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Vielleicht im Heimatdorf des Autors?

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  1. Vielleicht im Heimatdorf des Autors?

    Autor: Anonymer Nutzer 09.01.17 - 23:04

    Denn sorry, aber ich kenne hier in Bayern nirgendwo solche Landstriche mit Freileitungsmasten, abgesehen von elektrischen Hoch- und Mittelspannungsleitungen. Und auch sonst ist mir sowas persönlich noch nicht unter die Augen gekommen - mag daran liegen, dass es mich außer nach Berlin noch nie nach Ostdeutschland verschlagen hat, kann aber auch daran liegen, dass das generell doch nicht der Normalfall in Deutschland, nicht einmal auf dem Land, ist.

    Ein anderes Beispiel, was seltsamerweise nicht genannt wurde, ist der Aufbau des Kabelnetzes durch die Bundespost. Binnen weniger Jahre wurde halb Westdeutschland aufgegraben, um die Coax-Kabel auch in Kleinstädten und Dörfern schön sauber - und langfristig auch wartungsärmer und weniger für Schäden anfällig - zu verlegen.

    Es gibt keinen Grund, warum das heute nicht möglich sein sollte.

    Und v. a.: die Glasfaser über Land ist doch gar nicht das Problem. Das Problem ist, dass es sich innerorts nicht lohnt, die Glasfaser weiter als bis zum MSAN zu führen und dann weiter über Kupfer. Und zwas einfach, weil der Preispunkt hierzulande so niedrig ist, dass weder die Telekom, noch die BREKOs oder sonst jemand das flächendeckend finanzieren kann. Im Nachbarland Österreich, das als sehr wettewerbsstark im Telkomarkt gilt, kostet ein VDSL100 Anschluss 15 ¤ mehr als bei der Telekom, immer noch 10 ¤ mehr als bei den Resellern (und die Docsis-Thematik ist ein shared medium und langfristig genauso eine Einbahnstraße wie die Kupfer-TAL, auch wenn dort die Preismodelle attraktiver gestrickt sind - auch weil dort schlicht nicht soviel in Infrastruktur investiert werden musste wie beim VDSL Ausbau notwendig war, um dreistellige mbps Bandbreiten im Downstream zu erreichen).

    In der Schweiz kostet schon ein Anschluss mit 50 mbps bei der Swisscom ungefähr 74 ¤ (umgerechnet), in den USA kosten echte Flatrates ohne Data Cap mit 100 mbps auch knapp doppelt soviel, wie VDSL100 von der Telekom.

    Das Problem sind nicht Masten oder sonstige Nebenthemen. Das Problem ist, dass die deutschen Nutzer immer jammern, was sie gerne für Bandbreiten hätten, aber sie sind nicht bereit dafür zu bezahlen. Und das hört nicht bei den 40-45 ¤ für VDSL100 auf. Der meistgebuchte Tarif bei Anschlüssen, die VDSL100 bekommen könnten (nein, nicht zu weit weg vom MSAN - SIE KÖNNEN VOLLE 100 MBPS BEKOMMEN!) ist VDSL50. Dann kommt ADSL16 - und erst an letzter Stelle VDSL100. IM AUSBAUGEBIET mit Vollversorgung.

    Die Deutschen sind solche Pfennigfuchser und wie der Amerikaner sagt: put your money where your mouth is. Immer nur fordern und vom Ausland schwärmen, aber nicht sehen wollen, dass in anderen westlichen Ländern mit vergleichbarem Lebensstandard Breitbandinternet durchgängig teurer als bei uns ist, das geht nicht.

  2. Re: Vielleicht im Heimatdorf des Autors?

    Autor: Allergie 09.01.17 - 23:36

    Na, wenn du das sagst ... 100mbit reichen mir sicher noch 10 jahre.

  3. Re: Vielleicht im Heimatdorf des Autors?

    Autor: Jacky85 10.01.17 - 00:50

    Lügenbold schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Denn sorry, aber ich kenne hier in Bayern nirgendwo solche Landstriche mit
    > Freileitungsmasten, abgesehen von elektrischen Hoch- und
    > Mittelspannungsleitungen.

