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Feudalistische Doppeldenk Partei

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  1. Feudalistische Doppeldenk Partei

    Autor: Planet 31.08.09 - 12:17

    "Arbeit muss sich wieder lohnen" und "Mindestlöhne verhindern/abschaffen" widersprechen sich absolut. So etwas funktioniert nur, wenn man Menschen unterhalb einer gewissen Einkommensgrenze schon gar nicht mehr als relevante Personen ansieht.

  2. Re: Feudalistische Doppeldenk Partei

    Autor: Toreon 31.08.09 - 13:35

    Das würde ich nicht pauschal so sehen, auch wenn du in der Praxis wahscheinlich Recht hast.

    Mindestlohn finde ich eine "vereinfachte Lösung f+ür ein komplexes Problem" und diese sind immer schlecht durchdacht. Jede Lösung, die die positiven und negativen Effekte eines Mindestlohns explizit berücksichtigt, wäre besser.

    Man könnte ein Modell andenken, in dem sich Arbeit auch für Geringverdiener wieder lohnt, zum Beispiel mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für Jeden, das sich bei Beschäftigung erst einmal gar nicht und erst ab bestimmten Staffelbeträgen sukzessive reduziert. Die müsste kombiniert werden mit sehr hohen Grundfreibeträgen pro Person im Haushalt.

    Damit könnte man sicherstellen, dass jede Form von geringer Beschäftigung sich immer lohnt.

    Aber, ob dies mit den bisherigen Regierungsparteien jemals umgesetzt werden könnte...

  3. Re: Feudalistische Doppeldenk Partei

    Autor: Muhaha 31.08.09 - 15:58

    Toreon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Mindestlohn finde ich eine "vereinfachte Lösung f+ür ein komplexes Problem"
    > und diese sind immer schlecht durchdacht. Jede Lösung, die die positiven
    > und negativen Effekte eines Mindestlohns explizit berücksichtigt, wäre
    > besser.

    Mindestlohn-Modelle im Ausland funktionieren eigentlich ganz gut:

    http://repuhan.blog.de/2007/02/08/mindestlohn_im_ausland_kein_problem~1703095/

    Wer also weiterhin davon faselt, wie "schädlich" Mindestlohn sei, der unterscheidet sich in nichts von wildgewordenen Republikanern, die sehr zur Verwunderung der Bürger dieser Staaten, ausländische Gesundheitssysteme wie das schwedische, kanadische oder englische als Ausbund des Teufels diffamieren.

    > Aber, ob dies mit den bisherigen Regierungsparteien jemals umgesetzt werden
    > könnte...

    Solange sich der Wähler regelmäßig Angst einjagen lässt, solange wird ganz grundsätzlich GAR NICHTS passieren.

  4. Re: Feudalistische Doppeldenk Partei

    Autor: Quallen in Berlin 31.08.09 - 17:59

    Bedingungsloses Grundeinkommen halte ich für keine gute Idee. Erstens wird den Arbeitgebern die Verantwortung abgenommen, für die Arbeitnehmer finanziell zu sorgen. Dass sich viele Arbeitgeber bereits jetzt verantwortungslos verhalten, ist leider Realität aber so gibt es wenigstens einen gewissen Druck auf diese Firmen.
    Die Arbeit verliert ihren Wehrt, wenn derjenige, der davon Profitiert nicht auch dafür bezahlen muss. Und zwar einen angemessenen Preis und nicht das X von "Grundeinkommen + X"

    Zweitens nimmt man Arbeitslosigkeit den sozialen Zündstoff. Wenn die Arbeitslosenzahlen steigen, wird zurecht dagegen protestiert - nicht nur von den Arbeitslosen, sondern auch von jenen, die fürchten arbeitslos werden zu können. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, stellt man diese Stimmen allerdings ruhig: "Wieso meckert ihr denn, ihr kriegt doch euer Geld, lebt in Saus und Braus und müsst dafür nicht einmal arbeiten". Menschen die vom Arbeitsmarkt nicht mehr gebraucht werden sind im Grunde "überflüssig", werden aber durch ein Grundeinkommen als stumme, zahnlose Konsumenten erhalten bleiben, denen die moralische Legitimation des Elends zum Aufstand genommen wurde.

