Abo
  1. Foren
  2. Kommentare
  3. Politik/Recht
  4. Knappe Mehrheit: SPD stimmt für Koalitionsverhandlungen mit Union

Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

  1. Thema
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4

Neues Thema Ansicht wechseln


  1. Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: Mixermachine 22.01.18 - 09:34

    Anders kann ich mir das nicht mehr erklären...

    Build nicer stuff

  2. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: quineloe 22.01.18 - 09:43

    Jetzt wo die FDP bewiesen hat, dass man selbst aus der APO zurückkommen kann, sind die Bedenken der Genossen halt weggewischt.

  3. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: Mingfu 22.01.18 - 10:15

    Es mag vielleicht sein, dass es auf eine immer weitere Marginalisierung der SPD hinausläuft. Aber es stellt sich natürlich die Frage, was anders laufen würde, wenn die SPD in die Opposition ginge. Ich denke, nicht sehr viel. Denn ich bezweifle, dass der SPD dort plötzlich eine Erleuchtung kommt, die ihr all die Jahre nicht gekommen ist.

    Denn letztlich zerbröselt das SPD-Kernklientel so oder so. Da sind auf der einen Seite die festangestellten Arbeiter in den tarifgebundenen Großbetrieben, die teils höhere Löhne haben als viele Akademiker und die die Hauptfinanzierer des Staates und der Sozialsysteme sind, weshalb sie dort gern entlastet werden wollen. Und auf der anderen Seite steht eine zunehmende Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen, so dass die Betroffenen teils kaum noch ihr Leben finanziert bekommen.

    Und natürlich schwingen in einem solchen Umfeld überall Abstiegsängste mit, was der Entsolidarisierung, aber auch dem Stillstand weiteren Vorschub leistet - nur nichts ändern, besser es erwischt den Anderen statt mich.

    Die SPD steht also so oder so vor einer schweren Zukunft. Da kann sie aber auch regieren und so zumindest etwas Einfluss nehmen, statt nur zum Zuschauen verdammt zu sein. Man hat es dann wenigstens probiert...

  4. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: quineloe 22.01.18 - 12:43

    Die SPD hat die Prekarisierung von 15 Jahren angestoßen und seitdem nicht mal ansatzweise versucht, davon abzurücken. Es ist reine Glaskugeldeutung, wenn man schreibt dass eine linke SPD auch Wähler bluten würde.

  5. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: Boa-Teng 22.01.18 - 12:57

    Mingfu schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Die SPD steht also so oder so vor einer schweren Zukunft. Da kann sie aber
    > auch regieren und so zumindest etwas Einfluss nehmen, statt nur zum
    > Zuschauen verdammt zu sein. Man hat es dann wenigstens probiert...


    Dieser Satz könnte aus 2013 sein. Die SPD probiert und probiert und probiert. Und es wird einfach nix.

    Die SPD ist seit 1998, mit einer einzigen Unterbrechung von 4 Jahren, permanent in der Regierung.

    Wie viele Chancen willst Du der SPD denn noch geben?

  6. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: teenriot* 22.01.18 - 14:03

    Die SPD macht viel falsch, ich würde dafür vor allem aber auch der Wählerschaft die Schuld gebe, die die SPD dann endgültig um den Verstand gebracht hat, weil man dessen überzogenen, weltfremden Ansprüchen nicht gerecht werden kann. Was glaubst du, wie die Republik heute ohne SPD aussehen würde? Wir würden von einen Gesellschaftsbild aus den 60ern vollends dominiert werden in Kombination mit einem sozialdarwinistischen Weltbild, das Arbeitnehmerschutz als nicht hinzunehmendes Betriebshemmnis einstuft. Von Merkel und der CDU wird nichts erwartet und dann wegen Planübererfüllung gelobt und getätschelt in der öffentlichen Wahrnehmung, während man von der SPD mehr erwartet als diese selbst mit absoluter Mehrheit umsetzen könnte und dann aufgrund Versagens bitterböse scheltet.

    Die Wähler bekommen das, was sie sich selbst einbrocken. Wenn mittlerweile über 30% der Wähler ihre Stimme Populisten und Parteien geben, die überhaupt nicht regieren wollen, tja dann ist das Ergebnis eben wie es ist. Das ist nicht die Schuld der SPD. Das Hauptproblem ist die Bequemlichkeit vieler Wähler, die meinen sich mit der Stimmabgabe selbst zu entmündigen. Entmündig trägt man natürlich für nichts Verantwortung, ist an nichts schuld und kann hemmungslos "auf die da oben" schimpfen. Das hat es so früher nicht gegeben. Die Wählerschaft sieht sich zu einem guten Teil als Publikum, das "unterhalten" werden will und nicht als Teil der Aufführung. Wie es um die Pflege der demokratischen Instrumente durch das Volkes aussieht , sieht man regelmäßig wenn Landtagswahlen und selbst Kommunalwahlen zu einer Ersatzbundestagswahl aufgeblasen werden, als ob Landes- & Kommunalpolitik etwas unwichtiges ist, dass man mal eben einem punktuellen "der Bundesregierung die Meinung geigen" opfern kann.

    Es ist einfach sich in scheinbare Ideale zu flüchten und keine Kompromisse einzugehen, wie es 3 der 6 Fraktionen machen. Da kommt man sich mächtig stark vor, denn man kann so ja nicht umkippen. Allein, das man so auch seiner eigentlichen Funktion kaum oder gar nicht nachkommt. Staatstragend Verantwortung zu übernehmen, mit all dem was damit einhergeht, ist dagegen ungleich schwerer und lässt einen vermeintlich schwach aussehen, dabei ist der Mut zur Schwäche die Stärke, die dieses Land überhaupt funktionieren lässt. Sollte sich die Parteilandschaft dem "Wählermarkt" anpassen und irgendwann nur noch aus Parteien mit absolutistischen Anspruch bestehen, werden viele sich wieder Parteien zurückwünschen, die man aufgrund von Kompromissen beschimpfen kann.

