1. Foren
  2. Kommentare
  3. Politik/Recht
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Java-Rechtsstreit: Oracle…

Aber es geht doch um die API selbst?

Für Konsolen-Talk gibt es natürlich auch einen Raum ohne nerviges Gedöns oder Flamewar im Freiraum!
  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Aber es geht doch um die API selbst?

    Autor: Oromit 27.05.16 - 11:24

    OpenJDK implementiert doch genau die selben Java-APIs, um die es in der Klage geht.
    Warum genau sollte das, wir im letzten Absatz behauptet, weitere Schadensersatzforderungen verhindern?
    Google hat ja nicht Code von Oracle geklaut, die haben das schon alles selbst von Grund auf implementiert, und werden trotzdem verklagt.

  2. Re: Aber es geht doch um die API selbst?

    Autor: bstea 27.05.16 - 11:35

    Google/Android hat von Apache geklaut, die wiederum von Sun geklaut hatten. Eine Übernahme von OpenJDK wäre keine Urheberverletzung weil diese explizit von Oracle so freigegeben werden.

    --
    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

  3. Re: Aber es geht doch um die API selbst?

    Autor: devman 27.05.16 - 11:36

    Oromit schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > OpenJDK implementiert doch genau die selben Java-APIs, um die es in der
    > Klage geht.
    > Warum genau sollte das, wir im letzten Absatz behauptet, weitere
    > Schadensersatzforderungen verhindern?
    > Google hat ja nicht Code von Oracle geklaut, die haben das schon alles
    > selbst von Grund auf implementiert, und werden trotzdem verklagt.

    Google hatte den Java-Code der HotSpot dekompiliert (Es waren original Sun-Kommentare im Quellcode). Damals gab es noch keine OpenJDK.
    Aber man muss froh sein, das es zu keinem Urteil gegen Google gekommen ist.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 27.05.16 11:36 durch devman.

  4. Re: Aber es geht doch um die API selbst?

    Autor: nicoledos 27.05.16 - 12:57

    bstea schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Google/Android hat von Apache geklaut, die wiederum von Sun geklaut hatten.
    > Eine Übernahme von OpenJDK wäre keine Urheberverletzung weil diese explizit
    > von Oracle so freigegeben werden.

    Geklaut?
    Java ist ein mehr oder weniger offener aber keinesfalls freier Standard. Jeder, der Java implementieren will muss auch die APIs nach bauen. Jedenfalls jene, die Teil des Standards sind, egal ob MS, Apache, IBM, RedHat oder wer auch sonst sein eigenes Java machen will. Da wird erst mal nichts geklaut. Entsprechend der Lizenzen kann man an Code weiter verwenden.

    Problem 1: Man darf es nur Java nennen, wenn auch gewisse Regeln eingehalten und diverse Tests durchlaufen worden. Hier ist Microsoft in die Falle getappt. Weshalb aus Microsoft Java das kurzlebige J++ wurde.

    Problem 2: Google hat das Ding mit eigenen Ideen auf Basis der als Standard verfügbaren API umgesetzt und es gar nicht erst Java genannt. Was Sun erst mal akzeptiert hat. Nur sieht es doch irgendwie nach Java aus, was Oracle stört.

    Problem 3: Embedded und Mobile wurde als eigener Geschäftsbereich zum Geld drucken angesehen. Dieser wurde vom "normalen" Java abgeschottet. Jeder, der versucht mit einem eigenen Java in diesen Bereich einzudringen bekommt heftigen juristischen Gegenwind und bekommt auch nicht den offiziellen "Stempel". Allein durch diese Haltung war Google gezwungen den Weg zu gehen den sie gegangen sind. Weshalb Oracle auch dagegen klagt.

  5. Re: Aber es geht doch um die API selbst?

    Autor: JensM 27.05.16 - 13:10

    devman schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oromit schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Google hat ja nicht Code von Oracle geklaut, die haben das schon alles
    > > selbst von Grund auf implementiert, und werden trotzdem verklagt.
    >
    > Google hatte den Java-Code der HotSpot dekompiliert (Es waren original
    > Sun-Kommentare im Quellcode). Damals gab es noch keine OpenJDK.
    > Aber man muss froh sein, das es zu keinem Urteil gegen Google gekommen ist.

    Das ist irgendwie in Vergessenheit geraten, auch wenn man die letzten beiden Golemartikel liest.

    Apache hat Quellcode von Sun copy&pasted. Google wiederrum hat Apaches Quellcode übernommen um Android zu bauen und ist darum nun der "Verantwortliche" in dem Prozess.

    Der Streit ist nun darüber, wie wichtiger der Anteil des geklauten Codes ist (nur 0,x Prozess des Quellcodes, andere sagen geklaut ist geklaut) und ob der Klau quasi böse Absicht oder Fair Use war.

    Aber imho geht es nicht mehr darum ob überhaupt Code kopiert wurde.

  6. Re: Aber es geht doch um die API selbst?

    Autor: Muhaha 27.05.16 - 13:25

    JensM schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Aber imho geht es nicht mehr darum ob überhaupt Code kopiert wurde.

