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  5. › FTTC: Rund 241.000 Haushalte…

Wie geht es weiter?

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  1. Wie geht es weiter?

    Autor: Nogul 21.01.19 - 19:30

    Ich sehe Glasfaser überall und sofort skeptisch und finde die Nutzung der bereits bestehenden Infrastruktur richtig. Dennoch würde ich mir eine Strategie jenseits Vectoring, Supervectoring und G.Fast wünschen.

    Warum nicht eine parallele Ausbau von Kupfer in die Breite und an einzelnen Punkten mit großem Bedarf nicht auch Glasfaser?

    Bei Koax ist der weg bis 1 GBIT/s klar vorgezeichnet mit der Option auf 10 GBIT/s symmetrisch.

    Bei Kupfer bzw. Telekom sehe ich dagegen keine Roadmap?

    An einem Standort wurde Vectoring freigeschaltet. Fritzbox 7590 sagt von 100/40 bleiben 93/35 übrig. Da wird dann wohl nichts mehr kommen wenn man nicht einen dieser riesigen Kästen vor die Haustür stellt aber lohnt sich das für Supervectoring?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.01.19 19:31 durch Nogul.

  2. Re: Wie geht es weiter?

    Autor: senf.dazu 21.01.19 - 20:58

    Der Bedarf für Glasfaser ist selbst für Dörfer vorhanden .. In Niedersachsen hab ich die Nachfragebündelungen der Deutschen Glasfaser mal so ein halbes Jahr lang verfolgt (nachdem die DG bei uns Bündelung gemacht hat) - da gibt's eigentlich nur 2..3 Örtchen bei denen es zwei Anbieter für Glasfaser gab - da knirschte es dann logischerweise. Bei allen anderen Orten waren die 40% aber kein Problem. Soll heißen die Haushalte fragen es nach = Bedarf.

    Und Telekom baut Kupfer nicht weiter aus weil sie ab 2021 bis zu 2 Mio Kunden je Jahr mit Glasfaser ausbauen wollen. Und der Grund dafür ist das der Mitbewerber Deutsche Glasfaser zügig wachsend der Telekom ländliche Orte abjagt - sprich da gibt's dann schlagartig und dauerhaft sinkende TAL wie auch Bitstrom Einnahmen .. und damit nach Koax weiter Haushalte die die Telekom endgültig abschreiben kann ..

    Das Thema ist in meinen Augen gegessen. Offene Fragen gibt's allenfalls einerseits bei Glasfaser in sehr zersiedelten Bereichen - sprich den letzten 10..20% der Bevölkerung die auch heute schon digitale Notstandsgebiete sind - sicher sowohl bei Festnetz als auch bei Mobilfunk. Das sind zwar Kandidaten für Förderung - praktisch ist's aber für die Glasfaseranbieter ihre Investitionen und Buddeltrupps erstmal in die schneller realisierbaren Gebiete zu stecken. Und andererseits bei Koax - denn das kann mit der Zielvorgabe gutes GBit/s durchaus noch mithalten - und dort wird wohl deswegen auf absehbare Zeit weder Telekom noch Dt. Glasfaser FTTH ausbauen.



    6 mal bearbeitet, zuletzt am 21.01.19 21:08 durch senf.dazu.

  3. So geht es weiter

    Autor: McWiesel 21.01.19 - 21:22

    Während in den 90ern bis mittleren 2000ern der Bedarf an Bandbreite tatsächlich exponentiell gestiegen ist, ebbt der Bedarf seit Mitte der 2000ern immer mehr ab.

    Ein jpg-Bild einer Webseite hatte im Jahre 2005 24 KB, im Jahre 2015 ebenfalls 24KB, im Jahre 2025 kann man aufgrund verbesserten Komprimierungsmethoden die Dateigröße sogar auf 12 KB drücken. Größer oder hochauflösender macht man die Bilder eh nicht, da das Zielgerät meist eh ein Handy ist und 200px Auflösung auf 5,5" vollkommen ausreicht.
    Bei Videos sieht es ähnlich aus, waren in den 90ern noch SVCD-Formate grobpixelig mit Joint-Stereo-Ton und eine Serienfolge passte in echt fieser Qualität mit Ach und Krach auf eine CD, könnte man heute problemlos HD-Filme mit 5.1-Ton auf einer CD unterbringen.
    Viel mehr als HD wird auch nicht mehr nötig werden, auch hier sind fiese Handybildschirme, 3mm große Mono-Lautsprecher oder In-Ears das Konsummedium der Masse. Leinwände, Beamer, große Fernseher und teure Soundsysteme, wo man noch gute Qualität richtig sehen würde, werden noch von wenigen und damit nicht marktrelevanten Enthusiasten betrieben, sind aber für die Generation Smartphone leider ein Relikt der 2000er.

