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Verwaiste Werke für findige Verwerter
Autor: redwolf_ 10.01.11 - 19:05
>Ein Problem stellen dabei die sogenannten verwaisten Werke dar. Das sind urheberrechtlich geschützte Bücher, deren Rechteinhaber nicht ermittelt werden können. Hier solle die EU so bald wie möglich Regeln schaffen.
Deckt sich alles mit der aktuellen GEMA-Agenda: Verwaiste Werke sollen von Verwertungsgesellschaften relizensiert werden können. Sogar Politiker wurden schon dafür herangezüchtet wie z.B.
>Bernd Neumann (CDU): Vergriffene Werke sind Werke, die durch den Verlag nicht mehr geliefert werden können. Diese zumeist älteren und regelmäßig nicht mehr am Markt nachgefragten Werke machen einen großen Anteil der Bestände von Bibliotheken aus, sind aber als Kulturgut weiterhin von großer Bedeutung. Daher besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an der Digitalisierung und öffentlichen Zugänglichmachung dieser Bestände. Die schon am Verfahren für verwaiste Werke Beteiligten (s. o.) haben sich auch hier auf ein Verfahren verständigt, das für vergriffene Bücher, die vor 1966 veröffentlicht wurden und nicht kommerziell genutzt werden sollen, eine Abwicklung über Verwertungsgesellschaften vorschlägt. Zur effektiven Rechtewahrnehmung durch die Verwertungsgesellschaften sind aber auch hier begleitende gesetzliche Regelungen notwendig.
http://redwolf2222.wordpress.com/2010/11/29/kulturverratsmysterium/ -
Re: Verwaiste Werke für findige Verwerter
Autor: Coffee 10.01.11 - 19:56
> Deckt sich alles mit der aktuellen GEMA-Agenda: Verwaiste Werke
> sollen von Verwertungsgesellschaften relizensiert werden können ...
... so isses. Und es ist wirklich zum Kotzen. Mir kommt es auch so vor, dass es sich hierbei um ein spezifisch deutsches Problem handelt. Geldgeile Parasiten gibt's zwar überall, aber nirgendwo auf der Welt haben sie Politik und Justiz so in der Tasche und stossen auf so wenig Opposition wie hier. Die deutsche Version des Project Gutenberg, ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Projekt_Gutenberg#Verh.C3.A4ltnis_zum_Project_Gutenberg
... eine Perversion des amerikanischen Modells, ist nur eines von vielen Beispielen für diesen Trend. Wie ich es sehe, sind die Möglichkeiten für freie, nicht-kommerzielle, idealistische Projekte in Deutschland wesentlich beschränkter als jenseits des Atlantiks. Projekte wie FSF, EFF, die GPL, Project Gutenberg, freie Radios, Democracy Now! und vieles mehr hätten hier nicht entstehen können, weil Politik und Justiz solchen Projekten feindselig und obrigkeitsstaatlich begegnen und weil das soziale/kulturelle Klima hierzulande schon immer staatsgläubig und freiheitsfeindlich war. -
Re: Verwaiste Werke für findige Verwerter
Autor: zigzag 11.01.11 - 06:20
Das war doch die Prämisse der Alliierten bei der Einführung unserer Staatsstruktur nach WKII.
Dem Volk möglichst wenig Mitspracherecht bei den Entscheidungen über sich zu geben.
Korrektur:
Dem Volk überhaupt kein Mitspracherecht geben - aka Wahlen. -
Re: Verwaiste Werke für findige Verwerter
Autor: redwolf_ 11.01.11 - 10:15
Ziel war es einen Staat zu errichten, der die Gräuel der Vergangenheit ausschließt. Dabei wurde auch der Staat in seinem Handeln behindert. Das dies auf langen weg immer schwierig ist und einem womöglich zersetzenden Prozess der Korruption nach sich zieht wurde einkalkuliert, bzw. konnte nicht auskalkuliert werden. ;)



