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Golems Meinung zur AfD

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  1. Re: Golems Meinung zur AfD

    Autor: Mingfu 16.09.17 - 09:26

    Emulex schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dass es einen Linksruck der Union gegeben hat, wird wohl kaum irgendjemand
    > bestreiten können.
    > Es fehlt also das bürgerlich-konservative in der Parteienlandschaft.
    > Dass das verschwindet, haben sich die Unionswähler sicher nicht ausgesucht,
    > noch nichtmal die Basis.
    > Wer sich das ausgesucht hat ist eine einzige Person und den Lemmingen an
    > ihrer Seite.


    > Die Linkspartei ?
    > Die würde die ganze Welt einladen, bevor sie auch nur einem Inländer
    > hilft...

    Das sind doch sinnfreie Unterstellungen. Niemand hat irgendjemanden eingeladen. Diese Menschen kommen von ganz allein, weil sie in ihrer Heimat keine Perspektive mehr sehen. Das ist übrigens die normalste Sache der Welt. Europa hat derartige Migranten in den vergangenen Jahrhunderten massenhaft produziert. Und selbst seit der Wiedervereinigung haben wir eigentlich das gleiche Bild innerhalb Deutschlands - Massenauswanderung aus den neuen Bundesländern. Hier wird anderen Menschen zum Vorwurf gemacht, was man für sich selbst als Selbstverständlichkeit ansieht.

    Der Migrationsdruck wird in den kommenden Jahrzehnten auch bestehen bleiben. Da diese Menschen nichts zu verlieren haben, können sie auch problemlos alles riskieren. Dort dagegenhalten zu wollen wird deshalb zum Scheitern verurteilt sein.

    > Ja gut, die Alternative ist, dass diejenigen die viel haben halt das Feld
    > denen überlassen, die nichts leisten und sich eine Umgebung suchen in der
    > sie "besser und lieber leben" wollen.
    > Ob das dem Land gut tut, kann sich jeder selbst ausrechnen.


    > Die Abgabenlast in Deutschland ist katastrophal hoch, die Bestrafung von
    > solidem Wirtschaften und sparsamer Lebensweise (= ich hab was zu vererben)
    > ist eine grundsätzliche Frechheit (und nein, ich werde davon nicht
    > profitieren, da das Geld in die Freibeträge passt).

    Nein, die Abgabenlast ist eher zu niedrig, denn der Staat schafft es kaum, seine Aufgaben angemessen zu finanzieren. Nur werden die nötigen Abgaben völlig ungerecht erhoben. Es wird überproportional der Faktor Arbeit und persönliches Einkommen im mittleren Bereich belastet, um den Staat und seine Aufgaben zu finanzieren. Diejenigen, die völlig überproportional von den in diesem Staat geschaffenen Werten profitieren, lässt man dagegen weitgehend ungeschoren, weil das Kapital ein scheues Reh ist, welches man nicht vertreiben darf...



    > Wie gut deine sozialistischen Anwandlungen jemals irgendwann oder irgendwo
    > funktioniert haben, zugunsten der Lebensbedingungen der Menschen, kannst du
    > gerne selber googlen.
    > Ich bitte von jeder Antwort auf diesen Absatz abzusehen, wenn du kein Land
    > oder keine Epoche eines Landes nennen kannst, in denen es unter einer
    > sozialistischen Regierung den Menschen gut ging.

    Ich kann dir auch dutzende kapitalistische Ländern nennen, wo es den Menschen katastrophal schlecht geht. Das hat viel mehr mit Umgebungsbedingungen zu tun und die waren in sozialistischen Ländern nie optimal. Letztlich hat der Sozialismus oftmals in Ländern Einzug gehalten, die unter dem Kapitalismus völlig an die Wand gefahren waren.

    Eigentlich das gleiche Problem wie bei Wahlen: Wann wählt man linke Parteien? Nur, wenn man Angst hat, dass die eigenen Pfründe durch die wirtschaftliche Lage akut gefährdet sind. Wenn der Karren also metertief im Schlamm steckt, dann sollen es linke Parteien richten.

    > Alles eine Frage des Geldes - mit den 50 Milliarden pro Jahr hätte man
    > Deutschland in all diesen Bereichen komplett sanieren können und
    > zukunftsfähig machen können.

    Die Beträge werden immer phantastischer, die man angeblich bei Asylbewerbern einsparen kann...

