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Mist

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  1. Re: Mist

    Autor: goto10 30.04.22 - 14:09

    > Na dann lasst uns doch eine Steuer draus machen. ich bin sofort dafür.
    > Genau das wird nie passieren, denn dann kann der ÖR nicht mehr mit dem Geld
    > machen was sie wollen.

    Pssst ... das wäre umgekehrt. Steuern dürfen grundsätzlich für alles verwendet werden, sie sind niemals zweckgebunden. Abgaben sind zweckgebunden.

    Was fehlt ist eine exakte Vorgabe was der ÖR darf und was nicht. Da könnte man den Betrag auch splitten:

    a) Pflichtbeitrag für Bildung, die nicht ideologisch geprägt ist. Unabhängige Nachrichten mit einem breiten Spektrum, so das auch wieder Kritiker der Regierung zu Wort kommen und man nicht einfach durch weglassen von Informationen die Nachricht verfälscht. Das ist jetzt nicht ausgearbeitet sondern nur schnell verfasst. Da fehlt natürlich noch einiges.

    b) Optionsbeitrag für Meinungssendungen, Sportübertragungen (Ergebnisse kommen in den Nachrichten), Unterhaltungssendungen... . Diesen Beitrag könnte man auch weiter splitten in Sportpaket, Unterhaltungspaket, ... .

    Und dann muss man mal über die Zusammensetzung der Rundfunkräte streiten. Weitere Baustelle könnte, da bin ich nicht so informiert, die, wie einige Berichten, üppigen Pensionskassen sein.

  2. Re: Mist

    Autor: Oktavian 30.04.22 - 14:14

    > Was fehlt ist eine exakte Vorgabe was der ÖR darf und was nicht.

    Was er darf, soll, muss, steht im Rundfunkstaatsvertrag. Geliefert wird genau das, was bestellt wurde. Kontrolliert wird es durch die Länder und andere über ihre Vertreter im Rundfunkrat und in der KEF.

    > Weitere Baustelle könnte, da bin ich nicht so informiert, die, wie einige
    > Berichten, üppigen Pensionskassen sein.

    Das Thema ist lange gelöst. Tatsächlich waren die Pensionszusagen mal üppig, und die müssen auch erfüllt werden, denn ein Vertrag ist ein Vertrag ist ein Vertrag. Aber seit ca. 20 Jahren wird zu deutlich geringeren Konditionen eingestellt.

    Zudem finde ich es witzig. Da reden alle über die Notwendigkeit einer betrieblichen Altersvorsorge. Und da macht ein Arbeitgeber mal was, geht mit gutem Beispiel voran, und dann ist das auch wieder nicht okay.

  3. Re: Mist

    Autor: goto10 30.04.22 - 14:15

    > Das hat mit dem Thema ja nun mal gar nichts zu tun.
    > Im Übrigen halte ich den Öffentlichen Rundfunk für notwendig, weil kaum
    > noch Zeitung gelesen wird und aus den meisten anderen Quellen fast nur
    > gequirlte Scheiße kommt.

    Der ÖR produziert auch ganz schön viel von der "gequirlten Scheiße". Die ideologischen Scheuklappen sind ganz schön gewachsen. ;-) Der ÖR spielt sich immer mehr zum Erzieher der Bürger auf. Das ist ganz klar nicht sein Auftrag!

    Im übrigen sind Zeitungen bzw. deren Verlage nicht alles private Unternehmen, ok viele im Besitz der SPD, aber eindeutig nicht ÖR. Und ich werde nicht gezwungen eine Zeitung zu kaufen.

    Wenn du die Notwendigkeit der ÖR durch das fehlende Lesen der Zeitungen begründest, wie willst du dann begründen das der ARD/ZDF unbedingt OR sein müssen? Und wie willst du erreichen das die Leute zwar zahlen aber gar nicht die Sendungen anschauen?

  4. Re: Mist

    Autor: Oktavian 30.04.22 - 14:25

    > Der ÖR spielt
    > sich immer mehr zum Erzieher der Bürger auf. Das ist ganz klar nicht sein
    > Auftrag!

    Doch, das ist schon sein Auftrag. Wenn ich mal in §26 des Medienstaatsvertrags schaue, dann steht da:

    "Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist, durch die Herstellung und Verbreitung ihrer Angebote als Medium und Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. ... Ihre Angebote haben der Bildung, Information, Beratung und Unterhaltung zu dienen. Sie haben Beiträge insbesondere zur Kultur anzubieten."

