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Schlechter Journalismus

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  1. Schlechter Journalismus

    Autor: teenriot* 17.05.17 - 16:40

    1)
    Zitat:
    "Regierung will Vorgaben aus Karlsruhe umgehen"
    &
    "Die Bundesregierung behilft sich im Falle der Quellen-TKÜ daher mit einem Trick: Sie erklärt in der Gesetzesbegründung, dass es sich beim direkten Abgreifen von verschlüsselten Nachrichten auf einem Smartphone oder einem Computer nicht um einen solchen Eingriff handelt"

    Das ist kein Trick und keine Umgehung sondern eine rechtliche Einschätzung / Interpretation des Karlsruher Urteils durch die Regierung. Wenn man eine andere Meinung hat, dann kann man sich gegebenenfalls an Karlsruhe wenden. Bis aber ein zweites Urteil zu einem dann gültigen Gesetz gefällt ist, bleiben derartige Formulierungen, man könnte auch von rhetorischen Tricks sprechen, lediglich eine Meinung, die nicht, getarnt als Fakt, Element von seriösem Journalismus sein sollten oder aber eindeutiger gekennzeichnet werden müssten.

    2)
    Zitat:
    "Weiter heißt es: "Nach den Grundsätzen der von der Bundesregierung verfolgten Kryptopolitik wird im Gegenteil aus Gründen des Schutzes vertraulicher Daten vor den Zugriffen Dritter sogar eine Stärkung der Verschlüsselungstechnologien und deren häufige Anwendung befürwortet." Wie das möglich sein wird, wenn Nutzer letztlich nicht auf die Integrität ihrer Systeme vertrauen können, bleibt ein nicht aufzulösender Widerspruch."

    Das ist kein Widerspruch. Die Bundesregierung möchte nicht aktiv von sich aus Hintertüren einführen, da dessen Missbrauch durch Dritte alle betrifft und keiner Kontrolle unterliegt, was dem Schutz von vertraulichen Daten der Allgemeinheit entspricht. Der kontrollierte Eingriff bei Einzelnen betrifft eben nicht die Allgemeinheit, sowie es bei generellen Hintertüren der Fall ist. Im übrigen kann sich niemand "auf die Integrität ihrer Systeme vertrauen", weil es immer Lücken gibt, vollkommen unabhängig von Aktivitäten der Exekutive.

    Der Autor nimmt bei 1 & 2 Wertungen vor. Das ist grundsätzlich nicht schlimm und wünsche ich mir bei Journalisten auch, aber diese Wertungen sollten dann auch sachlich begründet werden und eindeutig erkennbar sein. In diesem Fall beschränkt sich die Begründung aber darauf die Interpretation von Zitaten durch den Leser zu manipulieren, indem vorhergehend und nachfolgend wertende Formulierungen vorgenommen werden.

    Es mag an dem Gesetz berechtigte Kritik geben, aber wenn mir diese derart untergeschummelt wird, dann löst das bei mir einen gegenteiligen Reflex aus. Solche Unsauberheiten schaden denen, die ihre Kritik mit echter Substanz untermauern können.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.05.17 16:46 durch teenriot*.

  2. Re: Schlechter Journalismus

    Autor: divStar 17.05.17 - 21:24

    Ich sage nur: schlechter Leser.

  3. Re: Schlechter Journalismus

    Autor: teenriot* 17.05.17 - 21:28

    Reicht's auch noch für 'ne Begründung und Gegenargumente?

  4. Re: Schlechter Journalismus

    Autor: Rulf 17.05.17 - 23:34

    diese regierung ist doch bekannt dafür, sich um die gesetzeslage herum zu argumentieren...
    das hat der nsa-ausschuß doch eindeutig bewiesen...

    man setzt halt immer darauf, das die von dieser regierung eingesetzten verfassungsrichter schon nix dagegen haben, falls doch jemand klagen sollte(wozu natürlich nicht jeder berechtigt ist)...
    und genauso war es ja auch bisher...

  5. Re: Schlechter Journalismus

    Autor: teenriot* 17.05.17 - 23:46

    Rulf schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > man setzt halt immer darauf, das die von dieser regierung eingesetzten
    > verfassungsrichter schon nix dagegen haben, falls doch jemand klagen
    > sollte(wozu natürlich nicht jeder berechtigt ist)...
    > und genauso war es ja auch bisher...

    Erzähl doch keinen Quatsch!

    Verfassungsrichter werden zur Hälfte vom Bundesrat gewählt mit mindestens 2/3-Mehrheit und zur anderen Hälfte vom Bundestag mit mindestens absoluter Mehrheit. Die Regierung setzt da überhaupt niemanden ein.

    Jedermann kann Verfassungsbeschwerde einreichen.

    Erklär mir mal wie es sei kann das das Bundesverfassungsgericht den Regierungen immer wieder auf die Finger haut, wenn deine "Theorie" von der Befangenheit stimmt.

  6. Re: Schlechter Journalismus

    Autor: FreiGeistler 18.05.17 - 00:00

    teenriot* schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Reicht's auch noch für 'ne Begründung und Gegenargumente?

