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Freelancer wäre mir hiernach zu anstrengend und unsicher

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  1. Freelancer wäre mir hiernach zu anstrengend und unsicher

    Autor: Schattenwerk 15.07.20 - 14:13

    Ich gebe zu, ich komme gerade vom Sport und bin geistig etwas matsche. Jedoch sind hier viele Dinge, welche ich so als naiv denkender Mensch nicht erwartet hätte.

    Wieso kann ich z.B. nicht* als IT Freelancer für ein Projekt bei einem Auftraggeber fest eingegliedert sein, wenn man z.B. im Projekt aushelfen soll. Projektleiter auf Freelancer-Basis wären damit ja immer ein Problem, da diese natürlich an Arbeitszeiten des Auftraggebers, Meetings etc. gebunden sind.

    Trotzdem kann der externe Projektleiter ja selbstständig sein und nach dem Projekt weiterziehen.

    Natürlich können solche Arbeiten noch durchgeführt werden, jedoch dann halt sozialversicherungspflichtig. Hätte ich aber nicht gedacht und erwartet.

    * also man kann natürlich, muss dann halt nur die sozialversicherungspflicht beachten, gehe ich mal davon aus.

  2. Re: Freelancer wäre mir hiernach zu anstrengend und unsicher

    Autor: Trockenobst 15.07.20 - 14:55

    Schattenwerk schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Natürlich können solche Arbeiten noch durchgeführt werden, jedoch dann halt
    > sozialversicherungspflichtig. Hätte ich aber nicht gedacht und erwartet.

    Das ist ja meistens nicht mehr das Thema. Sondern die Rente.
    In den 30 und 40ern bei hohen Stundensätzen am Wochenende Städtereisen machen und mit 62 dann beim Staat vorstellig werden, dass die Kohle weg ist. Es gibt inzwischen 10.000ende die so Pleite sind dass sie nicht mal die Krankenkasse bezahlen können.

    Und bei denen die es sich nicht aussuchen können, Stichwort: Leiharbeiter mit Werksverträgen in der Fleischindustrie, kommt am Ende gar nichts raus.

    Anstelle die Unsicherheit zu befeuern, könnte man wie in Spanien, Frankreich, Italien einfach jeden mit 10% seines Gehalts in die Rente zahlen lassen. Dann wäre der ganze Komplex zu 90% aufgelöst. Wenn der Typ am Fließband oder im Truck trotzdem 10% Rente lassen muss, ist das ganze Leiharbeiterkonstrukt hinfällig.

  3. Re: Freelancer wäre mir hiernach zu anstrengend und unsicher

    Autor: devman 15.07.20 - 20:14

    Trockenobst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Schattenwerk schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Natürlich können solche Arbeiten noch durchgeführt werden, jedoch dann
    > halt
    > > sozialversicherungspflichtig. Hätte ich aber nicht gedacht und erwartet.
    >
    > Das ist ja meistens nicht mehr das Thema. Sondern die Rente.
    > In den 30 und 40ern bei hohen Stundensätzen am Wochenende Städtereisen
    > machen und mit 62 dann beim Staat vorstellig werden, dass die Kohle weg
    > ist. Es gibt inzwischen 10.000ende die so Pleite sind dass sie nicht mal
    > die Krankenkasse bezahlen können.
    >
    > Und bei denen die es sich nicht aussuchen können, Stichwort: Leiharbeiter
    > mit Werksverträgen in der Fleischindustrie, kommt am Ende gar nichts raus.
    >
    > Anstelle die Unsicherheit zu befeuern, könnte man wie in Spanien,
    > Frankreich, Italien einfach jeden mit 10% seines Gehalts in die Rente
    > zahlen lassen. Dann wäre der ganze Komplex zu 90% aufgelöst. Wenn der Typ
    > am Fließband oder im Truck trotzdem 10% Rente lassen muss, ist das ganze
    > Leiharbeiterkonstrukt hinfällig.

    10%??. Also auf mein Lohnzettel standen immer ~9% (Arbeitnehmeranteil). Der Arbeitgeber zahlt nochmal 9%, das sind also in DE über 18% Rentenabgabe.
    Dafür wird einem aber ab 67 nicht gerade viel geboten.
    Lieber selbstständig, ein abgezahltes Haus und ein paar Aktien.

  4. Re: Freelancer wäre mir hiernach zu anstrengend und unsicher

    Autor: Trockenobst 15.07.20 - 23:37

    devman schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > 10%??. Also auf mein Lohnzettel standen immer ~9% (Arbeitnehmeranteil).

    Die Idee ist, das jeder einzahlt. Der Beamte, der Architekt und die Juristen mit ihren Pools.
    Dann bleibt das auf 10% für jeden und fertig. Keine Analyse, keine Angstmodelle.
    Bei Festanstellung kommen noch 8% von Arbeitgeber dazu.

    D.h. kein Werksvertrag, kein trickreiche Arbeitnehmerüberlassung hilft gegen die 10%.
    Damit sind sehr viele Konstrukte hinfällig, wenn die 10% so oder so bezahlt werden müssen.

