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Guter Impuls, fragwürdige Realität

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: _root 01.12.21 - 10:18

    Die Idee sich von den Tech Giganten zu distanzieren ist an sich lobenswert und ein guter Impuls für die IT Souveränität der Stadt. Inwieweit das in welchem Zeitraum realistisch umsetzbar ist und in welchem Umfang ist mir aber noch sehr zweifelhaft. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass die Stadt in fünf Jahren auf Linux basierten einheitlichen PCs arbeitet, losgelöst von allen kommerziellen Cloud Infrastrukturen oder Software Lösungen wie Office.
    Das wird mit extrem vielen Kosten verbunden sein, und ich kann mir vorstellen, angesichts der bisherigen Historie vergleichbarer Projekte (inpolNeu, usw) dass die Kosten am Ende völlig unterschätzt sein werden.
    Ich bin mir unsicher inwieweit die Gerätebetreuung mittlerweile auf Linux praktikabel ist. Die äquivalenten Lösungen für Windows kenne ich als sehr umfangreich und auch oft und gut angesetzt.. lets see

  2. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: nightmar17 01.12.21 - 10:25

    Dafür sollte es einfach gute Berater geben. Die Kosten müssen auch auf mehrere Jahre gerechnet werden.

    An sich wäre es schlau, generell so viele Funktionen wie möglich über den Webbrowser zu starten, das sollte schon einiges zentralisieren.

    Ich hatte es an einer anderern Stelle schon gesagt. In unserem Unternehmen haben wir den Wechsel zu Libreoffice geschafft und werden auch nicht mehr zurück wechseln. Bei etwa 400 Anwendern, haben wir noch 10 echte office Lizenzen.
    Einzig Outlook haben wir als Einzellizenz auf dem Server installiert, weil wir keinen Ersatz für Exchange und Outlook haben.

    Im Jahr 2022 werden wir wohl 90% der Clients auf Ubuntu migrieren.
    Dann sind wir fast komplett Open Source.
    Was "leider" noch bleiben muss.
    - Terminalserver (Windows)
    - Exchgange + Outlook

    Es wäre wünschenswert, wenn immer mehr Firmen und Behörden auf Open Source Produkte einsetzen.

  3. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: Pooser 01.12.21 - 10:32

    Naja, die Angestellten & Co. müssen mitgenommen werden. Zur Umsetzung gehört z. B. für mich auch eine augenfreundliche GUI. Inzwischen bin ich beim Office Paket ein Fan von dunkelgrau geworden. Diese Farben wurden bei LO eher Bescheiden umgesetzt.

    Das überleben des BerLux(?) ist zuerst eine politische Sache. München ...

  4. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: Tiles 01.12.21 - 10:35

    Ich sehe das nach wie vor skeptisch. Open Source grundsätzlich zu bevorzugen ist Wettbewerbsverzerrung. In einer Marktwirtschaft sollte sich das bessere Produkt durchsetzen. Nicht das subventionierte. Zumal man sich damit quasi fast immer das schlechtere Produkt ins Haus holt.

    Und Linux ist zwar Open Source, aber nicht alle Open Source ist Linux. Das geht mir als Open Source Entwickler tierisch auf den Sack dass die Linux Leute meinen alles für sich beanspruchen zu können was Open Source ist. Und allem und jedem ihre Ideale und ihren Weg zu denken aufzwingen will.

    Man kann Open Source auch auf Windows oder Mac betreiben. Dann hätte man diese Betriebssysytembremse namens Linux schon mal ausgeschlossen.

  5. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: jkow 01.12.21 - 10:43

    Man muss ja nicht gleich den Desktop tauschen.

    Wenn man jetzt den Fokus darauf setzt, die Fachanwendungen nach und nach zu tauschen bzw. bei neuen Ausschreibungen auf OSS zu setzen und alte Software schleichend auslaufen zu lassen, dann spielt irgendwann auch keine Rolle mehr, welcher Desktop im Hintergrund werkelt.

    Man muss weg von dem Aktionismus, mit einem Knall alles anders zu wollen. Ich sehe hier eher einen Prozess, der langfristige Förderung und Umdenken bei vielen Beteiligten braucht.

