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Kann doch nichts werden

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  1. Kann doch nichts werden

    Autor: kellemann 13.06.20 - 15:55

    Das Thema Digitalisierung in Schulen wird doch auf lange Sicht nicht wirklich besser, man schaue sich doch mal an wer sich an den Schulen darum kümmern soll/darf.

    Das wird dann einem Kollegen noch nebenbei aufgedrückt "Hier kümmere dich mal", egal welche Kompetenzen dieser Kollege aufweist.
    Was soll dabei denn rauskommen? Die Schulen holen sich dann die Verkäufer ins Haus und 6 Monate später werden diese unnützen Smartboards an die Wand gebaut. Im schlimmsten Fall werden die klassischen Tafeln auch noch abgebaut.
    Dann hat man nur noch 1/4 des ursprünglichen Platzes zum arbeiten vor der Klasse und keinen wirklich Mehrwert.

    Auch der Punkt die Schulen mit PCs/Laptops auszustatten, da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Das hätten die Schulen im Jahr 2005 machen können, das ist doch überhaupt nicht mehr zeitgemäß.

    Wir haben eine Schule bei uns im Landkreis, da hat sich der Rektor 1 Jahr lang ein Digitalisierungskonzept überlegt, das macht man nämlich nicht mal eben in 3 Wochen nebenbei.

    Nun haben alle Lehrer und Schüler ein iPad (Apple Education ist halt unschlagbar), die klassische Tafel zum schreiben hängt weiterhin in den Klassen und das Bild eines jeden Schülers kann in 5 Sekunden über den Beamer geteilt werden.
    Aufgaben werden dort ausgeteilt, sowohl für zu Haus als auch für die Schule. Material wird darüber zur Verfügung gestellt, der Austausch außerhalb der Schule findet darüber statt. Die Schüler kommen logischerweise super damit zu Recht, viel besser als mit jedem Laptop/PC und sie haben das Gerät immer dabei, egal wo sie sind.
    Natürlich gehört zu dem Konzept auch Software Support und Infrastruktur Dienstleister, welche bei Problemen in die Schule kommen.

    Anfangs wurde der Rektor für das Konzept belächelt, mittlerweile könnte er sich mit dem Konzept selbstständig machen und Millionär werden. Corona hat dann den letzten Skeptikern gezeigt, dass solch ein Konzept eine Option für Digitalisierung ist und nicht diese teuren Smartboards in den Klassenzimmern, die am Ende keiner nutzt.

    Aber es kam natürlich auch nicht durch nichts-tun, das Konzept zu erstellen war ein Vollzeitjob, neben dem eigentlich Vollzeitjob "Rektor" den er auch gemacht hat.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.06.20 15:56 durch kellemann.

  2. Re: Kann doch nichts werden

    Autor: Anonymer Nutzer 13.06.20 - 16:14

    War grad auch mein erster Gedanke, Geld ohne Konzept ist ziemlich witzlos.
    Zumal es dann auch sehr witzlos ist, wenn jede Schule ihr eigenes Ding macht.

  3. Re: Kann doch nichts werden

    Autor: Sportstudent 13.06.20 - 16:24

    kellemann schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das wird dann einem Kollegen noch nebenbei aufgedrückt "Hier kümmere dich
    > mal", egal welche Kompetenzen dieser Kollege aufweist.
    Nein, da hast du definitiv eine falsche Vorstellung. Dem Lehrpersonal wird mit Sicherheit viel zu viel unnötiger Scheiss aufgezwungen, wofür man eigens ein Sekretariat anstellen könnte aber solche extra Aufgaben wie IT werden mit einer höheren Besoldungsstufe vergütet, wofür man sich im Vorfeld bewerben muss. Das läuft sehr förmlich ab mit Unterrichtsbesuchen der Schulleitung etc. Auf all das musst du als Lehrer erstmal noch Kapazität und Lust übrig haben und wenn es keine Bewerber gibt, wird die Stelle nicht besetzt. Vergleichbare "Zusatzdienste" mit höherer Besoldung sind z.B. Stundenplanmacher, Vertretungsplanmacher und dergleichen. Einfach weil das mit einem Haufen Arbeit verbunden ist.


    > Was soll dabei denn rauskommen? Die Schulen holen sich dann die Verkäufer
    > ins Haus und 6 Monate später werden diese unnützen Smartboards an die Wand
    > gebaut. Im schlimmsten Fall werden die klassischen Tafeln auch noch
    > abgebaut.
    > Dann hat man nur noch 1/4 des ursprünglichen Platzes zum arbeiten vor der
    > Klasse und keinen wirklich Mehrwert.
    Ich habe befreundete Lehrer, die das Smartboard mit Kurzdistanzbeamer und Apple TV lieben, die müssen um die wenigen ausgestatteten Räume regelrecht kämpfen.
    Smartboards bieten einen enormen Mehrwert in der digitalen Lehre, du kannst z.B. ganz schnell das Ergebnis einer Gruppenarbeit für alle sichtbar an die Wand werfen und gemeinsam daran korrigieren. Für den Fremdsprachenunterricht ist es toll, weil man sehr schnell und komfortabel Videos oder Tonsequenzen abspielen kann.

