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"Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

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  1. "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: h4z4rd 17.10.17 - 15:46

    An dieser Stelle kann man den Satz und die Diskussion dann eigentlich auch beenden.

  2. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: schumischumi 17.10.17 - 15:54

    Ich konnte auch im Artikel weder einen Grund dafür finden warum Netflix hier zahlen sollte, noch warum gerade Netflix und nicht z.b. auch Amazon oder Google.

    Den Satz "Aber wir wollen für jeden Nutzer, der an Netflix zahlt, einen Euro haben." kann ich allerdings sehr gut nachvollziehen, da ich diesen Euro auch gern hätte, Grund fällt mir bisher in meinem Fall auch nicht ein...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.10.17 15:55 durch schumischumi.

  3. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: ckerazor 17.10.17 - 15:55

    schumischumi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich konnte auch im Artikel weder einen Grund dafür finden warum Netflix
    > hier zahlen sollte, noch warum gerade Netflix und nicht z.b. auch Amazon
    > oder Google.

    Die Anbieter zahlen schon. Die Endkunden auch. Es gibt keinen Grund für einen weiteren "Wegzoll".

  4. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: schumischumi 17.10.17 - 15:58

    Richtig, aber das fehlt mir irgendwie im Artikel. Als jetzt mal ohne Spass und ohne Golem bzw. den Author negativ zu kritisieren, aber die werden doch sicher nicht Vertreter der Presse eingeladen haben, um zu verkünden dass sie gern von Netflix Geld hätten. Ohne Angabe von Ausreden äh Gründen.

  5. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: Prinzeumel 17.10.17 - 15:58

    schumischumi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich konnte auch im Artikel weder einen Grund dafür finden warum Netflix
    > hier zahlen sollte, noch warum gerade Netflix und nicht z.b. auch Amazon
    > oder Google.
    >
    > Den Satz "Aber wir wollen für jeden Nutzer, der an Netflix zahlt, einen
    > Euro haben." kann ich allerdings sehr gut nachvollziehen, da ich diesen
    > Euro auch gern hätte, Grund fällt mir bisher in meinem Fall auch nicht
    > ein...
    Nutten, Koks, teure Autos...da fällt mir einiges ein. ^-^

  6. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: Grinskeks 17.10.17 - 16:26

    Der Grund ist einfach: Die Belastung der Netze über Netflix ist überproportional hoch. Es entstehen Überlast-Situationen und das Netz muss ständig ausgebaut / erweitertet werden.

    Im Prinzip ist das ähnlich wie mit den LKW. Man baut eine Autobahn für ...Autos ;-) .
    Jetzt nimmt der Traffic mit LKW über Jahre zu. Um diese enormen Lasten zu Kompensieren baut man neue Straßen und führt zur Kompensation eines Teils der Kosten die LKW Maut ein.

    Es wird bestimmt nicht Netflix alleine sein - ist aber ein Prominenter Name um das Thema ins Rollen zu bringen.

  7. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: schumischumi 17.10.17 - 16:30

    Und an dem Punkt steig ich aus. Mehrbelastung schön und gut, aber

    1. Als Kunde stell ich mich immer mit dem Spruch auf "Ich hab aber dafür gezahlt!" Fakeln und Mistgabeln inkl.

    2. Ich zweifle irgendwie daran, dass Netflix mehr Traffic verursacht als Google (inkl. Drive, Youtube und was weiss ich). Prominenter dürften sie auch sein.

    Und selbst wenn fehlts mir im Artikel.

  8. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: ckerazor 17.10.17 - 16:34

    Grinskeks schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Grund ist einfach: Die Belastung der Netze über Netflix ist
    > überproportional hoch. Es entstehen Überlast-Situationen und das Netz muss
    > ständig ausgebaut / erweitertet werden.
    >
    > Im Prinzip ist das ähnlich wie mit den LKW. Man baut eine Autobahn für
    > ...Autos ;-) .
    > Jetzt nimmt der Traffic mit LKW über Jahre zu. Um diese enormen Lasten zu
    > Kompensieren baut man neue Straßen und führt zur Kompensation eines Teils
    > der Kosten die LKW Maut ein.
    >
    > Es wird bestimmt nicht Netflix alleine sein - ist aber ein Prominenter Name
    > um das Thema ins Rollen zu bringen.

