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Denn sie wissen nicht, was sie tun

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  1. Denn sie wissen nicht, was sie tun

    Autor: book 02.04.11 - 11:49

    Ich bin nicht erstaunt darüber, dass so viele die GPL nutzen. Und auch überzeugt, dass eine ganze Reihe derer wissen, was sie tun. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass viele dabei sind, die nicht wissen, was sie tun, wenn sie ihren Code unter die GPL stellen. Und dass es vielen schlicht egal ist.

    Andererseits bin ich sehr erfreut, dass die Mehrheit der Projekte eine Lizenz ohne die Copyleft-Gängelei der GPL ("Dein Code muss dieselbe Lizenz wie meiner haben") benutzt.

    Jetzt müssen die GPL-Programmierer nur noch aufwachen und merken, dass sie sich damit ins eigene Fleisch schneiden, denn die GPL beschneidet vor allem Programmierer massiv in ihrer Entscheidungsfreiheit.

    Man vergleiche selbst:

    http://www.gnu.org/licenses/gpl.html
    http://www.opensource.org/licenses/bsd-license.php

  2. Re: Denn sie wissen nicht, was sie tun

    Autor: antares 02.04.11 - 14:12

    book schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich bin nicht erstaunt darüber, dass so viele die GPL nutzen. Und auch
    > überzeugt, dass eine ganze Reihe derer wissen, was sie tun. Ich bin aber
    > auch davon überzeugt, dass viele dabei sind, die nicht wissen, was sie tun,
    > wenn sie ihren Code unter die GPL stellen. Und dass es vielen schlicht egal
    > ist.
    >
    > Andererseits bin ich sehr erfreut, dass die Mehrheit der Projekte eine
    > Lizenz ohne die Copyleft-Gängelei der GPL ("Dein Code muss dieselbe Lizenz
    > wie meiner haben") benutzt.
    >
    > Jetzt müssen die GPL-Programmierer nur noch aufwachen und merken, dass sie
    > sich damit ins eigene Fleisch schneiden, denn die GPL beschneidet vor allem
    > Programmierer massiv in ihrer Entscheidungsfreiheit.
    >
    > Man vergleiche selbst:
    >
    > www.gnu.org
    > www.opensource.org

    Du hast zwar recht, dass die GPL dem Entwickler die Freiheit nimmt, Freiheiten zu beschneiden, aber ich persönlich sehe das als vorteil. Meine Software steht im übrigen unter der GPL zur Verfügung.

    Übrigens geht die GPL imho in manchen bereichen nicht weit genug, zb was die resultate von interpretierten Sprachen angeht. Das ist dann aber auch meistens besser so.

    Warum UNIX/Linux schaedlich ist:
    'kill' macht Menschen zu brutalen, blutruenstigen Bestien,
    'killall' zuechtet regelrecht Massenmoerder,
    'whoami' loest bei psychisch labilen Personen Existenzkrisen aus!
    'touch /dev/breasts' macht root zum Sex-Offender
    ******
    macht aus nutzern raubmordhörer ohne klickibuntigui!

  3. Re: Denn sie wissen nicht, was sie tun

    Autor: GodsBoss 02.04.11 - 17:07

    Was der GPL im Gegensatz zur BSD-Lizenz fehlt:
    - Die Freiheit, den Code in proprietären Projekten zu verwenden (die also den Nutzer gängeln).

    Copyleft ist also keine Gängelei, sondern verhindert sie.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  4. Re: Denn sie wissen nicht, was sie tun

    Autor: book 02.04.11 - 17:59

    antares schrieb:

    > Du hast zwar recht, dass die GPL dem Entwickler die Freiheit nimmt,
    > Freiheiten zu beschneiden, aber ich persönlich sehe das als vorteil.

    Die Beschneidung der Freiheit ist in diesem Fall nie ein Vorteil.