    Das geheimhalten von Sicherheitslücken entspricht dem schaffen von "generellen Hintertüren" - mögliche ausnutzung dritter inklusive.

  7. Re: Schlechter Journalismus

    Autor: teenriot* 18.05.17 - 00:07

    Das das bedenklich ist stimmt, aber das gleiche ist es nicht.

  8. Re: Schlechter Journalismus

    Autor: User_x 18.05.17 - 00:29

    ne, es ist schlimmer, weil es staatlich angeordnet wird und der staat anstatt zu beschützen genau das gegenteil suggeriert!

    man musste früher schon menschen verraten um nicht selbst opfer zu werden, dann kamen wieder andere und man wurde zum täter weil man andere menschen verraten musste.

    der staat sollte seine befugnisse nicht überschreiten!

  9. Re: Schlechter Journalismus

    Autor: teenriot* 18.05.17 - 01:13

    Was redest du da? Hintertüren und das Verheimlichen von bestehenden Lücken ist wenn dann "staatlich angeordnet".

  10. Gewaltenteilung

    Autor: mnementh 18.05.17 - 10:59

    teenriot* schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Rulf schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > man setzt halt immer darauf, das die von dieser regierung eingesetzten
    > > verfassungsrichter schon nix dagegen haben, falls doch jemand klagen
    > > sollte(wozu natürlich nicht jeder berechtigt ist)...
    > > und genauso war es ja auch bisher...
    >
    > Erzähl doch keinen Quatsch!
    >
    > Verfassungsrichter werden zur Hälfte vom Bundesrat gewählt mit mindestens
    > 2/3-Mehrheit und zur anderen Hälfte vom Bundestag mit mindestens absoluter
    > Mehrheit. Die Regierung setzt da überhaupt niemanden ein.
    >
    > Jedermann kann Verfassungsbeschwerde einreichen.
    >
    > Erklär mir mal wie es sei kann das das Bundesverfassungsgericht den
    > Regierungen immer wieder auf die Finger haut, wenn deine "Theorie" von der
    > Befangenheit stimmt.
    Der Bundesrat kann tendenziell von der Regierung unabhängig sein, die absolute Mehrheit des Bundestags jedoch entspricht der Regierungsmehrheit, denn das ist die regierende Koalition. Minderheitsregierungen sind bei uns äußerst selten. Abweichungen von der Fraktionsnorm ebenfalls. Insofern ist die Trennung von Bundestag und Regierung akademisch. Genauso wie bei Gesetzesbeschlüssen.

  11. Re: Gewaltenteilung

    Autor: teenriot* 18.05.17 - 13:26

    Regierung und Bundestagsabgeordnete einer Koalition sind nicht das gleiche. Die Wahl findet übrigens geheim statt.

  12. Re: Gewaltenteilung

    Autor: mnementh 18.05.17 - 14:30

    teenriot* schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Regierung und Bundestagsabgeordnete einer Koalition sind nicht das gleiche.
    > Die Wahl findet übrigens geheim statt.
    Genau, weil das nicht die gleichen Leute sind, sondern "nur" zur gleichen Partei gehören stimmen die ja auch andauernd unterschiedlich ab. Wie niedlich.

  13. Re: Schlechter Journalismus

    Autor: flAming_Ace 18.05.17 - 18:19

    teenriot* schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > 2)
    > Zitat:
    > "Weiter heißt es: "Nach den Grundsätzen der von der Bundesregierung
    > verfolgten Kryptopolitik wird im Gegenteil aus Gründen des Schutzes
    > vertraulicher Daten vor den Zugriffen Dritter sogar eine Stärkung der
    > Verschlüsselungstechnologien und deren häufige Anwendung befürwortet." Wie
    > das möglich sein wird, wenn Nutzer letztlich nicht auf die Integrität ihrer
    > Systeme vertrauen können, bleibt ein nicht aufzulösender Widerspruch."
    >
    > Das ist kein Widerspruch. Die Bundesregierung möchte nicht aktiv von sich
    > aus Hintertüren einführen, da dessen Missbrauch durch Dritte alle betrifft
    > und keiner Kontrolle unterliegt, was dem Schutz von vertraulichen Daten der
    > Allgemeinheit entspricht. Der kontrollierte Eingriff bei Einzelnen betrifft
    > eben nicht die Allgemeinheit, sowie es bei generellen Hintertüren der Fall
    > ist. Im übrigen kann sich niemand "auf die Integrität ihrer Systeme
    > vertrauen", weil es immer Lücken gibt, vollkommen unabhängig von
    > Aktivitäten der Exekuttive.
    Doch das ist ein Wiederspruch. Zurückhaltung von Sicherheitslücken.. Wannacry schon vergessen? Ist klasse, wenn die Lücken geleaked werden, oder?! Alles unter Kontrolle! Es besteht kein Grund zur Sorge.. Verschlüsselung braucht auch keiner mehr. Das kann ja dann die (potentiell vermeidbare) Ramsomware übernehmen. Haha :(

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