  6. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: pythoneer 01.12.21 - 10:49

    Tiles schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Ich sehe das nach wie vor skeptisch. Open Source grundsätzlich zu
    > bevorzugen ist Wettbewerbsverzerrung. In einer Marktwirtschaft sollte sich
    > das bessere Produkt durchsetzen. Nicht das subventionierte. Zumal man sich
    > damit quasi fast immer das schlechtere Produkt ins Haus holt.

    Sie bringen hier einige Sachen durcheinander.

    > Open Source grundsätzlich zu bevorzugen ist Wettbewerbsverzerrung.

    Warum? Das sind lediglich Anforderungen. Jedes Projekt hat Anforderungen. Zu Argumentieren, dass die Anforderungen das Projekt so weit einschenken – prinzipiell – macht überhaupt keinen Sinn. Das könnte man zu jeder Anforderung sagen. Wenn das Projekt die Anforderung hat, dass die Oberfläche für eine deutsche Behörde in deutscher Sprache sein muss, dann ist das KEINE Wettbewerbsverzerrung. Jetzt kann man natürlich argumentieren ob eine Anforderung einen realen Nutzen hat und danach sollte entschieden werden. So kann eine Anforderung an die Software, dass sie von SAP ist sehr wohl wettbewerbsverzerrend sein. Hier ist dann die Frage nach dem Nutzen oder ob sich das aus einer anderen Anforderung ergibt.

    Was ist also der Nutzen von Open Source? Ist das lediglich "ideologisch" wie einige behaupten oder gibt es da einen sinnvollen Grund für? Das sollte zuerst betrachtet werden und nicht pauschal jede Anforderung – die man persönlich als "ideologisch" sieht – als Wettbewerbsverzerrung sehen.

    > In einer Marktwirtschaft sollte sich das bessere Produkt durchsetzen.

    Ja natürlich und dem steht mit Open Source als Anforderung auch nichts im Wege. Übertragen auf die Deutschprachigkeit der Anwendung – ich kann auch nicht von Wettbewerbsverzerrung reden wenn ein Produkt A, was in allen Punkten besser ist als Produkt B aber nicht in deutscher Sprache verfügbar ist und deswegen Produkt B und nicht Produkt A gewählt wird. Deutschprachigkeit ist eine Anforderung und damit ist Produkt A eben nicht mehr das bessere Produkt für den betrachteten Anwendungsfall.

    > Man kann Open Source auch auf Windows oder Mac betreiben. Dann hätte man diese Betriebssysytembremse namens Linux schon mal ausgeschlossen.

    Ich merke schon auf welch ideologische Art von Ihnen Argumentiert wird.



    5 mal bearbeitet, zuletzt am 01.12.21 10:57 durch pythoneer.

  7. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: Trollversteher 01.12.21 - 11:01

    >Warum? Das sind lediglich Anforderungen. Jedes Projekt hat Anforderungen. Zu Argumentieren, dass die Anforderungen das Projekt so weit einschenken – prinzipiell – macht überhaupt keinen Sinn. Das könnte man zu jeder Anforderung sagen. Wenn das Projekt die Anforderung hat, dass die Oberfläche für eine deutsche Behörde in deutscher Sprache sein muss, dann ist das KEINE Wettbewerbsverzerrung. Jetzt kann man natürlich argumentieren ob eine Anforderung einen realen Nutzen hat und danach sollte entschieden werden. So kann eine Anforderung an die Software, dass sie von SAP ist sehr wohl wettbewerbsverzerrend sein. Hier ist dann die Frage nach dem Nutzen oder ob sich das aus einer anderen Anforderung ergibt.

    Weil es keine fachlich bedingten Anforderungen sind, sondern politisch/ideologisch bedingte Anforderungen - was an für sich in diesem Fall ja zu begrüßen ist, aber trotzdem hat der Vorredner vollkommen Recht damit, dass hier Konflikte zwischen fachlichen und politischen Anforderungen entstehen können - weil sich eben im Zweifelsfall nicht für das fachlich best geeignete Werkzeug für eine Anforderung entschieden wird, sondern für das "politisch genehmere".