    Es sind nicht einmal die Freelancer die dagegen sind, sondern die Beamten und die anderen mit ihren Ständen.

  5. Re: Freelancer wäre mir hiernach zu anstrengend und unsicher

    Autor: master_slave_configuration 16.07.20 - 00:11

    > Es sind nicht einmal die Freelancer die dagegen sind, sondern die Beamten
    > und die anderen mit ihren Ständen.


    Jeder der rechnen kann ist dagegen. Die Rentenversicherung leidet an der Überalterung der Arbeitnehmer. Was soll also dabei herauskommen Beamte einzugliedern, die im Schnitt noch älter sind?

  6. Re: Freelancer wäre mir hiernach zu anstrengend und unsicher

    Autor: Trockenobst 16.07.20 - 01:36

    master_slave_configuration schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Jeder der rechnen kann ist dagegen. Die Rentenversicherung leidet an der
    > Überalterung der Arbeitnehmer. Was soll also dabei herauskommen Beamte
    > einzugliedern, die im Schnitt noch älter sind?

    Wer in einer zukünftigen CDU+SPD Maduro Regierung oder CDU+grüner CDU glaubt, das wir das System Richtung Schweden oder Schweiz ändert, muss die Daumen aber bis zum Verlust drücken. An eine Kandidatur von Merz glaube ich nicht, der stört das System nur.

    Momentan läuft das alles noch unter dem Radar, aber schon vor der Krise haben Leute in sehr vielen Branchen kommuniziert, dass sie keiner freien Aufträge mehr kriegen und vieles, wie z.B. Filmschnitt, Systemadministration oder Mediacontrolling ins europäische Ausland geht. IT geht es noch vergleichsweise gut, aber die Welle wird Q1 oder Q2 nächstes Jahres zuschlagen.

    Welche Regierung immer wird das konsequent aussitzen und darauf hoffen das viele irgendwann keine Lust mehr haben sich vor Gericht zu prügeln und sich fest anstellen lassen. Das ist der Plan und Covid kommt ihnen noch entgegen, weil viele Ex-Freelancer mit heftigen finanziellen Abschlägen die Festanstellung dem Hungern bevorzugen.

    Deswegen ist es der Plan D oder H, wenn alles andere nicht klappt, mit einer Rentenzahlungspflicht, vielleicht auf sehr niedrigem Level von 5 oder 8 Prozent, das Thema zu entschärfen. Einige Gruppierungen arbeiten daran. Ich glaube selbst nicht das dies funktioniert und es wird darauf hinauslaufen, das Leute das Land verlassen wenn sie können oder wilde Konstrukte über die Firma in Odessa (EU-Ausland mit lokalem Ersatzmann) daraus wird.

  7. Re: Freelancer wäre mir hiernach zu anstrengend und unsicher

    Autor: .02 Cents 16.07.20 - 16:33

    Es gibt reale Fehlentwicklungen insbesondere im Bereich der einfachen ungelernten / angelernten Dienstleistungen, wie zum Beispiel Paket- / Lieferdienste oder schon fast sprichwörtlich der Fleischverarbeitenden Industrie. Hier werden ohnehin schon Sätze gezahlt, soweit wie möglich an oder unter den Mindestlohn gedrückt werden. Dabei ist der Bund über seine Beteiligung bei der Post einer der ganz grossen Akteure in diesem Markt.

    Hier kann man angeblich nichts machen.

    Auf der anderen Seite geht es um IT Freelancer, die selbst laut Beispiel im Artikel mindestens 300 Tagessatz kassieren - sicher nicht die Welt, da das Umsatz vor allen Kosten ist, aber immer noch mehr, als der osteuropäische DHL Fahrer von seiner Verleihfirma pro Woche bekommt.

    Und hier soll es wirklich so sein, dass die einzige Möglichkeit, wie man in diesem Zusammenhang Steuern, Abgaben und (Sozial) Versicherungen von MÜNDIGEN BÜRGERN kassieren kann die ist, diese Abgaben von einem Arbeitgeber entrichten zu lassen? In Konsequenz muss man sich eigentlich wundern, warum es zulässig ist, Arbeitsverträge zu unterschreiben ...

    > Das ist ja meistens nicht mehr das Thema. Sondern die Rente.
    > In den 30 und 40ern bei hohen Stundensätzen am Wochenende Städtereisen machen und mit
    > 62 dann beim Staat vorstellig werden, dass die Kohle weg ist. Es gibt inzwischen 10.000ende
    > die so Pleite sind dass sie nicht mal die Krankenkasse bezahlen können.

    Was ist das für ein Argument? Es gibt Leute - und ich würde vermuten, dass das wenigstens 1-2 Grössenordnungen mehr sind, als deine 10.000ende - die überschuldet sind, ob mit oder ohne laufende Privatinsolvenz. Sollen deswegen Verträge aus denen sich finanzielle Verpflichtungen ergeben könnten, verboten werden oder erst nach amtlicher Genehmigung erlaubt werden?