  7. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: Tunkali 22.01.18 - 15:54

    teenriot* schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die SPD macht viel falsch, ich würde dafür vor allem aber auch der
    > Wählerschaft die Schuld gebe, die die SPD dann endgültig um den Verstand
    > gebracht hat, weil man dessen überzogenen, weltfremden Ansprüchen nicht
    > gerecht werden kann. Was glaubst du, wie die Republik heute ohne SPD
    > aussehen würde? Wir würden von einen Gesellschaftsbild aus den 60ern
    > vollends dominiert werden in Kombination mit einem sozialdarwinistischen
    > Weltbild, das Arbeitnehmerschutz als nicht hinzunehmendes Betriebshemmnis
    > einstuft. Von Merkel und der CDU wird nichts erwartet und dann wegen
    > Planübererfüllung gelobt und getätschelt in der öffentlichen Wahrnehmung,
    > während man von der SPD mehr erwartet als diese selbst mit absoluter
    > Mehrheit umsetzen könnte und dann aufgrund Versagens bitterböse scheltet.
    >
    > Die Wähler bekommen das, was sie sich selbst einbrocken. Wenn mittlerweile
    > über 30% der Wähler ihre Stimme Populisten und Parteien geben, die
    > überhaupt nicht regieren wollen, tja dann ist das Ergebnis eben wie es ist.
    > Das ist nicht die Schuld der SPD. Das Hauptproblem ist die Bequemlichkeit
    > vieler Wähler, die meinen sich mit der Stimmabgabe selbst zu entmündigen.
    > Entmündig trägt man natürlich für nichts Verantwortung, ist an nichts
    > schuld und kann hemmungslos "auf die da oben" schimpfen. Das hat es so
    > früher nicht gegeben. Die Wählerschaft sieht sich zu einem guten Teil als
    > Publikum, das "unterhalten" werden will und nicht als Teil der Aufführung.
    > Wie es um die Pflege der demokratischen Instrumente durch das Volkes
    > aussieht , sieht man regelmäßig wenn Landtagswahlen und selbst
    > Kommunalwahlen zu einer Ersatzbundestagswahl aufgeblasen werden, als ob
    > Landes- & Kommunalpolitik etwas unwichtiges ist, dass man mal eben einem
    > punktuellen "der Bundesregierung die Meinung geigen" opfern kann.
    >
    > Es ist einfach sich in scheinbare Ideale zu flüchten und keine Kompromisse
    > einzugehen, wie es 3 der 6 Fraktionen machen. Da kommt man sich mächtig
    > stark vor, denn man kann so ja nicht umkippen. Allein, das man so auch
    > seiner eigentlichen Funktion kaum oder gar nicht nachkommt. Staatstragend
    > Verantwortung zu übernehmen, mit all dem was damit einhergeht, ist dagegen
    > ungleich schwerer und lässt einen vermeintlich schwach aussehen, dabei ist
    > der Mut zur Schwäche die Stärke, die dieses Land überhaupt funktionieren
    > lässt. Sollte sich die Parteilandschaft dem "Wählermarkt" anpassen und
    > irgendwann nur noch aus Parteien mit absolutistischen Anspruch bestehen,
    > werden viele sich wieder Parteien zurückwünschen, die man aufgrund von
    > Kompromissen beschimpfen kann.

    Ich muss was verpasst haben, aber hat die SPD nicht mit den Hartz IV Reformen nicht die Sozialdemokratie pervertiert und damit die Leute erst zu den Extremen gebracht?

    "Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!"

    Der Seeheimer-Kreis ist ein neoliberaler Arschlochhaufen, der den feuchten Träumen einer FDP entsprungen sein könnte!

  8. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: plutoniumsulfat 22.01.18 - 16:03

    teenriot* schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die SPD macht viel falsch, ich würde dafür vor allem aber auch der
    > Wählerschaft die Schuld gebe, die die SPD dann endgültig um den Verstand
    > gebracht hat, weil man dessen überzogenen, weltfremden Ansprüchen nicht
    > gerecht werden kann. Was glaubst du, wie die Republik heute ohne SPD
    > aussehen würde? Wir würden von einen Gesellschaftsbild aus den 60ern
    > vollends dominiert werden in Kombination mit einem sozialdarwinistischen
    > Weltbild, das Arbeitnehmerschutz als nicht hinzunehmendes Betriebshemmnis
    > einstuft.

    Ist das noch die gleiche SPD?

    > Die Wähler bekommen das, was sie sich selbst einbrocken. Wenn mittlerweile
    > über 30% der Wähler ihre Stimme Populisten und Parteien geben, die
    > überhaupt nicht regieren wollen, tja dann ist das Ergebnis eben wie es ist.

    Echt? Dachte, die AfD kam nur auf die Hälfte..

    > Das ist nicht die Schuld der SPD. Das Hauptproblem ist die Bequemlichkeit
    > vieler Wähler, die meinen sich mit der Stimmabgabe selbst zu entmündigen.
    > Entmündig trägt man natürlich für nichts Verantwortung, ist an nichts
    > schuld und kann hemmungslos "auf die da oben" schimpfen. Das hat es so
    > früher nicht gegeben. Die Wählerschaft sieht sich zu einem guten Teil als
    > Publikum, das "unterhalten" werden will und nicht als Teil der Aufführung.
    > Wie es um die Pflege der demokratischen Instrumente durch das Volkes
    > aussieht , sieht man regelmäßig wenn Landtagswahlen und selbst
    > Kommunalwahlen zu einer Ersatzbundestagswahl aufgeblasen werden, als ob
    > Landes- & Kommunalpolitik etwas unwichtiges ist, dass man mal eben einem
    > punktuellen "der Bundesregierung die Meinung geigen" opfern kann.

    Das stimmt, die Leute beschäftigen sich zu wenig bis gar nicht mehr mit Politik.

    > Es ist einfach sich in scheinbare Ideale zu flüchten und keine Kompromisse
    > einzugehen, wie es 3 der 6 Fraktionen machen. Da kommt man sich mächtig
    > stark vor, denn man kann so ja nicht umkippen. Allein, das man so auch
    > seiner eigentlichen Funktion kaum oder gar nicht nachkommt. Staatstragend
    > Verantwortung zu übernehmen, mit all dem was damit einhergeht, ist dagegen
    > ungleich schwerer und lässt einen vermeintlich schwach aussehen, dabei ist
    > der Mut zur Schwäche die Stärke, die dieses Land überhaupt funktionieren
    > lässt. Sollte sich die Parteilandschaft dem "Wählermarkt" anpassen und
    > irgendwann nur noch aus Parteien mit absolutistischen Anspruch bestehen,
    > werden viele sich wieder Parteien zurückwünschen, die man aufgrund von
    > Kompromissen beschimpfen kann.

