1. Foren
  2. Kommentare
  3. Politik/Recht
  4. Alle Kommentare zum Artikel
  5. › Klimakrise: Autodesk, der Bagger…

Man sollte das eine vom anderen trennen

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: sp1derclaw 24.04.20 - 20:21

    Schwieriges Thema. Ich finde, dass man das eine vom anderen trennen sollte, genau wie man ein Argument von der Person trennen sollte. Sprich: Der Bagger steht für sich als technisch komplexes Produkt. Was man damit macht und ob das vertretbar ist, das sollte separat diskutiert werden. Alles andere würde zu Denkverboten und vorauseilendem Gehorsam führen, was in einer offenen Gesellschaft nicht vertretbar wäre. Ich möchte ehrlich gesagt keine Gedankenpolizei. Dieses moralisierende Denken ist in sich eine gefährliche Tendenz.

  2. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: tomatentee 24.04.20 - 22:52

    Eine autonome Kampfdrohne ist auch ein technisch komplexes und interessantes Produkt.
    Trotzdem würde ich an sowas im Traum nicht mitarbeiten. Nennt sich Moral und Integrität...

  3. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: m9898 25.04.20 - 01:36

    tomatentee schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eine autonome Kampfdrohne ist auch ein technisch komplexes und
    > interessantes Produkt.
    > Trotzdem würde ich an sowas im Traum nicht mitarbeiten. Nennt sich Moral
    > und Integrität...
    Meine Güte, dann kündige doch konsequenterweise gleich noch deinem Stromanbieter. Dieser Bagger gräbt nämlich auch für DICH.

  4. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: NaruHina 25.04.20 - 07:49

    Der Stromanbieter den ich verwende heißt nicht RWE warum also kündige?

  5. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: m9898 25.04.20 - 10:27

    NaruHina schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Stromanbieter den ich verwende heißt nicht RWE warum also kündige?

    Du beziehst Strom aus dem deutschen Stromnetz? Grundlastkraftwerke unter anderem von RWE sorgen dafür, dass dieses stabil bleibt. Kein RWE, kein Tagebau, kein Strom. So sieht die Situation aktuell aus.
    Ich bin jetzt bei weitem kein Befürworter von Kohlekraft, aber wo wir ohne Kohle-, Gas-, Atom-, und nach Forderung so mancher lauter Stimmen ja sogar ohne Wind- und Solarkraft den Strom für unser Land hernehmen sollen, das sollten sich die ganzen Moralapostel schon mal fragen.

  6. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: Bluejanis 25.04.20 - 15:07

    Aber möchte ich das überhaupt?

    Strom kündigen sehe ich übrigens(!) als keine sinnvolle Alternative.

    Natürlich möchte jeder Strom. Ich persönlich sehe Atom weniger schädlich als Kohle. Ich würde deswegen eher die Kohle abstellen und erst später Atomstrom.
    Ökostrom reicht noch nicht für das Grundniveau und ist bisher nicht divers genug um jederzeit genug Strom zu liefern. Durch weiteren Ausbau und Stromspeicher wird es aber besser.

    Man hat aber den Eindruck, der Regierung ist das heute weniger wichtig als noch vor 10 Jahren.

  7. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: Ach 25.04.20 - 16:19

    m9898 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Du beziehst Strom aus dem deutschen Stromnetz? Grundlastkraftwerke unter
    > anderem von RWE sorgen dafür, dass dieses stabil bleibt. Kein RWE, kein
    > Tagebau, kein Strom. So sieht die Situation aktuell aus.
    > Ich bin jetzt bei weitem kein Befürworter von Kohlekraft, aber wo wir ohne
    > Kohle-, Gas-, Atom-, und nach Forderung so mancher lauter Stimmen ja sogar
    > ohne Wind- und Solarkraft den Strom für unser Land hernehmen sollen, das
    > sollten sich die ganzen Moralapostel schon mal fragen.

    Na auf jeden Fall schon mal ohne die Kohle und statt dessen mit Gas, und zwar ohne mit der Wimper zu zucken. Nicht nur sinkt mit Gas der CO2 Ausstoß dramatisch bei vergleichbarer Energieproduktion, auch sind Gaskraftwerke überhaupt erst variable, was wiederum dazu führt, dass man sie endlich mit dem fluktuierenden Erneuerbarenstrom abstimmen kann, wodurch der CO2 Anteil weiter sinkt.