    Jeder sollte sich mal ganz unvoreingenommen die Sinnfrage des Copylefts stellen. Was hat das Copyleft eigentlich für einen Sinn? Ich komme zu folgendem Ergebnis:

    1. Freiheiten werden durch Fehlen des Gängel-Copylefts in keinster Weise beschnitten. Wenn Du ein Programm geschrieben hast, das auf einem anderen aufbaut, dann ist das "Basis"-Programm selbst mit GPL-Lizenz immer noch frei. Dein Code hat damit nämlich gar nichts zu tun. Das Standardbeispiel hierfür: BSD verschwindet ja auch nicht plötzlich vom Erdboden, nur weil Apple darauf mit *eigenem* Code aufgebaut hat und es "Mac OS" nennt. BSD ist immer noch da und hat immer noch dieselbe Lizenz. Es wird also nichts beschnitten.

    2. Wenn ich meinen Code wirklich der Allgemeinheit frei zur Verfügung stellen will, dann mache ich das auch. Wenn ich das nicht will, dann mache ich das auch nicht. Da kann sich Richard Stallman auf den Kopf stellen und "Ein Männlein steht im Walde" singen. Ich mache es einfach nicht, weil ich es nicht will. Der eigentliche Zweck des Copyleft, nämlich "Druck ausüben", wirkt also nicht. Das sehen sogar die GPL-Apostel ein, wenn sie predigen "Niemand wird gezwungen, die GPL zu verwenden". Genau so ist es auch. Niemand wird gezwungen, die GPL zu verwenden.

    Das Copyleft kann also schon prinzipbedingt niemanden wirklich zwingen, sondern behindert nur die Entscheidungsfreiheit von Softwareentwicklern. Das ist kein Vorteil, sondern wie gesagt pure Gängelei.

    Am absurdesten ist aber, dass Stallman behauptet, damit Freiheiten zu gewähren. Leider glauben zu viele immer noch an diese Freiheitslüge.

  5. Re: Denn sie wissen nicht, was sie tun

    Autor: GodsBoss 02.04.11 - 19:16

    > > Du hast zwar recht, dass die GPL dem Entwickler die Freiheit nimmt,
    > > Freiheiten zu beschneiden, aber ich persönlich sehe das als vorteil.
    >
    > Die Beschneidung der Freiheit ist in diesem Fall nie ein Vorteil.

    Die Beschneidung welcher Freiheit?

    > Jeder sollte sich mal ganz unvoreingenommen die Sinnfrage des Copylefts
    > stellen. Was hat das Copyleft eigentlich für einen Sinn? Ich komme zu
    > folgendem Ergebnis:
    >
    > 1. Freiheiten werden durch Fehlen des Gängel-Copylefts in keinster Weise
    > beschnitten. Wenn Du ein Programm geschrieben hast, das auf einem anderen
    > aufbaut, dann ist das "Basis"-Programm selbst mit GPL-Lizenz immer noch
    > frei. Dein Code hat damit nämlich gar nichts zu tun. Das Standardbeispiel
    > hierfür: BSD verschwindet ja auch nicht plötzlich vom Erdboden, nur weil
    > Apple darauf mit *eigenem* Code aufgebaut hat und es "Mac OS" nennt. BSD
    > ist immer noch da und hat immer noch dieselbe Lizenz. Es wird also nichts
    > beschnitten.

    Mac OS X ist nicht frei. Die Nutzer haben nicht die Freiheit, die sie bei freier Software erhalten würden. Ergo: Sie unterliegen einer Gängelung.

    Außerdem haben doch die Nutzer keinen Anspruch auf den BSD-Code. Bei den BSDs ist natürlich recht unwahrscheinlich, dass die Quellcodes verschwinden, immerhin sind sie sicher tausendfach gespiegelt, aber für kleinere Projekte gilt das nicht.

    Du missachtest vor allem Folgendes: Nehmen wir an, A gibt ein Programm unter BSD-Lizenz an B, und den Quellcode dazu. B ändert das Programm und gibt es unter einer eigenen, proprietären Lizenz an C, die nicht die Weitergabe des Quellcodes beinhaltet. C hat somit keinen Zugriff auf den Code von B. Er hat aber auch nicht unbedingt Zugriff auf den Original-Code, den von A! Denn A hat mit dem C ja gar nichts zu tun. Damit steht C mit einer Software dar, die ihn gängelt, d.h. die Freiheiten nicht gewährt.

