1. Foren
  2. Kommentare
  3. Politik/Recht
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Flugzeug: FAA hebt…

Kein unbekanntes Problem

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Kein unbekanntes Problem

    Autor: xUser 19.11.20 - 17:35

    Ein Trim Runaway ist ein so bekanntes Problem, dass es zur Grundausbildung auf jeden Flugzeugtyp gehört und bei fast allen Typen zu den Memory Items gehört, welche aus dem FF ohne Checkliste gekonnt werden müssen.
    Ein Trim Runaway kann durch ein gutes Duzend Systeme verursacht werden und passiert öfter mal. Kein Grund durchzudrehen und das Flugzeug ungespitzt in den Boden zu rammen.
    Außer man ist mit dem Fliegen überfordert und benötigt unbedingt den Autopilot um das Flugzeug in der Luft zu halten. Der geht nämlich nur mit automatischen Trimming.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.11.20 17:37 durch xUser.

  2. Re: Kein unbekanntes Problem

    Autor: hjp 19.11.20 - 20:31

    Das Problem war soweit ich es verstanden habe, dass das MCAS die Trim-Korrekturen des Piloten nach ein paar Sekunden wieder übersteuert hat und die Trimmung auch stärker beeinflussen konnte als der Pilot. Ja, man konnte das abschalten, aber da das nicht geschult wurde (Zusätzliche Schulungen waren ja genau das, was man mittels MCAS vermeiden wollte), wussten die Piloten nicht, wie, bzw. was überhaupt die Ursache des Trim Runaway war. Und soviel Zeit zum Manual-Lesen hat man in dieser Situation nicht. Mancher Pilot wäre vielleicht von selbst auf die richtige Idee gekommen. Mindestens zwei (bzw. vier) sind es nicht.

  3. Re: Kein unbekanntes Problem

    Autor: xUser 19.11.20 - 22:08

    hjp schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > konnte das abschalten, aber da das nicht geschult wurde (Zusätzliche
    > Schulungen waren ja genau das, was man mittels MCAS vermeiden wollte),
    > wussten die Piloten nicht, wie, bzw. was überhaupt die Ursache des Trim
    > Runaway war. Und soviel Zeit zum Manual-Lesen hat man in dieser Situation
    > nicht.

    Du hast nicht verstanden was ich geschrieben habe. Das Abschalten der automatischen Trimmung gehört zu den absoluten Basics in jedem Flugzeug. Das müssen die Piloten ohne Checkliste können, sonst dürfen sie das Model gar nicht fliegen.
    Hier haben 2x2 Piloten bei einer Fehlerbehebung versagt, ohne die sie nie ihre Lizenz hätten haben dürfen.

    Deswegen hatte man bei Boing noch keine großen Skrupel, die Piloten ohne extra Training loszuschicken, weil das Fehlerszenario komplett von der Standardprozedur abgedeckt war. Es gibt mehr als ein duzent Systeme in dem Flieger, welche genau so ein Verhalten zeigen können wie MCAS.

    Leider nimmt das Problem der flugunfähigen Schönwetterpiloten immer mehr zu. Ohne Autopilot sind viele aufgeschmissen.

  4. Re: Kein unbekanntes Problem

    Autor: hjp 20.11.20 - 00:17

    xUser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > hjp schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > konnte das abschalten, aber da das nicht geschult wurde (Zusätzliche
    > > Schulungen waren ja genau das, was man mittels MCAS vermeiden wollte),
    > > wussten die Piloten nicht, wie, bzw. was überhaupt die Ursache des Trim
    > > Runaway war. Und soviel Zeit zum Manual-Lesen hat man in dieser
    > > Situation
    > > nicht.
    >
    > Du hast nicht verstanden was ich geschrieben habe. Das Abschalten der
    > automatischen Trimmung gehört zu den absoluten Basics in jedem Flugzeug.
    > Das müssen die Piloten ohne Checkliste können, sonst dürfen sie das Model
    > gar nicht fliegen.
    > Hier haben 2x2 Piloten bei einer Fehlerbehebung versagt, ohne die sie nie
    > ihre Lizenz hätten haben dürfen.