    Folglich war 2006 der 50 MBit/s VDSL-Anschluss ausreichend und ist es heute, fast schon 15 Jahre später, immer noch. Selbst die besten, aktuell kommerziell verfügbaren UHD-Streaming-Inhalte, nutzen schlimmstenfalls diesen Anschluss zu 50% aus.
    2030 wird sich das nicht groß ändern, im Fortschrittsverweigerungsland ist 2019 noch nicht mal HDTV, ein Standard von 2003, längst obligatorische Untergrenze, sondern wird immer noch als "Premium TV" mit Aufpreis verkauft, wie große Medienkonzerne wie RTL oder Pro7 es vermarkten. Somit schauen die meisten noch in SD, das direkte digitale Equivalent des PAL-Standard aus den 60ern. 4k? 8k? 16k? Neuland. Vielleicht in Japan oder so.

    Auch der fast letzte Nutzerkreis von Breitband-Anschlüssen, die PC-Gamer, sterben langsam aus. Die meisten zocken gar nicht mehr komplexe Games, sondern patschen auf bunte Bauklötzchen in KByte-großen Smartphone-Games oder boykottieren die bösen DRM-Spieleverkäufer wie Steam & Co. Also wird auch nix mehr groß runtergeladen, die paar wenigen übrigen warten halt ne Nacht.

    Ach ja, VR-Anwendungen ... da braucht man natürlich die großen Leitungen .. schließlich sind die ganzen Brillen ja in den Markt wie eine Bombe eingeschlagen und haben ihn total umgekrempelt, so wie zuvor 3D-Fernseher. 2025 rennt jeder damit rum und macht damit ... genau was?

    Um das zum Ende zu führen: Die 50-250 Mbit/s über Kupfer werden in diesem Land den meisten Leuten noch länger ausreichen als wir leben. Ja, der ein oder andere kauft sich mehr Bandbreite, aber mit der selben Begründung wie sein überteuertes 300PS-Auto: Nicht dass ichs brauche, nur damit ichs habe.



    3 mal bearbeitet, zuletzt am 21.01.19 21:26 durch McWiesel.

  4. Re: So geht es weiter

    Autor: senf.dazu 21.01.19 - 21:26

    Träum weiter - die Videokodierung feiert nur deshalb Erfolge weil's keine vernünftigen Netze gibt ..

  5. Re: Wie geht es weiter?

    Autor: spezi 21.01.19 - 21:31

    senf.dazu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und andererseits bei Koax -
    > denn das kann mit der Zielvorgabe gutes GBit/s durchaus noch mithalten -
    > und dort wird wohl deswegen auf absehbare Zeit weder Telekom noch Dt.
    > Glasfaser FTTH ausbauen.

    Die steigenden FTTH-Ausbauzahlen dieses und nächstes Jahr, und die dann zwei Millionen HH pro Jahr ab 2021 wird die Telekom in erster Linie nicht in ländlichen Regionen erreichen. Gerade in den städtischen Koax-Gebieten wird die Telekom in den nächsten Jahren FTTH bzw. FTTB/g.Fast ausbauen.

  6. Re: So geht es weiter

    Autor: McWiesel 21.01.19 - 21:44

    senf.dazu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Träum weiter - die Videokodierung feiert nur deshalb Erfolge weil's keine
    > vernünftigen Netze gibt ..

    Machen wir weiter... wer bringt die Glasfaserbandbreite überhaupt ans Gerät? Wieviele Leute müssen oder wollen WLAN machen, weils einfach geschickter ist und die Wohnung nicht mit Strippen ruiniert wird? In welcher Mietwohnung wurde CAT-Verkabelung, die auch schon wieder 30 Jahre alt ist, zum Standard? Wo gibt's gar gebäudeintern Glasfaser? Gerade letztens ne überteuerte Schicki-Micki-Bude besichtigt, jeder sinnlose Kram drin, aber ne Datendose zum Fernseher? Oder nen vernünftiges Rangierfeld im Keller, von dem man wenigstens mal mit Datenkabel grundsätzlich in jedes Stockwerk kommt um dort ein AP aufbauen zu können? Nö. Das macht der technikaffine Eigenheimbesitzer, der Rest hat sein Router im Flur und ärgert sich mit paar Mesh-AP's rum.

    Auch beim WLAN erleben wir eine gewisse Stagnation ... sicher werden auf den Routern mittlerweile 1,8GBit/s und Co versprochen - wieviele Clients haben überhaupt genug Antennen und Chips für mehr als 860 Mbit/s Bruttodatenrate? Und welcher Client packt das zuverlässig in Realbedingungen durch ein oder gar zwei Wände? Am Ende kommen wir auch hier trotz aktuellster ac-Wave3-Technik maximal so bei 100 MBit/s Nettodatenrate an. Wow, das klappte irgendwie schon 2009 mit 802.11n. Was ein Fortschritt. Wird schwer mit dem Gbit-Spiele-Stream am Fernseher.