    Aber nebenbei: Deutschland kann sich weitere 50 Milliarden pro Jahr locker zusätzlich leisten. Bei Außenhandelsbilanzüberschüssen von 250 Milliarden Euro im Jahr besteht noch viel Luft. Denn letztlich ist das nur verschenktes Geld, wenn man stetig Außenhandelsbilanzüberschüsse aufbaut, ohne dass man jemals dafür dann in der Gegenrichtung entsprechend konsumiert. Das führt nur zu erheblichen finanziellen Verwerfungen, wenn man dort beständig Guthaben aufbaut.

    Da sind wir wieder beim Ausgangspunkt: Der Staat muss sich endlich Wege einfallen lassen, das Geld von den wirtschaftlichen Profiteuren abzuschöpfen, um es sinnvoll für die Gesellschaft nutzbar zu machen. Dann können wir uns auch die sinnlose Diskussion über die schwarze Null sparen, die bei dir weiter unten dann auch noch anklingt: Solange ein Land mehr Werte erschafft, als es verbraucht, zeigen knappe Staatsfinanzen nur, dass der Staat zu wenig dieser Wertschöpfung zur Finanzierung seiner Aufgaben heranzieht. Ein Staat, der trotz entsprechender Ausgaben keine Steuern erhebt, würde auch immer hohe Verluste machen - allerdings hat das allein keine Aussagekraft, wenn sich ein Staat derart künstlich arm hält.

    > Versteh mich nicht falsch, ich werde die AfD nicht wählen, sondern wie
    > immer die FDP.

    Der Sympathiebonus dafür ist nur begrenzt groß. ;-)

    > ich interessiere mich vor allem für die Zukunft des Landes und die liegt in
    > Scherben.

    Ein derartiges Gejammer in einem der reichsten Länder der Welt? Wie zynisch muss das auf die überweltigende Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten wirken, die von einem derartigen Wohlstand nur träumen können?

    Ja, dieser materielle Wohlstand wird in Zukunft so nicht zu halten sein. Das hat aber ganz andere Gründe. Denn dieser Wohlstand beruht auf einer extrem unfairen Ressourcenverteilung, bei der ein sehr kleiner Teil der Menschheit nahezu alle Ressourcen für sich allein beansprucht. Diese Ungerechtigkeit wird sich nicht mehr ewig fortsetzen lassen, weil andere ihren Anteil einfordern. Materiell werden wir deshalb erhebliche Einsparungen vornehmen müssen. Und wir werden anderen darüber hinaus einen Ausgleich gewähren müssen, weil wir nicht zulassen dürfen, das sie die gleichen Fehler machen, wie wir. Denn wenn beispielsweise jeder ein CO2-Budget einfordern würde, wie es die Industriestaaten bisher für sich in Anspruch genommen haben, dann endet die Erde ganz schnell in einer Katastrophe.

    DAS sind die Herausforderungen der Zukunft! Und das wird noch viel, viel teurer als die Finanzierung von ein paar Asylbewerbern, die aus dem ärmeren Teil der Menschheit kommen, um hier anzuklopfen und zu sagen, dass sie auch noch da sind.

  2. Re: Golems Meinung zur AfD

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 16.09.17 - 10:27

    horotab schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn ein Moslem einen Anschlag begeht wird sofort von allen Seiten darauf
    > aufmerksam gemacht, dass nicht alle Moslems Mörder und Terroristen sind.
    > Das ist auch gut so und stimmt ja auch.
    > Auf der anderen Seite ist es offenbar total unproblematisch alle aus der
    > AfD in einen Topf zu werfen.

    Der Knackpunkt ist: Wenn Islamisten Anschläge begehen, distanzieren sich einzelne Muslime und Verbände öffentlich von diesen Taten. Während sich männliche Jugendliche mit muslimischen Hintergrund daneben benehmen, sieht man gleichzeitig muslimische Mitbürger friedlich und produktiv ihrem Tagewerk nachgehen.

    Von der AfD bekommt man jedoch ausschließlich rechte Hetze und steinzeitlich-konservativen Dünnpfiff zu hören und zu sehen.
    Ich will nicht unterstellen, dass es keine gemäßigten oder sogar progressive Strömungen in der AfD gibt, doch deren Vertreter sollten gelegentlich mal den Mund aufmachen und sich öffentlich entsprechend positionieren, wenn sie mit dem öffentlichen Bild ihrer Partei nicht konform gehen.

