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IT-Expertenmangel selbst geschaffen (IMHO)

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  1. IT-Expertenmangel selbst geschaffen (IMHO)

    Autor: herrderflammen87 07.10.20 - 14:11

    Das Problem der fehlenden IT-Experten ist relativ einfach zu erklären: Auch ich hätte gerne eine Stelle an einer Schule angenommen. Aber wenn man dann die Zahlen des TVÖD mit dem vergleicht was einem der freie Markt selbst bei einem Mittelstandsunternehmen bietet und feststellen muss, dass man auf der Firmenseite mehr als das doppelte im Monat verdient, dann ist die Entscheidung wohl schnell gefallen... Infrastruktur in Schulen ist nunmal nicht alles - auch das Personal muss bezahlt werden.

  2. Deswegen hat der Staat so viele Experten

    Autor: Pecker 07.10.20 - 15:05

    herrderflammen87 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem der fehlenden IT-Experten ist relativ einfach zu erklären: Auch
    > ich hätte gerne eine Stelle an einer Schule angenommen. Aber wenn man dann
    > die Zahlen des TVÖD mit dem vergleicht was einem der freie Markt selbst bei
    > einem Mittelstandsunternehmen bietet und feststellen muss, dass man auf der
    > Firmenseite mehr als das doppelte im Monat verdient, dann ist die
    > Entscheidung wohl schnell gefallen... Infrastruktur in Schulen ist nunmal
    > nicht alles - auch das Personal muss bezahlt werden.

    Das Problem zieht sich durch alle Stellen im Staat. Wirkliche Experten bekommen in der freien Wirtschaft einfach viel mehr, weswegen es die da hinzieht. Bleiben für den Staat noch die Leute übrig, die es in der freien Wirtschaft nicht geschafft haben.

  3. Re: Deswegen hat der Staat so viele Experten

    Autor: mibbio 07.10.20 - 15:18

    Zumindest war mal der Beamtenstatus der solche Arbeitsplätze für den Ein oder Anderen das geringere Einkommen aufgewogen hat. Aber wenn das mittlerweile größtenteils auch nur befristete Anstellungen sind, bleibt eben allein das Einkommen als Faktor.

  4. Re: IT-Expertenmangel selbst geschaffen (IMHO)

    Autor: Gokux 07.10.20 - 15:41

    Andererseits was will ein IT-Experte schon in einer Schule machen? Beantragungsformulare ausfüllen und die neuen staatlich genehmigten Wi-Fi 6 Cisco APs vom herunterfallenden Putz und Schimmel befreien?

  5. Re: IT-Expertenmangel selbst geschaffen (IMHO)

    Autor: Eldark 07.10.20 - 16:13

    Gokux schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Andererseits was will ein IT-Experte schon in einer Schule machen?
    > Beantragungsformulare ausfüllen und die neuen staatlich genehmigten Wi-Fi 6
    > Cisco APs vom herunterfallenden Putz und Schimmel befreien?

    Also bei uns hatten die damals was zu tun.
    Die Prüfungen für Abi und die staatlichen Abschlüsse ist ausgefallen weil wir zu dritt die Schulserver geplättet haben und die externe IT-Fachfirma keine Zugriffe mehr hatte. Auch der Besuch von denen war zum scheitern verurteilt, die konnten sich nicht mehr anmelden... blöd das Windows für eine Benutzer Anmeldung freien Speicherplatz brauch ;)

    Ende vom Lied war das die Prüfungen um 2 Monate verschoben wurden und wir dann knappe 5000¤ (oder waren es noch Mark?) von uns aufteilen durften für die „Instandhaltung“ der IT Abteilung... ich würde gern 5000 bekommen für ein Windows Backup installieren -.-

    Das positive war das wir im Fach programmieren (C/Cpp) eine eins bekommen haben und unserer Lehrer hat uns mehr Freiheiten gegeben.

  6. In einer Schule zu arbeite ist schon cool

    Autor: solary 07.10.20 - 16:15

    Gokux schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Andererseits was will ein IT-Experte schon in einer Schule machen?
    > Beantragungsformulare ausfüllen und die neuen staatlich genehmigten Wi-Fi 6
    > Cisco APs vom herunterfallenden Putz und Schimmel befreien?


    Ich habe mal in einer Schule gearbeitet, das war aber schon länger her,
    ich habe dort die Access Datenbank gepflegt, war Ansprechpartner für alles, wenn ein Lehrer eine Datenbank brauchte, Excel Vorlage, Word Einführung u.s.w
    Wir hatten unsere gesammte Buchhaltung, Stundenplan, Zeignis alles in einer Access Datenbank,
    da wurde ständig was programmiert.

    Habe auch im Imformatik Unterricht ausgeholfen, klar es gibt nicht das Geld was man in einer Firma verdient, aber es hat super viel Spaß gemacht, und das war was zählte.

    Und man wird dort echt als Gott angesehen oder Helfer in der Not.
    So als wenn eine Frau mit ihr Golf liegen bleibt und der ADAC kommt.

    Beantragungsformulare oder Bürokram musste ich nie machen, das hatten wir unsere Sekretären, hätte dafür auch keine Zeit.

    ich hatte aber Privat noch einige Filemaker und Access Kunden, so bin ich immer auf +6000¤ gekommen, aber in der Schule musste ich schon 8h arbeiten, war auch wenig Leerlauf gewesen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 07.10.20 16:18 durch solary.