    Absolute Ansprüche stellt glaube ich kaum einer. Das ist eine Position, für die man steht. Dass das bei einer Regierungsbildung nicht alles bleibt, sollte klar sein. Da werden dann eben Kompromisse eingegangen, sodass nachher kein absoluter Anspruch übrig bleibt.

    Bei den Parteien bekommt man immerhin noch das Gefühl, die würden für etwas stehen. Denn, wofür steht eine CDU? Oder eine SPD? Guck dir doch mal Wahlplakate an.

  9. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: teenriot* 22.01.18 - 16:44

    Tunkali schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Ich muss was verpasst haben, aber hat die SPD nicht mit den Hartz IV
    > Reformen nicht die Sozialdemokratie pervertiert und damit die Leute erst zu
    > den Extremen gebracht?

    Kann man so sehen, wenn man es schwarz/weiß sehen will. Man kann aber auch versuchen in Farbe zu sehen. Dann sieht man ein Deutschland, das damals als kranker Mann Europas bezeichnet wurde, sich Strukturwandel und Globalisierung gleichermaßen gegenüber sah, von Massenarbeitslosigkeit, Haushaltsdefizit und kohlschen Reformstau geplagt war. Der Sozialstaat der 70er und 80er war schlicht nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das ist nicht die Schuld der SPD.

    Die SPD hat nicht gekuscht und einfach weiter so gemacht, sondern sich den akuten Problemen gestellt und versucht diese zu lösen. Hätte man es besser machen können? Bestimmt! Man hätte es aber auch viel schlechter machen könne. Wer nichts macht, macht nichts verkehrt. Du kannst ja mal nach Frankreich und andere Staaten schauen, die versucht haben dem Notwendigen aus dem Weg zu gehen. Es wäre bequemer und populärer gewesen nichts zu machen, aber es wäre zum Schaden aller gewesen. Und genauso ist es bequem nur Teilaspekte im Zuge einer Gesamtbewertung heranzuziehen. Das ist das was ich der Wählerschaft anlaste.

    In den letzen 35 Jahren hat die Union 28 Jahre den Bundeskanzler gestellt und das waren jeweils mehr oder weniger 28 Jahre Stillstand. Die Union ungestört die Loorbeeren einsammeln wenn es läuft, aber wenn's nicht läuft die SPD die Scherben aufsammeln und zusammenkleben lassen und dann noch dafür schelten? Das kann's nicht sein, aber gut wenn der Wähler das so handhaben will, wird ihn keiner davon abhalten können sich selbst zu schaden und letztlich über sich selbst zu klagen. Es ist nicht Schuld der SPD wenn dem Wähler die Wahrnehmung des großen Ganzen nicht gelingt und dieser es nicht einmal versucht.

    Wer mehr Sozialdemokratie will, der muss eben auch mehr Sozialdemokratie wählen, so einfach ist das. Das Kreuz aber bei der Union oder einer nicht regierungswilligen Partei machen und über die SPD zu schimpfen, weil diese nicht genug Sozialdemokratie durchsetzen kann ist gelinde gesagt schlicht dumm.

    > "Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!"

    Höre ich zum ersten Mal und bin fasziniert ob der Kreativität, ehrlich.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.01.18 16:48 durch teenriot*.

  10. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: teenriot* 22.01.18 - 16:58

    plutoniumsulfat schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Echt? Dachte, die AfD kam nur auf die Hälfte..

    Wir hätten aber noch eine populistische FDP, die weiß das Verantwortung diesem Geschäftsmodell schadet und eine Linke die an Maximalpositionen festhält die schlicht indiskutabel und somit nicht koalitionsfähig sind, was nichts anderes ist als nicht regieren zu wollen.

    > Absolute Ansprüche stellt glaube ich kaum einer. Das ist eine Position, für
    > die man steht. Dass das bei einer Regierungsbildung nicht alles bleibt,
    > sollte klar sein. Da werden dann eben Kompromisse eingegangen, sodass
    > nachher kein absoluter Anspruch übrig bleibt.

    Was für Kompromiss gibt es denn zu, plakativ gesagt, "Raus aus der Nato", "Deutschland den Deutschen" und "Der Markt regelt alles"?

    > Bei den Parteien bekommt man immerhin noch das Gefühl, die würden für etwas
    > stehen. Denn, wofür steht eine CDU? Oder eine SPD? Guck dir doch mal
    > Wahlplakate an.

    Ja die Plakate sind ein Graus, aber anders kann man doch gar nicht mehr Wahlkampf machen. Wer vor der Wahl konkret wird, bekommt dies hinterher links und rechts um die Ohren gehauen von der Öffentlichkeit, weil es ja Wahlbetrug ist nicht die absolute Mehrheit zu haben und deutliche Abstriche machen zu müssen. Eindeutige und starke Positionen kann sich nur der ohne Verlust erlauben, der ohnehin nicht in die Regierung kommt bzw kommen will. Das ist nicht die Schuld der Parteien.

  11. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: Tunkali 22.01.18 - 17:26

    teenriot* schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Tunkali schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    >
    > > Ich muss was verpasst haben, aber hat die SPD nicht mit den Hartz IV
    > > Reformen nicht die Sozialdemokratie pervertiert und damit die Leute erst
    > zu
    > > den Extremen gebracht?
    >
    > Kann man so sehen, wenn man es schwarz/weiß sehen will. Man kann aber auch
    > versuchen in Farbe zu sehen. Dann sieht man ein Deutschland, das damals als
    > kranker Mann Europas bezeichnet wurde, sich Strukturwandel und
    > Globalisierung gleichermaßen gegenüber sah, von Massenarbeitslosigkeit,
    > Haushaltsdefizit und kohlschen Reformstau geplagt war. Der Sozialstaat der
    > 70er und 80er war schlicht nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das ist nicht
    > die Schuld der SPD.
    >
    Du glaubst den Schwachsinn ehrlich?