    Da kann man schon einen Erziehungsauftrag im demokratischen Sinne hineininterpretieren.

    > Im übrigen sind Zeitungen bzw. deren Verlage nicht alles private
    > Unternehmen, ok viele im Besitz der SPD, aber eindeutig nicht ÖR. Und ich
    > werde nicht gezwungen eine Zeitung zu kaufen.

    Und?

    > Wenn du die Notwendigkeit der ÖR durch das fehlende Lesen der Zeitungen
    > begründest, wie willst du dann begründen das der ARD/ZDF unbedingt OR sein
    > müssen?

    Einerseits muss man das gar nicht begründen, es ist demokratisch so beschlossen. Andererseits reicht da ein Blick in die Medienlandschaft von Ländern ohne starken ÖR. Die Notwendigkeit ist damit quasi empirisch belegt.

    > Und wie willst du erreichen das die Leute zwar zahlen aber gar
    > nicht die Sendungen anschauen?

    Muss man das erreichen? Ich fände es schöner, wenn sie zahlen und die Sendungen auch gucken.

    Aber andererseits, wir zahlen auch alle für Unis, sogar die, die nie eine Uni von innen gesehen haben. Solidargemeinschaft nennt man das.

  5. Re: Mist

    Autor: Mandri 30.04.22 - 14:36

    goto10 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn du die Notwendigkeit der ÖR durch das fehlende Lesen der Zeitungen
    > begründest, wie willst du dann begründen das der ARD/ZDF unbedingt OR sein
    > müssen? Und wie willst du erreichen das die Leute zwar zahlen aber gar
    > nicht die Sendungen anschauen?

    Das möchte ich nicht erreichen. Im Gegenteil:
    Ich hoffe, dass sie - wenn sie die Musik schon bezahlen - auch mal die Inhalte wahrnehmen.

  6. Re: Mist

    Autor: goto10 30.04.22 - 14:41

    > Was er darf, soll, muss, steht im Rundfunkstaatsvertrag. Geliefert wird
    > genau das, was bestellt wurde. Kontrolliert wird es durch die Länder und
    > andere über ihre Vertreter im Rundfunkrat und in der KEF.

    Scheinbar ist dieser zu schwammig verfasst. Das ist die Kritik. Das es einen gibt ist schon klar. ;-)

    > Das Thema ist lange gelöst. Tatsächlich waren die Pensionszusagen mal
    > üppig, und die müssen auch erfüllt werden, denn ein Vertrag ist ein Vertrag
    > ist ein Vertrag. Aber seit ca. 20 Jahren wird zu deutlich geringeren
    > Konditionen eingestellt.

    Dank für die Information. Wie sieht es mit der Höhe im Vergleich mit der gesetzlichen RV aus?

    > Zudem finde ich es witzig. Da reden alle über die Notwendigkeit einer
    > betrieblichen Altersvorsorge. Und da macht ein Arbeitgeber mal was, geht
    > mit gutem Beispiel voran, und dann ist das auch wieder nicht okay.

    Das mag daran liegen das gerade die ÖR gerne dazu aufrufen alle, insbesondere die Beamten, in die gesetzlichen RV zu befördern. Wie war das mit dem Wald und dem Rufen?

    Ob betriebliche oder gesetzliche AV ist mir egal, es kommt auf die Konditionen an.

  7. Re: Mist

    Autor: Oktavian 30.04.22 - 14:49

    > Scheinbar ist dieser zu schwammig verfasst. Das ist die Kritik. Das es
    > einen gibt ist schon klar. ;-)

    Das haben solche Aufträge so an sich, dass sie gewissen Gestaltungsspielraum haben. Für die Auslegung ist dann die Verwaltung des ÖR zuständig, kontrolliert vom Rundfunkrat. Und da sitzen wieder die Landesvertreter drin. Toll, oder? Damit ist die demokratische Kontrolle der Auslegung erreicht.

    Ansonsten empfehle ich einen Blick in den Medienstaatsvertrag. Der ist da erstaunlich konkret:
    https://www.landesrecht-hamburg.de/bsha/document/jlr-MedienStVtrHArahmen

    > Dank für die Information. Wie sieht es mit der Höhe im Vergleich mit der
    > gesetzlichen RV aus?

    Ein "Vergleich" ist hier nicht möglich bzw. unsinnig. Die Angestellten beim ÖR sind keine Beamte, sie zahlen ganz normal in die Rentenversicherung ein und erhalten eine ganz normale Rente, analog zu ihrem jeweiligen Gehalt.

