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Bitcoin schürfen/Gold schürfen

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  1. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: JanZmus 19.09.19 - 13:00

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > "Kriminalitätsbekämpfiung"

    Ja, lasst euch das einreden. Glaubt denn irgendjemand, dass Kriminalität zurückgeht, wenn es kein Bargeld mehr gibt? Das ist so albern. Jemand, der irgendwas Illegales kaufen will, findet immer einen Weg, da wird die Abschaffung von Bargeld gar nichts dran ändern. Das ist doch nur ein vorgeschobener Grund. In dem Moment, in dem es kein Bargeld mehr gibt, gibt es kein Hindernis mehr, Negativzinsen für alle einzuführen, herzlichen Glückwunsch. Wenn du jetzt in einem Laden elektronisch bezahlen willst und sie sagen "das System akzeptiert deine Karte nicht", kannst du immer noch bar bezahlen. Wenn aber kein Bargeld mehr im Umlauf ist, gibt es keine andere Bezahlmöglichkeit mehr. Wer also das System kontrolliert, bestimmt, ob Du etwas kaufen kannst oder nicht.

  2. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: JanZmus 19.09.19 - 13:12

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Bis jetzt habe ich keine Netgativzinsen;

    Weil es noch Bargeld gibt und die Banken genau wissen, wenn sie Negativzinsen einführen, dann trägt man sein Geld zu einer Bank, die das noch nicht hat oder aber man hebt es sofort ab -> Bankrun. Wenn es aber alle Banken einführen und es kein Bargeld mehr gibt, dann bist du dem ausgeliefert.

    > die Prophezeihung, dass demnächst
    > auch arme Sparer damit gegängelt würden, ist pure Panikmache. Banker wie
    > Regierungen wissen das sehr gut, und sie müssten auch überhaupt erst mal
    > ein Interesse daran haben.

    Banken haben es immer schwieriger, Geld zu verdienen, DAS ist das Interesse.

    > Ich finde
    > das in Ordnung, dass wenigstens das momentane Zinsniveau nicht mehr im
    > gewohnten Maße dazu beiträgt, dass Reiche ohne etwas tun zu müssen noch
    > reicher und Arme ärmer werden.

    Höre ich da Kritik am klassischen Bankensystem?

    > Was glaubst du denn?

    Durchsetzung von Negativzinsen, Kontrolle... Edward lässt grüßen.

    > Sag's mir! Und was ist an "Kriminalität" nicht
    > plausibel?

    Die großen Batzen an Kriminalität findet eh bargeldlos statt. Und welche Kriminalität soll eigentlich dadurch bekämpft werden?

    > Oder an dem Bestreben nach einer Kostensenkung im Finanzwesen?

    Wo kommt denn der Druck her, die Kosten senken zu müssen? Das lief Jahrzehnte lang prima, den Banken ging es fantastisch, aber jetzt können sie kein Geld mehr verdienen wegen der nicht vorhandenen Zinsen also müssen sie alles ausquetschen, was geht.

  3. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: demon driver 19.09.19 - 13:14

    JanZmus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > "Kriminalitätsbekämpfiung"
    >
    > Ja, lasst euch das einreden. Glaubt denn irgendjemand, dass Kriminalität
    > zurückgeht [...]

    Ich lasse mir weder von meiner Regierung noch von dir etwas einreden. Insbesondere lasse ich mir nicht einreden, ich hätte irgendwo behauptet, das Ziel der Kriminalitätsbekämpfung sei so in gewünschtem Maße zu erreichen oder würde die Maßnahmen rechtfertigen. Darum geht es hier überhaupt nicht.

  4. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: demon driver 19.09.19 - 13:37

    JanZmus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Bis jetzt habe ich keine Netgativzinsen;
    >
    > Weil es noch Bargeld gibt und die Banken genau wissen, wenn sie
    > Negativzinsen einführen, dann trägt man sein Geld zu einer Bank, die das
    > noch nicht hat oder aber man hebt es sofort ab -> Bankrun. Wenn es aber
    > alle Banken einführen und es kein Bargeld mehr gibt, dann bist du dem
    > ausgeliefert.

    Selbst wenn es so käme, wovon ich nicht ausgehe, dann müsste man sein Geld halt in Wertgegenständen anlegen, anstatt es zu horten. Wo ist das Problem?

