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Einfache Lösung: Hürde zum Kommentieren anheben

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  1. Einfache Lösung: Hürde zum Kommentieren anheben

    Autor: foobar12345678 09.06.19 - 18:16

    Vergleiche Real vs. Internet hinken stark.

    Ein Namenschild am Hut wenn man durch den Park läuft sehen ein paar handvoll Hanseln für eine sehr kurze Zeit.
    Einen Klarnamen im Internet sehen Millionen für immer mit der Möglichkeit auch nach anderen Aktivitäten desjenigen zu suchen. Da ist ein viel größeres Missbrauchspotential gegeben.

    Ich sehe eher ein Problem darin, das jeder ohen Sinn, Verstand und vor allem ohne Aufwand seine wertlose Meinung verbreiten kann.

    Ich sah neulich ein Interview im TV mit einem Redakteur (glaube er war von der "Zeit") zum Thema Meinungs- und Pressefreiheit. Der meinte, Paywall-Artikel haben quasi immer eine 100%-Quote von extrem guten, wohlformulierten Meinungen (pro als auch kontra, oft TROTZ Klarnamen).
    Öffentliche Foren haben dagegen erstmal 10 Seiten Schund wenn nicht gar reine Hasskommentare bis mal ein einziger sinnvoller Beitrag dasteht.

    Ich erinnere mich noch an das "Web 1.0" - wo man noch selber einen Webspace mieten musste, um etwas zu veröffentlichen. Wo man noch nicht unter jeden Artikel sofort was hinschreiben konnte. Wo es noch kein Facebook und Twitter gab. Man glaube es oder nicht, aber zu sehr großen Teilen bestand der Inhalt des Netzes aus wertvollen Artikeln und Meinungen - insbesondere auch von Privatleuten.

    Gerade weil man sich noch Mühe geben musste, war die Qualität gut.

    Ich wäre vollends dafür, die Hürden für's Kommentieren wieder stark anzuheben. Anonymität muss gegeben sein, alles andere ("jeder, überall, sofort, immer") aber nicht.

  2. Re: Einfache Lösung: Hürde zum Kommentieren anheben

    Autor: nicator 09.06.19 - 18:58

    foobar12345678 schrieb:

    > Ich sehe eher ein Problem darin, das jeder ohne Sinn, Verstand und vor
    > allem ohne Aufwand seine wertlose Meinung verbreiten kann.

    ... und das zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes

    "Artikel 5
    (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. [...] Eine Zensur findet nicht statt."

    > Öffentliche Foren haben dagegen erstmal 10 Seiten Schund wenn nicht gar
    > reine Hasskommentare bis mal ein einziger sinnvoller Beitrag dasteht.

    Muss man aber ja nicht lesen, oder? (Also ich bleibe derartigen Foren einfach fern.)

    > Ich wäre vollends dafür, die Hürden für's Kommentieren wieder stark
    > anzuheben. Anonymität muss gegeben sein, alles andere ("jeder, überall,
    > sofort, immer") aber nicht.

    Das gibt es - bei den Print-Zeitungen. Manchmal ist man da auch gegenüber der Leserschaft anonym (da steht dann immer 'Name der Redaktion bekannt').

    Es gibt viele Online-Magazine mit Kommentarfunktionen, bei denen die Beiträge vor Freischaltung geprüft werden. Eine wirkliche Diskussion kommt hier aber oft nicht zustande. Ausserdem ist der Aufwand für die Redaktion immens.

  3. Re: Einfache Lösung: Hürde zum Kommentieren anheben

    Autor: foobar12345678 09.06.19 - 19:19

    nicator schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > foobar12345678 schrieb:
    >
    > > Ich sehe eher ein Problem darin, das jeder ohne Sinn, Verstand und vor
    > > allem ohne Aufwand seine wertlose Meinung verbreiten kann.
    >
    > ... und das zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes
    >
    > "Artikel 5
    > (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu
    > äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen
    > ungehindert zu unterrichten. [...] Eine Zensur findet nicht statt."

