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  5. › Glasfaser: Telekom baut ihr Netz…

Das ist doch eine alte Masche

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  1. Das ist doch eine alte Masche

    Autor: /mecki78 11.02.15 - 13:39

    Jahrelang hört man von der Telekom nur, der Ausbau ist zu teuer und lohnt sich nicht. In der Zwischenzeit verkauft die Telekom schön weiter total überteuerte Schmalbandzugänge... solange bis die Stadt/Gemeinde die Nase voll hat und irgend eine andere Firma damit beauftragt das Gebiet endlich mit schnellen, modernen Glasfaser zu vernetzen (dafür gibt es dann sogar Zuschüsse vom Land, vom Bund oder sogar der EU). Aber kaum hat die Firma angefangen die Kabel zu verlegen oder ist damit sogar schon größtenteils fertig, kommt auf einmal die Telekom um die Ecke "Wie jetzt? Ihr verlegt hier Kabel? Warum denn das? Wir hatten doch schon lange (im geheimen) geplant euer Gebiet mit schnellem Internet zu versorgen! Gleich nächste Woche ist Spatenstich".

    Denn das geht ja nicht, dass am Ende alle Kunden davon laufen, weil sie bei der Konkurrenz 10x so schnelles Internet zum halben Preis bekommen. Da würde die Telekom ja quasi ein ganzes Gebiet verlieren, Telekom-freie Zone. Und auf einmal wird blitzartig, in Rekordzeit sozusagen, ein modernes Netz (von nur mittelmäßiger Qualität) auf die Beine gestellt (denn Zukunftssicherheit ist egal, Hauptsache bis gestern fertig). Und dann versucht man den lokalen Anbieter preislich zu unterbieten, in Verruf zu bringen ("...die haben doch keine Ahnung von Netzwerken") oder die Leute davon überzeugen das "Wechseln ja so aufwendig ist, also bleibt doch bei der good, old Telekom, wo ihr schon immer ward". Pech für die Gemeinde bzw. Betreiberfirma wenn sie dann deswegen auf einen Teil der Kosten sitzen bleiben. Hätten sie halt mal gewartet, bis die Telekom sich endlich bequemt.

    Und so läuft das überall ab. Wozu Handeln, wenn kein akuter Bedarf besteht. Solange es keine Alternative gibt würde ein Ausbau ja nur kosten, bringt aber nichts. Wenn aber Konkurrenz entsteht, dann muss man schnell ausbauen, dann ist es auf einmal scheißegal ob das teuer ist oder sich rechnet, weil dann geht es um das überleben. Kunden, die davon laufen, die kommen vielleicht nie wieder. Einmal bei der Konkurrenz, immer bei der Konkurrenz, denn andere Mütter haben auch schöne Töchter, was viele zum ersten mal entdecken, wenn sie sich endlich aufraffen der Telekom den Rücken zu kehren.

    /Mecki



    2 mal bearbeitet, zuletzt am 11.02.15 13:40 durch /mecki78.

  2. Re: Das ist doch eine alte Masche

    Autor: ikhaya 11.02.15 - 13:46

    Dieses geheime Geplane kommt mir bekannt vor.
    Ich hatte hier bis Ende letzten Jahres nichtmal ne Voranzeige in der Magenta VDSL Übersicht , schien also nicht mal geplant.

    Dann hab ich mir gedacht frag mal die kleinen Regionalen, sammel ein paar Unterschriften wenn der Schnee weg ist.
    Plötzlich wie als hätten sie die Gedanken gelesen rentiert es sich jetzt scheinbar doch und es gibt VDSL100 . Gab nicht mal Bauarbeiten die das hätten verraten können.

    Aber wechseln werd ich nicht. Jahrelang hieß es, neee lohnt nicht, zuwenig Kundenpotenzial.

  3. Re: Das ist doch eine alte Masche

    Autor: dieser_post_ist_authentisch 11.02.15 - 14:06

    Du behauptest jetzt nicht wirklich, dass die Telekom deine Gedanken liest.

  4. Re: Das ist doch eine alte Masche

    Autor: Marentis 11.02.15 - 14:10

    [ ] Du kennst Die Bedeutung von "ALS HÄTTE er/sie/es meine Gedanken gelesen".

  5. Re: Das ist doch eine alte Masche

    Autor: Dwalinn 11.02.15 - 15:02

    Das ist wirklich Ungewöhnlich. Bei mir wurde im Sommer gesagt es gibt VDSL100 ab März... mittlerweile wurde bereits gebaut und nun heißt es ab Mai gibt es VDSL50

  6. Re: Das ist doch eine alte Masche

    Autor: spezi 11.02.15 - 18:59

    ikhaya schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Dieses geheime Geplane kommt mir bekannt vor.
    > Ich hatte hier bis Ende letzten Jahres nichtmal ne Voranzeige in der
    > Magenta VDSL Übersicht , schien also nicht mal geplant.

    Welche "Magenta VDSL-Übersicht" meinst Du? Die Karte, oder www.telekom.de/schneller ?