    2 Mbit/sec für einen 1920*1080 Stream ist also eine exorbitante Belastung? Wieso verkaufen die Anbieter dann Anschlüsse mit 50, 100 oder mehr Megabit? Darf man diese etwa gar nicht benutzen? Zahlen Anbieter von Streamingleistungen und Endkunden nicht schon eine monatliche Gebühr, mit der der Netzausbau und der Gewinn der Provider abgedeckt ist? Fragen über Fragen.

  9. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: oldathen 17.10.17 - 16:37

    die Kunden zahlen den Providern Geld für die Leitung, und die anderen Kabelnetzbetreiber erhalten von Netflix Geld dafür das diese auch auf deren Boxen vorhanden sind. Sie erhalten kein Geld dafür das diese das Netz benutzen. Das sind 2 paar Schuhe. Wer kommt als nächstes? Die Stromanbieter? Die TV Hersteller? Bekommt der Zuschauer dann auch bald Geld von Netflix? Die Kabelnetzanbieter erbringen eine Leistung für die Kunden. Dafür erhalten sie Geld (wenn nicht genug dann müssen sie halt die Preise erhöhen). Ansonsten haben die Kabelnetzbetreiber 0,0 weitere Ansprüche wie die Kunden nun die Zugänge nutzen. Es geht die Kabelnetzbetreiber einen Sch... an wie die Kunden die Netze auslasten. Ansonsten sollen sie halt Volumentarife verkaufen wenn der Traffic für die Endkundenpreise zu hoch ist.

  10. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: Muhaha 17.10.17 - 16:41

    ckerazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > 2 Mbit/sec für einen 1920*1080 Stream ist also eine exorbitante Belastung?
    > Wieso verkaufen die Anbieter dann Anschlüsse mit 50, 100 oder mehr Megabit?
    > Darf man diese etwa gar nicht benutzen? Zahlen Anbieter von
    > Streamingleistungen und Endkunden nicht schon eine monatliche Gebühr, mit
    > der der Netzausbau und der Gewinn der Provider abgedeckt ist? Fragen über
    > Fragen.

    Ja, hier rächt sich die Mischkalkulation, die viele Netzbetreiber fahren. Man bietet Anschlüsse mit Leistung X an, kalkuliert aber, dass im Schnitt nur die geringere Leistung Y tatsächlich abgefragt wird. Yay, Gewinn!

    Dumm wird es dann, wenn die tatsächlich abgefragte Leistung über dem kalkulierten Mittel liegt. Denn dann machen die Netzbetreiber weniger Gewinn, manchmal sogar Verluste. Dies führt dann zu den sattsam bekannten Kündigungsaktionen, wo sich zu viele Kunden erdreisten die vom Betreiber gekaufte, aber vom Betreiber nicht einkalkulierte Leistung abzurufen.

    Nein, keine Gnade mit diesen Arsc... , erm, lieben Herren der Schöpfung, denen ich natürlich nichts Böses wünsche :)

  11. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: h4z4rd 17.10.17 - 16:42

    Wenn für die Provider das Prinzip der Flatrates nicht mehr wirtschaftlich ist, dann müssen sie diese Tarife eben abschaffen. Aber jetzt von Netflix Geld fordern, die ja für ihren Upload sicher bereits selber eine große Summe hinblättern werden, ist doch Schwachsinn. Das ist so, wenn wir bei deinem Beispiel bleiben, als würde man sich das Geld für die Autobahnen bei den LKW-Herstellen holen, anstatt von den Transportunternehmen, die die LKWs einsetzen.

  12. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: nille02 17.10.17 - 16:45

    Grinskeks schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Grund ist einfach: Die Belastung der Netze über Netflix ist
    > überproportional hoch. Es entstehen Überlast-Situationen und das Netz muss
    > ständig ausgebaut / erweitertet werden.

    Dafür bezahlen wir unsere ISPs und Netflix wird vermutlich auch ihren ISP bezahlen. Wenn die Kalkulation nicht mehr aufgeht, wird vermutlich zu wenig kassiert oder einer der Parteien wird Geld sonst wo verschleudern.

  13. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: ckerazor 17.10.17 - 16:51

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    >
    > Ja, hier rächt sich die Mischkalkulation, die viele Netzbetreiber fahren.
    > Man bietet Anschlüsse mit Leistung X an, kalkuliert aber, dass im Schnitt
    > nur die geringere Leistung Y tatsächlich abgefragt wird. Yay, Gewinn!