    Es gab und gibt seit langem Finanztheoretiker (nicht dass ich mir deren Ideenwelt zueigen machen würde), die schon vor Ewigkeiten ein Geld, das genau diese Eigenschaft hat, für ein besseres Geld gehalten haben als das, welches sich durch bloßes Herumliegen selbst vermehrt.

    > > die Prophezeihung, dass demnächst
    > > auch arme Sparer damit gegängelt würden, ist pure Panikmache. Banker wie
    > > Regierungen wissen das sehr gut, und sie müssten auch überhaupt erst mal
    > > ein Interesse daran haben.
    >
    > Banken haben es immer schwieriger, Geld zu verdienen, DAS ist das
    > Interesse.

    Das ist wahr, und dafür gibt es keine einfache Lösung. Viele Banken werden sterben, und die, die übrig bleiben, werden mit möglichst wenig Personal arbeiten müssen; insbesondere werden die Filialen aussterben.

    > > Ich finde
    > > das in Ordnung, dass wenigstens das momentane Zinsniveau nicht mehr im
    > > gewohnten Maße dazu beiträgt, dass Reiche ohne etwas tun zu müssen noch
    > > reicher und Arme ärmer werden.
    >
    > Höre ich da Kritik am klassischen Bankensystem?

    Nein, am Wirtschaftssystem. Das klassische Bankensystem ist halt genau das Bankensystem, das das existierende Wirtschaftsystem braucht, und solange sich am Wirtschaftssystem nichts ändert werden elementre Änderungen am Bankensystem ganz sicher keine Vorteile bringen.

    > > Was glaubst du denn?
    >
    > Durchsetzung von Negativzinsen, Kontrolle... Edward lässt grüßen.

    Wieso sollte ein Staat nicht so einigermaßen die Kontrolle behalten wollen über das, was sich auf seinem Terrotorium abspielt? Und es ist dabei ja doch wohl nicht so, dass alle plötzlich an Marionettenfäden durch die Straßen geführt würden, nur weil es irgendwann Negativzinsen und kein Bargeld mehr gäbe. (Das werden alle sowieso schon, weil es den ökonomischen Zwang zur Erwerbsarbeit gibt, und diesen wiederum, weil das Wirtschaftssystem auf Kapitalverwertungszwang basiert, nur ist das ein völlig anderes Thema – allerdings das eigentlich interessante.)

    > > Sag's mir! Und was ist an "Kriminalität" nicht
    > > plausibel?
    >
    > Die großen Batzen an Kriminalität findet eh bargeldlos statt. Und welche
    > Kriminalität soll eigentlich dadurch bekämpft werden?

    Kann ich dir nicht sagen, müsste ich jetzt selber nochmal recherchieren, und vielleicht ist das Ganze auch nicht mal so recht durchdacht – aber das ist doch normal in der Politik.

    > > Oder an dem Bestreben nach einer Kostensenkung im Finanzwesen?
    >
    > Wo kommt denn der Druck her, die Kosten senken zu müssen?

    Von der globalen Wirtschaftsentwicklung, die irgendwann Leitzinssenkungen erfordert hat, um die Gefahr von Währungsinstabilität zu verringern.

    > Das lief Jahrzehnte lang prima, den Banken ging es fantastisch, aber jetzt können
    > sie kein Geld mehr verdienen wegen der nicht vorhandenen Zinsen also müssen
    > sie alles ausquetschen, was geht.

    Genauso ist es, das war die erwartbare Entwicklung nach der Leitzinssenkung. Nun ist aber völlig unklar, ob die Leitzinsen nicht bald wieder steigen. Ganz aktuell werde die Stimmen lauter, die genau das fordern. Dann hätte sich das Ganze – vorübergehend – ganz schnell wieder entschärft, und die Banken könnten erst mal wieder aufatmen.

  5. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: JanZmus 19.09.19 - 13:52

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Selbst wenn es so käme, wovon ich nicht ausgehe

    Warum glaubst du das nicht? Also für mich als Bank wäre das ja extrem verlockend. Das ist doch eine so tief hängende Frucht...

    > dann müsste man sein Geld
    > halt in Wertgegenständen anlegen, anstatt es zu horten. Wo ist das Problem?

    Ok, wie habe ich mir das vorzustellen? Ich kriege mein Monatsgehalt und kaufe dann... ein Kunstwerk oder ein paar teure Whisky-Flaschen oder eine Uhr. Und dann brauche ich aber am 10. des Monats etwas Geld für xyz... und dann?