  7. Re: IT-Expertenmangel selbst geschaffen (IMHO)

    Autor: chefin 07.10.20 - 16:16

    herrderflammen87 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das Problem der fehlenden IT-Experten ist relativ einfach zu erklären: Auch
    > ich hätte gerne eine Stelle an einer Schule angenommen. Aber wenn man dann
    > die Zahlen des TVÖD mit dem vergleicht was einem der freie Markt selbst bei
    > einem Mittelstandsunternehmen bietet und feststellen muss, dass man auf der
    > Firmenseite mehr als das doppelte im Monat verdient, dann ist die
    > Entscheidung wohl schnell gefallen... Infrastruktur in Schulen ist nunmal
    > nicht alles - auch das Personal muss bezahlt werden.

    Also gehts nur ums Geld, nicht um Bildung. Jedenfalls bei dir. Hauptsache die eigene Tasche ist voll. Natürlich muss die Schule mit weniger Geld auskommen. Den sie dürfen ja nicht die Kinder verkaufen, denen sie Wissen andrehen. Ihre Produkte werden ohne Gegenleistung ins Leben entlassen in der Hoffnung das sie später durch guten Verdienst und Steuerzahlungen wieder Geld reinbringen um neue Kinder auszubilden.

    Leider ist das ein unerfüllter Traum. Jeder versucht Steuern zu sparen. Am Ende beisen wir uns also selbst in den Po.

  8. Re: IT-Expertenmangel selbst geschaffen (IMHO)

    Autor: TodesBrote 07.10.20 - 19:17

    Da muss ich an die Schüler zurückdenken (nicht wundern, ist noch nicht so super lange her).
    Wir waren gut ausgerüstet, mehr als 60% der Räume hatten smartboards mit Internetanschluss, dazu 4 Computerräume mit ausreichend Computern für je eine ganze Klasse, mehrere rollbare Koffer mit je 30 Laptops und einem Access Point drin - alles in Allem eigentlich top.
    Doof nur, dass von ungefähr 100 Lehrern nur etwa 5 mit der Technik klargekommen sind und das waren natürlich die Informatiklehrer. Der Rest wusste gerade so wie man am Smartboard was abzeichnet bzw. Es als Tafelersatz benutzt, wenn irgendwas nicht geklappt hat war Ende Gelände.

    Gegen Ende meiner Schulzeit kam dann irgendwann ein neuer Lehrer, er war ungefähr Mitte 50 und hatte einen Doktortitel (in der Mathematik wenn ich mich Recht entsinne). Er hatte erst rund 15 Jahre für Airbus als Entwickler für die Elektronik gearbeitet und danach für SAP in Dubai Geschäfte geleitet.
    Nach seiner Aussage hatte er genug Geld verdient und wollte sich seinen Traum erfüllen, Lehrer zu werden.
    Das wär mit Abstand der Engagierteste und Kompetenzester Lehrer den ich in meiner ganzen Schullaufbahn je erlebt hatte. Er bot seinen Kollegen unentgeltlich Fortbildungen an und war auch für die Schüler immer da wenn Mal irgendetwas nicht richtig lief. Kurz, er war mit Herz und Seele dabei und die Schule konnte sich wirklich glücklich schätzen ihn zu haben.
    Natürlich hielt das einige seiner Kollegen nicht davon ab, weiterhin nichts mit Technik am Hut haben zu wollen und so wurden des öfteren die Smartboards Mal mit einem Folienstift beschrieben - ist ja praktisch wie ein sehr teures Whiteboard - oder aus Frustration wurde auf den Touchscreen geschlagen wenn Mal wieder etwas nicht so lief wie die Lehrkraft sich das in den Kopf gesetzt hatte.
    Ein Trauerspiel.

    Aber ich finde es immernoch sehr "interessant", dass ein Quereinsteiger wesentlich bessere Berufskompetenzen aufwies als diejenigen zu exakt jenem Beruf ausgebildet wurden.

    Deutschland: Brücke gesperrt weil baufällig, Reparatur nicht möglich wegen Denkmalschutz. Ein Hoch auf unsere Vorschriften.

  9. Re: IT-Expertenmangel selbst geschaffen (IMHO)

    Autor: xUser 08.10.20 - 00:07

    TodesBrote schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber ich finde es immernoch sehr "interessant", dass ein Quereinsteiger
    > wesentlich bessere Berufskompetenzen aufwies als diejenigen zu exakt jenem
    > Beruf ausgebildet wurden.

    Das ist doch ziemlich normal. Der gemeine Lehrer hat doch den Mikrokosmus Schule + (verschulte) Uni nie verlassen. Im Grunde sind die meisten Lehrer völlig gesellschaftsfremd. Dazu kommt, dass Lehramtsstudium auch von vielen genutzt wird, welche das Hauptstudium nicht schaffen. Und die guten Lehrer sind irgendwann völlig frustriert, sei es wegen der Eltern, Kollegen, der Kinder der dem x-ten neuen Lehrplan, der nicht sinnvoll umsetzbar ist.

    Man müsste die Verbeamtung stoppen und darauf hinarbeiten, dass die Besten vom Fach unterrichten und nicht die Schlechtesten. z.B. 5 Jahre Oberstufe als Voraussetzung zur Habilitation.

  10. Re: IT-Expertenmangel selbst geschaffen (IMHO)

    Autor: Faksimile 09.10.20 - 22:50

    Aber das sind meistens auch Personen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und nicht total verkopfte Programmierer, die zwar Algorithmen kennen aber von der Praxis so viel Ahnung wie eine Kuh vom Klavierspielen haben.

    Ich sage den IT Leuten was ich haben will, und was ich denke, mit welchen Daten man dieses Ergebnis erzielen könnte. Wie sie dahinkommen und welche Programmierung dafür notwendig ist, ist deren eigenes Problem ... Das muss ich nicht vorgeben.

    Es ist immer beides notwendig. Verständnis für die IT und auch Wissen über die Prozesse und Anwendungen bzw. die reale Welt.

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