    Es gibt unzählige gesetzliche Stellschrauben die, wenn man die geschickter abstimmen würde als sich die großen Stromkonzerne mit ihrer starken Lobby derzeit wünschen und mit allem was sie haben dagegen vorgehen, den Erneuerbarenanteil locker und fast instantan um 20% oder mehr nach oben schnellen ließe.

    Irgendwann ist eben mal gut mit dem sich argumentativ in die Historie Verkriechen. Die für die Klimagase Verantwortlichen danken es dir mit verstärkter Langsamkeit und umso denkbedfreitem Widerstand gegen jedwede Veränderung. Da ist eher Rebellion gegen das hartnäckige Vesthalten Weniger an demokratischen Ungleichgewichten in der Energieproduktion angesagt, in diesem Sinne auch gegen deine Position. Am sinnvollsten rebellierst du selber gegen diesen einen Bereich deiner Positionen. Wir müssen nach vorne denken und bis zur CO2 Neutralität noch ziemlich dramatische technische Veränderungen entwickeln und durchsetzen. Reaktionärstum ist da das Letzte mit dem wir uns auf diesem anstrengendem Pfad herum schlagen sollten.

  8. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: Eheran 25.04.20 - 19:01

    >auch sind Gaskraftwerke überhaupt erst variable, was wiederum dazu führt, dass man sie endlich mit dem fluktuierenden Erneuerbarenstrom abstimmen kann, wodurch der CO2 Anteil weiter sinkt.
    Große Kraftwerke, egal ob Kohle oder nicht, haben generell Regelenergie. Sowohl kurzfristig (Masseträgheit Generatoren) als auch langfristig (Anpassen der Feuerung). Das ist nicht nur Gaskraftwerken vorbehalten.

    >den Erneuerbarenanteil locker und fast instantan um 20% oder mehr nach oben schnellen ließe.
    Woher soll diese Energie plötzlich kommen? Schon jetzt muss erneuerbare Energie abgenommen werden?

    >Wir müssen nach vorne denken und bis zur CO2 Neutralität noch ziemlich dramatische technische Veränderungen entwickeln und durchsetzen.
    Allerdings. Ich glaube es haben die wenigsten auf dem Schirm, dass wir nicht nur für Strom sondern auch sonst extrem viel fossile Energieträger benötigen.

  9. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: Ach 25.04.20 - 20:26

    Zunächst mal gibt es keine langfristige Regelenergie. Regelenergie reicht höchsten bis in den Minutenbereich. Und nein, jeder aktuelle Kraftwerkstyp unterscheidet sich von jedem anderen Aktuellen grundsätzlich. Kohlekraftwerke brauchen nicht nur viele Stunden, einige alte Meiler benötigen sogar Tage um sich einer bedeutenden Schwankungen anzupassen, was natürlich viel zu langsam ist. Die einzelnen Blöcke der Kraftwerke haben zudem nur einen relativ schmalen Bereich, in dem sie wirklich wirtschaftlich laufen. entsprechend also ihre Effizienz einbricht, sobald sie diesen Leistungsbereich verlassen.

    Genau hier punkten die Gaskraftwerke, und es wundert mich schon, dass du nicht über diesen besonderen und eigentlich schon fast berühmten Unterschied zwischen Kohle- und Gas-Dampfkraftwerken nicht informiert bist. Leztere regeln fröhlich mit wenig Verschleiß und relativ schnell hoch oder runter, ohne dass ihre Effizienz darunter merklich leiden würde. Bisher war das Gas gegenüber der Kohle allerdings so viel teurer, dass der Gaskraftwerksbetrieb sich kaum rentierte, was sich mit den dramatisch einbrechenden Ölpreisen gerade ändert.

    Der schnellen Reaktivität des Gases entsprechend können Erneuerbare schneller anfangen ins Netz einzuspeisen und kann die Einspeisung auch mit knapperen zeitlichem Spielraum, also später beendet werden, wenn über die Wettervorhersage der baldige Einsatz der Gaskraftwerke absehbar wird. Die idealste Regelenergie liefert mittlerweile nicht mehr die Schwungmasse konventioneller Turbinenblöcke, sondern große Regelbatterieanlagen, die vieler Orts aus dem Boden sprießen.