    Daher mein Rat an alle derzeit hypothetischen AfD-Parteimitglieder und -Sympathisanten, die nicht mit dem derzeitigen AfD-Archetyp in einen Topf geworfen werden wollen: Schaut über den Rand des Topfes und sagt, dass ihr da nicht mitkochen wollt. Ansonsten geschieht es euch nämlich ganz recht, wenn ihr erst mitgegart und schließlich ausgeschüttet werdet, weil ja irgendwann doch jeder merkt, wie versalzen die Suppe insgesamt ist - egal, ob auch brauchbare Zutaten drin gewesen wären.

  3. Re: Golems Meinung zur AfD

    Autor: Oktavian 16.09.17 - 11:35

    Okay, übertragen wir mal Dein Bild korrekt.

    > Der Knackpunkt ist: Wenn Islamisten Anschläge begehen, distanzieren sich
    > einzelne Muslime und Verbände öffentlich von diesen Taten. Während sich
    > männliche Jugendliche mit muslimischen Hintergrund daneben benehmen, sieht
    > man gleichzeitig muslimische Mitbürger friedlich und produktiv ihrem
    > Tagewerk nachgehen.

    Es gibt wohl eine ganze Menge Bürger, die am Wahltag AfD wählen werden, und trotzdem jeden Tag friedlich und produktiv ihrem Tagwerk nachgehen.

    Eine deutliche Distanzierung der islamischen Führung, der Imame und der Vorsitzenden der islamischen Verbände von jeglicher Form religiös motivierter Gewalt ist meines Wissens noch ausstehend. Eine Möglichkeit, dies eindrucksvoll zu demonstrieren wurde ebenso eindrucksvoll ausgeschlagen. Auf der Demonstration waren kaum Muslime anwesend.

    Auch Umfragen unter Muslimen zeigen immer wieder, dass etwa die Hälfte religiöse Gebote über staatliche Gesetze stellt. Doch das ist genau der Nährboden, auf dem Gewalt immer wieder wächst.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article156269271/Islam-Gebote-stehen-ueber-dem-Gesetz-findet-fast-die-Haelfte.html

    > Ich will nicht unterstellen, dass es keine gemäßigten oder sogar
    > progressive Strömungen in der AfD gibt, doch deren Vertreter sollten
    > gelegentlich mal den Mund aufmachen und sich öffentlich entsprechend
    > positionieren, wenn sie mit dem öffentlichen Bild ihrer Partei nicht
    > konform gehen.

    Natürlich gibt es die auch im Islam, ich erinnere an die kürzlich in Berlin eröffnete liberale Mosche. Die Morddrohungen gegen Gemeindeführer und die Besucher häufen sich, und die religiöse Führung der Islamverbände hält es wiederum nicht für nötig, sich von jeder Form von Androhung von Gewalt eindeutig zu distanzieren.

    Die Gründerin der Moschee steht inzwischen unter Polizeischutz

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/gruenderin-der-liberale-moschee-in-berlin-moabit-ich-traue-mich-nicht-mehr-allein-aus-dem-haus/20018454.html

    > Daher mein Rat an alle derzeit hypothetischen AfD-Parteimitglieder und
    > -Sympathisanten, die nicht mit dem derzeitigen AfD-Archetyp in einen Topf
    > geworfen werden wollen: Schaut über den Rand des Topfes und sagt, dass ihr
    > da nicht mitkochen wollt.

    Den Rat kann ich leider guten Gewissens Personen islamischen Glaubens nicht geben, da sie sich damit der Gefahr aussetzen, von ihren Brüder diskriminiert, verletzt oder getötet zu werden. Alles im Namen des Allmächtigen natürlich. Und im Namen der Ehre. Gewalt ist halt in diesem Teil der Gesellschaft ein beliebtes Mittel, Probleme zu lösen.

    > Ansonsten geschieht es euch nämlich ganz recht,
    > wenn ihr erst mitgegart und schließlich ausgeschüttet werdet, weil ja
    > irgendwann doch jeder merkt, wie versalzen die Suppe insgesamt ist - egal,
    > ob auch brauchbare Zutaten drin gewesen wären.

    Das wiederum kann ich jedem islamischen Glaubens weitergeben.