    Doch! Du musst nur in wirkliche Dörfer <50 Häuser schauen, die etwas weit ab vom Schuß liegen. Beispiele dafür gibts in der Oberpfalz und Oberfrankgen genug.
    Somit liegen selbst im reichen Bayern nicht alle Telefonkabel unterirdisch. Das sagt schon einiges aus!

    > Ein anderes Beispiel, was seltsamerweise nicht genannt wurde, ist der
    > Aufbau des Kabelnetzes durch die Bundespost. Binnen weniger Jahre wurde
    > halb Westdeutschland aufgegraben, um die Coax-Kabel auch in Kleinstädten
    > und Dörfern schön sauber - und langfristig auch wartungsärmer und weniger
    > für Schäden anfällig - zu verlegen.

    Welche Dörfer sind denn schon mit Coax-Kabel angeschlossen?? Kein Kabelnetzbetreiber schließt Dörfer an!
    Und selbst viele Kleinstädte und Märkte wurden eben nicht angeschlossen! Genau aus dem selben Grund. Rentabilität! Woher kommt diese Info?

    Das Thema Schäden und Wartungsaufwand ist vollkommen überschätzt! Bei meinen Eltern im Dorf gibt es Telefonmasten. In gut 20 Jahren ist 1 Mal das Kabel abgetrennt worden. Daran hatten wir aber selbst Schuld. Beim Fällen eines Baums, wurde ein Kabel mitgerissen. Keine noch so starke Windböe kann Masten und Kabel mit derart geringem Querschnitt etwas anhaben. Nur Äste und Bäume sind ggf. ein Thema.

    > Und v. a.: die Glasfaser über Land ist doch gar nicht das Problem.

    Was ist mit den Kosten für den Tiefbau? Die Streckenlänge ist nicht zu unterschätzen!

    > In der Schweiz kostet schon ein Anschluss mit 50 mbps bei der Swisscom
    > ungefähr 74 ¤ (umgerechnet).
    Naja die Schweiz ist ein denkbar schlechtes Beispiel. Die Lebenshaltungskosten sind dort ganz grundsätzlich höher. Was beim Anbieter von den 74¤ für Netzausbau übrig bleibt ist entscheidend.

    Dass die Deutschen auf den Preis schauen ist doch kein Wunder. Durch die vielen Reseller, die übrigens gewollt waren, fielen die Preise. Warum sollte dann ein Kunde für die gleiche Leistung mehr zahlen. Das ist nur logisch. Und mehr als 50 Mbit braucht man momentan nur sehr selten, also spart man sich die Kosten für mehr Bandbreite.

    Wenn aber der Bedarf an hohen Bandbreiten vorhanden ist und es Engpässe im aktuellen Kupfernetz gibt, dann sind auch die Kunden in der Stadt dafür bereit tiefer in die Tasche zu greifen. Auf dem platten Land ist das erst recht der Fall. Dort ärgert man sich schon dermaßen über die Zustände, dass Gemeinden ihr eigenes Netz aufbauen bzw. aufbauen lassen!

    Wenn ich überlege, dass bei meinen Eltern seit 2006 nur DSL 386kbit/s verfügbar ist und sich seither nicht getan hat, dann bin ich sofort für oberirdische Glasfaserkabel.

  4. Re: Vielleicht im Heimatdorf des Autors?

    Autor: Potrimpo 10.01.17 - 02:28

    Lügenbold schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Denn sorry, aber ich kenne hier in Bayern nirgendwo solche Landstriche mit
    > Freileitungsmasten, abgesehen von elektrischen Hoch- und
    > Mittelspannungsleitungen. Und auch sonst ist mir sowas persönlich noch
    > nicht unter die Augen gekommen - mag daran liegen, dass es mich außer nach
    > Berlin noch nie nach Ostdeutschland verschlagen hat, kann aber auch daran
    > liegen, dass das generell doch nicht der Normalfall in Deutschland, nicht
    > einmal auf dem Land, ist.

    Zumindest die Masten schein ja zu stehen, sonst könnten sie nicht umgefahren werden:

    http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/27-Meter-Zaun-und-Telefonmast-abgeraeumt-21-Jaehriger-baut-betrunken-Unfall-id28157067.html
    http://www.innsalzach24.de/bayern/schnee-eis-zahlreiche-unfaelle-rosenheim-traunstein-berchtesgaden-altoetting-muehldorf-7195142.html
    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.bei-aschau-und-gars-unfall-in-untermoedling-frau-maeht-telefonmast-um.90690eba-7fab-461b-8f92-ea5c566f7cf1.html uvm.