    Die Crew von ET-302 hat die elektrische Trimmung (entsprechend der Prozedur) abgeschaltet. Aber mit der Hand bringt man in dieser Situation nicht genug Kraft auf, um die Trimmung wieder zu korrigieren (das haben diverse Leute im Simulator probiert). Das war in diesem Fall also kontraproduktiv.

    Es gab m.W. die Möglichkeit, MCAS abzuschalten, ohne die elektrische Trimmung komplett abzuschalten (finde die Quelle gerade nicht, sorry). Das wäre die richtige Reaktion gewesen, aber das muss man halt wissen.

    Warum es Boeing für sinnvoll erachtet hat, die zwei Schalter, mit denen man in älteren 737-Modellen automatische Trimmung und elektrische Trimmung durch den Piloten getrennt abschalten konnte, parallelzuschalten, so dass nur beides abgeschaltet werden konnte, ist natürlich auch noch eine gute Frage. Hmm, davon habe ich in letzter Zeit nichts mehr gelesen - wurde das bei der Gelegenheit gefixt oder ist das immer noch so?

    > Leider nimmt das Problem der flugunfähigen Schönwetterpiloten immer mehr
    > zu. Ohne Autopilot sind viele aufgeschmissen.

    Wenn es so einfach gewesen wäre, den "Schönwetterpiloten" die Schuld in die Schuhe zu schieben, hätte man das gemacht. Da haben ein Haufen Firmen viel Geld verloren.

  5. Re: Kein unbekanntes Problem

    Autor: chefin 20.11.20 - 07:42

    xUser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ein Trim Runaway ist ein so bekanntes Problem, dass es zur Grundausbildung
    > auf jeden Flugzeugtyp gehört und bei fast allen Typen zu den Memory Items
    > gehört, welche aus dem FF ohne Checkliste gekonnt werden müssen.
    > Ein Trim Runaway kann durch ein gutes Duzend Systeme verursacht werden und
    > passiert öfter mal. Kein Grund durchzudrehen und das Flugzeug ungespitzt in
    > den Boden zu rammen.
    > Außer man ist mit dem Fliegen überfordert und benötigt unbedingt den
    > Autopilot um das Flugzeug in der Luft zu halten. Der geht nämlich nur mit
    > automatischen Trimming.


    Absolut korrekt. Das unbekannte Problem dabei war, das sie nicht wussten das es einen Assistenten gibt und man den abschalten muss. Und so wurde alles was sie gemacht haben sofort vom Computer wieder rückgängig gemacht.

    Und ja, Flugzeuge können heute ohne Computerhilfe NICHT mehr per Hand gesteuert werden. Sie werden mit instabiler Fluglage ausgeliefert und dadurch sind sie nur noch per Computer steuerbar. Ein Pilot würde vieleicht 10-15 Minuten voll konzentriert damit klar kommen, aber nicht Stundenlang. Stell dir vor, dein Auto hätte keine Stellung in der die Räder geradeaus fahren. Sondern sie würden ständig versuchen nach links oder rechts zu ziehen. Und du musst bei jeder Bodenwelle, nach jeder kleinen Richtungsänderung wieder den Mittelbereich finden und halten, an dem sich das wegziehen gegenseitig aufhebt. Falls du den technischen Begriff wisssen willst: negative Spur. Beim Auto wird die Spur so eingestellt das beide Reifen nicht genau auf Null Grad stehen, sondern 1-2grad nach innen ziehen. Das führt dazu das dein Lenkrad sich grad stellen will. Ich habe mal aus Fun ein Auto auf -4Grad Spur gestellt, also 4 Grad nach aussen abdriften. es ist damit unmöglich konstant eine Spur zu halten, man korrigiert permanent und das Lenkrad zerrt ständig in eine Richtung. Jede Bodenwelle verändert sofort die Richtung in die man fährt. Und man muss sofort wieder nachkorrigieren.