    Das kann bei GPL-Software nicht passieren: B muss das von A erhaltene GPL-Programm selbst unter den Bedingungen der GPL weitergeben, Änderungen ebenso, sonst begeht B eine Lizenzverletzung. C hat weiterhin nichts mit A zu tun, kann von B aber immerhin den Quellcode des geänderten Programms erhalten.

    > 2. Wenn ich meinen Code wirklich der Allgemeinheit frei zur Verfügung
    > stellen will, dann mache ich das auch. Wenn ich das nicht will, dann mache
    > ich das auch nicht. Da kann sich Richard Stallman auf den Kopf stellen und
    > "Ein Männlein steht im Walde" singen. Ich mache es einfach nicht, weil ich
    > es nicht will. Der eigentliche Zweck des Copyleft, nämlich "Druck ausüben",
    > wirkt also nicht. Das sehen sogar die GPL-Apostel ein, wenn sie predigen
    > "Niemand wird gezwungen, die GPL zu verwenden". Genau so ist es auch.
    > Niemand wird gezwungen, die GPL zu verwenden.

    Was soll das Gelaber? Natürlich ist niemand gezwungen, die GPL zu verwenden. Auch die FSF erkennt Lizenzen ohne Copyleft problemlos an, wenn sie die entsprechenden Freiheiten gewähren. Richard Stallman stellt sich auch nicht auf den Kopf und singt irgendwas, er weist nur darauf hin, welche Lizenzen wann sinnvoll sind, wenn man einen bestimmten Zweck erreichen will.

    > Das Copyleft kann also schon prinzipbedingt niemanden wirklich zwingen,
    > sondern behindert nur die Entscheidungsfreiheit von Softwareentwicklern.
    > Das ist kein Vorteil, sondern wie gesagt pure Gängelei.

    Deine Unwahrheiten werden durch Wiederholung nicht richtiger. Was die GPL nicht gewährt, ist die Freiheit, andere zu gängeln. Denn du musst ihnen die gleichen Freiheiten einräumen, die dir eingeräumt wurden. Also ist das Gegenteil von dem wahr, was du schreibst.

    > Am absurdesten ist aber, dass Stallman behauptet, damit Freiheiten zu
    > gewähren. Leider glauben zu viele immer noch an diese Freiheitslüge.

    Achso, die „Freiheitslüge“? Wenn Richard Stallman von Freiheiten spricht, dann hat er ganz bestimmte Freiheiten im Blick, wie du sicher selbst weißt, wenn du dich damit beschäftigt hast:
    - Die Freiheit, ein Programm zu nutzen, wie es einem beliebt.
    - Die Freiheit, das Programm zu analysieren und zu studieren.
    - Die Freiheit, das Programm weiterzugeben.
    - Die Freiheit, das Programm zu ändern und es mitsamt Änderungen weiterzugeben.

    Leider gibt es immer noch viel zu viele Leute, die die Lüge verbreiten, die GPL wäre Gängelei und wäre gegen die Freiheit gerichtet.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

  6. Re: Denn sie wissen nicht, was sie tun

    Autor: Hello_World 03.04.11 - 12:25

    Deine Argumentation ist absurd. Erst argumentierst Du, dass die GPL Gängelei sei, weil sie einen zwingt, abgeleitete Werke gemäß Copyleft unter die GPL zu stellen. Und dann sagst Du, dass das Copyleft niemanden zu irgendetwas zwingen könne. Wenn sie einen nicht zwingen kann, wie kann sie einen dann gängeln?