    > Die SPD hat nicht gekuscht und einfach weiter so gemacht, sondern sich den
    > akuten Problemen gestellt und versucht diese zu lösen. Hätte man es besser
    > machen können? Bestimmt! Man hätte es aber auch viel schlechter machen
    > könne. Wer nichts macht, macht nichts verkehrt. Du kannst ja mal nach
    > Frankreich und andere Staaten schauen, die versucht haben dem Notwendigen
    > aus dem Weg zu gehen. Es wäre bequemer und populärer gewesen nichts zu
    > machen, aber es wäre zum Schaden aller gewesen. Und genauso ist es bequem
    > nur Teilaspekte im Zuge einer Gesamtbewertung heranzuziehen. Das ist das
    > was ich der Wählerschaft anlaste.
    >
    Was war denn die Lösung der SPD? Man verarmt die Menschen, fälscht die Statistiken und bricht massiv Menschenrechte (§1 Menschenwürde). Schau dir mal die Klagen vor den Sozialgerichten an. Unterm Strich hat die SPD massiv den Sklavenhaltern aka Zeitarbeitsfirmen nahe gestanden und Ihnen riesige Gewinne beschert... alles auf dem Rücken der Menschen. Unterm Strich wurde null gespart... aber viel kaputtgemacht!
    Im übrigen hat der Konjunkturanstieg nichts mit den Hartz Reformen gemein. Da überschätzt du den Einfluss der Politik auf die Konjunktur gewaltig!

    > In den letzen 35 Jahren hat die Union 28 Jahre den Bundeskanzler gestellt
    > und das waren jeweils mehr oder weniger 28 Jahre Stillstand. Die Union
    > ungestört die Loorbeeren einsammeln wenn es läuft, aber wenn's nicht läuft
    > die SPD die Scherben aufsammeln und zusammenkleben lassen und dann noch
    > dafür schelten? Das kann's nicht sein, aber gut wenn der Wähler das so
    > handhaben will, wird ihn keiner davon abhalten können sich selbst zu
    > schaden und letztlich über sich selbst zu klagen. Es ist nicht Schuld der
    > SPD wenn dem Wähler die Wahrnehmung des großen Ganzen nicht gelingt und
    > dieser es nicht einmal versucht.
    >
    Da sprichst du vielleicht von vergreisten Unionswählern... Das hat aber wenig mit der gelebten Realität zu tun.

    > Wer mehr Sozialdemokratie will, der muss eben auch mehr Sozialdemokratie
    > wählen, so einfach ist das. Das Kreuz aber bei der Union oder einer nicht
    > regierungswilligen Partei machen und über die SPD zu schimpfen, weil diese
    > nicht genug Sozialdemokratie durchsetzen kann ist gelinde gesagt schlicht
    > dumm.
    >
    Tut mir leid, aber die einzige Partei die der Sozialdemokratie noch irgendwie nahekommt ist die Linkspartei, man mag von ihr halten was man will. Alle anderen fröhnen den Neoliberalen Ideologien und würden ihre eigene Schwiegermutter für Profit und nette Pöstchen verkaufen. Das ist auch das Dilemma der SPD... solange wie die Linke bessere sozialdemokratische Konzepte als die SPD hat... warum soll ich den korrupten machtgeilen Haufen der SPD wählen?

    > > "Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!"
    >
    > Höre ich zum ersten Mal und bin fasziniert ob der Kreativität, ehrlich.
    Bildungslücken füllen! Der Text ist von 1914!
    Gibts auch als Liedgut https://www.youtube.com/watch?v=8vFL0QWxugI&list=RD8vFL0QWxugI&t=1


    http://www.neopresse.com/politik/vor-100-jahren-wer-hat-uns-verraten-die-spaltung-der-deutschen-arbeiterbewegung/

  12. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: Rulf 22.01.18 - 17:50

    die spd macht anscheinend im sinne ihrer clientel alles richtig...
    ihr linker flügel hat sich schon längst verabschiedet und wenn sie so weitermacht, wird sie wohl auch noch die jusos verlieren...
    ich glaube auch kaum, daß die cxu auch nur einen der völlig unrealistischen drei punkte für koalitionsverhandlungen eingehen können wird...

    spätestens bei der mitgliederbefragung...

    andererseits ist der bundespräsi ja ein spd-mann...
    der kann ja neuwahlen so lange verhindern, bis irgendeine regierung zustande kommt oder der termin für die nächsten wahlen vom bundeswahlleiter festgelegt wird...
    praktisch könnte so die geschäftsführende regierung bis zum sankt nimmerleinstag weiterregieren, bis eine mehrheit im bundestag was anderes beschließt...
    indem die partner also alle verhandlungen torpedieren, können sie ihr spielchen munter weiterspielen...
    völlig unabhängig vom wählerwillen...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.01.18 18:14 durch sfe (Golem.de).

  13. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: teenriot* 22.01.18 - 17:54

    Tunkali schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > > Kann man so sehen, wenn man es schwarz/weiß sehen will. Man kann aber
    > auch
    > > versuchen in Farbe zu sehen. Dann sieht man ein Deutschland, das damals
    > als
    > > kranker Mann Europas bezeichnet wurde, sich Strukturwandel und
    > > Globalisierung gleichermaßen gegenüber sah, von Massenarbeitslosigkeit,
    > > Haushaltsdefizit und kohlschen Reformstau geplagt war. Der Sozialstaat
    > der
    > > 70er und 80er war schlicht nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das ist
    > nicht
    > > die Schuld der SPD.
    > >
    > Du glaubst den Schwachsinn ehrlich?

    Das ist kein Schwachsinn sondern, das sind schlicht Fakten über die es eigentlich keine zwei Meinungen geben kann, egal wo man politisch steht.

    > Was war denn die Lösung der SPD? Man verarmt die Menschen, fälscht die
    > Statistiken und bricht massiv Menschenrechte (§1 Menschenwürde). Schau dir
    > mal die Klagen vor den Sozialgerichten an. Unterm Strich hat die SPD massiv
    > den Sklavenhaltern aka Zeitarbeitsfirmen nahe gestanden und Ihnen riesige
    > Gewinne beschert... alles auf dem Rücken der Menschen. Unterm Strich wurde
    > null gespart... aber viel kaputtgemacht!

    Das Arbeitslosengeld 2 hat und hatte einige Aspekte die schlicht falsch sind. Aber ein Gejammer das 'Menschenrechte', 'Sklaven' und 'Armut' enthält ist wieder eine Wahrnehmung die man schlicht nur mit Scheuklappen beschreiben kann. Empfänger des Arbeitslosengeld 2 gehören immer noch zu den reichsten Menschen auf diesen Planeten. Versuchen das man einzubauen um zu einer ganzheitlichen Sicht zu gelangen.

    > Im übrigen hat der Konjunkturanstieg nichts mit den Hartz Reformen gemein.
    > Da überschätzt du den Einfluss der Politik auf die Konjunktur gewaltig!

