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Ich bin der Erste, der versucht hat GPL Verletzungen vor Gericht zu bringen

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  1. Ich bin der Erste, der versucht hat GPL Verletzungen vor Gericht zu bringen

    Autor: schily 01.03.19 - 15:23

    Ich konnte meinen Wunsch aber nicht durchziehen, da die Beklagten nicht wie es durch Harald Welte passiert ist durch Einstweiligen Verfügungen unter Druck gesetzt werden konnten.

    Im Gegensatz zu dem Fall um den es hier geht, konnte ich aber 2001 gerichtsfest belegen, daß die Verletzer meinen Quellcode in ihr Closed Source Produkt eingebaut hatten, obwohl auch ich nur ein Binary hatte.

    Warum wohl ist dies dem Käger in diesem Fall nicht gelungen?



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.03.19 15:31 durch schily.

  2. Re: Ich bin der Erste, der versucht hat GPL Verletzungen vor Gericht zu bringen

    Autor: Eheran 01.03.19 - 17:51

    Wie konntest du das dann belegen?
    Wie muss ich mir das vorstellen, wenn nur Binary vorhanden ist?

  3. Re: Ich bin der Erste, der versucht hat GPL Verletzungen vor Gericht zu bringen

    Autor: gunterkoenigsmann 01.03.19 - 18:25

    Im Fall von MPlayer hiess ein Codec, den der Programmierer nicht kannte, auch in einem Videorekorder "dunno" oder so. ...und waren dort dieselben Codecs in derselben Reihenfolge in einer Liste.

    .. und in anderen Fällen kann man Software Decompilieren, wenn man viel Aufwand treibt, oder herausfinden, dass mit demselben Compiler compiliert die open-Source-Bibliothek Byte für Byte mit etwas im käuflichen Programm identisch ist. ...oder man findet die Funktions- und Variablennamen noch in den Debugsymbolen.

  4. Re: Ich bin der Erste, der versucht hat GPL Verletzungen vor Gericht zu bringen

    Autor: itse 02.03.19 - 07:11

    gunterkoenigsmann schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im Fall von MPlayer hiess ein Codec, den der Programmierer nicht kannte,
    > auch in einem Videorekorder "dunno" oder so. ...und waren dort dieselben
    > Codecs in derselben Reihenfolge in einer Liste.
    >
    > .. und in anderen Fällen kann man Software Decompilieren, wenn man viel
    > Aufwand treibt, oder herausfinden, dass mit demselben Compiler compiliert
    > die open-Source-Bibliothek Byte für Byte mit etwas im käuflichen Programm
    > identisch ist. ...oder man findet die Funktions- und Variablennamen noch in
    > den Debugsymbolen.

    ist das sog. reverse-engineering nicht illegal? ;) und damit als beweis nicht zugelassen? ^^

    ich denke die richter stecken mit der wallstreet unter einer decke und der kläger hat recht.
    vor paar jahren noch wurde dell (haupteigentümer vmware) von der börse genommen - und nun will man diese kistenschieberfirma erneut an die börse bringen.
    wäre natürlich nicht so toll für die hedgefonds, ihre anteile loszuwerden, wenn da ein michel sich querstellt und die vmware anteile an wert verlieren ...
    aktuell gibts zwischen dem dell vostand und nem hedgefonds/aktienbesitzer querelen u. a. wegen ner fairen bewertung von vmware an der börse ... wenn wallstreet titanen sichstreiten, dann kommt die moral zuletzt ;)

    mfg

  5. Re: Ich bin der Erste, der versucht hat GPL Verletzungen vor Gericht zu bringen

    Autor: gunterkoenigsmann 02.03.19 - 07:31

    Reverse-Engineering ist in den USA illegal. Aber in Europa höchstens, wenn dafür ein "wirksamer Kopierschutz" geknackt werden muss. Oft werden Firmwares für Updates unverschlüsselt ausgeliefert.

    Oft würde sich eigentlich auch kein Prozess lohnen, wenn Firmen nicht mit dem Kopf durch die Wand wollen: Die GPL ist ein strenges Regelwerk, das den Nutzern extrem viele Rechte gibt, aber streng darauf achtet, dass er den Rest der Rechte nicht verletzt - und meist ist es einfach, einen Weg zu finden, mit dem beide Seiten leben können: Bei der Fritz.Box haben die ihre Modifikationen von GPL-Software veröffentlicht (gesagt, dass sie Linux enthalten, hatten sie schon) - und seitdem gibt es sowas wie einen App-Store für das Gerät, da die Leute nun genau genug wissen, wie es funktioniert. Haben Nutzer und Anbieter was von...