    Drittens: Die Einwanderungspolitik erhält einen guten Grund noch restriktiver zu werden. Jeder neue Staatsbürger bedeutet eine Neubelastung von (je nach Ansatz) 1500€ im Monat. Das wird die sowieso schon harte Asylpolitik Deutschlands noch weniger menschlich gestalten. Man wird verstärkt darauf achten, hoch qualifizierte Menschen einzubürgern, was 1. zu einem Mangel eben jener Menschen in den Herkunftsländern bedeutet (schon jetzt arbeiten in England mehr Ärzte aus Ghana als in Ghana selbst) und zweitens noch schlechtere Chancen für weniger qualifizierte Menschen, die versuchen in Deutschland ihr Glück zu machen.



    Liberalität wird meist zu Unrecht als Freiheit übersetzt. Rein etymologisch mag das richtig sein, in der Praxis meint "Liberalität" aber etwas anderes. Ein Beispiel: der Verbot der herkömmlichen Glühbirne wird von der FDP als Freiheitsentzug gesehen: die Freiheit zu entscheiden, wie ich die Umwelt schützen oder Energie sparen will, ob ich das überhaupt will oder drauf scheiße. Mit einer ähnlichen Argumentation müsste man dann aber auch für die Legalisierung von allen Drogen plädieren, denn schließlich sollte es ja jedem selbst überlassen sein, zu entscheiden, wie man mit dem eigenen Körper umgeht.

  5. Re: Feudalistische Doppeldenk Partei

    Autor: Muhaha 31.08.09 - 23:14

    Du weisst schon, dass Mindestlohn und Grundeinkommen ZWEI VOLLKOMMEN VERSCHIEDENE Paar Schuhe sind?

  6. Re: Feudalistische Doppeldenk Partei

    Autor: delcox 01.09.09 - 05:49

    Toreon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das würde ich nicht pauschal so sehen, auch wenn du in der Praxis
    > wahscheinlich Recht hast.
    >
    > Mindestlohn finde ich eine "vereinfachte Lösung f+ür ein komplexes Problem"
    > und diese sind immer schlecht durchdacht. Jede Lösung, die die positiven
    > und negativen Effekte eines Mindestlohns explizit berücksichtigt, wäre
    > besser.
    >
    > Man könnte ein Modell andenken, in dem sich Arbeit auch für Geringverdiener
    > wieder lohnt, zum Beispiel mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für
    > Jeden, das sich bei Beschäftigung erst einmal gar nicht und erst ab
    > bestimmten Staffelbeträgen sukzessive reduziert. Die müsste kombiniert
    > werden mit sehr hohen Grundfreibeträgen pro Person im Haushalt.

    Halte ich für zu kompliziert. Bedingungsloses Grundeinkommen (in einer Höhe von der jeder Leben kann) für jeden und dazu eine einfache hohe Einkommensbesteuerung für alle Einkommen (außer das Grundeinkommen natürlich). Im Endeffekt heißt das jeder kann Leben, wenn er sich was leisten will muß er halt für Einkommen sorgen. Achso auch noch wichtig, keinerlei Steuerrückzahlungen mehr, wenn der Chef halt jemanden beschäftigen will der dann pendeln muß, dann muß er ihm das auch bezahlen und nicht der Staat.

    >
    > Damit könnte man sicherstellen, dass jede Form von geringer Beschäftigung
    > sich immer lohnt.
    >
    > Aber, ob dies mit den bisherigen Regierungsparteien jemals umgesetzt werden
    > könnte...

    Wahrscheinlich leider nicht.

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