenige die SW verwenden darf, der auch rechtmäßig einen Lizenzschlüssel innehält. Somit wäre alles geklärt!

  16. Re: Genau

    Autor: hmjam 07.03.12 - 09:07

    opensuse gibt es als abbo? Wusste ich garnicht. Wieder was gelernt.
    Warum machst du das mit dem Abbo? Was hast Du damit für Vorteile? Roling release? Oder Support?

  17. Re: Genau

    Autor: yeti 07.03.12 - 09:12

    hmjam schrieb:
    > opensuse gibt es als abbo? Wusste ich garnicht. Wieder was gelernt.
    > Warum machst du das mit dem Abbo?
    Ja,
    http://www.edv-buchversand.de/suse/url.php?cnt=impressum

    > Was hast Du damit für Vorteile? Roling
    > release? Oder Support?
    Heutzutage ist das evtl. gar nicht mehr notwendig.
    Aber die Installation geht schneller ohne Downloaden zu müssen.
    Ist auch etwas Idealismus mit dabei.

    PS: Früher habe ich jedes Jahr wieder eine
    kommerzielle Qt Entwicklerlizenz gekauft.
    Seit Qt4 ist das ja nun nicht mehr notwendig.

  18. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: Tux0ne 07.03.12 - 09:16

    hmjam schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Au man!! Es ist eine Sache, da handelbar! Sie wird ja auch verkauft, ergo
    > ist sie weiterverkäuflich - warum sollte sie sonst ein erstes mal verkauft
    > werden dürfen?!

    Verbrauchsgüter ftw

  19. Re: Genau

    Autor: hmjam 07.03.12 - 09:19

    okay, aber ich seh da jetzt nicht, was das Abo macht. Zahlst Du also für jede neue Version (12.1, 12.x...) die herauskommt und du als CD/DVD erhältst einen Obulus?

    Ist wirklich etwas Idealistisch, aber völlig in Ordnung und für mich nachvollziehbar - man vermutet hinter diesen Projekten ja auch Menschen, welche mit Herzblut bei der Sache sind und nicht des Geldes wegen dem OS weider Eigenschaften herausoperieren, welches es eigentlich schon besitzt.
    Ich für meinen Teil bin mit Debian (sid) auch sehr zufrieden: da Rolling Release ist quasi nie die Notwendigkeit gegeben, eine CD in der Hand zu haben - allerdings ist ein DSL-Anschluss essentiell. :-/

  20. Re: Software ist keine "Sache"

    Autor: hmjam 07.03.12 - 09:20

    Verbraucht sich die SW? Ist es ein Apfel? Eine Bremsbacke? Ein Bleistift?

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