    Das, was man immer als Pensionsverpflichtungen bezeichnet, ist eine betriebliche Altersvorsorge, und die kommt on top. Das ist übrigens ein Modell, das natürlich jedem Unternehmen offensteht, und viele Unternehmen tun das auch. In früheren Modellen war die Altersvorsorge oft so, dass sie die Rentenlücke ziemlich vollständig geschlossen hat. Das ist seit grob 20 Jahren aber nicht mehr so. Alle, die danach angefangen haben, erhalten nur noch ein paar Prozent Aufschlag.

    > Das mag daran liegen das gerade die ÖR gerne dazu aufrufen alle,
    > insbesondere die Beamten, in die gesetzlichen RV zu befördern. Wie war das
    > mit dem Wald und dem Rufen?

    Ich halte das auch für eine glänzende Idee, wenn alle gleichermaßen in die RV eintreten. Diese kann man dann durch betriebliche AV bzw. durch private Vorsorge ergänzen. Handhaben eigentlich die meisten Länder so, die ein sinnvolles Rentensystem haben.

  8. Re: Mist

    Autor: Extrawurst 30.04.22 - 18:23

    > Damit ist die demokratische Kontrolle der Auslegung erreicht.

    Mit dieser Ansicht werden wir uns wohl nie einig. Wie auch einer zunehmenden Menge an Menschen in Deutschland ebenso. Was nützen schon demokratische Strukturen, wenn effektiv alle die gleiche Meinung haben?

    > Ansonsten empfehle ich einen Blick in den Medienstaatsvertrag. Der ist da erstaunlich konkret

    Problematisch war lange Zeit der Begriff "Grundversorgung". Was ist das eigentlich? Ich verstehe unter "Grundversorgung" eine minimale Versorgung mit dem aller nötigsten (im Falle des ÖR wäre das: Nachrichten und Bildung).

    Aber nein, die ÖR (und die Gerichte) haben den Begriff genau anders definiert - nämlich dass Grundversorgung möglichst in die Breite zu gehen hat.

    Daher magst du im streng juristischen Sinne zwar Recht haben, aber wenn sich immer mehr Menschen vom ÖR entfremdet fühlen, muss man sich auch fragen, ob das am Ende noch demokratisch ist - unabhängig davon, ob es das im streng juristischem Sinne der Fall ist.

    Siehe z.B. diese Umfrage, als es um die Erhöhung der Gebühr ging:
    https://dnews24.de/insa-umfrage-wollen-die-burger-mehr-ard-und-zdf-um-jeden-preis/

    Sehr faszinierend finde ich übrigens dieses Fazit aus der Umfrage:
    > Erwerbstätige Befragte sind deutlich häufiger für die Verhinderung der Erhöhung des Rundfunkbeitrags als Befragte, welche nicht erwerbstätig sind (59 zu 49 %).

    Ich bin ehrlich der Meinung: Wenn sie die ÖR für so demokratisch halten und auch der Meinung sind, dass sie ihre Aufträge erfüllen - warum bereiten sie nicht einfach vielen Debatten ein Ende, in dem sie sich einer Volksabstimmung (mit den Optionen: "Kann so bleiben", "sollte ausgebaut werden", "sollte reduziert werden" und "sollte ganz abgeschafft werden") stellen? Dann wäre die Sache für ne ganze Weile geklärt, ähnlich wie in der Schweiz. Aber bis es in Deutschland zu Volksabstimmungen kommt, wird eher noch Russland demokratisch.

    Von daher werden sich wohl auch in Zukunft ÖR-Gegner und -Befürworter unversöhnlich gegenüberstehen. Wie es bei vielen anderen Themen auch der Fall ist.

  9. Re: Mist

    Autor: goto10 30.04.22 - 18:29

    > Das haben solche Aufträge so an sich, dass sie gewissen
    > Gestaltungsspielraum haben. Für die Auslegung ist dann die Verwaltung des
    > ÖR zuständig, kontrolliert vom Rundfunkrat. Und da sitzen wieder die
    > Landesvertreter drin. Toll, oder? Damit ist die demokratische Kontrolle der
    > Auslegung erreicht.