    Aber klar, in 5 Jahren ist das alles anders...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 21.01.19 21:48 durch McWiesel.

  7. Re: Wie geht es weiter?

    Autor: Faksimile 21.01.19 - 22:24

    Und auch dafür gibt es Gegenbeispiele. Z.B. hier:

    https://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/paderborn/22319421_97-Millionen-fuer-die-schnelle-Datenautobahn-im-Kreis-Paderborn.html

    Im Kreis Paderborn wird von der DG viel eigenwirtschaftlich ausgebaut. Ob sie dann auch für den Rest, der gefördert werden soll, den Zuschlag erhält muss sich noch herausstellen. Da heisst es dann abwarten.

  8. Re: So geht es weiter

    Autor: Faksimile 21.01.19 - 22:33

    Henne Ei Problem?

    Der Architekt, der mehr auf Design statt auf Funktionalität setzt, der Elektroplaner, der nicht unbedingt Smart Home und LAN im Sinn hat und der Bauherr, dem die Information und Aufklärung fehlt, was und zu welchen Kosten machbar ist.

    Fast jeder Anwender/Kunde sieht WLAN immer im Router als Standard, dabei ist es eine "integrierte Nachrüstlösung". Aber eine wirklich moderne Ausstattung mit LAN und WLAN-APs wird kaum von den o.g. Planern angesprochen und angeboten.

  9. Re: So geht es weiter

    Autor: gaym0r 21.01.19 - 22:57

    > Aber eine wirklich moderne Ausstattung mit LAN und WLAN-APs wird kaum von den o.g. Planern angesprochen und angeboten.

    Und vielleicht vom Kunden garnicht gewollt... Geh nicht immer von Power-Usern als Durchschnitt aus, bitte.

  10. Re: Wie geht es weiter?

    Autor: My2Cents 22.01.19 - 06:22

    Eine Frage des Preises.
    Für 5 Euro mehr pro Monat würde ich die 100/40 statt der 50/10 nehmen.
    Die 250/40 wäre mir hingegen keine weiteren 5 Euro mehr wert. Bei 500/500 würde ich wieder zuschlagen. Symmetrisches GBit wäre mit 50¤ pro Monat wert (die 50/10 wird auf 30 kommen).

    Keine Frage des wirklichen Bedarfs sondern der Bequemlichkeit, Ist halt ein Unterschied ob das sporadisch auftretende 40GB Steam-Update in 10h, 1h oder 5 Minuten durch ist.

  11. Re: So geht es weiter

    Autor: Faksimile 22.01.19 - 08:48

    Wenn man einem Bauherren, auch demjenigen, der nicht unbedingt IT affin ist, das ganze erklärt, dann wird das meistens auch so umgesetzt. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.

  12. Re: So geht es weiter

    Autor: Nogul 22.01.19 - 09:13

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Während in den 90ern bis mittleren 2000ern der Bedarf an Bandbreite
    > tatsächlich exponentiell gestiegen ist, ebbt der Bedarf seit Mitte der
    > 2000ern immer mehr ab.

    Nach meinen Erfahrungen erfolgt Weiterentwicklung der Nutzung immer stufenweise.

    Mit 9600 BPS MODEMs war eine Anwendung wie Web gar nicht möglich. Erst mit DSL war dafür genug Bandbreite vorhanden.

    Streaming empfand ich als sinnlose Bandbreitenverbrennerei. Einerseits war die Bandbreite knapp und kostbar, andererseits gab es gut funktionierende Möglichkeit Medieninhalte effizient zu verteilen.

    Seit VDSL und Koax streame ich nur noch.

    Ab 1 GBIT/s könnte ich mir vorstellen, dass Steam und Co. Laufwerke bereitstellen. Man könnte Spiele direkt starten ohne Download.

    Dataless Clients mit Anbindung an Clouddiensten wäre kein Notbehelf. Evtl. wäre sogar diskless Client realisierbar.

    Oder etwas anderes woran ich nicht einmal im Traum gedacht hätte.

  13. Re: So geht es weiter

    Autor: Mimimimimi 22.01.19 - 11:43

    McWiesel schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Während in den 90ern bis mittleren 2000ern der Bedarf an Bandbreite
    > tatsächlich exponentiell gestiegen ist, ebbt der Bedarf seit Mitte der
    > 2000ern immer mehr ab.
    Falsch.

    "Cisco zufolge wird in vier Jahren weltweit mehr IP-Traffic über Netzwerke übertragen als in allen bisherigen „Internetjahren“ zusammen. Von 1984 bis 2013 seien insgesamt 1,3 Zettabyte erzeugt worden."

    Den Rest des Geblubbers muss man sich dann wahrscheinlich nicht mehr antun, wenn schon die Grundprämisse dermaßen falsch und wahrscheinlich einfach nur ausgedacht ist.

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