    Was ist daran denn einzuwenden? Meine Meinung ist, dass man zu jeder Meinung zumindest den Versuch einer halbwegs klar formulierten Begründung abgeben sollte. Jeder darf seine Meinung haben und auch gerne preisgeben - in einer öffentlichen Kommunikation will ich aber nur fundierte Meinungen lesen (auch wenn sie anonym sind).
    Außerdem bedeutet Zensur, dass man den Leuten verbietet zu reden bzw. über bestimmte Dinge zu reden. Ein Internetforum, das es vor kurzem eh noch gar nicht gab, wieder zu schließen oder einzuschränken, ist demzufolge keine Zensur - sonst wäre ja die gesamte Menscheitsgeschichte zensiert, nur weil es bspw. noch kein Twitter gab.

    > > Öffentliche Foren haben dagegen erstmal 10 Seiten Schund wenn nicht gar
    > > reine Hasskommentare bis mal ein einziger sinnvoller Beitrag dasteht.
    >
    > Muss man aber ja nicht lesen, oder? (Also ich bleibe derartigen Foren
    > einfach fern.)

    Stimmt, aber zwei Punkte dazu:
    1) Man muss erstmal eine Weile lesen, um das Wesen des Forums kennenzulernen.
    2) Oft gibt es sehr gute Artikel, zu denen ich gerne gute Drittmeinungen lesen würde - die dann aber leider untergehen.

    > > Ich wäre vollends dafür, die Hürden für's Kommentieren wieder stark
    > > anzuheben. Anonymität muss gegeben sein, alles andere ("jeder, überall,
    > > sofort, immer") aber nicht.
    >
    > Das gibt es - bei den Print-Zeitungen. Manchmal ist man da auch gegenüber
    > der Leserschaft anonym (da steht dann immer 'Name der Redaktion bekannt').
    >
    > Es gibt viele Online-Magazine mit Kommentarfunktionen, bei denen die
    > Beiträge vor Freischaltung geprüft werden. Eine wirkliche Diskussion kommt
    > hier aber oft nicht zustande. Ausserdem ist der Aufwand für die Redaktion
    > immens.

    Es sollte einfach mehr technische oder zeitliche Hürden geben (nein, keine Captchas), dass die Menschen, die nur "Find ich Mist" oder "Du bist scheiße, geh sterben" schreiben wollen, einfach die Lust verlieren, eben dies zu schreiben. Zum Beispiel, dass man nach 10 Minuten einfach nochmal wiederkommen muss, um die Veröffentlichung zu bestätigen.

  4. Re: Einfache Lösung: Hürde zum Kommentieren anheben

    Autor: Olliar 11.06.19 - 15:48

    foobar12345678 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich sehe eher ein Problem darin, das jeder ohen Sinn, Verstand und vor
    > allem ohne Aufwand seine wertlose Meinung verbreiten kann.
    >
    > Ich sah neulich ein Interview im TV mit einem Redakteur (glaube er war von
    > der "Zeit") zum Thema Meinungs- und Pressefreiheit. Der meinte,
    > Paywall-Artikel haben quasi immer eine 100%-Quote von extrem guten,
    > wohlformulierten Meinungen (pro als auch kontra, oft TROTZ Klarnamen).

    Schon auf die Idee gekommen das "Klarname" nicht "Realname" sein muß?
    Und wie prüfen Sie die "Klarnamen" nach?
    Achso, ja, das ist ja "paywall", die kann ja nicht anonym/pseudonym bezahlt werden...
    also noch ein Stück weniger Freiheit.
    Wenn ich die Zeit beim Arzt lese(so sie dort liegen würde, was ich nich nie erlebt habe)
    kann ich das annoym machen.
    Wenn alle Angebot im Netz Paywalls haben, und jeder Frickel-Verlag sein eigenes Abo haben möchte (*) ist es vorbei mit der "freien Meinungsbildung".
    Gehe ich nun auf bild.de oder gehe ich zu chefduzen. de?

    (*)weil: er hat dann mehr daten von den Lesern!) und kein anonymes Mikropayment (Pro Artikel einen Betrag, der in etwa 20% der max. Werbeeinnahmen dieser Seite entspricht, also ein paar Cent und nicht 2..3 Euro)

    > Öffentliche Foren haben dagegen erstmal 10 Seiten Schund wenn nicht gar
    > reine Hasskommentare bis mal ein einziger sinnvoller Beitrag dasteht.

