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5000Euro

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  1. 5000Euro

    Autor: hansjoerg 08.03.16 - 23:47

    Also die Urheber sind wirklich unverschämt. 5000 Euro für einen lumpigen Film in einer Filesharing-Börse? Das ist grandiose Abzocke. Soviel ist das Hochladen niemals wert. Da kann man ein gutes Auto von kaufen.

  2. Re: 5000Euro

    Autor: sofries 09.03.16 - 02:42

    Natürlich rechnen Sie das übertrieben hoch, aber beim Hochladen ist das Problem, dass du etwas einer unüberschaubar großen Masse anbietest. Deshalb sollte man alle Sevices vermeiden, bei denen man standarmäßig urheberrechtlich geschützte Werke anderen zur Verfügung stellen muss. Also keine Tauschbörsen, keine Public Torrent tracker und auch kein P2P Streaming. Reines Downloaden wird gedeckelt, was die Schadenssumme betrifft und ist für Abmahnanwälte unattraktiv. Streaming ohne P2P Komponente bringt derzeit auch keine Probleme, außer Trojaner, die man sich beim " dringenden Update des Videoplugins" holt. ;)

  3. Re: 5000Euro

    Autor: chefin 09.03.16 - 07:37

    hansjoerg schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Also die Urheber sind wirklich unverschämt. 5000 Euro für einen lumpigen
    > Film in einer Filesharing-Börse? Das ist grandiose Abzocke. Soviel ist das
    > Hochladen niemals wert. Da kann man ein gutes Auto von kaufen.


    5 Euro pro Nutzer der von dir etwas bekommen hat ist nicht viel für einen Film der 20 Euro im Handel kostet. 1000 Nutzer anzunehmen wenn 300.000 Teilnehmer im P2P sind, ist bei aktuellen Dateien auch nicht übertrieben. Und es geht im Zivilstreit, um den es dabei geht, eben nur um den Schaden der entstanden ist. Es steht dir frei, einen geringeren Schaden nachzuweisen. Wobei im Zivilstreit grundsätzlich keine hieb und stichfesten Beweise benötigt werden, sondern der Richter dem Augenschein nach bewertet. Dazu wird die allgemeine Sachlage berücksichtigt. Anzahl User, Anzahl an Dateien welche diese durchschnittlich saugen, Verhältniss Legal zu Illegalen Angeboten usw.

    Man könnte das wirklich sehr einfach abfedern. Statt Linux aus schnellen Downloadquellen zu saugen wirklich nur via P2P. Aber man hat 50Mbit Anbindung und soll nun 3 GB via P2P (mit 200Kbit) statt über den fetten Uni-Server (fast volle 50Mbit) saugen....ne lass mal. Man legt sich dann das ISO als Alibi auf den Uploadordner. Nur saugen tut es fast keiner. Man könnte es, aber es passiert äusserst selten.

    Das ist schlecht und macht diese 5000Euro eben relativ glaubwürdig. Damit entscheidet der Richter auf Basis der Sachlage und seiner Bewertung.

  4. Re: 5000Euro

    Autor: Peh 09.03.16 - 08:30

    Das ist eine Milchmädchenrechnung.

    Der Kläger sollte meiner Meinung nach Beweisen an wen man den vollständigen Film in voller größe hochgeladen hat.
    Die Rechnen wohl mit belanglosen teilpaketen die allein keine Bedeutung haben.

    Aber selbst das lässt sich nicht Beweisen. Jedenfalls können sie diesen Beweis nicht erbringen.

    Daher nehmen die einfach eine Pauschale und hoffen aufs Beste.

    Eines kann ich euch sagen. Das ist ein sehr luckratives Geschäft. Man könnte selbst als Urheber des Werkes dieses per P2P zur Verfügung stellen und jeden abmahnen, der es zieht.
    Ein Verbrechen das dich mit den aktuellen Gesetzen unterstützt.

  5. Re: 5000Euro

    Autor: AngryFrog 09.03.16 - 08:54

    Wenn ich ~10kb an Daten an 10000 Leute im Torrentnetz verteile hat davon trotzdem niemand was*. Das verstehen aber die meisten Juristen nicht, da Internet in Deutschland noch eine neumodische Technologie ist.

    *Logisch betrachtet natürlich kein Argument, aber juristisch betrachtet kann man so argumentieren.