  8. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: _root 01.12.21 - 11:23

    Das stimmt, jedes Unternehmen hat seine Anforderungen. In meinem ist es so, dass viele Ressourcen bei Azure oder AWS liegen. Aufgrund der technischen Ansprüche der Hochverfügbarkeit und Sicherheit, wäre es hier unverhältnismäßig, auch auf Grundlage der Unternehmensgröße, eigene Lösungen aus Open Source zu schaffen. Das wäre mit einem viel höheren Investitions Volumen verbunden. Auch Unternehmens Meetings mit externen laufen primär über Teams App. Das mag auch branchenspezifisch anders sein, ich begrüße jedoch die angenehme Verwaltbarkeit der weitläufigen und komplexen Ressourcen.
    Genutzt wird in diesem Zusammenhang primär Microsoft Office mit allen Diensten. Dem oft im Umlauf befindlichen Argument des Datenschutzes, kann man hier mit Microsoft Direktverträgen entgegenwirken. Ich persönlich finde Open Source natürlich gut und greife da im Rahmen von Entwicklung auch gerne drauf zurück. Im Arbeitsumfeld, gerade für Endnutzer, muss man sich aber schon überlegen, ob man denen wirklich Linux aufdrücken will, und das dann noch neben den Windows Geräten verwalten und administrieren möchte. Soweit möglich betreiben wir auch Linux Server, kosten ja auch weniger, die Arbeitsumgebung wird mittelfristig aber definitiv bei Windows bleiben. Auch die neuen Windows Remote Virtual Desktop Cloud Dienste Klingen gut. Komplexere Infrastrukturen mit der entsprechenden Sicherheit in einem Universum kenne ich leider nicht auf Linux Only.. Außer man möchte sich vielleicht ein eigenes Rechenzentrum bauen von Null an.

  9. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: demon driver 01.12.21 - 11:29

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Warum? Das sind lediglich Anforderungen. Jedes Projekt hat Anforderungen.
    > Zu Argumentieren, dass die Anforderungen das Projekt so weit einschenken
    > – prinzipiell – macht überhaupt keinen Sinn. Das könnte man zu
    > jeder Anforderung sagen. Wenn das Projekt die Anforderung hat, dass die
    > Oberfläche für eine deutsche Behörde in deutscher Sprache sein muss, dann
    > ist das KEINE Wettbewerbsverzerrung. Jetzt kann man natürlich argumentieren
    > ob eine Anforderung einen realen Nutzen hat und danach sollte entschieden
    > werden. So kann eine Anforderung an die Software, dass sie von SAP ist sehr
    > wohl wettbewerbsverzerrend sein. Hier ist dann die Frage nach dem Nutzen
    > oder ob sich das aus einer anderen Anforderung ergibt.
    >
    > Weil es keine fachlich bedingten Anforderungen sind, sondern
    > politisch/ideologisch bedingte Anforderungen - was an für sich in diesem
    > Fall ja zu begrüßen ist, aber trotzdem hat der Vorredner vollkommen Recht
    > damit, dass hier Konflikte zwischen fachlichen und politischen
    > Anforderungen entstehen können - weil sich eben im Zweifelsfall nicht für
    > das fachlich best geeignete Werkzeug für eine Anforderung entschieden wird,
    > sondern für das "politisch genehmere".

    "Politische Gründe" (wenn es denn welche wären – auch das ist teilweise noch gar nicht so eindeutig) für eine Kaufentscheidung sind genauso legitim wie alle anderen Gründe, und sei es der Grund, dass einem potenziellen Käufer die Jacke eines Firmenchefs nicht gefällt.

    Wenn potenzielle Kunden sich für irgendwas entscheiden oder auch nicht, egal warum, ist das per definitionem keine "Wettbewerbsverzerrung", egal ob das öffentliche, kommerzielle oder private Kunden sind. Den "Wettbewerb" nicht zu "verzerren" ist nicht Aufgabe der Beschaffung von Software und Services. Nicht im privatwirtschaftlichen und auch nicht im öffentlichen Bereich.

    (Abgesehen davon, dass der völlig "unverzerrte" Wettbewerb schon per se eine Fiktion, und die Frage, wie sinnvoll das radikale Streben danach ist, im Übrigen selbst eine zutiefst politische ist.)

  10. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: demon driver 01.12.21 - 11:37

    Pooser schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Naja, die Angestellten & Co. müssen mitgenommen werden. Zur Umsetzung
    > gehört z. B. für mich auch eine augenfreundliche GUI. Inzwischen bin ich
    > beim Office Paket ein Fan von dunkelgrau geworden. Diese Farben wurden bei
    > LO eher Bescheiden umgesetzt.

    Geschmacksache. Ich habe in meinem Umfeld die Erfahrung gemacht, dass gerade Normaluser mit einem klassischen Linux-Desktop à la Cinnamon oder MATE, Firefox/Chrome und LibreOffice mitunter besser zurechtkommen als mit allen Windows-Versionen nach Version 7.

    > Das überleben des BerLux(?) ist zuerst eine politische Sache. München ...

    Ich denke, Berlin baut keine eigene Linux-Distribution, sowenig wie Schleswig-Holstein, wo der Beschluss zur Umstellung ja auch neulich erst gefasst wurde. Man entscheidet sich für eine Standard-Distribution und gut ist.

  11. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: Tiles 01.12.21 - 11:37

    Ich merke schon, da wird wieder jedes Argument entweder ignoriert oder umgedreht. Und ich bin dann angeblich auch noch der Ideologe. ^^

    Ich bin wie gesagt selber Open Source Entwickler. Und freue mich schon allein deswegen über jedes Open Source Projekt das sich am Markt durchsetzt.

    Aber wenn man sich dann für ein Projekt nur bewerben darf wenn man Open Source anbietet dann ist das eben Wettbewerbsverzerrrend. Das hat sich dann auch nicht durchgesetzt, das wurde aufgezwungen. Und dass das nicht gut funktioniert hat man bei Limux gesehen.

  12. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: pythoneer 01.12.21 - 11:38

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Weil es keine fachlich bedingten Anforderungen sind, sondern
    > politisch/ideologisch bedingte Anforderungen - was an für sich in diesem
    > Fall ja zu begrüßen ist, aber trotzdem hat der Vorredner vollkommen Recht
    > damit, dass hier Konflikte zwischen fachlichen und politischen
    > Anforderungen entstehen können - weil sich eben im Zweifelsfall nicht für
    > das fachlich best geeignete Werkzeug für eine Anforderung entschieden wird,
    > sondern für das "politisch genehmere".

    "Arbeiten können" ist eine fachliche Anforderung. Ich würde schätze sie liegt in deutschen Behörden bestimmt unter den Top 10. Aus dieser fachlichen Anforderung können und müssen – in diesem Fall – politische Anforderungen entstehen (und nicht anders herum). Es muss also verhindert werden, dass wenn Microsoft sagt: "Ab heute wird in deutschen Behörden nicht mehr gearbeitet" das dies zur Realität wird. Das kann man mit verschiedenen Abschwächungemethoden erreichen wie verzögerte und überprüfte Updates oder eben am besten mit Softwarewechsel über die man eine größere Kontrolle hat.

    Das gleiche darf dann auch bitte mit Hardware passieren. Weg von Intel hin zu einer Euro-CPU ala RISC-V ... Euro-BIOS ala (c)oreboot etc.

  13. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: pythoneer 01.12.21 - 11:44

    Tiles schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber wenn man sich dann für ein Projekt nur bewerben darf wenn man Open
    > Source anbietet dann ist das eben Wettbewerbsverzerrrend.

    Ich habe den Eindruck Sie haben gar nicht gelesen was ich geschrieben habe. Ich versuche Ihren Gedankengang nochmal besser zu verstehen. Würden Sie mir dabei helfen?

    Bitte antworten Sie auf folgende Frage:

    Ist es Wettbewerbsverzerrung wenn man sich für ein Projekt nur bewerben darf wenn das zu entwickelnde Produkt eine deutschsprachige Oberfläche haben muss?