    > Nun haben alle Lehrer und Schüler ein iPad (Apple Education ist halt
    > unschlagbar), die klassische Tafel zum schreiben hängt weiterhin in den
    > Klassen und das Bild eines jeden Schülers kann in 5 Sekunden über den
    > Beamer geteilt werden.
    Okay, man kann es auch weiterhin über einen klassischen Beamer teilen. Trotzdem bietet das Smartboard den Vorteil, vorne an der "Tafel" digital zu arbeiten, während man am Tablet isolierter ist. Es geht ja beim Unterrichten auch sehr darum, unterschiedliche Formen der sozialen Interaktion anzuwenden, Methodenvielfalt eben.

    > Aufgaben werden dort ausgeteilt, sowohl für zu Haus als auch für die
    > Schule. Material wird darüber zur Verfügung gestellt, der Austausch
    > außerhalb der Schule findet darüber statt. Die Schüler kommen
    > logischerweise super damit zu Recht, viel besser als mit jedem Laptop/PC
    > und sie haben das Gerät immer dabei, egal wo sie sind.
    > Natürlich gehört zu dem Konzept auch Software Support und Infrastruktur
    > Dienstleister, welche bei Problemen in die Schule kommen.
    Das klingt nach einem verdammt vorbildlichen Konzept. Die Schulen, in die ich ein bisschen nähere Einblicke bekomme, haben alle iPads für die Lehrer aber nur wenige für die Schüler, die man dann für seinen Unterricht reservieren muss. Ich kenne mich aber auch nicht mit den Fördermitteln aus und inwiefern die Schulleitungen da mehr Geräte beantragen könnten.

    > Aber es kam natürlich auch nicht durch nichts-tun, das Konzept zu erstellen
    > war ein Vollzeitjob, neben dem eigentlich Vollzeitjob "Rektor" den er auch
    > gemacht hat.
    Das glaube ich ohne Zweifel und das hat sicher auch für weitere Kollegen einiges an Mehrarbeit bedeutet.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 13.06.20 16:25 durch Sportstudent.

  4. Re: Kann doch nichts werden

    Autor: dummzeuch 13.06.20 - 17:06

    Kakiss schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > War grad auch mein erster Gedanke, Geld ohne Konzept ist ziemlich witzlos.

    Nein, ist es nicht. Es verschafft Apple und Microsoft Umsätze.
    Und das ist doch der eigentliche Sinn dahinter.

  5. Re: Kann doch nichts werden

    Autor: mackes 13.06.20 - 17:19

    Sportstudent schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein, da hast du definitiv eine falsche Vorstellung. Dem Lehrpersonal wird
    > mit Sicherheit viel zu viel unnötiger Scheiss aufgezwungen, wofür man
    > eigens ein Sekretariat anstellen könnte aber solche extra Aufgaben wie IT
    > werden mit einer höheren Besoldungsstufe vergütet, wofür man sich im
    > Vorfeld bewerben muss.

    Nein, das kann man so nicht sagen. Ich kenne die Verhältnisse in 3 verschiedenen Ländern, IT-Beauftragter ist nur in einem davon und verbunden mit zusätzlichen klar benannten Aufgaben (z.B. Erstellen eines Medienkonzepts) eine A14-Stelle. Normalerweise gibt es dafür nur ein 2-3 Anrechnungsstunden.

  6. Re: Kann doch nichts werden

    Autor: lemmer 13.06.20 - 17:25

    welche länder konkret bitte?

  7. Re: Kann doch nichts werden

    Autor: schnellschuss 13.06.20 - 17:40

    Sportstudent schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > kellemann schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Das wird dann einem Kollegen noch nebenbei aufgedrückt "Hier kümmere
    > dich
    > > mal", egal welche Kompetenzen dieser Kollege aufweist.
    > Nein, da hast du definitiv eine falsche Vorstellung. Dem Lehrpersonal wird
    > mit Sicherheit viel zu viel unnötiger Scheiss aufgezwungen, wofür man
    > eigens ein Sekretariat anstellen könnte aber solche extra Aufgaben wie IT
    > werden mit einer höheren Besoldungsstufe vergütet, wofür man sich im
    > Vorfeld bewerben muss. Das läuft sehr förmlich ab mit Unterrichtsbesuchen
    > der Schulleitung etc. Auf all das musst du als Lehrer erstmal noch
    > Kapazität und Lust übrig haben und wenn es keine Bewerber gibt, wird die
    > Stelle nicht besetzt. Vergleichbare "Zusatzdienste" mit höherer Besoldung
    > sind z.B. Stundenplanmacher, Vertretungsplanmacher und dergleichen.
    > Einfach weil das mit einem Haufen Arbeit verbunden ist.

    In deinem Bundesland / Schulart vielleicht.
    In BW nicht. Einzige Ausnahme das Gymnasium.

  8. Re: Kann doch nichts werden

    Autor: Sportstudent 13.06.20 - 19:02

    Es wäre nett, wenn du dein Geheimnis auch lüften könntest ;).

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