    Im konkreten Fall wird der Kläger, wenn ich micht nicht irre, vielleicht auch deshalb nicht ernstgenommen, weil er vor Ewigkeiten ein paar Zeilen zum Linux-Kernel beigesteuert hat, da er die Antwort schuldig bleibt, ob der Code, der gestohlen worden ist, überhaupt mit ihm zu tun hat, der Mann sich wie ein Troll aufführt und -

    2. Frage: warum nimmt man eigentlich die ganzen Patent- und Abmahntrolle ernst? Ein Freund von mir hat einen Spielwarenladen - und ist von einem Typen abgemahnt worden, der eine Homepage hatte, auf der Bilder von Gegenständen waren, von denen eines ein unscharf dargestelltes Spielzeug darstellt... ...und bei dem zwar nicht wirklich sicher war, dass er etwas verkauft, er aber behauptete, dass ein Tippfehler auf der Homepage des Spielwarenladens ihn auf der anderen Seite Deutschlands ihn in seiner Existenz bedroht?

  6. Re: Ich bin der Erste, der versucht hat GPL Verletzungen vor Gericht zu bringen

    Autor: ImBackAlive 02.03.19 - 09:52

    itse schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ist das sog. reverse-engineering nicht illegal? ;) und damit als beweis nicht zugelassen? ^^

    Das sind zwei falsche Annahmen.

    Zum Einen führen illegal erhobene Beweise in Deutschland nicht automatisch zu einem Beweismittelverwertungsverbot. Dies ist regelmäßig nur dann der Fall, wenn die Beweise durch besonders schwere Straftaten erhoben wurden. Ein Beispiel: Zwei Polizisten durchsuchen deine Wohnung ohne Durchsuchungsbefehl und stellen dabei, sagen wir mal, Drogen sicher, die unter dem Betäubungsmittelgesetz als illegal geführt werden. Wenn die das nun zur Anzeige bringen, kann dieser Beweis verwertet werden - auch wenn er nicht legal sichergestellt wurde (Voraussetzung ist die aber anderweitig ordnungsmäßige Aufnahme der Beweise). Den Polizisten droht noch ein Disziplinarverfahren, aber grundsätzlich kann gegen dich mit den sichergestellten Beweisen ermittelt werden.

    Zum Andere ist in Europa das Reverse Engineering nicht nur nicht verboten, sondern in bestimmten Fällen sogar konkret erlaubt. Siehe dazu EU-Direktive 2009/24 - ein Auszug:

    >(15) The unauthorised reproduction, translation, adaptation or transformation of the form of the code in which a copy of a computer program has been made available constitutes an infringement of the exclusive rights of the author. Nevertheless, circumstances may exist when such a reproduction of the code and translation of its form are indispensable to obtain the necessary information to achieve the interoperability of an independently created program with other programs. It has therefore to be considered that, in these limited circumstances only, performance of the acts of reproduction and translation by or on behalf of a person having a right to use a copy of the program is legitimate and compatible with fair practice and must therefore be deemed not to require the authorisation of the right-holder. An objective of this exception is to make it possible to connect all components of a computer system, including those of different manufacturers, so that they can work together. Such an exception to the author's exclusive rights may not be used in a way which prejudices the legitimate interests of the rightholder or which conflicts with a normal exploitation of the program.

    Wobei die aufgeführten Gründe hier natürlich nicht zutreffend wären - ich glaube aber nicht, dass ein Gericht dort eine Urheberrechtsverletzung feststellen würde.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.03.19 09:54 durch ImBackAlive.

  7. Re: Ich bin der Erste, der versucht hat GPL Verletzungen vor Gericht zu bringen

    Autor: schily 02.03.19 - 19:24

    Man sucht nach Dingen im Binary, die bei einer eigenständigen Implementierung dort nicht zu erwarten wären. Findet man mehrere davon, ist der Diebstahl damit belegt.

    In diesem Fall hat der Kläger das wohl nicht getan und darum wurde seine Klage abgewiesen.

  8. Re: Ich bin der Erste, der versucht hat GPL Verletzungen vor Gericht zu bringen

    Autor: lear 03.03.19 - 09:43

    Soweit ich das verstehe, klagt er gegen ein "GPL-Kondom" (-- GK-H), da erübrigt sich strings und reverse engineering eigentlich.
    Eigentlich kommt hier nur die Konstellation "ich hab' mal einen kernel patch geschrieben, daher bin ich klageberechtigt" infrage (das Kondom ruft seinen Code nicht auf, der Nachweis wäre ja sonst trivial) - damit dürfte er regelmäßig vor die Wand laufen.
    Die rechtliche Klärung dieser Lizenz-Kondome wäre natürlich relevant, aber dazu brauchst Du einen Kläger, der entweder den Kernel insgesamt vertreten kann oder dessen konkreter Code im kernel betroffen ist.

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