    Ach komm, doch nicht beim FullHD Streaming. 2Mbit hatte ich schon 2003 oder so. Auch mit Flatrate und damals bei der Telekom für 80? Euro im Monat. Wer heute hunderte Mbit anbietet, der muss vielleicht nicht damit rechnen, dass ein Privatkunde viele TB im Monat runterlädt aber doch bitte damit, dass jemand sich abends nach dem Büro mal zwei Stunden vor die Netflix Glotze legt?

    >
    > Dumm wird es dann, wenn die tatsächlich abgefragte Leistung über dem
    > kalkulierten Mittel liegt. Denn dann machen die Netzbetreiber weniger
    > Gewinn, manchmal sogar Verluste. Dies führt dann zu den sattsam bekannten
    > Kündigungsaktionen, wo sich zu viele Kunden erdreisten die vom Betreiber
    > gekaufte, aber vom Betreiber nicht einkalkulierte Leistung abzurufen.

    Ich nutze von meiner Leitung im Monat etwa 1,5%, also etwa 500GB. Geht das in Ordnung oder liege ich damit schon drüber?

    >
    > Nein, keine Gnade mit diesen Arsc... , erm, lieben Herren der Schöpfung,
    > denen ich natürlich nichts Böses wünsche :)

    Einverstanden:)

  14. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: Gokux 17.10.17 - 16:56

    schumischumi schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > 2. Ich zweifle irgendwie daran, dass Netflix mehr Traffic verursacht als
    > Google (inkl. Drive, Youtube und was weiss ich). Prominenter dürften sie
    > auch sein.

    In Amerika verursacht Netflix ~40% des Traffics, YouTube ~20%. Amazon und Facebook haben jeweils noch 3%. So wirklich gleichmässig verteilt ist der Datenverkehr nicht mehr.

  15. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 17.10.17 - 18:10

    Muhaha schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein, keine Gnade mit diesen Arsc... , erm, lieben Herren
    > der Schöpfung, denen ich natürlich nichts Böses wünsche :)

    Meinst du damit jetzt die Provider oder die Kunden, die gar nicht bereit wären, die eigentlich erforderlichen Preise zu zahlen? :-P

    Die Mischkalkulation dient natürlich durchaus dazu, dass Provider niedrige Preise aufrufen und damit Kunden zu gewinnen können. Sie dient aber auch dazu, für jedermann bezahlbare Internetzugänge anbieten zu können.

    Und wenn das Datenaufkommen insgesamt steigt, muss das jemand bezahlen. Es mag jetzt unfreiwillig komisch wirken, wenn ein Verband von Kleinprovidern einen der (wenn nicht den) größten Content-Anbieter zur Kasse bitten will, aber die Alternative findet garantiert niemand komisch - die besteht nämlich aus höheren Preisen für die Endverbraucher.

    Und weiter geht's: Die Preise notfalls mit Verlust niedrig zu halten schaffen natürlich nur die Großen der Branche und irgendwann nur die Größten (und ggf. am Ende nur der Allergrößte). Das nennt man dann ein Monopol und dieses führt erst recht zu Preisgestaltungen, die niemand mehr komisch findet. Der Sieger des Preiskampfes holt sich dann nämlich die während des Preiskampfes erlittenen Verluste vom Kunden - der dann keine echte Alternative mehr hat - zurück.

    Und spätestens dann werden sich alle, die jetzt Hohn und Spott ausgießen wünschen, dass es mehr Vorstöße wie der des FRK gegeben hätte. Denn hinter der absurd hohen Forderung (die am Ende sowieso massiv gestutzt wird) steht nichts anderes als die zwingend nötige Reform dieses Marktsegments, welche die Kosten für den exponentiell steigenden Datenverkehr möglichst fair auf alle daran Beteiligten verteilt.

    Netflix wird sich vermutlich nicht einmal kategorisch gegen diesen Vorstoß sperren, denn sie haben auch kein Interesse daran, dass die Zugangspreise steigen. Das wäre bekanntlich eine Hürde beim Zugang zu ihren Angeboten, die sie dann ohnehin über niedrigere Endverbraucherpreise kompensieren müssen. Und statt Millionen Kunden kleinere Preise zu machen schiebt man womöglich lieber ein paar Scheine an ein paar hundert Provider rüber - das kommt von der Mengenskalierung her am Ende sicherlich billiger.