    Die Karte ist notorisch unvollständig. Seit etwa November ist meine Stadt bei www.telekom.de/schneller als VDSL-Ausbaugebiet mit voraussichtlicher Fertigstellung September 2015 vermerkt. Auf der Karte findest Du sie trotzdem noch nicht (ebenso wenig wie viele andere geplante Ausbaugebiete...).


    > Dann hab ich mir gedacht frag mal die kleinen Regionalen, sammel ein paar
    > Unterschriften wenn der Schnee weg ist.
    > Plötzlich wie als hätten sie die Gedanken gelesen rentiert es sich jetzt
    > scheinbar doch und es gibt VDSL100 .

    Nun, der Plan, bis 2016 das VDSL-Netz um Regionen mit 12 Mio Haushalten zu erweitern (geförderter Ausbau noch nicht eingerechnet), wurde Ende 2012 bekannt gegeben. Insofern ist es nicht völlig überraschend, dass die Telekom derzeit zahlreiche Städte ausbaut, und das nicht nur in Städten, in denen die Stadtwerke aktiv sind...

  7. Re: Das ist doch eine alte Masche

    Autor: Youssarian 12.02.15 - 09:45

    /mecki78 schrieb:

    > Jahrelang hört man von der Telekom nur, der Ausbau ist zu teuer und lohnt
    > sich nicht.

    Ein wesentlicher Teil dieser Kalkulation ist es, dass die Anwohner dennoch zum Umsatz der Telekom beitragen und sei es nur über die TAL-Miete.

    > bis die Stadt/Gemeinde [...] eine andere Firma damit beauftragt das Gebiet
    > endlich mit schnellen, modernen Glasfaser zu vernetzen (dafür gibt es
    > dann sogar Zuschüsse vom Land, vom Bund oder sogar der EU).

    Dass eine solche Förderung die Kalkulation ändert, ist Dir aber schon bewusst, oder?

    > Aber kaum hat die Firma angefangen die Kabel zu verlegen oder ist
    > damit sogar schon größtenteils fertig, kommt auf einmal die Telekom
    > um die Ecke

    Natürlich, denn auch der drohende Umsatzverlust durch das alternative Netz ändert die Kalkulation, sodass sich höhere Investitionen rechtfertigen lassen. Über Investitionen wird nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten entschieden, und wenn es volkswirtschaftlich noch so knirscht. Wer das Primat volkswirtschaftlicher Interessen ernsthaft will, muss bereit sein, auf die Segnungen der Privatwirtschaft zu verzichten.

    Den Bambergern kann's nur recht sein: Sie haben künftig die Auswahl. Und die Stadtväter dürften noch einmal nachrechnen, ob eine Kooperation mit der Telekom nicht doch die bessere Wahl wäre.

  8. Re: Das ist doch eine alte Masche

    Autor: /mecki78 12.02.15 - 13:56

    Youssarian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >> bis die Stadt/Gemeinde [...] eine andere Firma damit beauftragt das
    >> Gebiet endlich mit schnellen, modernen Glasfaser zu vernetzen
    >> (dafür gibt es dann sogar Zuschüsse vom Land, vom Bund oder
    >> sogar der EU).
    >
    > Dass eine solche Förderung die Kalkulation ändert, ist Dir aber schon
    > bewusst, oder?

    Dass die Telekom natürlich genau die gleiche Förderung in genau der gleichen Höhe erhalten hätte und diese daher bestimmt Teil der Kalkulation der Telekom gewesen ist, ist Dir aber schon bewusst, oder?

    >> Aber kaum hat die Firma angefangen die Kabel zu verlegen oder
    >> ist damit sogar schon größtenteils fertig, kommt auf einmal die
    >> Telekom um die Ecke
    >
    > Natürlich, denn auch der drohende Umsatzverlust durch das alternative Netz
    > ändert die Kalkulation, sodass sich höhere Investitionen rechtfertigen
    > lassen.

    Nur ist das volkswirtschaftlich Unfug. Statt jetzt die Gemeinden zu vernetzen, die dringend auf Breitband warten, werden nun die Gemeinden vernetzt, die schon Breitband haben oder demnächst haben werden. Dabei muss der Telekom, wenn sie nicht dumm wie ein Stück Brot ist, doch klar sein, dass ihr langfristig überall in Dtl. genau das gleiche Schicksal blüht. Jedes Gebiet, dass die Telekom heute nicht auf Breitband umrüsten will, weil zu teuer, wird irgendwann Breitband bekommen, nur eben dann nicht von der Telekom.

    Und wenn die Telekom es dann aus Angst vor Kundenverlust doch umrüstet, dann ist das immer noch genauso teuer und eine Förderung kriegen sie dann auch nicht mehr, weil die kassiert der andere schon. So betrachtet ist es auch Betriesbswirtschaftlicher Unfug, weil es der Firma am Ende mehr zahlt als wenn sie gleich ausgebaut und dafür auch noch Fördergelder hätte einstreichen können (und somit natürlich dann auch keinen Kundenverlust gehabt hätte).