    Es braucht hier einfach eine Regelung, die mit der ganzen Misere aufräumt. Wenn ich persönlich nicht die gleichen Dienstleistungen mit einem Mandanten im direkten Vertrag vereinbaren darf, wie das für ein "Beratungsunternehmen" möglich ist, dann ist das Diskriminierend, und zwar vollkommen grundlos. Wenn ich staatlich gezwungen werde, in so ein Vertragsverhältnis einen Vermittler einzuschalten, der sich in das Dienstleistungsverhältnis einschleust und
    20 und teilweise noch mehr Prozent kassiert, ohne einen Mehrwert zu bieten, dann ist das auch ganz sicher nicht plausibel begründbar. Wieso sollt McKinsey die Bundeswehr beraten dürfen indem sie sogenannte Berater in die Betrieblichen Prozesse im Kriegsministerium einschleusen - wenn ich das gleiche tue, dann ist das Scheinselbständigkeit.

    Das gesamte Konstrukt ist einfach schwachsinnig, weil es echte Märkte mit Angebot und Nachfrage zerstört, in denen Freiberufler zu teils weit mehr als auskömmlichen Einkommen tätig werden könnten. Auf der anderen Seite wird nichts gemacht um die Ausbeutung prekär Beschäftigter in irgendeiner Form abzumildern zu Kosten, die in dem Fall am Ende tatsächlich garantiert die Allgemeinheit tragen muss. Und im Fall der Paketkuriere war das schon in den 80ern so, das Dienste wie DPD einfach über Subunternehmer Konstrukte betriebliche Risiken abgewälzt haben - keinerlei Verbesserung für die Betroffenen, im Gegenteil: mittlerweile werden ungelernte Osteuropäer ohne Sprachkenntnisse oder Kenntnisse ihrer Rechte noch effektiver ausgebeutet.

  8. Re: Freelancer wäre mir hiernach zu anstrengend und unsicher

    Autor: Trockenobst 16.07.20 - 19:29

    .02 Cents schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ist das für ein Argument? Es gibt Leute - und ich würde vermuten, dass
    > das wenigstens 1-2 Grössenordnungen mehr sind, als deine 10.000ende - die
    > überschuldet sind, ob mit oder ohne laufende Privatinsolvenz. Sollen
    > deswegen Verträge aus denen sich finanzielle Verpflichtungen ergeben
    > könnten, verboten werden oder erst nach amtlicher Genehmigung erlaubt
    > werden?

    Wie unterscheidest du falsche Business-Entscheidungen vs. Geld verpulvert, dass du für deine Rente nicht zurück gelegt hast? Wenn du vom Grundgesetz gezwungen bist, beiden H4 und eine Wohnung zu stellen, wirst du für den zweiten Fall jedoch als Fairness einen Weg suchen, diese Absicherung zu erzwingen. Von mir aus: zeig mir deine selbst bewohnte Eigentumswohnung, dein Aktienportfolio, jedes Jahr mit deiner Einkommenserklärung.

    Stattdessen geht man den verdeckten Weg des Zwanges der Festanstellung, damit du doch in die Rente zahlst. Da gibt es aber auch grundsätzliche Diskussionen die man machen muss, etwa das Recht auf Teilzeit. Leute nehmen lieber die prekäre Selbstständigkeit an, damit sie nur 80% Arbeiten müssen, statt in Burn Out Jobs 110% Dübeln zu müssen.

    > Wieso sollt McKinsey die Bundeswehr beraten dürfen indem sie sogenannte Berater in die
    > Betrieblichen Prozesse im Kriegsministerium einschleusen - wenn ich das
    > gleiche tue, dann ist das Scheinselbständigkeit.

    Ich bezweifle das McKinsey einen zugewiesenen Platz bekommt und dann vorgegebene Paletten auf dem Truck abfahren ;) Die sitzen doch 100% am Tag am Powerpoint und/oder Telefon.

    In der Praxis ist es eben so, dass der Freelancer den Internen ohne Skill ersetzen soll, weil man keinen anderen findet. Der hat den festen Platz, vorgegebene Hardware, vorgegebene Tasks, das ist natürlich unschön für die SPD, dass sich solche Leute aus der mickrigen Rente "mogeln" können. Man könnte natürlich Riester und Rürup auflösen und den schwedischen Weg gehen, aber nicht mehr in meiner Lebenszeit, nicht im verknöcherten Deutschland.

    > Betroffenen, im Gegenteil: mittlerweile werden ungelernte Osteuropäer ohne
    > Sprachkenntnisse oder Kenntnisse ihrer Rechte noch effektiver ausgebeutet.

    Die SPD will an das Geld der Besserverdiener, die CDU will dem Volk nicht 1¤ mehr pro Paket aufbürden. Beginnen wir doch mit 15¤ Mindestlohn, egal welcher Vertrag. Mit CDU+grüne CDU oder Maduro SPD ist beides nicht drin.

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