    Scheinbar nur auf dem Papier. Nein, die Inhalte der ÖR sind eindeutig ideologisch gefärbt. Eine neutrale Berichterstattung findet kaum statt. Vielleicht sollte man die ganzen Politiker aus der Aufsicht raus werfen und mit normalen Bürgern ersetzten. ;-)

    > Ansonsten empfehle ich einen Blick in den Medienstaatsvertrag. Der ist da
    > erstaunlich konkret:
    > www.landesrecht-hamburg.de

    Nehmen wir mal:
    "Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und privater Rundfunk sind der freien individuellen und öffentlichen Meinungsbildung sowie der Meinungsvielfalt verpflichtet." Hier zeigt sich deutlich: Meinungsvielfalt steht dort, gelebte Realität ist dies ganz und gar nicht.

    "Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen." Auch das geschieht nicht zuverlässig. Es gibt auch in letzter Zeit genügend Beispiele das der Passus des Vertrages durch ARD/ZDF gebrochen wird Es werden "falsche Bilder/Filme" gezeigt die von anderen Ereignissen waren, aber gut zum Narrativ passten. Das ist keine Sorgfalt!

    > Ein "Vergleich" ist hier nicht möglich bzw. unsinnig. Die Angestellten beim
    > ÖR sind keine Beamte, sie zahlen ganz normal in die Rentenversicherung ein
    > und erhalten eine ganz normale Rente, analog zu ihrem jeweiligen Gehalt.

    Soweit ist das Ok.

    > Das, was man immer als Pensionsverpflichtungen bezeichnet, ist eine
    > betriebliche Altersvorsorge, und die kommt on top. Das ist übrigens ein
    > Modell, das natürlich jedem Unternehmen offensteht, und viele Unternehmen

    Unternehmen sind aber auch privat. Das lasse ich für einen zwangsfinanzierten Dienst nicht gelten. Hier müssen andere Ansprüche gelten. Wenn man meint Pensionsverpflichtungen on top zu geben, dann ist der zu fragen der das Geld gibt: Der Zuschauer! Uns sonst niemand. Das ist doch der zu recht kritisierte Selbstbedienungsladen.

    Jedem Mitarbeiter bleibt natürlich frei selbst(!) für weitere Rentenversorgung zu sorgen. Aber eben nicht auf Kosten der Beitragszahler.

    > tun das auch. In früheren Modellen war die Altersvorsorge oft so, dass sie
    > die Rentenlücke ziemlich vollständig geschlossen hat. Das ist seit grob 20
    > Jahren aber nicht mehr so. Alle, die danach angefangen haben, erhalten nur
    > noch ein paar Prozent Aufschlag.

    Ich wäre für Null Prozent Aufschlag. Privat ja, nicht vom Gebührenzahler finanziert.

    > > Das mag daran liegen das gerade die ÖR gerne dazu aufrufen alle,
    > > insbesondere die Beamten, in die gesetzlichen RV zu befördern. Wie war
    > das
    > > mit dem Wald und dem Rufen?
    >
    > Ich halte das auch für eine glänzende Idee, wenn alle gleichermaßen in die
    > RV eintreten. Diese kann man dann durch betriebliche AV bzw. durch private
    > Vorsorge ergänzen. Handhaben eigentlich die meisten Länder so, die ein
    > sinnvolles Rentensystem haben.

    Ich gehe davon aus das das ganze gesetzliche Rentensystem überarbeitet werden muss. Ein marodes System wird nicht durch einfache Vergrößerungen besser, eher noch maroder. Jeder der einzahlt hat auch ein Recht auf Auszahlung. Einfach nur Beamte aufnehmen würde die Situation sogar verschlechtern.

  10. Re: Mist

    Autor: Mandri 30.04.22 - 18:32

    Extrawurst schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > in dem sie sich einer
    > Volksabstimmung (mit den Optionen: "Kann so bleiben", "sollte ausgebaut
    > werden", "sollte reduziert werden" und "sollte ganz abgeschafft werden")
    > stellen? Dann wäre die Sache für ne ganze Weile geklärt, ähnlich wie in der
    > Schweiz. Aber bis es in Deutschland zu Volksabstimmungen kommt, wird eher
    > noch Russland demokratisch.

    Und das ist auch gut so. Nach der in ihren Äußerungen zu Tage tretenden Unfähigkeit, Sachfragen sachlich zu entscheiden zu beurteilen, sind die Deutschen - anders als die darin schon seit längerem trainierten Schweizer - nicht in der Lage, zu vernünftigen Ergebnissen zu kommen.
    Außerdem ist das Querulantentum bei uns derart verbreitet, dass auch ein Volksentscheid wohl keine Ruhe bringen würde.