    Jepp. Viel wichtiger ... es geht um die Frage, ob die Verwendung einer API patentierbar und lizensierbar ist. In der EU gibt es dazu mittlerweile klare Urteile, die APIs explizit davon befreien. Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass die USA hier nachziehen werden, weil man sonst alles in die Tonne kippen könnte, was im Zusammenhang mit IT in den letzten 30-40 Jahren entstanden ist.

  7. Re: Aber es geht doch um die API selbst?

    Autor: Wildfire 27.05.16 - 20:44

    bstea schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Google/Android hat von Apache geklaut, die wiederum von Sun geklaut hatten.
    > Eine Übernahme von OpenJDK wäre keine Urheberverletzung weil diese explizit
    > von Oracle so freigegeben werden.

    Es geht in diesem Fall nicht um funktionalen Code, sondern einzig und alleine um Schnittstellenbeschreibungen (APIs). Diese Unterliegen gemäß Urteil in den USA jetzt einem Copyright. Google hat mit dem aktuellen Urteil nachgewiesen das ihr Umgehen dieses Copyright Fair Use ist. Das Copyright als solches besteht aber weiterhin.

    Ganz einfaches Beispiel:
    Eine Liste in Java bietet unter anderem Methoden um Elemente hinzuzufügen, zu entfernen und die Größe abzufragen (add, remove, size, ...).

    Google hat ebenfalls eine Liste implementiert (der Code stammt von Google selbst). Ihr "Vergehen" besteht darin, das die Methoden und Parameter exakt identisch zu Oracles Java sind, also API-Kompatibel. Das Interface der Liste haben sie kopiert, nicht die Implementierung.

    Das erlaubt es ein in Java geschriebenes Program nicht nur in Java-Bytecode zu übersetzen sondern auch in Dalvik Bytecode, ohne das der Quellcode dafür angepasst werden muss. Und genau das passt Oracle nicht in den Kram.

    Ein solches Copyright ist für die ganze IT-Welt ein Problem. Jeder der Software implementiert die API-Kompatibel zu einer anderen Software ist verstößt dagegen. Einfachstes Beispiel: Wine.

    Wenn es den Firmen in den Sinn kommt kannst du dich ab sofort auf Rechtsstreits von jedem gegen jeden gefasst machen. Es geht in dem Fall als weniger um Oracle vs Google als vielmehr Oracle vs IT-Welt.

  8. Re: Aber es geht doch um die API selbst?

    Autor: mnementh 28.05.16 - 07:59

    JensM schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > devman schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Oromit schrieb:
    > >
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > > Google hat ja nicht Code von Oracle geklaut, die haben das schon alles
    > > > selbst von Grund auf implementiert, und werden trotzdem verklagt.
    > >
    > > Google hatte den Java-Code der HotSpot dekompiliert (Es waren original
    > > Sun-Kommentare im Quellcode). Damals gab es noch keine OpenJDK.
    > > Aber man muss froh sein, das es zu keinem Urteil gegen Google gekommen
    > ist.
    >
    > Das ist irgendwie in Vergessenheit geraten, auch wenn man die letzten
    > beiden Golemartikel liest.
    >
    > Apache hat Quellcode von Sun copy&pasted. Google wiederrum hat Apaches
    > Quellcode übernommen um Android zu bauen und ist darum nun der
    > "Verantwortliche" in dem Prozess.
    >
    > Der Streit ist nun darüber, wie wichtiger der Anteil des geklauten Codes
    > ist (nur 0,x Prozess des Quellcodes, andere sagen geklaut ist geklaut) und
    > ob der Klau quasi böse Absicht oder Fair Use war.
    >
    > Aber imho geht es nicht mehr darum ob überhaupt Code kopiert wurde.
    Wenn hier von Code die Rede ist, dann ist das irreführend. Kopiert wurden Schnittstellen. Auch wenn man die von Hand neu implementiert, aber kompatibel bleibt, dann kommt semantisch dasselbe raus. Es könnte Unterschiede in Kommentaren, Leerzeichen und Zeilenumbrüchen geben.

  9. Re: Aber es geht doch um die API selbst?

    Autor: bstea 28.05.16 - 13:09

    Mal abgesehen davon, dass ich dem nie widersprochen habe, aber was ist denn an einem Interface nicht funktional?
    Und du vergisst, dass mit der Übernahme von OpenJDK weite Teile der Runtime GPL werden, das könnte noch spaßig werden. Immerhin verwendet man dort keine reine GPL.

    --
    Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. TenneT TSO GmbH, Bayreuth
  2. MVV EnergySolutions GmbH, Mannheim
  3. Sanner GmbH, Bensheim bei Darmstadt
  4. Landratsamt Reutlingen, Reutlingen bei Stuttgart

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Top-Angebote
  1. (1TB für 41,65€, 5TB für 92,65€)
  2. (u. a. Hitman 3 - Epic Games Store Key für 34,49€, Medieval Dynasty für 8,99€)
  3. 2.449,00€
  4. gratis (bis 22.04.)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme