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Manche Schulen wissen nicht mal was sie brauchen

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  1. Manche Schulen wissen nicht mal was sie brauchen

    Autor: jankapunkt 13.06.20 - 15:54

    Und Geld für fähige Beratung ist weder da, noch über den Digitalpakt zu beschaffen. Da werden sich einige sagen, erstmal abwarten was die anderen machen bevor wir grossen Mist bauen.

    Auch haben nach meiner Arbeit mit (Berufs-) Schulen viele das Problem, dass im Kollegium oft die Kompetenz fehlt entsprechende Hardware und Infrastruktur im Unterricht - didaktisch sinnvoll - zu nutzen.

    Auch stand oft die Frage im Raum: wer hilft den Kollegen wenn etwas nicht funktioniert? Wer sorgt für Maintenance und Nachbeschaffung?

  2. Re: Manche Schulen wissen nicht mal was sie brauchen

    Autor: kakaubohnen123 13.06.20 - 16:49

    Warum sollen die Lehrer auch dafür verantwortlich sein? Sie fragen auch nicht den Physiklehrer wo genau Elektroleitungen zu liegen haben..

    Das ist ganz klar Aufgaben der Schulträger und leider haben die keine Ahnung..

  3. Re: Manche Schulen wissen nicht mal was sie brauchen

    Autor: DerET 14.06.20 - 08:32

    Im Umkreis gibt's 'ne Schule, die nun Apple Geräte anschaffen wird, weil die Software ja so toll ist. Wie sie es schaffen wollen, mit DSL 16.000 und circa drei WLAN Hotspots, auf die nur die Lehrer Zugriff haben, die mit der Verwaltung dick sind, 800 Schüler zu versorgen, habe ich noch nicht in Erfahrung gebracht.

  4. Re: Manche Schulen wissen nicht mal was sie brauchen

    Autor: elknipso 14.06.20 - 08:49

    DerET schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Im Umkreis gibt's 'ne Schule, die nun Apple Geräte anschaffen wird, weil
    > die Software ja so toll ist. Wie sie es schaffen wollen, mit DSL 16.000 und
    > circa drei WLAN Hotspots, auf die nur die Lehrer Zugriff haben, die mit der
    > Verwaltung dick sind, 800 Schüler zu versorgen, habe ich noch nicht in
    > Erfahrung gebracht.


    Wenn eine normale Schule Apple Geräte anschafft statt normaler PCs läuft eh schon einiges grundlegend schief.

  5. Re: Manche Schulen wissen nicht mal was sie brauchen

    Autor: eidolon 14.06.20 - 09:50

    Warum auch Geld für neue Sachen, die PCs von 2003 funktionieren ja schließlich noch. ;)

  6. Re: Manche Schulen wissen nicht mal was sie brauchen

    Autor: DerET 14.06.20 - 10:58

    elknipso schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Wenn eine normale Schule Apple Geräte anschafft statt normaler PCs läuft eh
    > schon einiges grundlegend schief.

    Verstehen kann ich es schon. Die Software ist einfach idiotensicher und funktioniert out of the box. Die Kollegien hier im Landkreis sind durchschnittlich zwischen 40 (viele Referendare) und 50 Jahre alt, Kompetenzen in diese Richtung quasi nicht vorhanden, kein Interesse kommt häufig noch dazu (*) und Schulungen sind langwierig, kosten Geld und verbrauchen Zeit, die vom Unterricht abgeht.

    Als Informatiker möchte ich es nicht geschenkt haben, aber als Lehrer gewinnst du schon, wenn du deinen Schülern nicht einzugestehen musst, dass sie den Klassennerd fragen müssen, wenn irgendetwas nicht geht.

    Dazu müssen wir uns fairerweise auch immer Mal wieder klar machen, dass Lehramt trotzdem ein Vollzeitjob ist. Ein gut organisierter Lehrer wird sich selten überarbeiten, außer der Kurs hat gerade Abiturprüfung geschrieben, aber jedes Jahr kommt irgendeine neue schwachsinnige Meta-Aufgabe vom Kultusministerium hinzu, Lehrermangel muss kompensiert werden, etc. und dann sollst du dich am Sonntag noch ins FAQ der neusten Software einarbeiten. Da ist idiotensicher einfach das einzige realistische Konzept.

    (*) An meiner Uni habe ich an einem Digitalisierungsprojekt bzgl. der Lehrevaluation an Schulen mitgearbeitet. Die Weiterbildung ist soweit ich weiß freiwillig und trotzdem hast du dort in nennenswerter Anzahl folgenden Typus sitzen:
    Lehrerin: "Die Schüler sollen das per Smartphone ausfüllen? Dann müssten die ja alle eines haben und ich muss denen das im Unterricht erlauben." (Webinterface)
    Ich: "Ja, das stimmt. Parallel gibt es aber die Möglichkeit, die Befragung auszudrucken und die Antworten manuell wieder in die Software einzutragen."
    Lehrerin: "Das ist aber eine ganz schöne Papierverschwendung und viel Arbeit."