  4. Re: Golems Meinung zur AfD

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 16.09.17 - 13:34

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt wohl eine ganze Menge Bürger, die am Wahltag
    > AfD wählen werden, und trotzdem jeden Tag friedlich
    > und produktiv ihrem Tagwerk nachgehen.

    Der Kollege, der neben mir arbeitet, ist nicht als AfD-Wähler zu erkennen, bis er sich als solcher zu erkennen gibt. Und ich warte noch darauf, dass sich jemand als AfD-Wähler zu erkennen gibt, ohne sich durch die im selben Atemzug getätigten Äußerungen menschlich und intellektuell zu disqualifizieren.

    Der muslimische Kollege, der neben mir arbeitet, ist im Regelfall als Muslim zu erkennen und spätestens dann, wenn er sich als solcher zu erkennen gibt. Und da gibt es genug, die ihren Glauben - als Parallele zum ideologischen Gerüst der AfD betrachtet - recht entspannt leben, was sie von Islamisten unterscheidbar macht.

    Den Teil der AfD-Parteimitglieder, -Wähler und Sympathisanten, die nicht Schuld am schlechten Ruf der Partei sind und womöglich sogar darunter leidet, wohin sich das Ganze entwickelt hat, würde ich zu gerne einmal kennenlernen. Bisher ist die Existenz dieser Leute aber nur immer wieder mal behauptet, während sie in freier Wildbahn irgendwie nicht anzutreffen sind. Sind die eventuell alle im Gewölbe unter der Parteizentrale eingekerkert, damit sie die Reinheit der Alternative nicht gefährden?

    > Eine deutliche Distanzierung der islamischen
    > Führung, der Imame und der Vorsitzenden der
    > islamischen Verbände von jeglicher Form religiös
    > motivierter Gewalt ist meines Wissens noch
    > ausstehend.

    Dass du jedoch noch nie mitbekommen hast, wie sich muslimische Verbände offiziell distanzieren, glaube ich dir nicht. Da der Islam jedoch keine zentrale Führung hat, wirst du da auch keine grundsätzliche, allseits abgestimmte und verbindliche Erklärung erhalten. Fairerweise erwarte ich daher natürlich auch keine entsprechende Erklärung der AfD als Ganzes; mir würde es schon genügen, wenn sich der eine oder andere Ortsverein oder wenigstens einzelne bekennende AfD-Sympathisanten diesbezüglich positionieren würden.

    Übrigens wäre eine ausufernde Distanzierung zu islamistischer Gewalt durch nicht islamistische Muslime auch etwas absurd, da die meisten Opfer islamistischer Gewalt ohnehin Muslime sind. Wenn du als friedlicher Fußball-Fan von Hooligangs regelmäßig was auf den Nüschel bekämst, würde von dir doch auch niemand erwarten, du dich von Gewalt im Sport distanzierst, nicht wahr?

    > Eine Möglichkeit, dies eindrucksvoll zu demonstrieren
    > wurde ebenso eindrucksvoll ausgeschlagen. Auf der
    > Demonstration waren kaum Muslime anwesend.

    Aber es waren welche auf Anti-Terror-Demos anwesend, obwohl sie damit womöglich Angehörige außerhalb der bundesdeutschen Wohlfühlzone gefährden.
    Die Zahl der AfD-Wähler auf Demos gegen Rechts dürfte gegen Null gehen, obwohl sie damit nicht ansatzweise soviel riskieren.

    > Auch Umfragen unter Muslimen zeigen immer wieder,
    > dass etwa die Hälfte religiöse Gebote über staatliche
    > Gesetze stellt.

    Darüber kann man allerdings nur vergleichend diskutieren, nachdem ein vergleichbare Bekenntnis zum demokratischen Rechtsstaat bei AfD-Wählern abgefragt wurde.

    Wir ignorieren dabei auch, dass es ohnehin wenig Aussagekraft hat, wenn jemand in seinem persönlichen Leben religiöse Gebote über weltliche Gesetze stellt, diese jedoch trotzdem - wenn auch ohne innere Begeisterung - befolgt.
    Christlich-Konservative sind mit der aktuellen Gesetzgebung zu Themen wie freie Glaubensausübung, Abtreibung, Homosexualität etc. sicherlich auch nicht einverstanden und veranschlagen die (vermeintlichen) Gebote Gottes höher, aber so lange sie ihren Mißfallen im zulässigen Rahmen oder gar nicht äußern, ist das vertretbar.
    Die AfD hingegen verlässt diesen Rahmen immer wieder mal und ist überdies bestrebt, diesen zu ändern. Das unterscheidet sie doch stark von lediglich konservativen Muslimen und rückt sie vom ideologischen Härtegrad her eher in die die Nähe von Islamisten, von denen wiederum auch nur ein Bruchteil mit Waffengewalt agiert, nicht wahr?