  11. Re: Mist

    Autor: Oktavian 30.04.22 - 18:34

    > Problematisch war lange Zeit der Begriff "Grundversorgung". Was ist das
    > eigentlich? Ich verstehe unter "Grundversorgung" eine minimale Versorgung
    > mit dem aller nötigsten (im Falle des ÖR wäre das: Nachrichten und
    > Bildung).
    >
    > Aber nein, die ÖR (und die Gerichte) haben den Begriff genau anders
    > definiert - nämlich dass Grundversorgung möglichst in die Breite zu gehen
    > hat.

    Die ÖR haben hier gar nichts definiert. Der Auftrag des ÖR ist im Medienstaatsvertrag sehr klar umrissen. Der ÖR liefert das, was die Parlamente bestellt haben. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn das unpassend ist, können die Parlamente das jederzeit ändern. Wer sonst, wenn nicht unsere gewählten Vertreter.

    Dass Du Dir etwas anderes wünschst, ist ja auch vollkommen okay. Ich hab auch das ein oder andere Gesetz, das ich gerne anders hätte. Aber so ist das eben in einer Demokratie. Dir steht es natürlich frei, im Rahmen des demokratischen Prozesses für eine Änderung einzustehen.

    > Siehe z.B. diese Umfrage, als es um die Erhöhung der Gebühr ging:
    > dnews24.de

    Nun ja, hast Du schon mal erlebt, dass eine breite Mehrheit der Bevölkerung für höhere Strompreise, Müllgebühren, Abwassergebühren oder Steuern gestimmt hätte?

    > > Erwerbstätige Befragte sind deutlich häufiger für die Verhinderung der
    > Erhöhung des Rundfunkbeitrags als Befragte, welche nicht erwerbstätig sind
    > (59 zu 49 %).

    Das mag daran liegen, dass ein nicht unerheblicher Teil der "nicht erwerbstätigen" auch keine Rundfunkgebühren zahlen, da sie Empfänger von Transferleistungen sind.

    > Ich bin ehrlich der Meinung: Wenn sie die ÖR für so demokratisch halten und
    > auch der Meinung sind, dass sie ihre Aufträge erfüllen - warum bereiten sie
    > nicht einfach vielen Debatten ein Ende, in dem sie sich einer
    > Volksabstimmung (mit den Optionen: "Kann so bleiben", "sollte ausgebaut
    > werden", "sollte reduziert werden" und "sollte ganz abgeschafft werden")
    > stellen?

    Weil es bei uns keine Volkentscheide auf Bundesebene gibt. Das kann man gut finden oder doof, es ist bei uns nicht vorgesehen. Ja, kann man ändern, sollte man vielleicht sogar.

  12. Re: Mist

    Autor: Oktavian 30.04.22 - 18:37

    > Scheinbar nur auf dem Papier. Nein, die Inhalte der ÖR sind eindeutig
    > ideologisch gefärbt. Eine neutrale Berichterstattung findet kaum statt.
    > Vielleicht sollte man die ganzen Politiker aus der Aufsicht raus werfen und
    > mit normalen Bürgern ersetzten. ;-)

    Der Anteil der Politiker in diesem Gremium ist nicht mal sonderlich hoch. Da sind viele viele andere zivilgesellschaftliche Gruppen vertreten, mit vielen ganz normalen Bürgern.

    Das Problem ist oft eher, dass viele ihre Ansichten für "neutral" halten, und nicht sehen, dass es ein sehr breites Spektrum da draußen gibt.

  13. Re: Mist

    Autor: Oktavian 30.04.22 - 18:39

    > Außerdem ist das Querulantentum bei uns derart verbreitet, dass auch ein
    > Volksentscheid wohl keine Ruhe bringen würde.

    Genau das. Da haben alle deutschen Instanzen und sogar der EuGH ganz einmütig in einer Richtung entschieden und die Foren-Querulanten: "Das ist aber gegen das Gesetz".

    Nein, ist es nicht. Genau das haben die Gerichte ja entschieden.

  14. Re: Mist

    Autor: muhzilla 30.04.22 - 19:05

    Das Problem in dieser Diskussion ist wirklich, dass es echt immer wieder Leute gibt, die irgendwas von "ideologischen Scheuklappen" faseln, nur weil die Berichterstattung nicht die politischen Inhalte von PEGIDA oder dem dritten Weg beinhaltet...

    Die unabhängige Berichterstattung ist es, was den ÖPNV für mich so wichtig macht. Gleichzeitig kritisiere ich trotzdem die Geldverbrennung für das Privatvergnügen. Ich werde nie verstehen, warum ich für das Unterhaltungsfernsehen der Nation zuständig sein soll. Und das werde ich auch nie einsehen und weiter hoffen, dass sich daran irgendwann was tut. Allerdings wird das mit dem wählbaren Parteienspektrum quasi unmöglich.