  16. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: ckerazor 17.10.17 - 18:28

    Der Held vom Erdbeerfeld schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Muhaha schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Nein, keine Gnade mit diesen Arsc... , erm, lieben Herren
    > > der Schöpfung, denen ich natürlich nichts Böses wünsche :)
    >
    > Meinst du damit jetzt die Provider oder die Kunden, die gar nicht bereit
    > wären, die eigentlich erforderlichen Preise zu zahlen? :-P

    Wenn im schwierig zu erschließenden Hochlohnland Gigabit Glasfaser für 67 Franken monatlich geht, dann sollte hier eine XX Mbit Leitung für 30? kostendeckend anzubieten sein. Könnte man jedenfalls meinen. Zumal die Deutsche Telekom bekanntlich von uns, den Steuerzahlern, ihr Netz von der damals staatlichen Post "geschenkt" bekommen hat. Initial musste die Deutsche Telekom also keinen einzigen Cent investieren. Das wird sehr gerne vergessen.

    >
    > Die Mischkalkulation dient natürlich durchaus dazu, dass Provider niedrige
    > Preise aufrufen und damit Kunden zu gewinnen können. Sie dient aber auch
    > dazu, für jedermann bezahlbare Internetzugänge anbieten zu können.

    Die in Deutschland für das Gebotene sowohl was Mobilfunk, als auch Festnetz angeht, viel zu teuer sind. Siehe Schweiz Statement oben.

    >
    > Und wenn das Datenaufkommen insgesamt steigt, muss das jemand bezahlen. Es
    > mag jetzt unfreiwillig komisch wirken, wenn ein Verband von Kleinprovidern
    > einen der (wenn nicht den) größten Content-Anbieter zur Kasse bitten will,
    > aber die Alternative findet garantiert niemand komisch - die besteht
    > nämlich aus höheren Preisen für die Endverbraucher.

    Die Alternative wäre den eigenen Job zu machen und Datenpakete von A nach B zu wuppen. Sollen Provider jetzt bei jedem Contentanbieter die Hand aufhalten? Hallo Netzneutralität?

    >
    > Und weiter geht's: Die Preise notfalls mit Verlust niedrig zu halten
    > schaffen natürlich nur die Großen der Branche und irgendwann nur die
    > Größten (und ggf. am Ende nur der Allergrößte). Das nennt man dann ein
    > Monopol und dieses führt erst recht zu Preisgestaltungen, die niemand mehr
    > komisch findet. Der Sieger des Preiskampfes holt sich dann nämlich die
    > während des Preiskampfes erlittenen Verluste vom Kunden - der dann keine
    > echte Alternative mehr hat - zurück.

    Also Verluste fahren Telekom, Vodafone wohl kaum. Selbst O2 geht es nach der teuren Übernahme von E-Plus von der ehemaligen Mutter KPN blendend.

    >
    > Und spätestens dann werden sich alle, die jetzt Hohn und Spott ausgießen
    > wünschen, dass es mehr Vorstöße wie der des FRK gegeben hätte. Denn hinter
    > der absurd hohen Forderung (die am Ende sowieso massiv gestutzt wird) steht
    > nichts anderes als die zwingend nötige Reform dieses Marktsegments, welche
    > die Kosten für den exponentiell steigenden Datenverkehr möglichst fair auf
    > alle daran Beteiligten verteilt.

    Ich wünsche mir keine derartigen Vorstöße. Am Ende möchte jedes Angebot im Internet und jeder Provider wieder für jeden Klick 10 Cent. Dann bin ich wieder bei BTX, wo der einmalige Seitenabruf Geld gekostet hat. IMHO kann man dann das WWW einfach zumachen.

    >
    > Netflix wird sich vermutlich nicht einmal kategorisch gegen diesen Vorstoß
    > sperren, denn sie haben auch kein Interesse daran, dass die Zugangspreise
    > steigen. Das wäre bekanntlich eine Hürde beim Zugang zu ihren Angeboten,
    > die sie dann ohnehin über niedrigere Endverbraucherpreise kompensieren
    > müssen. Und statt Millionen Kunden kleinere Preise zu machen schiebt man
    > womöglich lieber ein paar Scheine an ein paar hundert Provider rüber - das
    > kommt von der Mengenskalierung her am Ende sicherlich billiger.