    Aber Deine Argumentation ist nicht nur widersprüchlich, sie ist auch noch falsch. Es gab in der Vergangenheit immer wieder Fälle, in denen Unternehmen über die GPL dazu gezwungen wurden, den Quellcode ihrer Software offen zu legen, beispielsweise die Firmware des Linksys WRT54G.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.04.11 12:31 durch Hello_World.

  7. Re: Denn sie wissen nicht, was sie tun

    Autor: book 03.04.11 - 16:36

    GodsBoss schrieb:

    > Mac OS X ist nicht frei.

    Natürlich ist Mac OS nicht frei. Hast Du überhaupt gelesen, was ich geschrieben habe? BSD ist immer noch frei, obwohl es Mac OS gibt.

    > Die Nutzer haben nicht die Freiheit, die sie bei
    > freier Software erhalten würden. Ergo: Sie unterliegen einer Gängelung.

    Das ist eine dämliche Äußerung, denn nicht alles, was nicht frei ist, ist automatisch eine Gängelung. Windows gängelt nicht, nur weil es nicht frei ist. Die NVidia-Treiber gängeln nicht, nur weil sie nicht frei sind.

    Proprietäre Programme gängeln nicht, nur weil sie nicht frei sind.

    Die GPL gängelt aber sehr wohl, weil das Copyleft letztendlich nicht den gewünschten Effekt hat, denn wie die GPL-Fans ja selber sagen: Man kann niemanden dazu zwingen, die GPL zu benutzen. Welchen Nutzen hat also das Copyleft? Keinen. Es ist pure Behinderung.

    > Du missachtest vor allem Folgendes: Nehmen wir an, A gibt ein Programm
    > unter BSD-Lizenz an B, und den Quellcode dazu. B ändert das Programm und
    > gibt es unter einer eigenen, proprietären Lizenz an C, die nicht die
    > Weitergabe des Quellcodes beinhaltet. C hat somit keinen Zugriff auf den
    > Code von B. Er hat aber auch nicht unbedingt Zugriff auf den Original-Code,
    > den von A! Denn A hat mit dem C ja gar nichts zu tun. Damit steht C mit
    > einer Software dar, die ihn gängelt, d.h. die Freiheiten nicht gewährt.

    Ich habe es schon einmal gesagt: Wenn A einen Code wirklich für die Allgemeinheit veröffentlichen will, dann tut er das auch. In Deinem Fall gibt er den Code aber nur B, was den von Dir beschriebenen Effekt zur Folge hat. Auch die GPL kann nicht erzwingen, dass A sein Programm nicht nur B, sondern der ganzen Welt gibt. Und wenn A das Programm nicht der Allgemeinheit zur Verfügung stellen will, dann macht er das erst recht nicht, indem er es unter die GPL stellt.

    Ist doch eigentlich ganz logisch. Zumindest dann, wenn man nicht die rosarote GPL-Brille auf hat und ein Stallman-Shirt trägt.

    > Das kann bei GPL-Software nicht passieren:

    Natürlich nicht. Aber wie gesagt: Wer sein Programm nicht der Allgemeinheit zur Verfügung stellen will, der tut das erst recht nicht, indem er die GPL wählt, wenn er es nur einer Person weitergibt.

    Dabei gehe ich natürlich davon aus, dass bei den Softwareentwicklern eine gewisse Ratio vorhanden ist, sie also wissen, was sie tun.

    > > 2. Wenn ich meinen Code wirklich der Allgemeinheit frei zur Verfügung
    > > stellen will, dann mache ich das auch. Wenn ich das nicht will, dann
    > mache
    > > ich das auch nicht. Da kann sich Richard Stallman auf den Kopf stellen
    > und
    > > "Ein Männlein steht im Walde" singen. Ich mache es einfach nicht, weil
    > ich
    > > es nicht will. Der eigentliche Zweck des Copyleft, nämlich "Druck
    > ausüben",
    > > wirkt also nicht. Das sehen sogar die GPL-Apostel ein, wenn sie predigen
    > > "Niemand wird gezwungen, die GPL zu verwenden". Genau so ist es auch.
    > > Niemand wird gezwungen, die GPL zu verwenden.
    >
    > Was soll das Gelaber?

