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Neuland
Autor: droucles 25.07.14 - 14:39
Merkel hatte schon recht mir ihrer belächelten Bemerkung zum Neuland.
(Und nein: ich bin kein CDU Anhängsel oder Vertreter irgendeiner politischen Stömung).
Shared economy trifft auf gewachsene Strukturen in denen zwar mit PC's und Clouds und und und gearbeitet wird, in denen de facto übersehen wird, dass die Digitale Revolution zwar eine stille Angelegenheit ist, eine umso wirkungsmächtigere indes nochdazu.
Taxifahrer habens erst gemerkt, als es um ihre Geschäftsgrundlage ging.
Statt sich den Gegebenheiten anzupassen (kann man sowas eigtl von langjährigen Taxisfahrern ernsthaft erwarten wollen/können?) pochen Berufsverbände auf Bestandsgarantien die sie durchsetzen. Im Druckgewerbe beispielsweise war das Thema in den neunziger Jahren nach mehr als 15 Jahren zähen Ringens vergleichsweise schnell vom Tisch
Es gehört wenig Prophetie dazu festzustellen, das sich künftig Branchen involviert sehen müssen, die sich davon bislang dispensiert sehen. Das wird auch Arbeitsplätze en masse kosten.
Aufgabe der Politik wäre es, solche Entwicklungen zu moderieren, sie einzuhegen (ja, mitunter kann man sich nicht nur hierzulande als im Zoo befindlich wähnen) und Spannungen, die sich daraus notwendigerweise ergeben müssen, abfederbar gestalten - das betrifft auch die komplette Ratlosigkeit in vielen politischen Kreisen, wie man sowas arbeitsmarktpolitisch lösen könnte - die neue soziale Frage, die sich da entwickelt wird auf Dauer nicht mehr wegzudrücken sein.
Wie schon gesagt: shared economy ist EIN Symptom für etwas, das vielerorts noch garnicht so recht wahrgenommen wurde, geschweige denn als begriffen vorausgesetzt werden kann.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 25.07.14 14:47 durch droucles. -
Re: Neuland
Autor: Bassa 25.07.14 - 15:15
droucles schrieb:
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> Taxifahrer habens erst gemerkt, als es um ihre Geschäftsgrundlage ging.
> Statt sich den Gegebenheiten anzupassen (kann man sowas eigtl von
> langjährigen Taxisfahrern ernsthaft erwarten wollen/können?) pochen
> Berufsverbände auf Bestandsgarantien die sie durchsetzen. Im Druckgewerbe
> beispielsweise war das Thema in den neunziger Jahren nach mehr als 15
> Jahren zähen Ringens vergleichsweise schnell vom Tisch
Dieses Fordern von Anpassung ist auch nur ein Totschlagargument.
Wie sollen sich die Taxiunternehmen denn anpassen? Es gibt gesetzliche Vorschriften, an die sie sich halten müssen. Wenn diese für die Konkurrenz nicht gelten, dann ändert das nichts an der Gültigkeit für Taxiunternehmen. Da ist nichts mit Anpassung, weil die von Seiten der Gesetzgeber erfolgen muss. Und bis die sich bewegen, ist aus #Neuland doch #Alte_Welt geworden. -
Re: Neuland
Autor: droucles 25.07.14 - 16:09
Bassa schrieb:
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> droucles schrieb:
> ---------------------------------------------------------------------------
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> > Taxifahrer habens erst gemerkt, als es um ihre Geschäftsgrundlage ging.
> > Statt sich den Gegebenheiten anzupassen (kann man sowas eigtl von
> > langjährigen Taxisfahrern ernsthaft erwarten wollen/können?) pochen
> > Berufsverbände auf Bestandsgarantien die sie durchsetzen. Im
> Druckgewerbe
> > beispielsweise war das Thema in den neunziger Jahren nach mehr als 15
> > Jahren zähen Ringens vergleichsweise schnell vom Tisch
>
> Dieses Fordern von Anpassung ist auch nur ein Totschlagargument.
> Wie sollen sich die Taxiunternehmen denn anpassen? Es gibt gesetzliche
> Vorschriften, an die sie sich halten müssen. Wenn diese für die Konkurrenz
> nicht gelten, dann ändert das nichts an der Gültigkeit für Taxiunternehmen.
> Da ist nichts mit Anpassung, weil die von Seiten der Gesetzgeber erfolgen
> muss. Und bis die sich bewegen, ist aus #Neuland doch #Alte_Welt geworden.
Anpassung war nicht als Totschlagargument gemeint: im Gegenteil.
Viele gesetzliche Vorgaben sind ja nichtzuletzt Ergebnis von Lobbyinterventionen von Berufsverbänden selbst, um den Markt innergewerblich zu regulieren - sowas wird immer gerne vergessen.
Nun ist ein als Konkurrent begriffener Markteilnehmer - ob er das überhaupt sein will oder nicht ist dabei noch garnicht berücksichtigt - auf den Plan getreten: jedenfalls sehen das viele Berufsverbände so. Erste Reaktion ist dabei nicht, wie man das Taxigewerbe gestaltet im Sinne eigener Interessen - nämlich Wahrung der Position am Markt, sondern die Nutzung von Regularien, die eine Markthoheit definieren wie postulieren. Das ist in HH ja auch (vorerst) gelungen.
Es steht anzunehmen, dass das in vielen Berufsverbänden als Signal auch angekommen ist. Es wird von allen Beteiligten abhängen, wie sie mit veränderten Marktbedingungen umgehen (wollen oder können).