    Ich hoffe dass Netflix da rein gar nichts macht und diese haltlose Unverschämtheit nicht unterstützt.

  17. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: Bonarewitz 17.10.17 - 19:51

    ckerazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zumal die
    > Deutsche Telekom bekanntlich von uns, den Steuerzahlern, ihr Netz von der
    > damals staatlichen Post "geschenkt" bekommen hat. Initial musste die
    > Deutsche Telekom also keinen einzigen Cent investieren. Das wird sehr gerne
    > vergessen.

    Das wird hauptsächlich deswegen vergessen, weil es schlicht nicht stimmt.

    Die Telekom hat mit der Privatisierung das Netz im Wert von 69,1 Mrd. DM bekommen und gleichzeitig Schulden in Höhe von 70 Mrd. DM übernommen.

    Genau genommen hat der Steruerzahler somit rechnerisch sogar 900 Mio. DM verdient.

  18. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: root_of_living 17.10.17 - 19:57

    >... Deutsche Telekom bekanntlich von uns, den Steuerzahlern, ihr Netz von der
    > damals staatlichen Post "geschenkt" bekommen hat. Initial musste die
    > Deutsche Telekom also keinen einzigen Cent investieren. Das wird sehr gerne
    > vergessen.

    Bitte richtig informieren, vielleicht mal googlen und nicht alles nach quatschen.

  19. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: ckerazor 17.10.17 - 20:13

    Bonarewitz schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ckerazor schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Zumal die
    > > Deutsche Telekom bekanntlich von uns, den Steuerzahlern, ihr Netz von
    > der
    > > damals staatlichen Post "geschenkt" bekommen hat. Initial musste die
    > > Deutsche Telekom also keinen einzigen Cent investieren. Das wird sehr
    > gerne
    > > vergessen.
    >
    > Das wird hauptsächlich deswegen vergessen, weil es schlicht nicht stimmt.
    >
    > Die Telekom hat mit der Privatisierung das Netz im Wert von 69,1 Mrd. DM
    > bekommen und gleichzeitig Schulden in Höhe von 70 Mrd. DM übernommen.
    >
    > Genau genommen hat der Steruerzahler somit rechnerisch sogar 900 Mio. DM
    > verdient.

    Ein Gewinn für den Staat war das in keinem Fall.

    - Zwischen 1994 bis 2007 baute die Deutsche Telekom AG im Inland 77000 Stellen ab. Diese Stellen generieren keine Steuern mehr und fehlen dem Staat folglich. Die Wettbewerber haben aber nur 14000 neue Stellen in der selben Zeit geschaffen, weswegen unterm Strich 60000 Stellen und Steuerzahler fehlen.

    - Kurz vor der Privatisierung hat der Bund noch mal ein 55 Milliarden DM Programm aufgelegt und auf dem Gebiet der ehemaligen DDR eines der damals modernsten TK Netze erbaut. Das relativiert die Schuldenübernahme doch ganz erheblich.

    - Den Wert des gesamten TK Netzes eines Landes mit nur 69,1 Milliarden DM zu taxieren, halte ich für extrem vermessen. Das war zu wenig und es wurde der selbe Unsinn, der schon bei Übernahmen von ehemaligen VEB der DDR die von der Treuhandanstalt systematisch unterbewertet wurden, getrieben.

    - Der Staat hat viel Einfluss auf diese Kerninfrastruktur abgegeben an private Investoren wie beispielsweise die Blackstone Group L.P. - ich halte das für schlecht. Infrastruktur gehört grundsätzlich in staatliche Hand.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 17.10.17 20:14 durch ckerazor.

  20. Re: "Es sei nicht einzusehen, dass Netflix an die großen Kabelnetzbetreiber für eine Einspeisung zahlt"

    Autor: Der Held vom Erdbeerfeld 17.10.17 - 20:21

    ckerazor schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn im schwierig zu erschließenden Hochlohnland
    > Gigabit Glasfaser für 67 Franken monatlich geht, dann
    > sollte hier eine XX Mbit Leitung für 30?

    Breitband-Datenanbindungen skalieren deutlich schlechter mit Fläche/Leitungslänge und Nutzerzahl als mit schwierigem Gelände - wobei Deutschland auch noch ungefähr das Viereinhalbfache an mit der Schweiz vergleichbarem schwierigem Gelände aufweist.