    Das "Gelaber" wird oben noch einmal ausführlich erklärt.

    > Natürlich ist niemand gezwungen, die GPL zu verwenden.

    Na also. Das sage ich doch die ganze Zeit.

    Dann wird es auch niemand tun, wenn er nicht will.

    > > Das Copyleft kann also schon prinzipbedingt niemanden wirklich zwingen,
    > > sondern behindert nur die Entscheidungsfreiheit von Softwareentwicklern.
    > > Das ist kein Vorteil, sondern wie gesagt pure Gängelei.
    >
    > Deine Unwahrheiten werden durch Wiederholung nicht richtiger. Was die GPL
    > nicht gewährt, ist die Freiheit, andere zu gängeln. Denn du musst ihnen die
    > gleichen Freiheiten einräumen, die dir eingeräumt wurden. Also ist das
    > Gegenteil von dem wahr, was du schreibst.

    Nonsens. Du schreibst doch oben selbst, dass niemand gezwungen werden kann, die GPL zu benutzen. Also ist man darauf angewiesen, dass man sich als Distributor an die GPL halten *will*. Insofern ist das Copyleft aber wieder nutzlos und behindert nur die Softwareentwickler.

    > > Am absurdesten ist aber, dass Stallman behauptet, damit Freiheiten zu
    > > gewähren. Leider glauben zu viele immer noch an diese Freiheitslüge.
    >
    > Achso, die „Freiheitslüge“?

    Ja, die Freiheitslüge. Stallman lügt, wenn er sagt, dass GPL-Programme frei sind und/oder sie "freie Software" nennt. Das sind sie nicht. Ganz im Gegenteil. GPL-Programme sind unfrei. Massiv unfrei sogar.

  8. Re: Denn sie wissen nicht, was sie tun

    Autor: book 03.04.11 - 16:46

    Hello_World schrieb:

    > Wenn sie einen nicht zwingen kann, wie kann sie einen dann gängeln?

    Wenn man nicht im Straßenverkehr teilnehmen muss, wie kann man dort dann genötigt werden?

    Merkst Du was?

    Die Gängelei besteht darin, dass man gerne *möchte*, es dann aber aufgrund der Verpflichtungen, die man mit der GPL eingeht, dann lieber lässt. Gezwungen kann man nicht werden, aber die Gängelei existiert trotzdem.

    > Es gab in der Vergangenheit immer wieder Fälle, in denen
    > Unternehmen über die GPL dazu gezwungen wurden, den Quellcode ihrer
    > Software offen zu legen, beispielsweise die Firmware des Linksys WRT54G.

    Ich sage nicht, dass man nicht gezwungen werden kann, den Code offenzulegen, wenn man den Code bereits benutzt und veröffentlicht hat und somit natürlich die Pflichten der GPL einhalten muss.

    Ich sage, dass man nicht gezwungen werden kann, die GPL-Software überhaupt erst als Ausgangspunkt seiner eigenen Werke zu benutzen und diese dann zu veröffentlichen.

    Das ist ein klarer Unterschied.

    Niemand spricht hier von irgendwelchen unüberlegten oder halbseidenen Aktionen von Unternehmen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.04.11 16:47 durch book.

  9. Re: Denn sie wissen nicht, was sie tun

    Autor: GodsBoss 03.04.11 - 19:40

    > > Mac OS X ist nicht frei.
    >
    > Natürlich ist Mac OS nicht frei. Hast Du überhaupt gelesen, was ich
    > geschrieben habe? BSD ist immer noch frei, obwohl es Mac OS gibt.

    Natürlich habe ich gelesen, was du geschrieben hast.

    > > Die Nutzer haben nicht die Freiheit, die sie bei
    > > freier Software erhalten würden. Ergo: Sie unterliegen einer Gängelung.
    >
    > Das ist eine dämliche Äußerung, denn nicht alles, was nicht frei ist, ist
    > automatisch eine Gängelung. Windows gängelt nicht, nur weil es nicht frei
    > ist. Die NVidia-Treiber gängeln nicht, nur weil sie nicht frei sind.
    >
    > Proprietäre Programme gängeln nicht, nur weil sie nicht frei sind.