  15. Re: Mist

    Autor: Oktavian 30.04.22 - 19:17

    > Die unabhängige Berichterstattung ist es, was den ÖPNV für mich so wichtig
    > macht. Gleichzeitig kritisiere ich trotzdem die Geldverbrennung für das
    > Privatvergnügen.

    Es ist eben nicht nur Privatvergnügen. Eine Grundversorgung (im Sinne des Medienstaatsvertrags) ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, denn Unterhaltung ist nicht etwas, was wir nur denen überlassen sollten, die es sich leisten können. Es ist ein Bedürfnis aller.

    > Allerdings wird das mit dem wählbaren Parteienspektrum quasi unmöglich.

    Alleine das sollte einem doch zu denken geben. Es gibt ja einige, die die Notwendigkeit von ÖR nicht einsehen (oder zumindest nicht, dass es was kostet). Wenn sich da nicht mal die FDP drauf stürzt, dann scheinen alle Parteien nach internen Diskussionen zum Ergebnis gekommen zu sein, dass es gesamtgesellschaftlich etwas sinnvolles ist.

  16. Re: Mist

    Autor: muhzilla 30.04.22 - 21:25

    Eine Grundversorgung an Sport wäre dann aber ebenso erstrebenswert. Blöderweise muss ich meinen Sportverein aber selbst zahlen? Wo ist denn da die Solidargemeinschaft, die das für mich mitfinanziert, so dass das Angebot besser werden könnte?

    Nee nee. Teure Lizenzen für Sportübertragungen, die 100. Kochshow, usw. das können die Leute finanzieren, die das haben möchten. Es gibt zig verschiedene Formen von Unterhaltung und Fernsehen ist eine der blöderen und stumpfsinnigeren, aber ausgerechnet die muss unbedingt solidarisch finanziert werden. Das ist einfach bullshit.

  17. Re: Mist

    Autor: Oktavian 30.04.22 - 22:30

    > Eine Grundversorgung an Sport wäre dann aber ebenso erstrebenswert.
    > Blöderweise muss ich meinen Sportverein aber selbst zahlen?

    Ja, so wie Du ja auch für den ÖR zahlen musst. Dein Sportverein erhält aber erhebliche Zuschüsse. Er ist in der Regel gemeinnützig, hat also steuerliche Vorteile. Er kann in der Regel kommunale Hallen und Sportplätze für einen Bruchteil der Kosten nutzen. Du als Mitglied kannst, da es ja ein gemeinnütziger Verein ist, deine Mitgliedsbeiträge steuerlich als Spende absetzen. Trainer können steuerfrei "Aufwandsentschädigungen" gezahlt bekommen, usw. Die Gemeinschaft tut eine ganze Menge dafür, dass Du recht günstig Sport machen kannst.

  18. Re: Mist

    Autor: leonardo-nav 30.04.22 - 22:41

    Youtube hat viel genialen Scheiß.

    Aber wahrscheinlich noch mehr... weniger genialen Scheiß. Passiert mir häufiger dass ich auf irgendwas per Zufall stoße, kurzzeitig interessiert zuschaue, aber häufig geht's dann schnell bergab und sonstwohin.

    Für Comedy ist Youtube super. Sowas wie Ryan George oder The Onion hab ich nirgends sonst.

  19. Re: Mist

    Autor: AIM-9 Sidewinder 01.05.22 - 03:40

    Ha ha ha. Vom ÖR kommt "fast nur gequirlte Scheiße". Deshalb sind die für die Tonne.

    Zahle seit Jahren nicht, weil ich "nachgewiesen" habe, dass für mein Gebäude bereits bezahlt wird. :D

  20. Re: Mist

    Autor: muhzilla 01.05.22 - 09:39

    Sorry, aber mir wäre nicht bekannt, dass es eine ABGABE gibt für jeden Haushalt, der mir genau das ermöglicht. Es gibt steuerliche Vorteile, weil der Staat sich freuen kann, dass es überhaupt Menschen gibt, die sich in Vereinen engagieren und er nicht selbst für so etwas aufkommen muss. Andere Begünstigungen unterliegen aber einfach nur dem Gutwillen des Staates und könnten jederzeit gekappt werden.

    Meanwhile erfährt der ÖR per Vertrag und gesetzlicher Abgabe einen garantierten Geldfluss. Und das setzt du gleich, ja?

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