  6. Re: 5000Euro

    Autor: elgooG 09.03.16 - 08:59

    Sehe ich auch so. Hier muss sich Einiges ändern. Das Urheberrecht ist nur mehr ein Instrument für perverse Bereicherungen über Abmahnungen und Klagen ohne jegliche Beweislast. Der Anwender gerät in jedem Fall in extreme Erklärungsnot um seine Unschuld zu beweisen, während der Kläger bereits mit ein paar Indizien und pauschalen Annahmen den Fall praktisch in der Tasche hat.

    Kann Spuren von persönlichen Meinungen, Sarkasmus und Erdnüssen enthalten. Ausdrucke nicht für den Verzehr geeignet. Ungelesen mindestens haltbar bis: siehe Rückseite

  7. Re: 5000Euro

    Autor: neocron 09.03.16 - 09:11

    Peh schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Das ist eine Milchmädchenrechnung.
    >
    > Der Kläger sollte meiner Meinung nach Beweisen an wen man den vollständigen
    > Film in voller größe hochgeladen hat.
    Und meiner Meinung nach, sollte er gleich eine deftige Strafe aufgebrummt bekommen, bevor irgend ein Schaden eine Rolle spielt. Damit die Leute begreifen ... was da schief laeuft!
    Hier handelt es sich nicht um irgend eine Not ... hier handelt es sich um den erbaermlichen Drang nach Unterhaltungsluxus ...
    wer dafuer die Rechte anderer beschneidet, dem ist nicht mehr zu helfen ... bzw. der sollte auch die Konsequenzen tragen!

    > Die Rechnen wohl mit belanglosen teilpaketen die allein keine Bedeutung
    > haben.
    natuerlich haben sie das, sie sind TEIL eines urheberrechtlich geschuetzten Werkes ...
    Ob Teil, oder ganzer Film ist voellig belanglos. Das Recht eines anderen wurde beschnitten, dafuer gibt es zu Recht eine ordentliche Strafe!

    > Aber selbst das lässt sich nicht Beweisen. Jedenfalls können sie diesen
    > Beweis nicht erbringen.

    > Daher nehmen die einfach eine Pauschale und hoffen aufs Beste.
    natuerlich ... genau so wird es auch in anderen Bereichen gemacht!
    Natuerlich wird nur geheult, wenn es einen Nutzer trifft, wenn es mal ein Nutzer ist, dessen Schaden derartig bemessen wird, ist es gut und legitim ...
    das waere dann dreiste Heuchelei!

    > Eines kann ich euch sagen. Das ist ein sehr luckratives Geschäft. Man
    > könnte selbst als Urheber des Werkes dieses per P2P zur Verfügung stellen
    > und jeden abmahnen, der es zieht.
    > Ein Verbrechen das dich mit den aktuellen Gesetzen unterstützt.
    Aber natuerlich ... weil sich leute nicht im Griff haben, und ihrem laecherlichen Drang nach Unterhaltung auf illegalen Wegen nachgehen, ist derjenige, der sin verletztes Recht von einem Gericht bestaetigen laesst ein Verbrecher!
    oje oje ...

  8. Re: 5000Euro

    Autor: AngryFrog 09.03.16 - 10:45

    >Ob Teil, oder ganzer Film ist voellig belanglos. Das Recht eines anderen wurde beschnitten, dafuer gibt es zu Recht eine ordentliche Strafe!

    Eben nicht. 10kb eines 1,5+gb Filmes entsprächen weniger als einem Buchstaben aus einem Roman. Die deutsche Justiz muss immer noch auf Verhältnismäßigkeit bei der Rechtsprechung achten.

  9. Re: 5000Euro

    Autor: neocron 09.03.16 - 13:44

    AngryFrog schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Eben nicht. 10kb eines 1,5+gb Filmes entsprächen weniger als einem
    > Buchstaben aus einem Roman. Die deutsche Justiz muss immer noch auf
    > Verhältnismäßigkeit bei der Rechtsprechung achten.
    aha, also ist versuchter Mord dann auch kein Problem, immerhin wurde dann ja ueberhaupt kein Schaden verursacht!?
    Analog also ueberhaupt kein kb uebertragen!?

  10. Re: 5000Euro

    Autor: narfomat 09.03.16 - 13:51

    uaaaaahhh! meine augen! die brennen wenn ich sowas lese... du merkst selbst das der vergleich unsinniger kaum sein könnte?

    aber um dabei zu bleiben, im equivalent wäre das so als hätte dein potentieller mörder grade mal darüber nachgedacht, die mordwaffe in die hand zu nehmen, um damit jemanden umzubringen. und nein, das wird nicht bestraft... =)



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 09.03.16 13:54 durch narfomat.

