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Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

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  1. Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

    Autor: schily 23.10.17 - 19:12

    Wichtig, alle Regeln hätten ab Projektstart gelten müssen, das heißt ab 2004:

    - Alle neuen Spezialanwendungen für die Behörden müssen gegen eine POSIX Schnittstelle entwickelt werden und (falls sie eine GUI beinhalten) eine X11 basierte GUI liefern.

    - Alle neuen Spezialanwendungen müssen mit Quellcode und dem Recht zur Änderung an den Auftraggeber geliefert werden, wie es schon un den 1980ern üblich war. Das bedeutet nicht, daß diese Anwendungen auch OpenSource sein müssen; Quellcode mit Änderungsrecht für die auftaggebende Behörde reicht völlig aus.

    - Bei der Endabnahme müssen alle neuen Spezialanwendungen auf mindestens 2 POSIX Zertifizierten Plattformen funktionsfähig sein. Empfohlen wird Solaris (weil am genauesten POSIX konform) und Apple.

    - Selbst entwickelter Code darf nicht Linux-spezifisch sein und muß auch auf POSIX zertifizierten Plattformen verifiziert worden sein.

    - Datenformate müssen mit UNIX Software auf UNIX mit OSS Software benutzbar sein. Wenn MS ihr Word Format dokumentiert, standardisiert und MS-Word nach UNIX portiert und den Quellcode freigibt, kann natürlich auch MS-Word verwendet werden.

    - Nutzer, die für den Dienstgenbrauch private Makros entwickeln und diese nicht mehr auf UNIX zum Laufen bekommen, werden schriftlich abgemahnt und nach der 2. Abmahnung entlassen.

    - In der Übergangszeit werden virtuelle MS Maschinen über ein Remote Protkokoll auf der UNIX Plattform verwendet solange es noch Fachanwendungen gibt, die nicht direkt auf UNIX laufen.

    Übrigens: Das sind keine neuen Forderungen, sondern lediglich das was die immer noch geltenden Beschaffungsrichtlinien hergeben.

  2. Re: Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

    Autor: nille02 23.10.17 - 19:23

    schily schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > - Nutzer, die für den Dienstgenbrauch private Makros entwickeln und diese
    > nicht mehr auf UNIX zum Laufen bekommen, werden schriftlich abgemahnt und
    > nach der 2. Abmahnung entlassen.

    Das wird dann darauf hinauslaufen, dass keiner mehr Makros benutzt. Das führt dann zu einer geringeren Effektivität.

    Wenn man etwas wie Makros anbietet, sollte es Plattformunabhängig von Anfang an funktionieren.

  3. Re: Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

    Autor: schily 23.10.17 - 19:30

    Soweit ich weiß, hatten die Limuxer konvertierte Makros für die offiziellen MS Makros in München angeboten.

    Ein Problem war aber daß da Einzelne nicht die Verwendung eigener Makros gemeldet hatten und sich dann auch noch beschwert haben.

    Aber die Makros sind nur ein kleiner Teil des Problems. die anderen Punkte sind viel wichtiger.

  4. Re: Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

    Autor: nille02 23.10.17 - 19:56

    Natürlich sind ist es nur ein kleiner Teil, aber den Angestellten mit Entlassung zu drohen, weil sie die Funktionen des Systems nutzen, geht für mich zu weit.

  5. Re: Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

    Autor: matok 23.10.17 - 20:43

    Die Angestellten haben sich den Vorschriften zu fügen, ansonsten sind sie dort einfach fehl am Platze. Wo man mit Wildwuchs hinkommt, sieht man z.B. in München.

  6. Re: Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

    Autor: nille02 23.10.17 - 20:58

    matok schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Angestellten haben sich den Vorschriften zu fügen, ansonsten sind sie
    > dort einfach fehl am Platze. Wo man mit Wildwuchs hinkommt, sieht man z.B.
    > in München.

    Woher soll der Angestellte nun wissen das sein Makro plötzlich auf einer anderen Plattform nicht mehr funktioniert?

    Ich würde einfach keine Makros mehr schreiben bzw. der IT damit auf die nerven gehen bevor ich meine Arbeitsplatz dafür riskiere.

  7. Re: Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

    Autor: +2484 23.10.17 - 21:32

    Die Umstellung hat definitiv Probleme ABER fühlt sich peinlicherweise gut an.

    In dem gaga Babystyle OWA sind nun Telefonbuch, Mail und Kalender im Browser blitzflink und grafisch ansprechend vorhanden. Keine Installation am Client, keine Popupboxen, kein Geschiss.

    Bei aller Demut vor den technischen Höhen, die mit Thunderbird, Oracle Calendar und dem Web-Telefonbuch alle möglich wären: die aktuell aufgesetzte 80% Lösung läuft wie Schmidts Katze und beruhigt erstmal ungemein den Tag.

    So traurig das ist, ich frotzele lieber über diese Mickymauslösung mit Handy-GUI
    aber das Ding ist einfach selbsterklärend. Die Angestellten sind doch deswegen nicht dumm, weil sie sich lieber mit Ihren verschachtelten Fachanwendungen beschäftigen, die sind schon noch kompliziert genug.

    Wenn sowas konsequent weiterverfolgt wird, landet bald noch das ganze Office in einer 80% german cloud, wie wahrheitsnahe auch Technik- und Datenschutzprofis dagegen argumentieren. Was wäre, wenn dann konsequent weiter auf 80% Thin clients hingearbeitet würde. Da hilft auch keine EU Datenschutzrichtlinie. Wenn die Fachanwendungen Web-GUIs und Rechenleistung nutzen, aber lokale Endgeräte von beliebigen Herstellern ohne spezielle Treiberentwicklung gekauft werden könnten.