  5. Re: Vielleicht im Heimatdorf des Autors?

    Autor: Anonymer Nutzer 10.01.17 - 09:46

    Dass sie mir nie aufgefallen sind heißt ja nicht, dass es sie nicht geben kann. Der Autor malt aber ein Bild, als seien solche Masten im ländlichen Raum in Deutschland regelrecht allgegenwärtig - wäre das so, dann wäre in der Tat nichts einfacher, als da einfach Glasfasern draufzulegen. So ist das aber nicht. Das sind fragmentarische Strecken, es gibt bei uns einfach kein zusammenhängendes Freileitungsnetz für Telko. Mit Sicherheit nicht einmal im Osten.

  6. Re: Vielleicht im Heimatdorf des Autors?

    Autor: Thiesi 20.01.17 - 12:00

    Mal abgesehen davon, dass Berlin nicht in Ostdeutschland liegt, hast du natürlich recht. Ich habe fast zehn Jahre auf dem Land gelebt - und ja, da sind mir Masten für Telefonkabel begegnet. Aber nur da, wo ein einzelnes Haus auf einer Anhöhe oder so stand. Bei meinen zahlreichen Touren durch unzählige Dörfer rund um das, in dem ich lebte, habe ich insgesamt sicher weniger als zehn solcher Masten gesehen.

    Es mag vielleicht irgendwo ländliche Regionen geben, in denen Masten für Telefonkabel üblich sind, aber in ganz Deutschland gibt's die definitiv nicht.

  7. Re: Vielleicht im Heimatdorf des Autors?

    Autor: bombinho 22.01.17 - 16:46

    Thiesi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es mag vielleicht irgendwo ländliche Regionen geben, in denen Masten für
    > Telefonkabel üblich sind, aber in ganz Deutschland gibt's die definitiv
    > nicht.

    Nun, ich wuerde es so formulieren: Es gibt sie, aber sie werden (noch) nicht sinnvoll genutzt.

  8. Re: Vielleicht im Heimatdorf des Autors?

    Autor: bombinho 22.01.17 - 16:49

    Lügenbold schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Deutschen sind solche Pfennigfuchser und wie der Amerikaner sagt: put
    > your money where your mouth is. Immer nur fordern und vom Ausland
    > schwärmen, aber nicht sehen wollen, dass in anderen westlichen Ländern mit
    > vergleichbarem Lebensstandard Breitbandinternet durchgängig teurer als bei
    > uns ist, das geht nicht.

    Ist das auch so, wenn man die Nettoeinkommen als Lebensgrundlage heranzieht?
    Also quasi den Betrag, der monatlich im Portemonaie zur Verfuegung steht.

  9. Re: Vielleicht im Heimatdorf des Autors?

    Autor: Kein Kostverächter 23.01.17 - 13:17

    Thiesi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mal abgesehen davon, dass Berlin nicht in Ostdeutschland liegt, [...]

    Die einzige Sichtweise, die Berlin nicht in Ostdeutschland verortet ist die derjenigen, welche die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie noch immer zum Deutschen Reich zählen...
    In allen anderen Definitionen, die ich kenne, ist Berlin mit eingeschlossen. Für das alte West-Berlin vor der Wende galt noch etwas anderes: Das war der Westpol - in alle Richtungen ging es nach Osten...

    Bis die Tage,

    KK

    ----------------------------------------------------------
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  10. Re: Vielleicht im Heimatdorf des Autors?

    Autor: RxyzrYT 18.01.21 - 16:18

    Dann schau dir gerne die 10Gbit Tarife Salt Fiber an. Da zahlst du vllt. 60 Euro umgerechnet maximal. ;). Ich zahle aktuell 50 Euro mntl. für 400/200 FTTH bei der DG. Wenn in der Schweiz 100 Mbit 74 Euro Kosten würde(Finde ich auf der Swisscom seite nicht), dann kann man es damit rechtfertigen, das der Lohn in der Schweiz höher ist.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 18.01.21 16:21 durch RxyzrYT.

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