  14. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: Aschenbecher 01.12.21 - 11:49

    Ganz genau, das verwechseln die Politiker und die "IT Profis" in den Foren immer wieder, es sollte erstmal nicht primär darum gehen dem User ein Libre Office vor die Nase zu setzen.
    Viel wichtiger ist es bei neuen Projekten direkt auf Open Source zu setzen und auch da kann das Vorgehen noch optimiert werden, siehe z.B Corona Warn App, da wurden mal direkt 3M an Firmen gezahlt, die dafuer bekannt sind Software Projekte in den Sand zu setzen und erst danach wurde es auf Github veroeffentlicht. Besser wäre es gewesen es von vorherein als Open Source Projekt zu starten und Rewards auszusetzen, denn Open source bedeutet nicht zwangsläufig "kostenlos" wie manche meinen.

    jkow schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Man muss ja nicht gleich den Desktop tauschen.
    >
    > Wenn man jetzt den Fokus darauf setzt, die Fachanwendungen nach und nach zu
    > tauschen bzw. bei neuen Ausschreibungen auf OSS zu setzen und alte Software
    > schleichend auslaufen zu lassen, dann spielt irgendwann auch keine Rolle
    > mehr, welcher Desktop im Hintergrund werkelt.
    >
    > Man muss weg von dem Aktionismus, mit einem Knall alles anders zu wollen.
    > Ich sehe hier eher einen Prozess, der langfristige Förderung und Umdenken
    > bei vielen Beteiligten braucht.

  15. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: Trollversteher 01.12.21 - 11:49

    >"Politische Gründe" (wenn es denn welche wären – auch das ist teilweise noch gar nicht so eindeutig) für eine Kaufentscheidung sind genauso legitim wie alle anderen Gründe, und sei es der Grund, dass einem potenziellen Käufer die Jacke eines Firmenchefs nicht gefällt.

    Natürlich ist das eindeutig - man möchte nicht zu OpenSource Lösungen wechseln, weil es dort ein besseres Angebot an fachlicher Software gibt, welche die Afachlichen Anforderungen erfüllt, sondern weil man sich unabhängiger von großen Softwarekonzernen machen möchte - was, wie bereits gesagt, ein edles Anliegen ist, aber trotzdem eben dazu führen kann, dass nicht die für ein Problem/eine Aufgabe am besten geeignetste Lösung gewählt wird, sondern eben die, die politisch "genehmer" ist.

    Und wen ein potentieller Käufer eine möcgliherweise bessere Lösung ausschlägt, weil ihm die Jacke des Firmenchefs nicht gefällt, torpediert er die Effizienz seiner eignen Leute damit, die diese irrationale Entscheidung dann Tag für Tag ausbaden dürfen - mag sein gutes Recht sein, wenn er denn selbst zur Geschäftsführung gehört, ändert aber nichts daran, dass die irrationale Entscheidung dann höchst unprofessionell und potentiel schädlich für ein Unternehmen ist. Ein guter Berater/Mitarbeiter würde auf jeden Fall versuchen, ihm davon abzuraten.

    >Wenn potenzielle Kunden sich für irgendwas entscheiden oder auch nicht, egal warum, ist das per definitionem keine "Wettbewerbsverzerrung", egal ob das öffentliche, kommerzielle oder private Kunden sind. Den "Wettbewerb" nicht zu "verzerren" ist nicht Aufgabe der Beschaffung von Software und Services. Nicht im privatwirtschaftlichen und auch nicht im öffentlichen Bereich.

    Natürlich ist es das bei Öffentlichen Kunden und genau aus diesem Grund unterliegen diese in der Regel (zB bei Ausschreibungen) auch strengeren Vorschriften als private Auftraggeber.

    >(Abgesehen davon, dass der völlig "unverzerrte" Wettbewerb schon per se eine Fiktion, und die Frage, wie sinnvoll das radikale Streben danach ist, im Übrigen selbst eine zutiefst politische ist.)

    Verbeiß Dich mal nicht zu sehr auf dieses eine Wort. Ich bin zumindest in meinem Beitrag ohne diesen konkreten Begriff ausgekommen...

  16. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: Tiles 01.12.21 - 11:56

    Zuerst nennst du mich einen Ideologen weil dir meine Meinung nicht passt. Und Jetzt wirfst du mir auch noch vor ich könnte weder lesen noch vestehen was du schreibst? Und schiebst sofort einen Strohmann hinterher der gar nichts mit dem Thema zu tun hat?

    Was ist denn wenn das Closed Source Projekt die deutsche UI anbietet, die Open Source aber nicht?

    Ich habe auf deine anderen Beiträge geantwortet. Wir sind immer noch bei der Wettbewerbsverzerrung durch das Dogma nur Open Source zu verwenden. Und nicht das bessere und geeignetere Produkt. Und bei deiner unangenehmen Art wird es wohl auch bei dieser Antwort bleiben. Schade eigentlich.

