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Die Nachfrage sitzt in den Städten, richtig?

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  1. Die Nachfrage sitzt in den Städten, richtig?

    Autor: j0hnd0e 10.08.19 - 18:13

    Da wo die Telekom konstatiert, dass zu wenige die Glasfaseranschlüsse auch wirklich nutzen, während die Deutsche Glasfaser auf dem Land tatsächlich genug Kunden auf ihrem Netz hat? Selbstverständlich empfehlen Bürgermeister und auch alle anderen vernünftigen Menschen, den Glasfaseranschluss auch dann legen zu lassen, wenn man nicht vorhat, den direkt zu nutzen. Sonst kommt da so ein Quatsch wie "Mehr Breitband für mich" heraus, wo FTTH-Anschlüsse vereinzelt gebaut werden, aber die Gesamtkosten für die wenigen Anschlüsse praktisch die gleichen sind und trotzdem nur eine Verfügbarkeit im Promillebereich geschaffen wird. Die Gesamtkosten sind astronomisch hoch, wenn jeder "nach Bedarf" angeschlossen wird, also ständig einzelne Anschlüsse gebaut werden müssen. Als Gesamtausbau ist FTTH nicht teurer als die alten Anschlüsse. Wenn das nicht mit der Telekom geht, dann wird es ohne sie gehen.

  2. Re: Die Nachfrage sitzt in den Städten, richtig?

    Autor: Paule 10.08.19 - 19:48

    j0hnd0e schrieb:
    ---------------------------------------------------------
    > Die Nachfrage sitzt in den Städten, richtig?
    > Da wo die Telekom konstatiert, dass zu wenige
    > die Glasfaseranschlüsse auch wirklich nutzen,
    > während die Deutsche Glasfaser auf dem Land
    > tatsächlich genug Kunden auf ihrem Netz hat?

    Die Nachfrage danach höhere Preise zu bezahlen für Bandbreiten, die man noch nicht benötigt ist sowohl auf dem Land wie auch in der Stadt ziemlich genau gleich hoch.

    In der Stadt hat man bei einem FTTH Ausbau allerding noch andere Alternativen (DSL/Kabel) über die man ggf. die tatsächlich benötigte Bandbreite halt günstiger bekommt, als den günstigsten (aber schnelleren) FTTH Anschluss.

    Auf dem Land wird FTTH vor allem dort ausgebaut, wo es bisher kein brauchbares (bzw. zu langsames) Breitband gibt. Da beissen die Bürger dann auch in den sauren Apfel der FTTH Preise, weil es für weniger halt nur "nix brauchbares" gibt. Als echte Nachfrage nach FTTH würde ich das bei der Mehrheit der Kunden aber nicht bezeichnen.

  3. Re: Die Nachfrage sitzt in den Städten, richtig?

    Autor: j0hnd0e 10.08.19 - 20:31

    Paule schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Nachfrage danach höhere Preise zu bezahlen für Bandbreiten, die man
    > noch nicht benötigt ist sowohl auf dem Land wie auch in der Stadt ziemlich
    > genau gleich hoch.

    Die Vorstellung, dass man FTTH nach Bedarf oder Nachfrage ausbauen sollte, hat sich der Autor des Artikels ausgedacht, nicht ich. Er impliziert damit auch, dass diese Nachfrage nicht dort ist, wo jetzt gefördert FTTH gebaut wird. Das passiert auf dem Land, weil in den meisten Städten VDSL verfügbar und damit die Aufgreifschwelle überschritten ist. Wenn jetzt also jemand als Kritik an der Förderpraxis fordert, FTTH stattdessen nach Bedarf oder Nachfrage auszubauen, dann meint er entweder gar nicht ausbauen oder nicht in den aktuellen Fördergebieten ausbauen. Ich habe dargelegt, dass das entweder dazu führt, dass in Städten ausgebaut wird, wo die Nutzungsquote noch niedriger ist, oder ein Einzelanschlussbau zu enormen Kosten für sehr wenig Verfügbarkeit führt. Beides ist wirtschaftlicher Unsinn. Für einen bezahlbaren Ausbau müssen möglichst viele mitmachen, also auch die, die den Anschluss jetzt noch nicht brauchen, weil es viel billiger ist, in einem Ablauf ganze Straßen, Ortsteile und Orte anzuschließen, als x mal ein paar Häuser anzuschließen.

    Die Empfehlung der Bürgermeister ist sehr vernünftig. Im übrigen empfehlen die nicht, den Anschluss nicht zu nutzen, sondern sie empfehlen, den Anschluss legen zu lassen, weil man ihn nicht nutzen muss, wenn man ihn noch nicht benötigt. Das ist ein Unterschied.

  4. Deutschland ist träge für Glasfaser

    Autor: solary 11.08.19 - 10:25

    >Für einen bezahlbaren Ausbau müssen möglichst viele mitmachen, also auch die, die den >Anschluss jetzt noch nicht brauchen, weil es viel billiger ist, in einem Ablauf ganze Straßen, >Ortsteile und Orte anzuschließen, als x mal ein paar Häuser anzuschließen.