    > Wieso sollte ein Staat nicht so einigermaßen die Kontrolle behalten wollen
    > über das, was sich auf seinem Terrotorium abspielt?

    Das klingt ja so als Satz ganz gut, ich bin aber der Meinung, was ich wann und wo mit meinem Geld mache, sollte meine Privatsache sein. Ohne Bargeld ist das aber nur schwer umzusetzen.

  6. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: JanZmus 19.09.19 - 15:10

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und eine Zentralbank kann *nicht* nach Belieben Geld drucken, wenn sie
    > nicht unmittelbar eine Kaufkraftverringerung der Währung bewirken will
    > – der Wert des Geldes bleibt der, den es durch die
    > Wirtschaftsleistung im Währungsraum bekommt.

    Und welche Wirtschaftsleistung hat die 75 Milliarden Dollar hervorgebracht, die gestern die FED aus dem Nichts erschaffen hat?

  7. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: demon driver 20.09.19 - 13:46

    JanZmus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Und eine Zentralbank kann *nicht* nach Belieben Geld drucken, wenn sie
    > > nicht unmittelbar eine Kaufkraftverringerung der Währung bewirken will
    > > – der Wert des Geldes bleibt der, den es durch die
    > > Wirtschaftsleistung im Währungsraum bekommt.
    >
    > Und welche Wirtschaftsleistung hat die 75 Milliarden Dollar hervorgebracht,
    > die gestern die FED aus dem Nichts erschaffen hat?

    Die Wirtschaftsleistung der USA. Und wenn sie nicht dafür reicht, dass 75 Mrd. (bzw. insgesamt innerhalb weniger Tage jetzt 200 Mrd. Dollar) mehr im Umlauf befindliche Dollar ihren nominellen Wert behalten, dann wird sich das in recht schnell im Sinken der Kaufkraft und des Tauschwerts der Währung bemerkbar machen.

    Bei dem seit mehreren Jahren kontinuierlich steigenden BIP der USA, mit über 20.000 US-Dollar in 2018, sind 200 Mrd. Dollar allerdings gerade mal 1% – da wird man getrost davon ausgehen können, dass das ökonomisch ohne jegliche Folgen bleibt. Zumal, wenn ich das richtig verstanden habe, es dabei nur um "Liquiditätsengpässe" für Finanzgeschäfte geht, damit Institute existierendes Buchgeld halt auch in Notenform bekommen können.

    Das eigentliche Problem hier sind die "Finanzgeschäfte" – und da ist die Frage, welche Wirtschaftsleistung die dabei entstandenen "Gewinne" überhaupt hervorgebracht, hat, absolut berechtigt, denn die Antwort lautet "gar keine". Da wird versucht, aus Geld ohne den lästigen Umweg über irgendetwas Reales mehr Geld zu machen (wie übrigens auch bei Bitcoin ;-), das kann nicht lange gut gehen. Da entstehen klassische Blasen, die früher oder später unter großem Ach und Weh in neuen "Finanzkrisen" platzen werden, und alle werden beten, dass sich das nicht wieder zu neuen, umfassenden Wirtschaftskrisen ausweitet. Das wiederum bleibt aber zu erwarten, zumal auch das jetzt ein paar Jahre lang steigende BIP in den USA nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Langzeittendenz des herrschenden Wirtschaftssystems zur Entwertung hin geht.

  8. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: n3mo 20.09.19 - 17:44

    demon driver schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------

    > Da ist er wieder, der Zentralirrtum der Designer und Fans von
    > Phantasiewährungen à la Bitcoin & Co., die alle nicht verstanden haben, was
    > Geld ist und woher es seinen Wert erhält – durch eine konstant unter
    > Beweis gestellte Kapitalverwertungszuverlässigkeit der Wirtschaft im
    > Währungsraum nämlich. Das ist das "Versprechen", und es wird nicht von
    > "Staaten und Banken" aus dem Nichts geschöpft, sondern es wird von der
    > Gesamtwirtschaft im Währungsraum abgesichert: DASS JEMAND, DER GELD IN SIE
    > INVESIERT, MEHR GELD ZURÜCKBEKOMMT.