    Doch, exakt das tun sie – ich kann sie nicht ändern, ich darf sie nicht weitergeben, was daran ist keine Gängelung?

    > Die GPL gängelt aber sehr wohl, weil das Copyleft letztendlich nicht den
    > gewünschten Effekt hat, denn wie die GPL-Fans ja selber sagen: Man kann
    > niemanden dazu zwingen, die GPL zu benutzen. Welchen Nutzen hat also das
    > Copyleft? Keinen. Es ist pure Behinderung.

    Was ist denn der gewünschte Effekt der GPL deiner Meinung nach? Ich dachte immer, der gewünschte Effekt wäre, dass Projekte, die unter GPL stehen, nicht in abgewandelter Form proprietäre Projekte werden soll. Da sie das auch problemlos tut, musst du wohl etwas anderes glauben. Dann mal raus damit!

    > > Du missachtest vor allem Folgendes: Nehmen wir an, A gibt ein Programm
    > > unter BSD-Lizenz an B, und den Quellcode dazu. B ändert das Programm und
    > > gibt es unter einer eigenen, proprietären Lizenz an C, die nicht die
    > > Weitergabe des Quellcodes beinhaltet. C hat somit keinen Zugriff auf den
    > > Code von B. Er hat aber auch nicht unbedingt Zugriff auf den
    > Original-Code,
    > > den von A! Denn A hat mit dem C ja gar nichts zu tun. Damit steht C mit
    > > einer Software dar, die ihn gängelt, d.h. die Freiheiten nicht gewährt.
    >
    > Ich habe es schon einmal gesagt: Wenn A einen Code wirklich für die
    > Allgemeinheit veröffentlichen will, dann tut er das auch. In Deinem Fall
    > gibt er den Code aber nur B, was den von Dir beschriebenen Effekt zur Folge
    > hat. Auch die GPL kann nicht erzwingen, dass A sein Programm nicht nur B,
    > sondern der ganzen Welt gibt.

    Du verstehst es nicht. Oder du willst es nicht verstehen. Woher soll denn C aus meinem Beispiel überhaupt von A wissen? Das Programm, dass B an C gibt, muss keine Rückschlüsse darauf zulassen, dass ein freies Projekt drinsteckt.

    > Und wenn A das Programm nicht der
    > Allgemeinheit zur Verfügung stellen will, dann macht er das erst recht
    > nicht, indem er es unter die GPL stellt.

    Inwiefern steht ein Programm, dass unter GPL veröffentlicht wird, nicht der Allgemeinheit zur Verfügung?

    > Ist doch eigentlich ganz logisch. Zumindest dann, wenn man nicht die
    > rosarote GPL-Brille auf hat und ein Stallman-Shirt trägt.

    Billige Polemik.

    > > Das kann bei GPL-Software nicht passieren:
    >
    > Natürlich nicht. Aber wie gesagt: Wer sein Programm nicht der Allgemeinheit
    > zur Verfügung stellen will, der tut das erst recht nicht, indem er die GPL
    > wählt, wenn er es nur einer Person weitergibt.

    Aber er sorgt dafür, dass wo immer dieses Programm auftaucht, egal in welcher Form, dass es freie Software ist.

    > Dabei gehe ich natürlich davon aus, dass bei den Softwareentwicklern eine
    > gewisse Ratio vorhanden ist, sie also wissen, was sie tun.

    Entwickler, die ihre Projekte zu freier Software machen, indem sie sie unter GPL stellen, wissen ganz sicher, was sie tun.