    Vor 3-4 Jahren wäre es noch denkbar, aber in 1-2 Jahren ausgeschlossen, wenn die Leute 1GB über Kabel oder 250mb über Kupfer buchen können sind die meisten erst mal bedient.
    Zumal dann noch viele Kosten auf den Vermieter zukommt, der Eigentümer wird im Haus mal kurz rumfragen, aber für 1-2 Mieter legt er kein FTTH in den Wohnungen.

    Da müsste Glasfaser schon 10¤ im Monat billiger sein.

    So wie ich es sehe ändern sich bei uns die nächsten 10 Jahre nichts, GF kämpft weiter um ihre 35-40%, die Gemeinde kämpfen gegen S-Vectoring um FTTB in den Häuser zu bekommen
    die Telekom will vielleicht nun doch in FTTB investieren, aber scheidet an die Bevölkerung, denn wer mit 250mbit gesättigt wurde wird träge für Glasfaser.

  5. Re: Deutschland ist träge für Glasfaser

    Autor: j0hnd0e 11.08.19 - 11:23

    solary schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vor 3-4 Jahren wäre es noch denkbar, aber in 1-2 Jahren ausgeschlossen,
    > wenn die Leute 1GB über Kabel oder 250mb über Kupfer buchen können sind die
    > meisten erst mal bedient.

    Ja, alles ganz furchtbar und unabwendbar. Tolle Einstellung. Danke, dass du unter jedem Glasfaserartikel kommentierst, dass das sowieso nichts wird, weil es Supervectoring gibt. Miesmacher gibt's ja in Deutschland sonst nicht genug. Beschwert sich über die Trägheit anderer und ist selbst nur am rumjammern.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 11.08.19 11:25 durch j0hnd0e.

  6. Re: Deutschland ist träge für Glasfaser

    Autor: Faksimile 11.08.19 - 12:54

    Und er doch immer wieder Lügen gestraft wird, denn auch in VDSL, VVDSL oder SVVDSL Auabaugebieten wird immer wieder noch die Vorvermarktungsquote erreicht.

  7. Re: Die Nachfrage sitzt in den Städten, richtig?

    Autor: bombinho 11.08.19 - 19:28

    Paule schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Nachfrage danach höhere Preise zu bezahlen für Bandbreiten, die man
    > noch nicht benötigt ist sowohl auf dem Land wie auch in der Stadt ziemlich
    > genau gleich hoch.

    Das ist relativ richtig, aber du hast ja schon die Alternativlosigkeit erwähnt.
    Allerdings in Anbetracht von zu erwartenden Ausbauzeiten gemessen in Jahrzehnten ist es recht ambitioniert, den Ausbau nach aktuellem Bedarf und dann womöglich noch punktuell zu gestalten.
    Der Anbieter kann eben auf der Glasfaser alle Tarife anbieten. Und wenn der Kunde umzieht, dann könnte er sich in seinem neuen Zuhause den gleichen Tarif wieder gönnen. Ohne Glasfaser oder mit Glasfaser-Kupfer-Mix ist das eben nur unter glücklichen Umständen möglich und welcher Anbieter (der Kunde übrigens ebenso, verdient aber damit nicht notwendigerweise sein Geld) ist schon gerne auf Glück angewiesen?

    > Auf dem Land wird FTTH vor allem dort ausgebaut, wo es bisher kein
    > brauchbares (bzw. zu langsames) Breitband gibt. Da beissen die Bürger dann
    > auch in den sauren Apfel der FTTH Preise, weil es für weniger halt nur "nix
    > brauchbares" gibt. Als echte Nachfrage nach FTTH würde ich das bei der
    > Mehrheit der Kunden aber nicht bezeichnen.

    Also bisher ist bei der Telekom der Glasfasertarif genau so teuer wie der Kupfertarif, man bekommt nur meist noch mehr Upload. Bei der DG ähneln die Preise denen der Telekom recht verblüffend aber man bietet eben keine "Email-Only-Tarife".

    Aber richtig ist, der Kunde will keine Glasfaser sondern einen Anschluss, der X Mbps/Gbps bietet. Und das geht eben bei groesseren Zahlen auf Kupfer generell nicht und darunter nur bei sehr kurzen Anschlusslängen. Und sein Nachbar will viel weniger, das kann man problemlos auf Kupfer oder Glasfaser bereitstellen.

    Deswegen will der Anbieter Glasfaser und nicht notwendigerweise der Kunde. Der Anbieter will die Glasfaser nur am liebsten geschenkt oder noch mit gewinn vergraben, bevor er damit sein Geld verdient. Deswegen muss man eben jammern, dass trotz Milliardengewinnen die Existenz auf dem Spiel steht und das alles eigentlich gar nicht machbar ist und ohne weitere Zuzahlung schon gar nicht innerhalb einer vernünftigen Zeit.

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