    Wenn du meinst. Du willst es vielleicht nicht hören, aber es gab viele Menschen die sich in die soziale Hängematte gelegt haben und schlicht schmarotzt haben. Das gibt es auch beim Arbeitslosengeld 2 noch. Die Realität ist nicht das bundesdeutsche Paradies der 70er, die Realität ist, dass man sich zu allererst mal selbst versorgen muss. Das ist keine neoliberales Geschwätzt sondern zu allererst mal eine Frage der Gerechtigkeit.

    > > In den letzen 35 Jahren hat die Union 28 Jahre den Bundeskanzler
    > gestellt
    > > und das waren jeweils mehr oder weniger 28 Jahre Stillstand. Die Union
    > > ungestört die Loorbeeren einsammeln wenn es läuft, aber wenn's nicht
    > läuft
    > > die SPD die Scherben aufsammeln und zusammenkleben lassen und dann noch
    > > dafür schelten? Das kann's nicht sein, aber gut wenn der Wähler das so
    > > handhaben will, wird ihn keiner davon abhalten können sich selbst zu
    > > schaden und letztlich über sich selbst zu klagen. Es ist nicht Schuld
    > der
    > > SPD wenn dem Wähler die Wahrnehmung des großen Ganzen nicht gelingt und
    > > dieser es nicht einmal versucht.
    > >
    > Da sprichst du vielleicht von vergreisten Unionswählern... Das hat aber
    > wenig mit der gelebten Realität zu tun.

    Nein, ich rede von der Masse der Bevölkerung. Sry, aber du gehörst auch dazu, so einseitig wie du Dinge als Gesamtfazit in den Raum stellst.

    > > Wer mehr Sozialdemokratie will, der muss eben auch mehr Sozialdemokratie
    > > wählen, so einfach ist das. Das Kreuz aber bei der Union oder einer
    > nicht
    > > regierungswilligen Partei machen und über die SPD zu schimpfen, weil
    > diese
    > > nicht genug Sozialdemokratie durchsetzen kann ist gelinde gesagt
    > schlicht
    > > dumm.
    > >
    > Tut mir leid, aber die einzige Partei die der Sozialdemokratie noch
    > irgendwie nahekommt ist die Linkspartei, man mag von ihr halten was man
    > will. Alle anderen fröhnen den Neoliberalen Ideologien und würden ihre
    > eigene Schwiegermutter für Profit und nette Pöstchen verkaufen. Das ist
    > auch das Dilemma der SPD... solange wie die Linke bessere
    > sozialdemokratische Konzepte als die SPD hat... warum soll ich den
    > korrupten machtgeilen Haufen der SPD wählen?

    Ok, dann wähle die Linken, die Linken die nicht regieren wollen. So bekommst du ganz genau NULL sozialdemokratische Einflüsse.

    > > > "Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!"
    > >
    > > Höre ich zum ersten Mal und bin fasziniert ob der Kreativität, ehrlich.
    > Bildungslücken füllen! Der Text ist von 1914!
    > Gibts auch als Liedgut www.youtube.com

    Sach an, du meinst nicht wenigstens ein kleines bisschen, dass es vermessen ist bei jedem kleinen Furz diesen Spruch zu bringen, angesichts der Bedeutung des Slogan im Kontext des ersten Weltkrieges? Unreflektiertes Krakelen ersetzt ernsthaften politischen Diskurs? Naja, da bist du nicht alleine. Und deswegen sind die Dinge so wie sie sind, nicht wegen der SPD.

  14. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: Ach 22.01.18 - 18:36

    Der Sozialstaat der 70/80er hat für sich genommen sogar ziemlich gut funktioniert. Das Problem sehe ich in der damals aus dem Nichts erschienenen chinesischen Warenkonkurrenz, angetrieben von der Globalisierung. Plötzlich ließen sich Güter nicht mehr zu den Herstellungskosten verkaufen, weder im Aus- noch Inland.

    Dieses Problem erledigt sich aber mit der Zeit von selber. Chinesische Wahren sind lange nicht mehr so billig. Chinesische Arbeiter stellen immer höhere Ansprüche um der steigenden Lebensqualität gerecht zu werden, die Gesundheitsansprüche ziehen an, die Umweltauflagen ziehen an, es entstehen unzählige neue Lehreinrichtungen und oben auf addieren sich auf alle asiatischen Exportgüter noch die Transportkosten. Diese aus Europäischer Sicht positive Entwicklung spüren wir aber nicht, weil davon allein die obere Gesellschaftsschichten profitiert. Es wird endlich Zeit die ganze Gesellschaft an den Gewinnen partizipieren zu lassen.

    Die Linken und die SPD gehören eigentlich zusammen. Ich hab die Linken zwar selber noch nie gewählt, was aber nicht an ihrem sozialen Einsatz liegt sondern an ihrer Ideenlosigkeit. Sich nur beschweren ohne konstruktive, gut durchdachte und erfrischende Zukunftsideen und -vorstellungen ist für mich ein NoGo. Mit der SPD zusammen würde zusammen finden was zusammen gehört, die beiden Flügel würden sich ergänzen.

    Der Disput zwischen den konservativen und linken Demokraten innerhalb einer einzigen Partei oder Koalition ist kein Bug, der ist ein längst überfälliges Feature. Der spiegelt nicht mehr als unsere Gesellschaft wider, und zwar in einer authentischeren Form als es mit Groko, CDU/FDP oder mit Schröder SPD jemals der Fall war. Da wird am Ende kein Weltuntergang hinten heraus kommen und eher ein Sozialdemokratische Partei, der links und rechts die extremen Spitzen abgeschnitten wurden. Das wäre dann nicht mehr, als eine SPD, wie sie sich in ihren besten Zeiten darstellte.

  15. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: quineloe 22.01.18 - 18:46

    Oh man, jetzt noch die "Kranker Mann Europas" Lüge hinterher.

    Das hat von vorne bis hinten nicht gestimmt, es waren nur "unbereinigte" Zahlen des Arbeitsamtes die genauso aussehen wie heute, nur dass es heute eben politisch opportun ist 1/3 der Arbeitslosen unter den Teppich zu kehren.

    Aber klar, wichtig war vor allem den Spitzensteuersatz zu senken. Weil das die Lösung ist, wenn man der "kranke Mann Europas" ist. Erst mal weniger Steuern einnehmen. So schlecht ging es Vater Staat, dass er erst mal weniger Geld einnehmen musste.

    Auf Zeit Online kann ich es leider nicht ausschalten, hier schon.