    > > > 2. Wenn ich meinen Code wirklich der Allgemeinheit frei zur Verfügung
    > > > stellen will, dann mache ich das auch. Wenn ich das nicht will, dann
    > > mache
    > > > ich das auch nicht. Da kann sich Richard Stallman auf den Kopf stellen
    > > und
    > > > "Ein Männlein steht im Walde" singen. Ich mache es einfach nicht, weil
    > > ich
    > > > es nicht will. Der eigentliche Zweck des Copyleft, nämlich "Druck
    > > ausüben",
    > > > wirkt also nicht. Das sehen sogar die GPL-Apostel ein, wenn sie
    > predigen
    > > > "Niemand wird gezwungen, die GPL zu verwenden". Genau so ist es auch.
    > > > Niemand wird gezwungen, die GPL zu verwenden.
    > >
    > > Was soll das Gelaber?
    >
    > Das "Gelaber" wird oben noch einmal ausführlich erklärt.

    Nein.

    > > Natürlich ist niemand gezwungen, die GPL zu verwenden.
    >
    > Na also. Das sage ich doch die ganze Zeit.
    >
    > Dann wird es auch niemand tun, wenn er nicht will.

    Und wo ist nun das Problem? Warum deine Hetze gegen die GPL, wenn sie doch jeder aus freien Stücken verwenden kann? Nach ausgiebigem Nachdenken?

    > > > Das Copyleft kann also schon prinzipbedingt niemanden wirklich
    > zwingen,
    > > > sondern behindert nur die Entscheidungsfreiheit von
    > Softwareentwicklern.
    > > > Das ist kein Vorteil, sondern wie gesagt pure Gängelei.
    > >
    > > Deine Unwahrheiten werden durch Wiederholung nicht richtiger. Was die
    > GPL
    > > nicht gewährt, ist die Freiheit, andere zu gängeln. Denn du musst ihnen
    > die
    > > gleichen Freiheiten einräumen, die dir eingeräumt wurden. Also ist das
    > > Gegenteil von dem wahr, was du schreibst.
    >
    > Nonsens. Du schreibst doch oben selbst, dass niemand gezwungen werden kann,
    > die GPL zu benutzen. Also ist man darauf angewiesen, dass man sich als
    > Distributor an die GPL halten *will*.

    Du bringst einige Sachen durcheinander: Jemand, der keinen GPL-Code in seinem Projekt verwendet, sondern nur eigenen, oder anderweitig lizensierten, ist nicht gezwungen, die GPL zu benutzen, sie ist schlicht nicht involviert. Wenn aber jemand sein Projekt auf GPL-Code aufbaut, dann muss er sich an die Regeln der GPL halten. Eine Gängelung in Form proprietärer Lizenzen ist dann nicht mehr möglich.

    > Insofern ist das Copyleft aber wieder
    > nutzlos und behindert nur die Softwareentwickler.

    Inwiefern behindert es denn die Software-Entwickler?

    > > > Am absurdesten ist aber, dass Stallman behauptet, damit Freiheiten zu
    > > > gewähren. Leider glauben zu viele immer noch an diese Freiheitslüge.
    > >
    > > Achso, die „Freiheitslüge“?
    >
    > Ja, die Freiheitslüge. Stallman lügt, wenn er sagt, dass GPL-Programme frei
    > sind und/oder sie "freie Software" nennt. Das sind sie nicht. Ganz im
    > Gegenteil. GPL-Programme sind unfrei. Massiv unfrei sogar.

    Du hast den relevanten Teil gelöscht, ich zitiere mich mal selbst:
    „Wenn Richard Stallman von Freiheiten spricht, dann hat er ganz bestimmte Freiheiten im Blick, wie du sicher selbst weißt, wenn du dich damit beschäftigt hast:
    - Die Freiheit, ein Programm zu nutzen, wie es einem beliebt.
    - Die Freiheit, das Programm zu analysieren und zu studieren.
    - Die Freiheit, das Programm weiterzugeben.
    - Die Freiheit, das Programm zu ändern und es mitsamt Änderungen weiterzugeben.“

    Du hast geschrieben, die GPL sei unfrei. Dann mal raus damit: Welche dieser Freiheiten wird durch die GPL eingeschränkt?

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.

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