    > Natürlich gibt es die auch im Islam, ich erinnere an
    > die kürzlich in Berlin eröffnete liberale Mosche. Die
    > Morddrohungen gegen Gemeindeführer und die
    > Besucher häufen sich, [...]

    Was möchtest du mir damit sagen? Dass die hypothetischen moderaten AfDler sich lediglich nicht trauen gegen den Strom zu schwimmen, weil sie Repressionen befürchten? Kann natürlich sein, allein mir fehlt der Glaube.

    Der Knackpunkt ist ohnehin: Muslime machen es offenbar trotzdem, einige muslimische Sekten sogar schon seit Jahrhunderten. Der (hypothetische) moderate AfDler hingegen darf sich das nicht trauen, weil er sonst wohl vom Blitz getroffen oder von einem Korrektur-Kommando der Parteiführung besucht wird; je nachdem, was zuerst einschlägt.

    Des langen Postings kurzer Sinn: Der moderate Anteil unter Muslimen ist nachweislich vorhanden und macht anzunehmenderweise sogar den Großteil aus, weil nur ein winziger Bruchteil der 2,2 Milliarden Muslime weltweit in irgend einer Form Probleme verursacht. Der moderate Anteil der AfDler hingegen ist entweder nicht vorhanden oder irrelevant.

  5. Re: Golems Meinung zur AfD

    Autor: cepe 16.09.17 - 15:08

    Der Held vom Erdbeerfeld schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oktavian schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Es gibt wohl eine ganze Menge Bürger, die am Wahltag
    > > AfD wählen werden, und trotzdem jeden Tag friedlich
    > > und produktiv ihrem Tagwerk nachgehen.
    >
    > Der Kollege, der neben mir arbeitet, ist nicht als AfD-Wähler zu erkennen,
    > bis er sich als solcher zu erkennen gibt. Und ich warte noch darauf, dass
    > sich jemand als AfD-Wähler zu erkennen gibt, ohne sich durch die im selben
    > Atemzug getätigten Äußerungen menschlich und intellektuell zu
    > disqualifizieren.

    Also sitzt du gerade wie ein Geier auf der Lauer das jemand was "falsches" sagt um umgehend auf Ihn los zu stürmen? Wobei du nicht der einzige bist.

    > Den Teil der AfD-Parteimitglieder, -Wähler und Sympathisanten, die nicht
    > Schuld am schlechten Ruf der Partei sind und womöglich sogar darunter
    > leidet, wohin sich das Ganze entwickelt hat, würde ich zu gerne einmal
    > kennenlernen. Bisher ist die Existenz dieser Leute aber nur immer wieder
    > mal behauptet, während sie in freier Wildbahn irgendwie nicht anzutreffen
    > sind. Sind die eventuell alle im Gewölbe unter der Parteizentrale
    > eingekerkert, damit sie die Reinheit der Alternative nicht gefährden?

    Du kannst in Deutschland dich nicht mehr offziell zur AfD bekennen ohne dich gleichzeitig sozial und wirtschaftlich zu ächten.
    Die "Hexenjagd" auf AfD Wähler ist schon seit langen in vollem Gange. Gehörst du ja auch dazu.

    > Wenn du als friedlicher
    > Fußball-Fan von Hooligangs regelmäßig was auf den Nüschel bekämst, würde
    > von dir doch auch niemand erwarten, du dich von Gewalt im Sport
    > distanzierst, nicht wahr?

    ?

    > Der moderate Anteil der AfDler
    > hingegen ist entweder nicht vorhanden oder irrelevant.

    Er passt nicht in dein Weltbild.

  6. Re: Golems Meinung zur AfD

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 16.09.17 - 16:12

    cepe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also sitzt du gerade wie ein Geier auf der Lauer das
    > jemand was "falsches" sagt um umgehend auf Ihn los
    > zu stürmen?