    Auch die Siedlungsstruktur ist eine ganz andere: Zwar leben leben sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland drei Viertel der Bevölkerung in Ballungsgebieten, allerdings hat die Schweiz doch ein paar weniger davon - und wenn es sich in den letzten zwei Jahren nicht komplett geändert haben sollte, hat auch in der Schweiz nicht jedes abgelegene Gehöft und noch nicht einmal jedes Dörfchen Breitband-Internet.

    Und wenn es um die Frage geht, warum hier nicht wenigstens die Ballungsräume schnelles und preiswertes Internet haben, hat das wirtschaftsstrukturelle und politische Gründe: Wir haben viel weniger lokale ISP, die ihre Netz- und Preisstrukturen regional anpassen könnten und was politische Digitalentwicklungsentscheidungen angeht, ist die kantonale Ebene eine passend dimensionierte Verwaltungseinheit.

    Kurz, das sind Äpfel und Birnen. Ebenso gut könnte man den Digitalausbau und die Preisgestaltung mit denen von Monaco oder Katar vergleichen.

    > Initial musste die Deutsche Telekom also keinen
    > einzigen Cent investieren.

    Das ist richtig, allerdings hat das wenig Relevanz für Provider, die nicht die Deutsche Telekomik sind und von denen etliche noch nicht einmal das Netz der Deutschen Telekom nutzen. Und um die geht es hier.

    > Die in Deutschland für das Gebotene sowohl was
    > Mobilfunk, als auch Festnetz angeht, viel zu teuer
    > sind. Siehe Schweiz Statement oben.

    Wenn die meisten Deutschen knapp 60 Euro für ihren Breitbandanschluss ausgeben würden wie die Schweizer, gäbe es das Problem gar nicht. Viele bekommen aber bereits Schnappatmung, wenn sie mehr als 30 Euro ausgeben sollen.
    Das wiederum könnte damit zusammenhängen, dass die Schweiz - wie du oben ganz richtig festgestellt hast - ein Hochlohnland ist. Das bedeutet zwar, dass der Auf- und Ausbau *jeglicher* Infrastruktur im Verhältnis etwas teurer sein kann, allerdings kann man zu dessen Finanzierung die Kunden auch stärker zur Kasse bitten, ohne dass es diesen gleich weh tut.

    > Die Alternative wäre den eigenen Job zu machen und
    > Datenpakete von A nach B zu wuppen.

    Nur dass inzwischen für das gleiche Geld ungefähr das 20fache an Daten "gewuppt" werden soll. Um zu sehen, das das nicht aufgeht muss man noch nicht einmal die Baumschule bei Lehrer Ast besucht haben.

    > Sollen Provider jetzt bei jedem Contentanbieter die
    > Hand aufhalten? Hallo Netzneutralität?

    Wenn sie bei wirklich jedem im korrekten Verhältnis zur generierten Netzbelastung die Hand aufhalten, bleibt die Netzneutralität gewahrt. Sie wird hingegen gefährdet, wenn
    einige Content-Anbieter für ihr Geschäftsmodell mehr als die Hälfte der vorhandenen Kapazität auslasten.

    > Also Verluste fahren Telekom, Vodafone wohl kaum.

    Prognose != aktueller Zustand.

    > Ich wünsche mir keine derartigen Vorstöße. Am Ende
    > möchte jedes Angebot im Internet und jeder Provider
    > wieder für jeden Klick 10 Cent. Dann bin ich wieder
    > bei BTX, wo der einmalige Seitenabruf Geld gekostet
    > hat. IMHO kann man dann das WWW einfach zumachen.

    Genau das soll doch vermieden werden, indem man die tatsächlichen Kosten für die individuell unterschiedlich generierte Netzlast eben *nicht* (allein) dem Kunden aufbürdet.

    Und zwischen den Extremen, entweder jeden Klick einzeln zu berechnen oder von jedem Kunden einen Flatrate-Preis zu verlangen, der die maximal mögliche Nutzung des Kunden abdecken kann, gibt es ziemlich viel Spielraum für eine gescheite Lösung - insbesondere dann, wenn die Kosten für extreme Beanspruchungen gleichmäßig zu Lasten von Provider, Endverbrauchern und Content-Anbietern gehen.

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