    Evtl hätte man das tun müssen, damit es nicht scheitert: die Leute erstmal unterschwellig emotional abholen. Es ist nicht mehr die große Angst vor Gates da,
    wer kennt eigentlich aktuell eine böse Fratze von Microsoft?

  8. Re: Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

    Autor: the_doctor 23.10.17 - 23:13

    Am besten nur intern zertifizierte Makros erlauben. Dann hat man schnell den Wildwuchs identifiziert und kann das alles in geordnete Bahnen lenken,

  9. Re: Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

    Autor: +2484 24.10.17 - 01:27

    Das war, ist und bleibt nicht realistisch.
    Es sind 30k Mitarbeiter, die in der Mehrheit für viel weniger Geld als in der freien Wirtschaft und oftmals befristet arbeiten dazu 30k externe MA der Eigenbetriebe. Im öffentl.Dienst wird niemand reich, eher GmbH Management und nicht gerade wenige, die für möglichst lange Anschlussaufträge die internen "schulen","beraten" und "unterstützen". Zwingt sie doch mal alle miteinander zu irgendwas. Ja es gibt noch Beamte und Spassquerulanten aber sie sterben aus und Sesselyoga fällt ziemlich auf bei dem Stellenmangel.

    Befriedigen kann man alle Wünsche nie.
    Aber vorgeschlagene Verbote, Abmahnungen, individuelles Kleinhalten, genausogut Überschätzen und ständig Voraussetzen von globalem Organisationsdenken führt nur zu dem, was keiner will: Misstrauen gegen und Gerüchte über die Technikelite, langer Wartefrust auf Verbesserungen, Dienst nach Vorschrift, verkümmerndes Eigendenken und Angst vor den einfachsten Handgriffen -> alles wird der IT aufgehalst und angelastet, das mit Superdupertools zentral verwaltete Gut wird vor Ort auf der letzten Meile von Subsubunternehmern schlampig gewartet, entweder gar nicht oder bis zum Verschliss genutzt und die Restwerte gehen irgendwann gegen Null. Lange Testreihen in dunklen Kammern und Eigenfeiern bringen's auch nicht, siehe Golems LiMUX Geschichtsabriss.

    Den Makroaufwand haben die MA i.d.R. für den eigenen Arbeitsvorteil betrieben, diese
    Provisorien werden daher meist zum quasi fließenden Standard, weil das selten nur
    einer allein durchzieht und andere motiviert sind mitzumachen. Es wächst, dann geht was schief und wird durch Neues ersetzt. Ich sehe nur technische Gründe, darüber zu schimpfen. Ja es wäre fachlich richtig, die Makros einzufangen, nein auch in jedem Wirtschaftsbetrieb wird vieles so laufengelassen, solange die Rendite stimmt.

    Überspitzt ausgedrückt: Diese Geduld zahlt sich scheinbar auch oft aus, weil Makros Modeerscheinungen sind. LiMUX erscheint mir wie reine Ungeduld, los Supertechnik in einem Zug drüberbügeln und wer den Vorteil nicht gleich erkennt ist sofort doof. Eine Schulung muss reichen.

    Hätte man das tun müssen, auf einen scheidenden OB zu bauen und auf ein freudiges Lauffeuer unter dem letzten Häufchen idealistischer Sachbearbeiter in den kaputtgesparten operativen Verwaltungen zu setzen? Die haben genug eigene Probleme und wollen keine Geschichte schreiben.

    Wir sprechen hier nicht von Planungsstäben und IT Architekten, sondern der Masse täglich überrannter, von oben belehrter, vom Bürger und den Medien getriebener und/oder bereits ausgebrannter Sachbearbeiter. Hätte man Ihre Bastelmakros unobtrusiv verbessern können und mehr beistehenden, unterhaltenden, weniger belehrenden Kontakt mit ihnen pflegen sollen? Nicht gerade macchiavellistischer Ansatz aber Herr Ude musste scheinbar nicht mehr viel überzeugt werden.

  10. Re: Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

    Autor: gfa-g 24.10.17 - 11:49

    > - Alle neuen Spezialanwendungen für die Behörden müssen gegen eine POSIX
    > Schnittstelle entwickelt werden und (falls sie eine GUI beinhalten) eine
    > X11 basierte GUI liefern.
    Qt oder ein anderes OpenSource-Framework als Standard wären deutlich besser. POSIX ist auch nicht platformübergreifend, und X11 schon gar nicht.

    Man hätte eher bei den Anwendungen anfangen sollen, und nicht beim Betriebssystem, so dass man schrittweise migrieren kann.

    Zum Rest des Beitrags: was soll die Fixierung auf POSIX? Das Ziel sollte sein echte Freiheit zu schaffen der auch einen Vorteil bringt. POSIX ist als Basis viel zu minimal um nützlich zu sein für moderne Anwendungen.

  11. Re: Was man hätte tun müssen damit es nicht scheitert

    Autor: schily 24.10.17 - 12:22

    Qt ist non-Standard, X11 gibt es überall.

    POSIX ist der beste verfügbare Standard. Wer glaubt POSIX seit zu minimalistisch, hat den Standard wohl nie gelesen.

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