Das könnte auch bedeuten, sich Gedanken darüber zu machen wie diese "Internetheinis" eigentlich ticken, um ihnen ggf noch einen Schritt voraus sein zu können, falls die es schaffen sollten ihr Angebot auf die geltenden gesetzlichen. Regularien zuzuschneiden.
Es steht kaum anzunehmen, dass die "Internetheinis" das Taxigewerbe aushebeln wollten oder wollen.
Wenn das etwas klarer und deutlicher hervortritt, dürfte sich die Sache etwas entspannter darstellen.
2 mal bearbeitet, zuletzt am 25.07.14 16:14 durch droucles. -
Re: Neuland
Autor: bernd71 25.07.14 - 19:47
Warum muss die Personenbeförderung gesetztlich neu geregelt werden nur weil es Smartphones und Apps gibt? Was ändern die wirklich? Setzt euch erst mal damit auseinander warum es diese Regulierungen gibt. Taxis haben halt einige Pflichten zu erfüllen und diese haben ihre Berechtugung. Ein Angebot anzubieten das diese Pflichten umgeht um sich die Rosinen heraus zupicken und das Risko auch noch auf andere Leute abwälzt. Die Konsequenzen daraus sollten jedem klar sein der etwas weiter als seinen persönlichen Tellerrand gucken kann. Ist aber schon tausendmal aufgelistet worden in den letzten Tagen.
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Re: Neuland
Autor: divStar 26.07.14 - 02:29
@bernd71: weil es eigentlich gar keine Personenbeförderung im Sinne eines Gewerbes ist und einen Freund oder Bekannten darf ich mitnehmen.
Taxis haben Pflichten, kassieren aber auch ein Heidengeld vom Kunden - und sind dabei oft nicht mehr ortskundig als der "Amateur" von Nebenan. Auch der Service ist oft zu vernachlässigen - der ist bei Taxifahrern traditionell schlecht ausgeprägt.
Die Konsequenz dessen was die Taxiunternehmen machen, ist, dass es keine günstigeren Möglichkeiten geben wird von A nach B zu kommen. Freilich werden dann einige Kunden mehr zahlen und das Taxi nehmen. Im Grunde aber werden ärmere Kunden dann weiterhin zu Fuß laufen müssen (oder eben einen anderen fahrbaren Untersatz suchen). Mag für die einen als "in Ordnung" gelten - ich sehe das kritisch. Es mag sein, dass Uber ein wenig sehr daran verdient. Aber warum werden dann nicht all die Anbieter von Uber verklagt? Ja richtig - aus Uber ist ja viel mehr Geld heraus zu holen - und viel einfacher. Was die Herrschaften nicht verstehen, ist, dass wenn Uber schließt, mehrere neue aufmachen. Und eine vernünftige Regulierung wird ohne Persönlichkeitsrechte zu beschneiden kaum möglich sein - das kann ich nun wirklich nicht gebrauchen.
Es geht nicht um Vor- oder Nachteile und ich glaube auch nicht, dass Taxiunternehmen sich anpassen können werden - ihre Strukturen sind wohl in Granit gemeißelt. Vielleicht sollte man einfach darüber nachdenken, ob es überhaupt noch z.B. ökologisch vertretbar ist einzelne Menschen herum zu kutschieren. Vielleicht sind die Taxiunternehmen auch einfach überflüssig und vielleicht wird auch den Hotels der Rang abgelaufen weil man sich lieber ein günstiges Zimmer für die Nacht mit wenigen Annehmlichkeiten leisten will statt eines im Hotel für z.T. wesentlich mehr Geld. -
Re: Neuland
Autor: droucles 26.07.14 - 07:51
Man könnte auch fragen worum es eigentlich geht.
Ein ökonomischer Aspekt könnte so aussehen:
Uber ist nichtzuletzt ein Unternehmen, das sich us-amerikanischer Vertriebsmethoden bedient, wie wir sie beispielsweise von Tupper kennen. Es wird eine Dienstleistung via App und Smartphone vermittelt.
Wiki zb schreibt zum Unternehmen Uber:
"Uber wurde 2009 ursprünglich als Limousinenservice von Garrett Camp und Travis Kalanick (heute CEO) in San Francisco gegründet und hatte 2013 einen Umsatz von 213 Millionen Dollar. Hinter dem Unternehmen stecken nach eigenem Bekunden die Investoren Benchmark Capital, Goldman Sachs und Google Ventures, First Round Capital, Menlo Ventures und Lowercase Capital. Anfang Juni 2014 erhielt das Start-up 1,2 Milliarden Dollar Risikokapital von Investoren wie Google und Goldman Sachs - der Wert des Unternehmens wird seitdem auf mindestens 17 Milliarden Dollar geschätzt.
2014 ist Uber in 35 Ländern vertreten, im deutschsprachigen Raum in Berlin, München, Frankfurt am Main, Wien und Zürich."
Da geht also ein Global-Player in regional strukturierte Märkte.
Irgendwie klar, dass sowas zu Reaktionen führt und führen muss - oder? -
Re: Neuland
Autor: bernd71 26.07.14 - 23:57
Tut mir leid ich verstehe nicht was Du sagen willst. Tupper verkauft seine Waren. Bei UberPop werden Diesntleistungen vermittelt die Subunternehmer, oder als was man das immer bezeichnen soll, ausführen. Dabei werden bestehende Regulierungen umgangen um möglichst großen Profit zu machen. Ist vielelicht ein ameraikanisches Modell, aber wollen wir das wirklich?
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Re: Neuland
Autor: Fuchur 28.07.14 - 12:31
Plural von Taxi ist übrigens Taxen...
Oder hat die neue dt. Rechtschreibreform mal wieder zurgeschlagen?