    Zitat von Ihnen bezügich negativ Zinsen: "Woran ich im übrigen nicht das geringste auszusetzen habe". Bitte bedenken sie noch einmal was negativ Zinsen bedeuten. Ihr gedankliches Weltbild scheint auf wackligen Beinen zu stehen.

    > Bitcoin & Co. dagegen haben *nichts* Substanzielles, worauf sie ihren
    > "Wert" stützen, und damit haben sie auch keine Wertsubstanz und werden nie
    > eine haben.

    Was ist diese Substanz, auf die der Euro den Wert stüzt? Die Arbeit die sie und andere sich in Euro bezahlen lassen? Andere und ich lassen sich in Bitcoin bezahlen.

  9. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: demon driver 20.09.19 - 20:34

    n3mo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    >
    > > Da ist er wieder, der Zentralirrtum der Designer und Fans von
    > > Phantasiewährungen à la Bitcoin & Co., die alle nicht verstanden haben, was
    > > Geld ist und woher es seinen Wert erhält – durch eine konstant unter
    > > Beweis gestellte Kapitalverwertungszuverlässigkeit der Wirtschaft im
    > > Währungsraum nämlich. Das ist das "Versprechen", und es wird nicht von
    > > "Staaten und Banken" aus dem Nichts geschöpft, sondern es wird von der
    > > Gesamtwirtschaft im Währungsraum abgesichert: DASS JEMAND, DER GELD IN SIE
    > > INVESIERT, MEHR GELD ZURÜCKBEKOMMT.
    >
    > Zitat von Ihnen bezügich negativ Zinsen: "Woran ich im übrigen nicht das
    > geringste auszusetzen habe". Bitte bedenken sie noch einmal was negativ
    > Zinsen bedeuten. Ihr gedankliches Weltbild scheint auf wackligen Beinen zu
    > stehen.

    Ah, ich kann auch Großbuchstaben: Was haben Zinsen, also positive oder negative Kosten für das AUFBEWAHREN VON GELD mit der Voraussetzung für den Wert des Geldes zu tun, dass jemand, der GELD IN DIE WIRTSCHAFT INVESTIERT, mehr davon zurückbekommt? Unter anderem damit letzteres weiterhin so gut wie's geht weiter funktioniert, wird ersteres ja doch überhaupt gemacht. Wer beides nicht auseinanderhalten kann, sollte schon im Eigeninteresse vielleicht doch besser nicht das ökonomische "Weltbild" anderer infrage stellen ;-)

    > > Bitcoin & Co. dagegen haben *nichts* Substanzielles, worauf sie ihren
    > > "Wert" stützen, und damit haben sie auch keine Wertsubstanz und werden nie
    > > eine haben.
    >
    > Was ist diese Substanz, auf die der Euro den Wert stüzt? Die Arbeit die sie
    > und andere sich in Euro bezahlen lassen? Andere und ich lassen sich in
    > Bitcoin bezahlen.

    Die Arbeit, mit deren Produkten es der europäischen Wirtschaft gelingt, Investoren für ihr investiertes richtiges Geld mehr richtiges Geld zurückzugeben. Man nennt es auch Wertschöpfung. In welcher Form die Arbeit jeweils bezahlt wird, das ist eher nebensächlich. Es ist ja im herrschenden Wirtschaftssystem im Normalfall nicht so, dass es der/die Arbeiter/in ist, der/die den Profit ausgezahlt bekäme, den er/sie für das Unternehmen produziert.

  10. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: demon driver 20.09.19 - 20:40

    JanZmus schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > > Selbst wenn es so käme, wovon ich nicht ausgehe
    >
    > Warum glaubst du das nicht? Also für mich als Bank wäre das ja extrem
    > verlockend. Das ist doch eine so tief hängende Frucht...
    >
    > > dann müsste man sein Geld
    > > halt in Wertgegenständen anlegen, anstatt es zu horten. Wo ist das Problem?
    >
    > Ok, wie habe ich mir das vorzustellen? Ich kriege mein Monatsgehalt und
    > kaufe dann... ein Kunstwerk oder ein paar teure Whisky-Flaschen oder eine
    > Uhr. Und dann brauche ich aber am 10. des Monats etwas Geld für xyz... und
    > dann?