  16. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: teenriot* 22.01.18 - 19:09

    quineloe schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Oh man, jetzt noch die "Kranker Mann Europas" Lüge hinterher.
    >
    > Das hat von vorne bis hinten nicht gestimmt, es waren nur "unbereinigte"
    > Zahlen des Arbeitsamtes die genauso aussehen wie heute, nur dass es heute
    > eben politisch opportun ist 1/3 der Arbeitslosen unter den Teppich zu
    > kehren.

    Selbst wenn man deine Behauptung und Zahl unüberprüft übernimmt, gab es 1998 30% mehr Arbeitslosigkeit und zu Spitzenzeiter 43% mehr Arbeitslose als heute. Im Osten hat sich die Arbeitslosigkeit übrigens halbiert (auch mit deinem 30% Aufschlag).

    Dazu kam ein Haushaltsdefizit von über 40 Mrd 1998, das bis auf 90 Mrd anstieg und zwar in Euro.

    Von mir aus nenne das Lüge, dann nenne ich deine Einlassung Verschwörungstheorie.

    > Aber klar, wichtig war vor allem den Spitzensteuersatz zu senken. Weil das
    > die Lösung ist, wenn man der "kranke Mann Europas" ist. Erst mal weniger
    > Steuern einnehmen. So schlecht ging es Vater Staat, dass er erst mal
    > weniger Geld einnehmen musste.

    Von Wirtschaftstheorie verstehst du nicht so viel oder? Deutschland kommt heute ohne Neuverschuldung aus, so viel dazu.

    > Auf Zeit Online kann ich es leider nicht ausschalten, hier schon.

    bye bye

  17. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: teenriot* 22.01.18 - 19:15

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der Sozialstaat der 70/80er hat für sich genommen sogar ziemlich gut
    > funktioniert. Das Problem sehe ich in der damals aus dem Nichts
    > erschienenen chinesischen Warenkonkurrenz, angetrieben von der
    > Globalisierung. Plötzlich ließen sich Güter nicht mehr zu den
    > Herstellungskosten verkaufen, weder im Aus- noch Inland.
    >
    > Dieses Problem erledigt sich aber mit der Zeit von selber. Chinesische
    > Wahren sind lange nicht mehr so billig. Chinesische Arbeiter stellen immer
    > höhere Ansprüche um der steigenden Lebensqualität gerecht zu werden, die
    > Gesundheitsansprüche ziehen an, die Umweltauflagen ziehen an, es entstehen
    > unzählige neue Lehreinrichtungen und oben auf addieren sich auf alle
    > asiatischen Exportgüter noch die Transportkosten. Diese aus Europäischer
    > Sicht positive Entwicklung spüren wir aber nicht, weil davon allein die
    > obere Gesellschaftsschichten profitiert. Es wird endlich Zeit die ganze
    > Gesellschaft an den Gewinnen partizipieren zu lassen.

    Und dann zieht Wirtschaft halt weiter nach Bangladesh oder sonst wo hin. Man kann Globalisierung nicht aussitzen. Wie lange soll man denn einen Sozialstaat auf Pump leisten bis der letzte Winkel der Erde zur ersten Welt gehört? 100 Jahre, 200?

    > Die Linken und die SPD gehören eigentlich zusammen

    Sehe ich auch so, aber der extreme Flügel der Linken hat eine dominante Stellung eingenommen für lange Zeit. Die die Wagenknecht feiern verkennen, dass sie und ihr Flügel der Grund sind warum viele die Linken nicht wählen und eine Zusammenarbeit mit der SPD auf Bundesebene nicht möglich sind, auch wenn es genug gibt, die die Linken wegen Wagenknecht wählen.

  18. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: Ach 23.01.18 - 10:31

    >Und dann zieht Wirtschaft halt weiter nach Bangladesh oder sonst wo hin.

    Ländern wie Bangladesch oder Vietnam stehen zwei Hindernisse im Weg, die sich nicht so ganz einfach umgehen lassen. Kleiderproduktion, oder in importierten Fabriken einfach Arbeiten verrichten, ja, das geht alles, weil dafür statt eigenem eigenem Wissen, Fähigkeiten und Knowhow allein eine Arbeits- und Lehrnbereitschaft bereit stehen muss. Auch ist der Anspruch an die Infrastruktur bei den einfachen und kleinteiligen Konsumgütern überschaubar.

    Anders sieht das schon bei Gütern mit hohem Materialanteil aus, und ganz unmöglich wird es im Maschinenbaubereich, weil ab dann Jahrzehnte lang gesammeltes und gewachsenes Wissen und Erfahrung zur Bedingung wird. Wirft man einen Blick auf China, so hat dieses Land in einer geradezu wahnsinnigen Aufhohljagd und unter Aufopferung der Gesundheit der Bevölkerung und der Umwelt, gerade mal den aktuellen und den Westmächten immer noch hinterher hinkenden technischen Stand erreicht. Schaut man dagegen nach Japan, so stellt man fest, dass dieses Land auf eine jahrhunderte alte technische Tradition zurück blickt(Das selbe gilt übrigens auch für Korea). Spätestens klar wird das an den japanischen Kriegsprodukten des zweiten Weltkriegs. Fahrzeuge aller Art, Flugzeuge und Schiffe von einer Fertigungsklasse, die es zumindest zeitweise sogar mit den USA aufnehmen konnten.

    Trotzdem war der Marktimpact der erwachenden Industrie des Japans der 70er und 80er zwar bedeutend und schwer zu schlucken für die traditionellen westlichen Unternehmen, insbesondere aus der Autoindustrie, aber der Impact trotzdem ein ganz anderer als die ganze Herstellungssparten vernichtende Chinesische Billigwarenindustrie. Und dass liegt schlicht und einfach an der Größe. China kann allein über seine riesigen Ressourcen unerhörte Mengen an Gütern produzieren. Aus den selben Gründen der Größe entwickelt so eine Nation automatisch auch weiter verstreute und speziellere Wissens- und Fachgebiete und verfügt natürlich auch über eine größere Auswahl von und Menge an Rohstoffen benötigt, auf die es gegebenenfalls zurückgreifen kann.