    Ein weiteres und recht kurzfristiges Potenzial stellt das Biogas dar, das derzeit, aus welchem Grund auch immer, stur strich gefahren wird. Der "Treibstoff" dieser mit gut 8% an unserer Stromgewinnung teilnehmenden Quelle kann nämlich mit relativ moderatem Aufwand zwischengespeichert werden, und so einen beachtlichen Teil zum umso effizienteren Zusammenspiel unserer Energieressourcen beitragen, natürlich indem man die Bioenergieanlagen herunter regelt und ihr Gas speichert, wenn viel Erneuerbarenstrom ansteht, und umgekehrt.

    Das Potenzial mit der unmittelbarsten Wirkung, stellt wohl nach wie vor die Bürgerenergie dar, die vom unserem Gesetzgeber leider gegen den Willen der hier lebenden Menschen bekämpft wird.

  10. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: Eheran 25.04.20 - 23:06

    Ich wollte gar nicht behaupten, dass Gasturbinen langsam wären oder so. Nur meintest du, dass erst Gaskraftwerke variabel wären, obwohl natürlich auch vorherige Kraftwerke das waren. Wenn auch in einem geringen Umfang.

    Hast du mehr Infos zu den Regelbatterieanlagen?

  11. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: Ach 25.04.20 - 23:41

    Habe da gerade keine Links abrufbereit. Aber kannst du da nicht grad mal selber schauen? Schlüsselwörter etwa : Regelstrom | Großbatterie | Deutschland

    Die Kohlekraftwerke sind so lahm uns so starr wie bereits beschrieben. Die vergiften und zerfetzen nicht nur unsere Umwelt, sondern halten obendrein den ganzen Energiewende Verkehr in Schach, Das geschieht in einer Form wie ebenfalls bereits oben beschrieben, da will ich mich jetzt nicht nochmal wiederholen. Gas ist jedenfalls die ideale Option für den Übergang. Je früher die Kohle raus fliegen, desto besser.

    Edit : Ist mir doch tatsächlich gerade noch diese Übersichtsliste zugeflogen :

    => Liste von Batterie Speicherkraftwerken



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 25.04.20 23:45 durch Ach.

  12. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: Eheran 25.04.20 - 23:48

    Naja, die Energiewende halten nicht die Kraftwerke selbst in Schach, sondern unsere Poltik. Die lieber Braunkohle subventioniert als Photovoltaik, bei (damals) vergleichbarer Arbeitnehmerzahl. Das ist extrem heftig und sollte so nicht laufen.
    Die Kohlekraftwerke müssen umgebaut werden, beispielsweise als thermische Energiespeicher. Abgesehen von der Kohleverbrennung selbst bleibt dann alles erhalten und kann weiter als Puffer genutzt werden.

  13. Re: Man sollte das eine vom anderen trennen

    Autor: Ach 26.04.20 - 11:21

    > Naja, die Energiewende halten nicht die Kraftwerke selbst in Schach, sondern unsere Poltik.

    Beides ist der Fall, denn ich wüsste nicht, wie man dass Ausbremsen der Erneuerbaren Energieerzeugung durch die technisch bedingte Trägheit der Kohlemeiler sowie deren Diva-Verhalten, den Ausgangsleitungsbereich betreffend, anders nennen könnte. Technik, Verwöhntheit, unbedingter Willen zum Machterhalt und Politik formen in ihrer Kombination den perfekten Sturm gegen den gesetzten Souverän dieses Staates, seinem Willen sabotierend, endlich mit den lange und bis in die Details geplanten Reparaturmaßnahmen am leidigen Klimaproblem durchzustarten.

  1. Thema

Neues Thema Ansicht wechseln


Um zu kommentieren, loggen Sie sich bitte ein oder registrieren Sie sich. Sie müssen ausserdem in Ihrem Account-Profil unter Forum einen Nutzernamen vergeben haben. Zum Login

Stellenmarkt
  1. Hornbach-Baumarkt-AG, Bornheim bei Landau Pfalz
  2. ING DiBA, Frankfurt am Main
  3. Dataport, Altenholz bei Kiel, Hamburg, Magdeburg, Rostock (Home-Office möglich)
  4. Vorwerk Services GmbH, Wuppertal

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de