    Wie wär's damit, einen der Gegenstände zu verkaufen? ;-)

    > > Wieso sollte ein Staat nicht so einigermaßen die Kontrolle behalten wollen
    > > über das, was sich auf seinem Terrotorium abspielt?
    >
    > Das klingt ja so als Satz ganz gut, ich bin aber der Meinung, was ich wann
    > und wo mit meinem Geld mache, sollte meine Privatsache sein. Ohne Bargeld
    > ist das aber nur schwer umzusetzen.

    Den Anspruch finde ich völlig in Ordnung. Und grundsätzlich ist der auch ohne Bargeld umzusetzen. Es kommt halt darauf an, welche Art von Finanz- und Sicherheitspolitik die Finanzgesetzgebung bestimmt. Es gab da mal sowas wie ein Bankgeheimnis. Ich wäre jetzt nicht dafür, das wieder einzuführen. Aber dass es für Finanztransaktionen und generell für Buchgeld ein verschärftes Datenschutzrecht geben muss, dass insbesondere auch den Zugriff des Staates auf Geldbewegungen begrenzt, das sehe ich auch so. Und das gibt ist ja im Grunde auch so. man muss nur höllisch aufpassen, dass das nicht alles weiter aufgeweicht wird.

  11. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: n3mo 20.09.19 - 21:31

    demon driver schrieb:

    > Ah, ich kann auch Großbuchstaben: Was haben Zinsen, also positive oder
    > negative Kosten für das AUFBEWAHREN VON GELD mit der Voraussetzung für den
    > Wert des Geldes zu tun, dass jemand, der GELD IN DIE WIRTSCHAFT INVESTIERT,
    > mehr davon zurückbekommt? Unter anderem damit letzteres weiterhin so gut
    > wie's geht weiter funktioniert, wird ersteres ja doch überhaupt gemacht.
    > Wer beides nicht auseinanderhalten kann, sollte schon im Eigeninteresse
    > vielleicht doch besser nicht das ökonomische "Weltbild" anderer infrage
    > stellen ;-)

    "Ein Negativzins entschädigt den Gläubiger nicht mehr für sein Kreditrisiko und seine Kapitalüberlassung, sondern legt ihm quasi einen ökonomischen „Strafzins“ auf." - Wikipedia. Und genau das ist auch der Fall wenn ich der Bank mein Geld anvertraue, statt es unter mein Kopfkissen zu legen (=0% Zins). Sie verwechseln offensichtlich Kontoführungsgebühren mit Zinsen. Bausparverträge mit Negativzinsen werden in Deutschland gerade diskutiert, in Dänemark sind sie bereits Realität. Aber ich bin mir sicher bei der nächsten Immobilienkrise werden sie die Zentralbanker wieder in Schutz nehmen, denn die haben ihr Bestes getan. Mir ist völlig klar dass die Idee hinter Negativzinsen ist, unsere perverse Kosumgesellschaft weiter zu befeuern und zu neuen Abgründen zu führen.

    > Die Arbeit, mit deren Produkten es der europäischen Wirtschaft gelingt,
    > Investoren für ihr investiertes richtiges Geld mehr richtiges Geld
    > zurückzugeben. Man nennt es auch Wertschöpfung. In welcher Form die Arbeit
    > jeweils bezahlt wird, das ist eher nebensächlich.

    Siehe oben. Das ist das gleiche mit Bitcoin. Nach Ihrer Lesart stüzt meine Wertschöpfung Bitcoin.

    > Es ist ja im herrschenden
    > Wirtschaftssystem im Normalfall nicht so, dass es der/die Arbeiter/in ist,
    > der/die den Profit ausgezahlt bekäme, den er/sie für das Unternehmen
    > produziert.

    Anteilig natürlich, aber doch, genauso funktioniert es.

  12. Re: Bitcoin schürfen/Gold schürfen

    Autor: demon driver 20.09.19 - 22:30

    n3mo schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > demon driver schrieb:
    >
    > > Ah, ich kann auch Großbuchstaben: Was haben Zinsen, also positive oder
    > > negative Kosten für das AUFBEWAHREN VON GELD mit der Voraussetzung für den
    > > Wert des Geldes zu tun, dass jemand, der GELD IN DIE WIRTSCHAFT INVESTIERT,
    > > mehr davon zurückbekommt? Unter anderem damit letzteres weiterhin so gut
    > > wie's geht weiter funktioniert, wird ersteres ja doch überhaupt gemacht.
    > > Wer beides nicht auseinanderhalten kann, sollte schon im Eigeninteresse
    > > vielleicht doch besser nicht das ökonomische "Weltbild" anderer infrage
    > > stellen ;-)
    >
    > "Ein Negativzins entschädigt den Gläubiger nicht mehr für sein Kreditrisiko
    > und seine Kapitalüberlassung, sondern legt ihm quasi einen ökonomischen
    > „Strafzins“ auf." - Wikipedia. Und genau das ist auch der Fall
    > wenn ich der Bank mein Geld anvertraue, statt es unter mein Kopfkissen zu
    > legen (=0% Zins).