    Verhältnismäßig kleine Länder wie Bangladesch oder Vietnam fehlt dagegen beide Formen von Ressourcen. Zum einen die personellen, materiellen und infrastrukturiellen und zum andern die wissentlichen und fachkenntlichen. Deswegen mache ich mir da eher wenig sorgen. So ein Impact wie den von China, so etwas wird es tatsächlich nie wieder geben, auch nicht aus Indien, weil diese Nation wiederum nichts überstürzt, ihre Traditionen pflegt und nicht bereit ist, sich für den Fortschritt so radikal selber zu vergewaltigen wie in China geschehen. Umgekehrt wird aber China in der überschaubaren Zukunft hauptsächlich damit beschäftigt sein, sich selber neu zu finden, nachzuvollziehen, was da wohin gelaufen ist in ihrer Geschichte, wer sie überhaupt geworden sind, welche Errungenschaften von Wert sind und welche nicht, weil deren Wandel in den letzten 170 Jahren einfach viel zu schnell ging, als dass irgendeine Nation solcher Art kultureller Quatensprünge in so einer kurzer Zeit jemals verarbeitet bekäme, weil China mit der rasanten Entwicklung sehr große Gegensätze aufgebaut hat, politisch-gesellschaftlicher wie industriell-arbeitstechnischer Natur, die das Land zunehmend blockieren.


    In Bezug auf die Linke : erhellend war für mich Wagenknechts Diskussion mit dem Philosophen Richard Precht. => https://www.youtube.com/watch?v=38vATVHkPgI
    Je weiter das Gespräch fortgeschritten war, desto mehr überkam mich ein geradezu erdrückendes Gefühl von Ödnis. Zum Teil hat sie überhaupt nicht mehr begriffen, was Precht ihr damit sagen wollte, welchen wichtige Rolle Vorbilder, Utopien, konstruktive Zukunftsideen, usw. im Handeln und Entscheiden einer politischen Führungspersönlichkeit einnehmen, wobei sie im Gegenteil fest davon überzeugt sei, dass solche Fragen allein in die Hände der Gesellschaft gehörten. Ihre einzige Aufgabe scheint sie tatsächlich nur darin zu sehen, die Rechte von den kleinen Leuten durchzusetzen und jedem der von oben die Regeln dehnt und bricht in die Schranken zu verweisen, und das war's. Nicht falsch verstehen, ich finde das ein äußerst wichtiges, ja unverzichtbares Ziel für mehr und eben gerade für die Arbeitsgerechtigkeit zu sorgen, die Arbeiterschaft vor der Übermacht der Arbeitgeber zu schützen. Aber erstens, führt es ins Nirwana wenn man dieses radikal, kopflos und ohne eine Vorstellung über die Auswirkungen seines Handelns durchzieht, zweitens soll es im Umkehrschluss auch zu keiner Ungerechtigkeit gegenüber den Arbeitgebern führen(eine Lösung findet man niemals an einem der beiden radikalen Enden der Skala sondern immer irgendwo zwischen den Polen, wofür es jedes mal eine Mengen Auseinandersetzung mit der Sache und weitblickende Denkarbeit braucht) und drittens ist ein Politiker ja bereits per Definition zu gestalten gezwungen.

    Legislative = Gesetzgebende. Wagenknecht würde also regelmäßig neue Gesetze entwerfen und/oder modifizieren müssen, um mit der Gesellschaftsentwicklung Schritt zu halten, wofür sie ein Zukunftsbild, eben ein Ideal oder eine Utopie benötigt, an der sie sich orientiert. Hat sie aber nicht. Vielleicht also schon Politik, aber eher in verwaltender Rolle und nicht gerade als Parteikopf.

    Wenn ich weiter darüber nachdenke, würde ich es aber trotzdem und wohl noch entschiedener begrüßen, SPD und Linke in eine Koalition zu führen, genauso wie sie sich im Moment darstellen, inklusive Wagenknecht und ihrem radikalen Parteiflügel. Die erste Handlung wäre die, die äußerste Linke und den Seeheimer Kreis in einen engen Konferenzraum zur gemeinsamen Diskussion zu bitten, die Teilnehmer unmoderiert und für einige Stunden alleine zu lassen, nach dem, bildlich gesprochenem, "Gemätzel" die "Opfer und Leichen" wegzutransportieren, also die, die vor lauter Endsetzen und Wut über das Gegenüber das Handtuch werfen oder vollkommen abdrehen, weil denen, egal welche Qualitäten sie mitbringen, schlichtweg die Empathie fehlt, ihre Fähigkeit in eine uneigennützige und dem Wohle und der Gerechtigkeit Aller dienende soziale Marktwirtschaft zu übersetzen. Das schafft dann endlich den nötigen Raum und die unverzichtbare Freiheit für die progressive Mitte konstruktiv nach vorne zugehen.

    Ok, soweit mein kleiner Senf dazu :], Grüße, Ach.

  19. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: quineloe 23.01.18 - 12:38

    Ach schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    >
    > In Bezug auf die Linke : erhellend war für mich Wagenknechts Diskussion mit
    > dem Philosophen Richard Precht. => www.youtube.com
    > Je weiter das Gespräch fortgeschritten war, desto mehr überkam mich ein
    > geradezu erdrückendes Gefühl von Ödnis. Zum Teil hat sie überhaupt nicht
    > mehr begriffen, was Precht ihr damit sagen wollte, welchen wichtige Rolle
    > Vorbilder, Utopien, konstruktive Zukunftsideen, usw. im Handeln und
    > Entscheiden einer politischen Führungspersönlichkeit einnehmen, wobei sie
    > im Gegenteil fest davon überzeugt sei, dass solche Fragen allein in die
    > Hände der Gesellschaft gehörten. Ihre einzige Aufgabe scheint sie
    > tatsächlich nur darin zu sehen, die Rechte von den kleinen Leuten
    > durchzusetzen und jedem der von oben die Regeln dehnt und bricht in die
    > Schranken zu verweisen, und das war's. Nicht falsch verstehen, ich finde
    > das ein äußerst wichtiges, ja unverzichtbares Ziel für mehr und eben gerade
    > für die Arbeitsgerechtigkeit zu sorgen, die Arbeiterschaft vor der
    > Übermacht der Arbeitgeber zu schützen. Aber erstens, führt es ins Nirwana
    > wenn man dieses radikal, kopflos und ohne eine Vorstellung über die
    > Auswirkungen seines Handelns durchzieht, zweitens soll es im Umkehrschluss
    > auch zu keiner Ungerechtigkeit gegenüber den Arbeitgebern führen(eine
    > Lösung findet man niemals an einem der beiden radikalen Enden der Skala
    > sondern immer irgendwo zwischen den Polen, wofür es jedes mal eine Mengen
    > Auseinandersetzung mit der Sache und weitblickende Denkarbeit braucht) und
    > drittens ist ein Politiker ja bereits per Definition zu gestalten
    > gezwungen.