    Das ist eine - schonend ausgedrückt - sehr originelle Auslegung meiner Aussage. Manche würden sogar behaupten, du hast genau das Gegenteil von dem verstanden bzw. verstehen wollen (Womit du in gewissen Kreisen auch nicht der Einzige bist ...), was ich recht unmissverständlich geschrieben habe.

    Aber ich will keine Absicht unterstellen, manche Leute haben ja ohne eigenes verschulden tatsächlich Probleme beim verstehenden Lesen. Versuch's einfach noch mal ganz langsam, in Ordnung? Ich helfe dir auch ein bißchen:
    Ich schrieb: "Und ich warte noch darauf, dass sich jemand als AfD-Wähler zu erkennen gibt, ohne sich durch die im selben Atemzug getätigten Äußerungen menschlich und intellektuell zu disqualifizieren."
    -- Kürzer: Ich warte noch darauf, dass sich jemand nicht disqualifiziert.

    Auf das Gegenteil davon muss ich leider nicht lauern, weder wie ein Geier noch sonst irgendwie, denn AfD-Anhänger haben die ermüdende Angewohnheit, mit ihrem Credo herauszuplatzen, ganz gleich ob ich nun darauf warte oder nicht. Gewichtige Anlässe dafür können sein: Sie hören etwas im Radio, lesen etwas in der Zeitung, sehen einen nicht biodeutsch aussehenden Mitbürger vor dem Fenster vorbei gehen, haben einen quer sitzen oder vermuten einfach nur aufgrund meiner äußeren Erscheinung, ich wäre jemand, der tendenziell ihre Ansichten teilen könnte. Überschneidungen möglich.

    > Du kannst in Deutschland dich nicht mehr offziell
    > zur AfD bekennen ohne dich gleichzeitig sozial und
    > wirtschaftlich zu ächten.

    Das könnte daran liegen, dass das "coming out" eines AfDlers häufig, wenn auch nicht ausschließlich damit zu tun hat, Sprüche an der Grenze zur Volksverhetzung abzusetzen (auf welcher Seite der Grenze entscheidet im Zweifelsfall ein Gericht), nicht übereinstimmende Ansichten als Lügen zu klassifizieren und prinzipiell (trotzdem noch) an einem Meinungsaustausch Interessierten - häufig in Meute brüllend - den Mund zu verbieten.
    Das alles schreckt eben doch ein wenig ab, wenn man nicht weiß, dass es im Grunde herzensgute, verfassungstreue und besorgte Bürger sind, die weder rechts sind noch etwas gegen Ausländer haben, aber ...

    > Die "Hexenjagd" auf AfD Wähler ist schon seit
    > langen in vollem Gange. Gehörst du ja auch dazu.

    Also bitte, ich habe als hart arbeitender Familienvater mit mehr Hobbys als Freizeit nun wirklich genug andere Dinge zu tun, als AfD-Wähler zu jagen. Ich wüsste ja auch gar nicht, was ich mit ihnen anfangen sollte, wenn ich sie erst einmal hätte.

    Übrigens: Dafür, dass ihnen das Leben angeblich ach so schwer gemacht wird, ist die Zahl der AfD-Wähler erstaunlich hoch. Daraus könnte man folgern, sie fühlen sich damit wohl. Quasi ein Märtyrer-Biotop.

    > > Der moderate Anteil der AfDler hingegen ist
    > > entweder nicht vorhanden oder irrelevant.
    > Er passt nicht in dein Weltbild.

    Du hast gar keine Vorstellung davon, was alles in mein Weltbild passt. Es müsste nur allmählich mal in selbigem auftauchen, dann könnte ich mir auch überlegen, ob es ein mir genehmer Teil meines Weltbildes ist. Da passt nämlich erst einmal alles rein, was möglich ist und genau das unterscheidet ein offenes, realistisch-pragmatisches Weltbild von einer Meinungsblase.

  7. Re: Golems Meinung zur AfD

    Autor: cepe 16.09.17 - 18:52

    Liest du das eigentlich auch ab und zu mal was du da schreibst?

    Du wirfst den Leuten angehende Volksverhetzung vor, gehst aber mit gutem Beispiel vorran?
    §130 StGB, Absatz 2.