    /Mecki

  9. Re: Das ist doch eine alte Masche

    Autor: plutoniumsulfat 12.02.15 - 14:21

    Wenn die Telekom aber parallel ausbaut, kann sie besser für teurere Tarife werben.

  10. Re: Das ist doch eine alte Masche

    Autor: echtwahr 12.02.15 - 15:06

    Evtl. wird auch parallel angefangen zu bauen, weil big T dann noch Förderkohle abfassen kann, so lange noch kein funktionierendes Breitband liegt ...

  11. Re: Das ist doch eine alte Masche

    Autor: spezi 12.02.15 - 16:35

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Dass die Telekom natürlich genau die gleiche Förderung in genau der
    > gleichen Höhe erhalten hätte und diese daher bestimmt Teil der Kalkulation
    > der Telekom gewesen ist, ist Dir aber schon bewusst, oder?

    Das würde für einen Fall gelten, in dem die Telekom an einem Ausbau trotz angebotener Förderung nicht interessiert war, und dann ohne Förderung ausbaut, sobald es jemand anderes macht. Hast Du da Beispiele?

    >
    > >> Aber kaum hat die Firma angefangen die Kabel zu verlegen oder
    > >> ist damit sogar schon größtenteils fertig, kommt auf einmal die
    > >> Telekom um die Ecke
    > >
    > > Natürlich, denn auch der drohende Umsatzverlust durch das alternative
    > Netz
    > > ändert die Kalkulation, sodass sich höhere Investitionen rechtfertigen
    > > lassen.
    >
    > Nur ist das volkswirtschaftlich Unfug. Statt jetzt die Gemeinden zu
    > vernetzen, die dringend auf Breitband warten, werden nun die Gemeinden
    > vernetzt, die schon Breitband haben oder demnächst haben werden. Dabei muss
    > der Telekom, wenn sie nicht dumm wie ein Stück Brot ist, doch klar sein,
    > dass ihr langfristig überall in Dtl. genau das gleiche Schicksal blüht.
    > Jedes Gebiet, dass die Telekom heute nicht auf Breitband umrüsten will,
    > weil zu teuer, wird irgendwann Breitband bekommen, nur eben dann nicht von
    > der Telekom.

    Wieso dann nicht von der Telekom?

    Förderungen werden ausgeschrieben. Die Telekom ist ein sehr fleissiger Teilnehmer an Ausschreibungen. Für Bayern gibt es die Aussage von Höttges, dass die Telekom jeder Gemeinde, die die Breitbandversorgung ausschreibt, ein Angebot machen wird. Für die anderen Teile Deutschlands dürfte es ähnlich sein. Es gibt ja schon Beschwerden von Telekom-Konkurrenten, dass die Telekom zu viele Ausschreibungen gewinnt. Insofern kann ich Deine Aussage nicht nachvollziehen.

    Nur setzt die Telekom derzeit nicht nur auf den geförderten Ausbau auf dem Land, sondern auch auf den nicht-geförderten Ausbau in der Stadt. Ziel ist bekanntermaßen, durch nicht geförderten Ausbau von 2013 bis 2016 zwölf Mio Haushalte zusätzlich per VDSL zu erreichen (dann auch gleich mit Vectoring). Dafür muss man dann eben eine Reihe Städte ausbauen. In Bayern sind das neben Bamberg z.B. auch Coburg, Bayreuth, Schweinfurt, Erlangen, Augsburg, Weiden, Neumarkt, Aschaffenburg, Rosenheim und sicher noch etliche mehr.

    Ich vermute, neben dem Wunsch, der Konkurrenz Paroli zu bieten, geht es dabei auch um den möglichst weitgehenden Aufbau einer einheitlichen technischen Platform und Struktur. Die Telekom will bekanntlich auf ein reines IP-Netz umstellen, und dabei auch die Technik vereinfachen. Grosse Teile des Telekom-Netzes in D sollen dann wohl auf einem Glasfasernetz bis in die Kabelverzweiger basieren, in dem die Anschlüsse dann auf VDSL-IP-Anschlüssen basieren. Auf dem Land, wo normalerweise auch kein Konkurrent rein auf eigene Rechnung aktiv wird, kann man da auf die geförderte Ausschreibung warten. In Städten wie Bamberg & Co muss man halt von sich aus aktiv werden.

  12. Re: Das ist doch eine alte Masche

    Autor: spezi 12.02.15 - 16:38

    echtwahr schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Evtl. wird auch parallel angefangen zu bauen, weil big T dann noch
    > Förderkohle abfassen kann, so lange noch kein funktionierendes Breitband
    > liegt ...

    Dürfte schwer möglich sein. In Bayern wird als einer der ersten Schritte bei einer möglichen Förderung abgefragt, ob irgendein Anbieter für die nächste Zeit schon einen Ausbau im Ausschreibungsgebiet plant. Ist das der Fall, kann ein Ausbau für diesen Bereich nicht mehr gefördert werden. Das dürfte in anderen Bundesländern ähnlich sein.

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