    Ja, so ist es. Und? Ich habe in meinem Leben nirgends je eine Silbe geschrieben, die dem widersprechen würde.

    > Sie verwechseln offensichtlich Kontoführungsgebühren mit
    > Zinsen.

    Über Kontoführungsgebühren habe ich nicht gesprochen, das ist nochmal etwas völlig anderes und im Kontext völlig belanglos.

    > Bausparverträge mit Negativzinsen werden in Deutschland gerade
    > diskutiert, in Dänemark sind sie bereits Realität. Aber ich bin mir sicher
    > bei der nächsten Immobilienkrise werden sie die Zentralbanker wieder in
    > Schutz nehmen, denn die haben ihr Bestes getan.

    Sicher nicht, denn auch der nächste Immobilienkrise wird vermutlich eine Finanzblase als Ursache zugrundeliegen, an der die Banken unmittelbar "schuldig" sind. Ich werde aber selbstverständlich erneut widersprechen, wenn wieder auf den Negativzins als irgendein besonderes Übel rekurriert werden wird.

    > Mir ist völlig klar dass
    > die Idee hinter Negativzinsen ist, unsere perverse Kosumgesellschaft weiter
    > zu befeuern und zu neuen Abgründen zu führen.

    Yep, so ist es, ich stimme dem einschließlich der Wortwahl vollkommen zu.

    Der Haken ist nur, solange wir keine andere als die Konsumgesellschaft haben, wofür ein anderes Wirtschaftssystem Voraussetzung wäre, solange *brauchen* wir diese Befeuerung, damit wir morgen noch Arbeit haben und uns unsere Brötchen kaufen können. Sobald die Forderung lautet, diese Gesellschaft und dieses System zu überwinden, bin ich dabei – das gelingt halt nur nicht über den Finanzsektor, geschweige denn mit der Einführung einer Währung ohne Wertsubstanz.

    > > Die Arbeit, mit deren Produkten es der europäischen Wirtschaft gelingt,
    > > Investoren für ihr investiertes richtiges Geld mehr richtiges Geld
    > > zurückzugeben. Man nennt es auch Wertschöpfung. In welcher Form die Arbeit
    > > jeweils bezahlt wird, das ist eher nebensächlich.
    >
    > Siehe oben. Das ist das gleiche mit Bitcoin. Nach Ihrer Lesart stüzt meine
    > Wertschöpfung Bitcoin.

    Wenn deine Wertschöpfung ein Unternehmen, das ausschließlich mit Bitcoins wirtschaftet, alle Käufe in Bitcoin tätigt, dabei reale Waren produziert, und alle Verkäufe, auf einem Markt, auf dem mit Bitcoin gehandelt wird, in Bitcoin abwickelt, in die Lage versetzen würde, dass andere in das Unternehmen Bitcoins investieren und wegen deiner Arbeit dort mehr Bitcoins zurückbekommen, dann und nur dann würde deine Arbeit dem Konstrukt Bitcoin sowas wie Wertsubstanz verschaffen helfen.

    Wenn das allerdings nur du und noch ein paar andere wären, wäre es im Vergleich zu den Millionen Leuten, die im Euroraum arbeiten oder in den USA, immer noch so verschwindend gering, dass von einer nennenswerten Wertsubstanz nicht wirklich gesprochen werden könnte.

    > > Es ist ja im herrschenden
    > > Wirtschaftssystem im Normalfall nicht so, dass es der/die Arbeiter/in ist,
    > > der/die den Profit ausgezahlt bekäme, den er/sie für das Unternehmen
    > > produziert.
    >
    > Anteilig natürlich, aber doch, genauso funktioniert es.

    Nein – Profit ist das, was übrigbleibt, nachdem der/die Arbeiter/in ausgezahlt wurde.

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