    Wagenknecht wird aber keine Bundeskanzlerin sein und die Linke nie mit absoluter Mehrheit den Bundestag besetzen, geschweige denn im Bundesrat die Mehrheit bekommen. Von daher brauchst du dir keine Sorgen zu machen, dass eine Linken-Diktatur dir demnächst Eigentum jenseits von 100.000¤ verbietet.

    Wagenknecht argumentiert nun auch aus dieser Sicht. Das ist Klientelpolitik. Das Ziel muss es sein, als Partner in einer Koalition dafür zu sorgen, dass an der Wohlstandsexplosion auch die unteren 30% beteiligt werden. Die Einrichtung eines neuen Sozialismus ist nicht das Ziel und auch nicht realisierbar. Dafür wähle ich sie auch nicht.

    Im übrigen bin ich mir sicher, dass ein Gespräch mit Lindner genauso verlaufen würde. Nur dass der halt ganz halsstarrig den Geldadel jenseits aller Kompromissbereitschaft verteidigen würde.

  20. Re: Projekt U10 Prozent ist im vollen Gange

    Autor: teenriot* 23.01.18 - 13:18

    Bei Wagenknecht hätte ich selbst dann ein mulmiges Gefühl, wenn sie mir nach dem Mund reden würde. Der Grund ist, dass sie schlicht nicht integer ist, dass ihre Persönlichkeit nicht im Einklang mit dem Grundgesetz steht. Da wären ihren ganzen scheußlichen Einlassungen zum Stalinismus in der Vergangenheit, die man durchaus als Jugendsünde ruhen lassen könnte, wenn sie sich davon distanzieren würde, stattdessen aber legt sie selbst in jüngerer Vergangenheit immer noch ein drauf. Wer demonstrativ einen Bogen um den Gedenkstein für die Stalinismusopfer macht, dem kann ich kein Mandat geben, egal wie viel Wahrheit sie auch sprechen mag.

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4

Neues Thema Ansicht wechseln


Dieses Thema wurde geschlossen.

Stellenmarkt
  1. Automotive Safety Technologies GmbH, Ingolstadt
  2. Fidelity Information Services GmbH, München
  3. Automotive Safety Technologies GmbH, Gaimersheim
  4. Wirecard Global Sales GmbH, Aschheim bei München

Golem pur
  • Golem.de ohne Werbung nutzen

Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€
  2. (-79%) 5,99€
  3. 3,49€
  4. 23,99€


Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Highend-PC-Streaming: Man kann sogar die Grafikkarte deaktivieren
Highend-PC-Streaming
Man kann sogar die Grafikkarte deaktivieren

Geforce GTX 1080, 12 GByte RAM und ein Xeon-Prozessor: Ab 30 Euro im Monat bietet ein Startup einen vollwertigen Windows-10-Rechner im Stream. Der Zugriff auf Daten, Anwendungen und Games soll auch unterwegs mit dem Smartphone funktionieren.
Von Peter Steinlechner

  1. Golem.de-Livestream Halbgott oder Despot?
  2. Rundfunk Medienanstalten wollen Bild Livestreaming-Formate untersagen
  3. Illegale Kopien Deutsche Nutzer pfeifen weiter auf das Urheberrecht

Noctua NF-A12x25 im Test: Spaltlos lautlos
Noctua NF-A12x25 im Test
Spaltlos lautlos

Der NF-A12x25 ist ein 120-mm-Lüfter von Noctua, der zwischen Impeller und Rahmen gerade mal einen halben Millimeter Abstand hat. Er ist überraschend leise - und das, obwohl er gut kühlt.
Ein Test von Marc Sauter

  1. NF-A12x25 Noctua veröffentlicht fast spaltlosen 120-mm-Lüfter
  2. Lüfter Noctua kann auch in Schwarz
  3. NH-L9a-AM4 und NH-L12S Noctua bringt Mini-ITX-Kühler für Ryzen

Ryzen 5 2600X im Test: AMDs Desktop-Allrounder
Ryzen 5 2600X im Test
AMDs Desktop-Allrounder

Der Ryzen 5 2600X ist eine der besten sechskernigen CPUs am Markt. Für gut 200 Euro liefert er die gleiche Leistung wie der Core i5-8600K. Der AMD-Chip hat klare Vorteile bei Anwendungen, das Intel-Modell in Spielen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Golem.de-Livestream Wie gut ist AMDs Ryzen 2000?
  2. RAM-Overclocking getestet Auch Ryzen 2000 profitiert von schnellem Speicher
  3. Ryzen 2400GE/2200GE AMD veröffentlicht sparsame 35-Watt-APUs

  1. Elektroauto: Der Nissan Leaf wird zum Cabrio
    Elektroauto
    Der Nissan Leaf wird zum Cabrio

    Der neue Nissan Leaf ist erst seit wenigen Monaten auf dem Markt, und der japanische Hersteller hat schon eine neue Version des Elektroautos vorgestellt: das Leaf Open Car ohne Dach. Aber das wird wohl ein Einzelstück bleiben.

  2. Science Fiction: Amazon übernimmt The Expanse
    Science Fiction
    Amazon übernimmt The Expanse

    Der Konflikt zwischen Mars und Erde kann in die vierte Runde gehen: Amazon wird die Science-Fiction-Serie The Expanse weiterführen. Das hat Jeff Bezos auf einer Konferenz bekanntgegeben und dafür Jubel von Fans und Schauspielern bekommen.

  3. Zwangszustimmung: Erste Klage nach DSGVO gegen Google und Facebook
    Zwangszustimmung
    Erste Klage nach DSGVO gegen Google und Facebook

    Nur wer der Datenverarbeitung vollständig zustimmt, darf den Dienst auch weiter nutzen - so haben sich das die großen Internetunternehmen vorgestellt. Der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems sieht das anders. Die von ihm gegründete Organisation Noyb hat Beschwerde gegen Google sowie Facebook und dessen Dienste Instagram und Whatsapp nach der DSGVO eingereicht.


  1. 13:08

  2. 12:21

  3. 11:23

  4. 09:03

  5. 18:36

  6. 17:49

  7. 16:50

  8. 16:30