  7. Re: Manche Schulen wissen nicht mal was sie brauchen

    Autor: 880701 14.06.20 - 12:10

    Ich bin Mittelschullehrer in Bayern und habe einen persönlichen Schwerpunkt in der Informatik / Systembetreuung an Schulen. Während dem aktuellen Schuljahr werde ich an 2 Schulen eingesetzt, die, in digitaler Hinsicht, unterschiedlicher nicht sein könnten. Meine Stammschule ist eine der größten Schulen im Landkreis mit einem jungen, IT-kundigen Schulleiter, sowie einigen jungen, auch technikaffinen Lehrern, die in den letzten Jahren viel zur positiven Digitalisierung beigetragen haben. Die andere Schule ist eher das Gegenteil. Eine kleine, hoch-verschuldete Gemeinde (spielt laut der Schulleiterin auch für die Mittelverteilung des Digitalpakts eine Rolle (!?)) mit wenigen, zumeist eher älteren Lehrkräften, die der digitalen Welt nur zu gerne aus dem Weg geht und das den jungen Lehrkräften überlässt.
    Die jungen Lehrkräfte haben aber auch keinen Spaß mit der Digitalisierung an dieser Schule: Das WLAN funktioniert meist nicht, die Klassenzimmer-Laptops (Baujahre alle ca. 2006 - 2008) sind gefühlt voll mit Ramsomware und abgelaufener Software. Meine Versuche zur Neuanschaffung von Laptops wurden von der örtlichen Gemeinde erst widerwillig bestätigt, im Dezember dann aufgrund eines Budgetdefizits (Neubau eines Schwimmbades benötigte deutlich mehr Geld) aufgeschoben und Ende April dann, für das laufende Budgetjahr, aufgrund der Corona-Krise abgelehnt.
    Mein Fazit: Digitalisierung an Schulen bedeutet für mich: Die erfolgreiche, einfache und sinnvolle Arbeit mit digitalen Medien, damit wir die Schüler "medienbildungstechnisch" auf die echte Welt vorbereiten. Das klappt aber nicht gut, auch, weil ein Unterrichtsfach wie Medienkunde fehlt. Noch dazu gibt es an den Universitäten wenige bis keine verpflichtenden Kurse, damit auch in angehenden Lehrkräften die Erkenntnis reift, dass Digitalisierung mehr ist als Microsoft Office.

  8. Re: Manche Schulen wissen nicht mal was sie brauchen

    Autor: schnedan 14.06.20 - 13:19

    Und was wird durch die Digitalisierung besser (erst gemeint)

    Meine Erfahrung ist das unsere Professoren mehr drauf hatten als wir und wenn ich mir meine jungen Kollegen so ansehe - Katastrophe.

    Scheinbar war die Bildung zu Zeiten von Rechenschieber und Logarithmieren jetzt nicht schlechter als heute...eher im Gegenteil - diese Leute haben moderne Rechner und Informatik erfunden. Gibt es irgend eine Art von Digitalisierung an Schulen die wieder zu einem besseren Niveau führt? Oder ist das wieder so ne pädagogische Scheiße wie die Spielecke hinten für das arme überforderte Kind?

  9. Re: Manche Schulen wissen nicht mal was sie brauchen

    Autor: minnime 14.06.20 - 16:34

    DerET schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Kollegien hier im Landkreis sind
    > durchschnittlich zwischen 40 (viele Referendare) und 50 Jahre alt,
    > Kompetenzen in diese Richtung quasi nicht vorhanden

    Vor 20 Jahren konnte man das noch so sagen aber mittlerweile sind die 40er so jung dass sie im Jahre 2000 20 waren und die 50er 30, da sollte schon noch etwas Kompetenz vorhanden sein. Oder ist es etwa so, dass die IT so komplex ist, dass man es ab einem bestimmten Alter einfach nicht mehr in der Lage ist sich mit störrischer Technik auseinanderzusetzen. Den Eindruck habe ich jedefalls, dass die IT nur noch als Last empfunden wird und ich glaube, das ist umso schlimmer je restriktiver die IT am Arbeitsplatz ist. Jedenfalls dann, wenn man sich nicht privat viel mit IT beschäftigt und das dürften Lehrer mangels Zeit selten tun.

    > Lehrerin: "Die Schüler sollen das per Smartphone ausfüllen? Dann müssten
    > die ja alle eines haben und ich muss denen das im Unterricht erlauben."

    Manche Lehrer fahren ja die Null-Toleranz Politik bezüglich Handys und Co. weil die Schüler meistens entweder nur WhatsApp machen oder sich unerlaubt Lösungen für Aufgaben raus suchen. Wenn sie jetzt genau gegenteilig verfahren sollen ist das eventuell ein Problem. Wenn man z.B. 5. bis 8. Klassen, nicht gerade an einem Gymnasium sondern z.B. einer Hauptschule unterrichtet evtl in einem unbeliebten Fach, dann ist der Unterricht schwierig. Dann braucht man eine entsprechende Strategie und jede Abweichung will wohl überlegt sein und muss ins Konzept passen.

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