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Der Ruf des Personalausweis

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  1. Der Ruf des Personalausweis

    Autor: Hantilles 02.11.18 - 21:06

    Mich ärgert etwas die Berichterstattung über den Personalausweis.

    Zugegeben: perfekt ist das System nicht. Eine gewisse Komplexität lässt sich nicht vermeiden, möchte man das Sicherheitsniveau halten, das der Personalausweis ermöglicht.

    Trotzdem ist die Usability der AusweisApp2 besser als ihr Ruf. Wer ein kompatibles Smartphone besitzt, und dieses einmal einrichtet, kann die Authentifizierung mit der AusweisApp tatsächlich recht komfortabel umsetzen. Und zwar nicht nur unter Windows, sondern tatsächlich auf allen Plattformen. Die Kopplung von Smartphone und AusweisApp ist nicht komplizierter als die Kopplung zweier Bluetooth-Geräte mit PIN oder die Eingabe eines WLAN-Keys. Wie gesagt: das ist nicht vollkommen trivial, aber die genannten anderen Verbindungen bekommen hunderttausende von Nutzerinnen und Nutzern jeden Tag problemlos hin. Mit einem Lesegerät funktioniert es noch komfortabler, aber ich verstehe, dass niemand für die zwei Identifikationen im Jahr diese Investition tätigen möchte.

    Fakt ist: die AusweisApp funktioniert ziemlich gut und komfortabel, sobald die Verbindung zum Lesegerät besteht. Was mich jedoch aufregt ist die schlechte Implementierung in den allermeisten Diensten, die den elektronischen Personalausweis benutzen. Dass auf der zugehörigen Website des Dienstes automatisch auf die AusweisApp gewechselt wird, funktioniert noch ziemlich gut. Die Usability der jeweiligen Websites, die Erklärungen, was als nächstes passiert und wozu die übermittelten Daten verwendet werden, ist in aller Regel jedoch unter aller Sau.

    Kaum ein angebotener Dienst macht sich die Mühe, die Nutzerinnen und Nutzer auf die Authentifizierung vorzubereiten und sie verständlich in ihre Systeme zu integrieren. Nein, man bekommt beim Kraftfahrtbundesamt die weltbewegende Abfrage vor den Kopf geknallt, das man unbedingt noch die korrekte Anrede ergänzen müsse, damit das automatisch generierte PDF mit dem Punktestand aus dem Führerscheinregister ja auch *unbedingt* korrekt addressiert werde.

    Kaum eine Behörde oder Einrichtung, die den Personalausweis ernst nimmt.

    Das größte Ärgernis ist dabei die Bundesdruckerei, die selbst eigentlich so vertraut mit dieser Technologie sein sollte, wie kaum jemand sonst. Für ihren Dienst "sign-me", mit dem man qualifizierte Signaturzertifikate nun online beantragen können solle, wird zwar die Nutzung des Personalausweises als Authentifizierungsweg beworben. Klickt man sich auf deren Website dann durch die jeweiligen Menüs, besteht derzeit ausschließlich die Möglichkeit für Video-Ident. Man wird unvermittelt per Videochat mit einem Callcenter verbunden, die zunächst aufwändig per Kamera prüfen, dass es sich bei meinem Ausweis um ein Original handelt und bei mir um die richtige Person. All das mit einer Vielzahl technischer Schwierigkeiten, die mit noch viel mehr Komplexität kämpfen, als die Infrastruktur des elektronischen Ausweis. Am Ende schlägt die Prüfung dann unvermittelt doch noch fehl.

    Der elektronische Personalausweis ist schlecht? Mag sein, aber offensichtlich sind die Alternativen zur Online-Identifikation noch viel, viel beschissener – und de facto aufwändiger und teurer. Der e-Perso mag einen schlechten Ruf haben, aber mein Eindruck ist: da ist jede Menge Unwille mit im Spiel und die Absicht, das gesamte System auch noch wahnsinnig beschissen finden zu wollen.

    Das heißt nicht, dass es nicht jede Menge berechtigter Kritik an diesem Ding gibt. Insbesondere das von vornherein fehlende Signaturzertifikat. Aber die taugen nicht als Ausreden für das derzeitige Gebaren öffentlicher Institutionen, die Nutzungsmöglichkeit für den e-Perso entweder grottenschlecht oder aber eben gar nicht zu implementieren.

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