    Genauso fliegt sich heute ein Flugzeug. Und damit kann dein Pilot nur kurz klarkommen, in Notsituationen und unter der Prämisse, das sie dann wie ein Schiff auf Wellen permanent hoch und runter wackeln, links und rechts pendeln. Der Computer gleicht das so schnell aus, das wir das nicht merken. Der Pilot muss es erst am Popometer merken um ausgleichn zu können. Und dann merken es auch die Passagiere.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Hornbach-Baumarkt-AG, Bornheim bei Landau / Pfalz
  2. Loy & Hutz Solutions GmbH, Freiburg im Breisgau
  3. THD - Technische Hochschule Deggendorf, Deggendorf
  4. DE-CIX Management GmbH, Frankfurt am Main

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. Inno3D GeForce RTX 3090 Gaming X3 für 1.724€)
  2. (u. a. Xbox Wireless Controller Robot White für 59,99€)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Google vs. Oracle: Das wichtigste Urteil der IT seit Jahrzehnten
Google vs. Oracle
Das wichtigste Urteil der IT seit Jahrzehnten

Der Prozess Google gegen Oracle wird in diesem Jahr enden. Egal welche Seite gewinnt, die Entscheidung wird die IT-Landschaft langfristig prägen.
Eine Analyse von Sebastian Grüner


    Antivirus: Das Jahr der unsicheren Sicherheitssoftware
    Antivirus
    Das Jahr der unsicheren Sicherheitssoftware

    Antivirus-Software soll uns eigentlich schützen, doch das vergangene Jahr hat erneut gezeigt: Statt Schutz gibt es Sicherheitsprobleme frei Haus.
    Von Moritz Tremmel

    1. NortonLifeLock Norton kauft deutschen Antivirenhersteller Avira

    Notebook-Displays: Tschüss 16:9, hallo 16:10!
    Notebook-Displays
    Tschüss 16:9, hallo 16:10!

    Endlich schwenken die Laptop-Hersteller auf Displays mit mehr Pixeln in der Vertikalen um. Das war überfällig - ist aber noch nicht genug.
    Ein IMHO von Marc Sauter

    1. Microsoft LTE-Laptops für Schüler kosten 200 US-Dollar
    2. Galaxy Book Flex2 5G Samsungs Notebook unterstützt S-Pen und 5G
    3. Expertbook B9 (B9400) Ultrabook von Asus nutzt Tiger Lake und Thunderbolt 4

    1. WOCHENRÜCKBLICK: Ausgezogen ins Homeoffice
      WOCHENRÜCKBLICK
      Ausgezogen ins Homeoffice

      Golem.de-Wochenrückblick Trump verlässt das Weiße Haus und wir befolgen die Verordnung des Bundesarbeitsministeriums.
      Hinweis: Die Woche im Video gibt es in den Wochenrückblick-Videos.

    2. CD Projekt Red: Update 1.1 für Cyberpunk 2077 beseitigt Absturzursachen
      CD Projekt Red
      Update 1.1 für Cyberpunk 2077 beseitigt Absturzursachen

      Optimierungen bei der Speicherverwaltung und weniger Abstürze versprechen die Entwickler mit dem Update auf Version 1.1 von Cyberpunk 2077.

    3. BCIX: Vodafone kommt nicht ohne regionales Peering aus
      BCIX
      Vodafone kommt nicht ohne regionales Peering aus

      Vodafone ist mit 100 GBit/s zurück am Peering-Knoten BCIX und feiert dies als Neuerung. Doch erst im August 2020 hatte man das Peering außer Betrieb gesetzt.


    1. 09:07

    2. 01:27

    3. 19:03

    4. 18:03

    5. 17:41

    6. 17:16

    7. 17:00

    8. 16:42