  11. Re: 5000Euro

    Autor: SelfEsteem 09.03.16 - 13:53

    neocron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > aha, also ist versuchter Mord dann auch kein Problem, immerhin wurde dann
    > ja ueberhaupt kein Schaden verursacht!?
    > Analog also ueberhaupt kein kb uebertragen!?

    Deiner Reaktion auf sein Argument folgend, waere also der Auszug eines Textes, den eine Suchmaschine anzeigt, ein gescheiterter Versuch, das Urheberrecht zu brechen?

    Oh man ... wenn etwas unter Qualen hinkt, so gib ihm Krueken oder einen Rollstuhl, aber missbrauche das arme Wesen doch nicht fuer schlechte Vergleiche ...

  12. Re: 5000Euro

    Autor: neocron 09.03.16 - 13:54

    nein. Und da du auch nicht begruenden konntest, weshalb das so sein sollte, halte ich das mal fuer eine Finte!
    Netter Versuch!

  13. Re: 5000Euro

    Autor: neocron 09.03.16 - 14:04

    SelfEsteem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > neocron schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > aha, also ist versuchter Mord dann auch kein Problem, immerhin wurde
    > dann
    > > ja ueberhaupt kein Schaden verursacht!?
    > > Analog also ueberhaupt kein kb uebertragen!?
    >
    > Deiner Reaktion auf sein Argument folgend, waere also der Auszug eines
    > Textes, den eine Suchmaschine anzeigt, ein gescheiterter Versuch, das
    > Urheberrecht zu brechen?
    Waere es, weshalb man dafuer eben das Zitatrecht in ebendieses Gesetz mit einbrachte.
    Nur willst du jetzt nicht wirklich das Anbieten von Teilen eines urheberrechtlich geschuetzten Werkes, mit dem Zitatrecht gleichsetzen, oder?

    > Oh man ... wenn etwas unter Qualen hinkt, so gib ihm Krueken oder einen
    > Rollstuhl, aber missbrauche das arme Wesen doch nicht fuer schlechte
    > Vergleiche ...
    nunja, wenn man einen validen Vergleich eben nicht als valide ansehen moechte, so saugt man sich halt eine huebsche Metapher aus den Rippen, um den Widerspruch zu untermalen, nicht wahr?
    Fakt ist, ein Teil eines Werkes wurde uebertragen!
    ob es 10kb sind, oder nicht, ist dabei voellig egal, man hat damit zum Verbreiten beigetragen ... hier wurde versucht das herunterzuspielen, weil man eben, so vermute ich mal, selbst derartiges betreibt ... oder aus Neid und Missgunst oder sonstigen Gruenden halt eben Erfolg von Unternehmen kritisch betrachten moechte.
    Fakt ist, auch ohne einen Schaden, oder eine eigentliche Tat, koennen Leute verurteilt werden.
    Alles was ich sagte war genau das. Man muss nichteinmal etwas illegales tun, man kann auch fuer den Versuch bereits bluten!
    Hinzu kommt,

  14. Re: 5000Euro

    Autor: SelfEsteem 09.03.16 - 14:46

    neocron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Waere es, weshalb man dafuer eben das Zitatrecht in ebendieses Gesetz mit
    > einbrachte.
    > Nur willst du jetzt nicht wirklich das Anbieten von Teilen eines
    > urheberrechtlich geschuetzten Werkes, mit dem Zitatrecht gleichsetzen,
    > oder?

    Nein, das waere genauso daemlich, wie es mit versuchtem Mord gleichzusetzen.
    Ich finde deine Argumentation komplett hohl, da sie voellig uebers Ziel hinaus schiesst. In der Sache selbst widerspreche ich dir garnicht - das sehe ich selbst relativ aehnlich.

    Problematisch wird der Gedanke mit Next-Gen-P2P-Systemen werden ("wird", da afaik noch nicht verfuegbar), da 10kb eines 90GB BlueRay-Rips auch fuer ein Linux-Iso Verwendung finden koennen. Spaetestens dann muessen auch wir beide zugeben, dass es einen ungeheuerlichen Unterschied macht, ob nun komplett geladen wurde, oder nur ein kleiner Teil angefordert wurde.

  15. Re: 5000Euro

    Autor: Clown 09.03.16 - 15:21

    Strafrecht != Zivilrecht

    Blizzard: "You guys don't have phones?" ~ Bethesda: "You guys don't have friends?" ~ EA: "You guys don't have wallets?"