    Aber ein Wort sei mir als UI Designer noch gegönnt weil dein Strohmann ja auf die UI abzielt: UI UX Design ist der Teil den die meisten Open Source Projekte am schlechtesten können. Und das liegt am System von Open Source. Es fehlt der Marktdruck. Open Source muss sich gegen gar nichts behaupten. Sondern einfach nur Open Source sein.

  17. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: Trollversteher 01.12.21 - 12:02

    >"Arbeiten können" ist eine fachliche Anforderung. Ich würde schätze sie liegt in deutschen Behörden bestimmt unter den Top 10. Aus dieser fachlichen Anforderung können und müssen – in diesem Fall – politische Anforderungen entstehen (und nicht anders herum). Es muss also verhindert werden, dass wenn Microsoft sagt: "Ab heute wird in deutschen Behörden nicht mehr gearbeitet" das dies zur Realität wird.

    Naja, sorry, aber man sollte dann schon noch von wenigstens halbwegs realistischen Szenarien ausgehen - bei Microsoft sitzen auch keine kompletten Idioten, die dürften sich vollkommen darüber im Klaren sein, dass eine solche Kammikaze Aktion das sofortige weltweite Ende im Business und Behördengeschäft sein würde. Ebenso "realistisch" wäre anzu8nehmen, dass Linus Torwalds in wirklichkeit ein böser James Bond Bösewicht ist, der die Weltherrschaft anstrebt und der eines Tages Linux in sein Werkzeug zur erlangung der Weltherrschaft verwandeln wird ;-)

    >Das kann man mit verschiedenen Abschwächungemethoden erreichen wie verzögerte und überprüfte Updates oder eben am besten mit Softwarewechsel über die man eine größere Kontrolle hat.

    Hat man das? Das wage ich doch *sehr* zu bezweifeln. In vielen Fällen (gerade bei weniger verbreiteten Spezialanwendungen) dürfte man sich damit in eine schlimmere Abhängigkeit von einzelnen Personen un einen größeren Kontrollverlust begeben, als bei einem internationalen Software Konzern. Es sei denn man entwickelt die fehlenden fachlichen Software-Komponenten von Grund auf selbst, in einer eigenen OS-Entwicklungsabteilung - aber irgendwie fällt mir die Vorstellung, dass ein behördlich geleitetes OpenSource Projekt zu einem guten und brauchbaren Produkt füren würde doch etwas schwer.

    >Das gleiche darf dann auch bitte mit Hardware passieren. Weg von Intel hin zu einer Euro-CPU ala RISC-V ... Euro-BIOS ala (c)oreboot etc.

    Also auch hier wieder: Staaten und Behörden basteln nicht nur ihre eigene Software sondern entwerfen und entwickeln auch noch die passende Hardware dazu? Das klingt vielleicht in den Ohren einiger wie ein feuchter Nerd-Traum, aber ich halte das nicht wirklich für eine realistische oder zielführende Vorstellung...

  18. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: Tiles 01.12.21 - 12:02

    >Besser wäre es gewesen es von vorherein als Open Source Projekt zu starten und Rewards auszusetzen, denn Open source bedeutet nicht zwangsläufig "kostenlos" wie manche meinen.

    Dann hätten wir 50 Forks mit jeweils unterschiedlichen Oberflächen und Funktionsweisen ^^

  19. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: Aschenbecher 01.12.21 - 12:22

    Ich würde úber die Aussage nochmal nachdenken.

    Tiles schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > >Besser wäre es gewesen es von vorherein als Open Source Projekt zu starten
    > und Rewards auszusetzen, denn Open source bedeutet nicht zwangsläufig
    > "kostenlos" wie manche meinen.
    >
    > Dann hätten wir 50 Forks mit jeweils unterschiedlichen Oberflächen und
    > Funktionsweisen ^^

  20. Re: Guter Impuls, fragwürdige Realität

    Autor: Tiles 01.12.21 - 12:24

    Da kann ich zehnmal drüber nachdenken, da ändert sich gar nix an meiner Meinung. Es muss ja nicht deine Meinung sein :)

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