    Und Dir ist echt nicht das Logo "Dauerwerbesendung" aufgefallen? :-)
    OK, war ja auch so offensichtlich, das das Werbung für die Paywall war.

    Heise hat ja neuerdings auch eine Paywall.
    Zum einen wird da kaum diskutiert, weil kaum jemand da zu lesen scheint,
    oder Bock hat, Heise den Kontent, für den sie Geld haben wollen, kostenlos zu überlassen
    (der dann doch nur von einer Minderheit gelesen werden könnte. Der Mühe nicht lohnt.)

    #man informations blase

    > Ich erinnere mich noch an das "Web 1.0" - wo man noch selber einen Webspace
    > mieten musste, um etwas zu veröffentlichen.

    Ich erinnere mich an NNTP (usenet)
    Da brauchte man nur einen Zugang zu einem Server des selbstorganisierenden Usenets.
    Ausfall eines Servers? Die Artikel waren über anderer Server erhältlich.
    Zensur die Server abschalten? Funktikonierte auch nicht. Die artikel liefen über andere server.
    Löschen der Artikel?
    Ging zum Teil, war aber immer zu erkennen.


    > Wo man noch nicht unter jeden Artikel sofort was hinschreiben konnte.

    Im Usenet ging das. Deppen wurden halt im reader geblockt.

    > Man glaube es oder nicht, aber zu sehr großen Teilen bestand
    > der Inhalt des Netzes aus wertvollen Artikeln und Meinungen
    > - insbesondere auch von Privatleuten.

    Im usenet waren es fast nur Privatleute oder Netzkorriphähen...

    > Gerade weil man sich noch Mühe geben musste, war die Qualität gut.

    Wenn nicht wurdest Du halt nicht gelesen.

    > Ich wäre vollends dafür, die Hürden für's Kommentieren wieder stark
    > anzuheben. Anonymität muss gegeben sein, alles andere ("jeder, überall,
    > sofort, immer") aber nicht.

    Die Schwelle war im Usenet nicht wirklich hoch. Dennoch waren
    die Informationen meist sehr nützlich.
    Das lag aber daran, das da nur eine Elite schrieb, nicht jeder Depp.
    Auch konnte kein Geld damit verdient werden. Man mußte also nicht schreiben.
    Insofern muß ich Dir zustimmen:
    Früher war alles besser....

  5. Re: Einfache Lösung: Hürde zum Kommentieren anheben

    Autor: plutoniumsulfat 11.06.19 - 20:50

    foobar12345678 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Außerdem bedeutet Zensur, dass man den Leuten verbietet zu reden bzw. über
    > bestimmte Dinge zu reden. Ein Internetforum, das es vor kurzem eh noch gar
    > nicht gab, wieder zu schließen oder einzuschränken, ist demzufolge keine
    > Zensur - sonst wäre ja die gesamte Menscheitsgeschichte zensiert, nur weil
    > es bspw. noch kein Twitter gab.

    Wenn ich die Hürden so hoch mache, dass viele Menschen das Angebot nicht mehr nutzen können, ist das faktisch Zensur. Twitter gibt es jetzt halt. Mit dem Argument könntest du jegliche Zensur schönreden.

  6. Re: Einfache Lösung: Hürde zum Kommentieren anheben

    Autor: plutoniumsulfat 11.06.19 - 20:50

    foobar12345678 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich sah neulich ein Interview im TV mit einem Redakteur (glaube er war von
    > der "Zeit") zum Thema Meinungs- und Pressefreiheit. Der meinte,
    > Paywall-Artikel haben quasi immer eine 100%-Quote von extrem guten,
    > wohlformulierten Meinungen (pro als auch kontra, oft TROTZ Klarnamen).

    Also eine öffentliche Meinung nur noch für solche, die es sich leisten können?

  7. Re: Einfache Lösung: Hürde zum Kommentieren anheben

    Autor: trinkhorn 12.06.19 - 09:09

    Das Anheben der Hürde wäre eine Form der Zensur.
    So wie in den USA die Anforderungen an Dokumenten zum wählen für viele sozial benachteiligte zu hoch sind, so dass sie zwar nicht offiziell aber de Facto von den Wahlen ausgeschlossen sind.

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