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Das Ende der Redefreiheit?

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  1. Das Ende der Redefreiheit?

    Autor: /mecki78 13.02.14 - 21:51

    Nehmen wir, an es gäbe die Seite

    http://www.example.com/secrets.html

    und da wird man nach einem Passwort gefragt. Nur Nutzer, die bezahlen, haben so ein Passwort, also eine "Paywall". Wenn jetzt ein Nutzer hier seinen Namen und sein Passwort eingebt, wird er vom Server auf

    http://www.example.com/secrets2.html

    weitergeleitet. Wohlgemerkt, er wird nur dahin weiter geleitet, die Seite "secrets2" selber prüft kein Passwort, d.h. wenn ich direkt diese Seite aufrufe, dann sehe ich auch direkt die Seite, ohne jemals ein Passwort eingeben zu müssen. Damit hätte ich die Paywall umgangen.

    Wenn ich jetzt irgendwo einen Link auf

    http://www.example.com/secrets2.html

    setze, mache ich mich laut diesem Urteil strafbar, weil ich darf eine Seite nicht so verlinken, dass ich eine Paywall dabei umgehe (egal wie schwachsinnig und schlecht implementiert sie auch sein mag).

    Ich darf aber auf

    http://www.example.com/secrets.html

    verlinken, weil dabei umgehe ich ja keine Paywall.

    Habe ich das soweit richtig verstanden? Wenn ja, dann ist dieses Urteil kompletter Schwachsinn und hat gerade unser Recht auf Redefreiheit zu Grabe getragen. Denn natürlich darf ich jemanden eine Mail schicken, in der ich schreibe:

    Gehst du zu
    http://www.example.com/secrets.html
    und fügst dann oben in der Adressezeile zwischen "secrets" und ".html" eine "2" ein und drückst Enter.


    Jemanden zu erklären wie man eine Straftat begeht ist selber keine Straftat! Es gibt kein Gesetz das einem dazu zwingt über derartige Dinge Stillschweigen zu bewahren. Ich kann den ganzen Tag Leuten erzählen, wie man in Wohnungen einbricht und Banken ausraubt. Das ist völlig legal. Man darf es nur nicht tun und man darf niemanden dazu anstiften, aber man darf darüber reden. Auch in der Öffentlichkeit. Auch auf einer Internetseite.

    Und wenn ich so eine Anleitung schreiben darf, dann muss ich aber auch irgendwo

    http://www.example.com/secrets2.html

    schreiben dürfen, weil auch das ist nichts weiter als eine Anleitung. Gut, es ist eine für Browser verständliche Anleitungen, aber es ist dennoch nur eine Anleitung, die besagt "welchen Server man zu kontaktieren und welche Seite man dort zu erfragen hat", mehr ist es nicht.

    Und erst der Nutzer macht durch seinen Mausklick diese Anleitung zu einer Aktion, so wie erst der Nutzer, der mit der Waffe in die Bank stürmt aus meinen Vortrag über Banküberfälle auch wirklich einen Banküberfall macht. Dafür das ein Nutzer meiner Anleitung gefolgt ist, dafür kann ich ja nichts. Ich habe ihn nicht dazu angestiftet. Ich habe nur geschrieben, dass man über folgende URL direkt Zugriff auf <was-auch-immer> hat. Das ist ja keine Aufforderung da jetzt sofort hinzu gehen und sich irgend einen Zugriff zu verschaffen. Wenn ich sage "Man kann auch von einer Brücke springen" ist das ja auch keine Aufforderung im Sinne von "Na los, spring schon".

    /Mecki

  2. Re: Das Ende der Redefreiheit?

    Autor: User_x 14.02.14 - 05:58

    bin mir nicht sicher, aber wenn sec2 ohne hilfsmittel so erreichbar ist, dann nicht. wenn man aber logindaten gemeinsam mit dem link postet oder gar per anweisung übergibt zb. ftp. user@example.com:password/secrets2 wäre es strafbar?

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