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Fine ich Ok

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  1. Fine ich Ok

    Autor: nille02 22.07.16 - 13:51

    Es wird viel zu häufig gegen die GPL verstoßen und wenn sich daran nun einige Bereichern wollen, indem sie gegen die Verletzungen vorgehen, nur weiter so.

  2. Re: Fine ich Ok

    Autor: Mingfu 22.07.16 - 14:32

    Die Frage ist aber, wem damit geholfen ist, außer demjenigen, der das Geld einstreicht. Denn wenn es primär nicht mehr darum geht, dass ein lizenzkonformer Zustand hergestellt wird, sondern im Mittelpunkt steht, wie man das meiste Geld aus der Situation zieht, dann ist der wahrscheinlichste Ausgang des Verfahrens, dass die Ansprüche gegen Geldzahlung fallen gelassen werden. Der Quellcode wird also weiterhin zurückgehalten und die Unternehmen erkaufen sich einfach Stillhalten eines klagewilligen Rechteinhabers.

    Zudem kann es dann schnell in Regionen abgleiten, wie sie aus dem Patentunwesen bereits bekannt sind. Denn damit steigt die Motivation zu Lizenztrollerei, indem versucht wird, auch marginale Lizenzierungsfehler mit möglichst hohen Schadenersatzansprüchen auszunutzen. Das könnte dann der GPL insgesamt schaden, weil dann die Befürchtung steigt, dass man dort durch juristische Fallstricke unwägbare finanzielle Risiken eingeht.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.07.16 14:33 durch Mingfu.

  3. Re: Fine ich Ok

    Autor: nille02 22.07.16 - 14:40

    Wenn die GPL-Verletzung nicht beendet wird, wäre die Firma weiterhin anfällig für weitere Verfahren. Also ist es durch aus ihr eigenes Interesse die GPL einzuhalten.

    Der Punkt ist doch meist der, wenn für den Kläger nichts bei herausspringt, macht er sich nicht die Mühe.

  4. Mehrfachlizenzierung ist das gute Recht des Entwicklers!

    Autor: Vanger 22.07.16 - 14:44

    Genau das zu tun (zurückziehen der Klage gegen Schadenersatz) ist aber das gute Recht eines jeden Entwicklers - und es widerspricht weder rechtlich noch inhaltlich der GPL! Die GPL ist eine nicht-exklusive Lizenz, d.h. eine Mehrfachlizenzierung ist problemlos möglich - und Mehrfachlizenzierung ist bei der GPL auch sehr weit verbreitet. Einerseits existieren Kombinationen die versuchen Probleme bei der Kompatibilität von Lizenzen zu lösen (bspw. GPL v2 und MPL), andererseits auch Kombinationen bei denen es um die kostenpflichtige Verwendung in proprietärer (idR kommerzieller) Software geht (bspw. bei früheren Versionen von Qt).

    Schadenersatz zu verlangen und gegen Zahlung die Klage fallen zu lassen ist nichts anderes als die Erteilung einer kostenpflichtigen Lizenz zur Nutzung des eigenen Werkes in einer proprietären Software. Das verklagte Unternehmen muss sich nur genau überlegen ob es so einen Deal wirklich eingehen möchte - denn sie verstoßen noch immer gegen die Urheberrechte der übrigen Entwickler, sofern sie die Gelegenheit nicht nutzen und die GPL respektieren können auch die übrigen Entwickler klagen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.07.16 14:46 durch Vanger.

  5. Re: Mehrfachlizenzierung ist das gute Recht des Entwicklers!

    Autor: Seitan-Sushi-Fan 22.07.16 - 17:43

    Vanger schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die GPL ist eine nicht-exklusive Lizenz, d.h. eine
    > Mehrfachlizenzierung ist problemlos möglich

    Nicht, wenn der eigene Code ein abgeleitetes Werk von anderem GPL-Code ist.

    > Schadenersatz zu verlangen und gegen Zahlung die Klage fallen zu lassen ist
    > nichts anderes als die Erteilung einer kostenpflichtigen Lizenz zur Nutzung
    > des eigenen Werkes in einer proprietären Software.

    Nö, das Urheberrecht kennt nur kein anderes Verfahren als Schadensersatz.

  6. Re: Mehrfachlizenzierung ist das gute Recht des Entwicklers!

    Autor: Vanger 22.07.16 - 18:18

    > > Die GPL ist eine nicht-exklusive Lizenz, d.h. eine
    > > Mehrfachlizenzierung ist problemlos möglich
    >
    > Nicht, wenn der eigene Code ein abgeleitetes Werk von anderem GPL-Code
    > ist.

    Natürlich, der Kläger kann nur Lizenzen für etwas erteilen wovon er auch Urheber ist. Das ist Voraussetzung. Das kommt auf den Einzelfall an und ich gehe davon aus, dass das entsprechend berücksichtigt wurde.

    Wie bereits erläutert nützt dem Beklagten die vom Kläger erteilte Lizenz aber sowieso wenig - zumindest dann, wenn es ein Projekt ist an dem auch andere Urheber beteiligt sind. Sofern der Beklagte anschließend nicht die GPL achtet kann jeder andere Urheber ebenfalls klagen und das gleiche einfordern.

  7. Re: Mehrfachlizenzierung ist das gute Recht des Entwicklers!

    Autor: Seitan-Sushi-Fan 22.07.16 - 19:09

    Vanger schrieb:
    ------------------------------

    > Natürlich, der Kläger kann nur Lizenzen für etwas erteilen wovon er auch
    > Urheber ist. Das ist Voraussetzung.

    Er ist nicht der alleinige Urheber eines abgeleiteten Werks.

    > Das kommt auf den Einzelfall an und ich
    > gehe davon aus, dass das entsprechend berücksichtigt wurde.

    Es wurde sicher im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten berücksichtigt, aber Copyleft-Lizenzen sind nunmal beim Schaffen der Rahmenbedingungen auch nicht groß berücksichtigt worden (wenn überhaupt).

  8. Re: Mehrfachlizenzierung ist das gute Recht des Entwicklers!

    Autor: Vanger 22.07.16 - 21:29

    > > Natürlich, der Kläger kann nur Lizenzen für etwas erteilen wovon er auch
    > > Urheber ist. Das ist Voraussetzung.
    >
    > Er ist nicht der alleinige Urheber eines abgeleiteten Werks.

    Nein, das ist nicht richtig.

    Schreibst du neuen Code (z.B. ein neues, zusätzliches Feature oder wenn du ein bestehendes Feature neu implementierst) und fügst ihn einem anderen Programm hinzu, bist du alleiniger Urheber dieses Codes. Wer Urheber vom Rest des Programms ist spielt überhaupt keine Rolle. Der Urheber kann den von ihm geschriebenen Code jederzeit heraustrennen und anders lizenzieren. Für die GPL ist ausschließlich die Verteilung zusammen mit dem übrigen Programm relevant, so kannst du bspw. Patches für ein GPL-Programm verbreiten wie du lustig bist.

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