    Wundert mich auch etwas, dass du als "hart arbeitender Familienvater mit mehr Hobbys als Freizeit" trotzdem die Zeit hast solche langen Texte abzufassen.
    Wie hieß es in der Schule damals? Fasse dich kurz :)

    Ich bin kein Freund der AfD. Ist in Bayern auch kein Problem, wir haben da die CSU :)

    Aber ich kann trotzdem diese pauschalisierte Verunglimpfung von 9-10% der Wähler einfach nicht gut heißen. Damit stellt du dich auf die gleiche Stufe wie die Leute, die du so verurteilst.

    Ich wünsche dir trotzdem noch einen schönen Abend. Bin jetzt beim Mexikaner :)

  8. Re: Golems Meinung zur AfD

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 16.09.17 - 19:57

    cepe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Liest du das eigentlich auch ab und zu mal was du da
    > schreibst?

    Natürlich. Und selbst?

    > Du wirfst den Leuten angehende Volksverhetzung vor,
    > gehst aber mit gutem Beispiel vorran?
    > §130 StGB, Absatz 2.

    Welche nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe oder Einzelperson bzw. Teile der Bevölkerung soll ich denn deiner Ansicht nach beschimpft, böswillig verächtlich gemacht und/oder verleumdet haben?

    Ich gebe ja zu, dass das Strafgesetzbuch noch schwerer zu lesen und zu verstehen ist als das, was ich so zusammen tippe, aber sooo schwer zu begreifen ist der §130 StGB nun auch wieder nicht. So soll er speziell in diesem Fall nicht unterbinden, dass jemand Erfahrungsberichte über oder Beobachtungen von Mitgliedern einer politischen Gruppierung wiedergibt, auch wenn diese kein allzu rühmliches Bild dieser Gruppe und/oder einzelner - überdies nicht namentlich bezeichneter oder durch Beschreibung identifizierbarer - Mitglieder zeichnen.

    > Wundert mich auch etwas, dass du als "hart
    > arbeitender Familienvater mit mehr Hobbys als
    > Freizeit" trotzdem die Zeit hast solche langen
    > Texte abzufassen.

    Tja, was soll ich sagen? Es ist mir ein wenig peinlich, aber ... ich bin eben genial und verfasse solche langen und selbstverständlich wohlüberlegten Texte in der selben Zeit, die andere für eine einzige unbedachte Äußerung benötigen. :-P

    > Wie hieß es in der Schule damals? Fasse dich kurz :)

    Aber damit war doch nicht gemeint, dass man den Schulbesuch so kurz fasst, dass man noch nicht einmal alles gelernt hat, was man im späteren Leben ganz gut gebrauchen könnte!

    > Ich bin kein Freund der AfD. Ist in Bayern auch kein
    > Problem, wir haben da die CSU :)

    Die AfD kommt in Bayern dennoch auf genauso viele bzw. wenige Prozente wie andere kleinere Parteien, die in Bayern keinen Fuß in die Tür bekommen. Eine Absage sieht anders aus, das ist mehr ein Zeichen dafür, dass die CSU selbst ganz gut als Auffangbecken für völkisch-konservative und freilich besorgte Bürger funktioniert. Will sagen: Wer an einem der radikaleren Stammtische der CSU sitzt, braucht nicht in die AfD und ist trotzdem grundversorgt.

    > Aber ich kann trotzdem diese pauschalisierte
    > Verunglimpfung von 9-10% der Wähler einfach
    > nicht gut heißen.

    Also bitte, wer die AfD nach allen Entgleisungen der Führungsriege noch für wählbar hält, hat sich selbst moralisch schon so sehr abgeschossen, dass er von außen praktisch nicht mehr verunglimpfbar ist. Selbst für reine Protestwähler gäbe es genug andere Optionen, mit denen man "das Establishment" (sic!) schocken könnte, ohne mit rechtsnationalkonservativen Brandstiftern ins Bett zu steigen.

    > Ich wünsche dir trotzdem noch einen schönen
    > Abend. Bin jetzt beim Mexikaner :)

    Danke, dir ebenso.
    Bei uns gab's übrigens ganz urdeutsch Stulle mit Brot, allerdings ohne Absicht einer politischen Ansage.

    (Die AfD hat übrigens kein Problem mit Mexikanern. Das sind schließlich überwiegend katholische Christen und außerdem hierzulande viel zu wenige, um sie als Sündenböcke zu instrumentalisieren.)

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