  16. Re: 5000Euro

    Autor: neocron 09.03.16 - 15:58

    auch das Urheberrecht hat strafrechtliche Aspekte ...
    Es ging dabei lediglich darum, dass man hier versucht etwas kleinzureden, weil der Umfang technisch gesehen recht klein waere.
    Jedoch geht es auch darum eine Strafe fuer eine durchaus kriminelle Absicht zu verhaengen ...
    Sind wir ehrlich, so versucht man sich hier hinter den 10kb zu verstecken. Es ist eine typische Verteidigungsargumentation. Es aendert jedoch nichts daran, dass eine Urheberrechtsverletzung erstmal eine Rechteverletzung ist, die natuerlich geahndet gehoert ...
    oder nicht?

  17. Re: 5000Euro

    Autor: neocron 09.03.16 - 16:11

    SelfEsteem schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Nein, das waere genauso daemlich, wie es mit versuchtem Mord
    > gleichzusetzen.
    ich habe es nicht mit versuchtem Mord gleichgesetzt, sondern ich habe zeigen wollen, dass eine Verurteilung auch unabhaengig vom Ergebnis der Tat geschehen kann!
    Dass es nicht all zu weit hergeholt ist eine Strafe fuer eine Absicht zu verhaengen!
    Hier steht dies jedoch ausser Frage. 10kb sind 10kb ... und eben nicht nur eine Absicht, sondern eine Tat!

    > Ich finde deine Argumentation komplett hohl, da sie voellig uebers Ziel
    > hinaus schiesst. In der Sache selbst widerspreche ich dir garnicht - das
    > sehe ich selbst relativ aehnlich.
    Du solltest dich nicht zu sehr an dem versuchten Mord haengen. Wie gesagt, ich wollte lediglich das Ergebnis einer Tat von der moeglichen Strafe loesen!


    > Problematisch wird der Gedanke mit Next-Gen-P2P-Systemen werden ("wird", da
    > afaik noch nicht verfuegbar), da 10kb eines 90GB BlueRay-Rips auch fuer ein
    > Linux-Iso Verwendung finden koennen. Spaetestens dann muessen auch wir
    > beide zugeben, dass es einen ungeheuerlichen Unterschied macht, ob nun
    > komplett geladen wurde, oder nur ein kleiner Teil angefordert wurde.
    spaetestens dann sollte man wohl fairerweise die Urheberrechtsabgabe drastisch erhoehen ...
    Klar ist wohl, dass solche Systeme eigentlich nur einen Zweck erfuellen ... zumindest fuer die meisten der Nutzer!
    Ich verstehe nicht, warum man sich immer noch ueber derartige Klagen aufregt, oder ueber skurrilste technische Argumentationen versucht derartige Urheberrechtsverletzungen wegzudiskutieren. Jeder kennt die moeglichen Folgen. Jeder schreit sofort auf, wenn die eigenen Rechte verletzt werden. Aber um seinen laecherlichen Unterhaltungsdrang zu stillen, nehmen so viele es als so selbstverstaendlich an die Rechte der Urheber zu verletzen ...
    Versteh mich nicht falsch. Jeder kann sich dafuer entscheiden ... aber man soll dann nicht heulen, wenn man erwischt wird, oder gar vor Gericht bestraft.
    Es ist fuer mich nicht nachvollziehbar, wie das jedes mal wieder aufkocht ...

  18. Re: 5000Euro

    Autor: Clown 09.03.16 - 16:37

    neocron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sind wir ehrlich, so versucht man sich hier hinter den 10kb zu verstecken.
    > Es ist eine typische Verteidigungsargumentation. Es aendert jedoch nichts
    > daran, dass eine Urheberrechtsverletzung erstmal eine Rechteverletzung ist,
    > die natuerlich geahndet gehoert ...
    > oder nicht?

    In dem Punkt gehe ich d'accord. Trotzdem ist der Vergleich zum versuchten Mord mehr als nur daneben.

    Blizzard: "You guys don't have phones?" ~ Bethesda: "You guys don't have friends?" ~ EA: "You guys don't have wallets?"

  19. Re: 5000Euro

    Autor: neocron 09.03.16 - 16:45

    nochmal, der Vergleich zum versuchten Mord wurde gewaehlt, da es ein Beispiel ist, wo ein Ergebnis einer Tat, bzw. das Ausmass einer Tat, nicht ausschlaggebend fuer das Strafmass ist ...
    Ich habe nirgends versucht die beiden Taten selbst auf eine Stufe zu stellen, das ergaebe in der Diskussion auch keinen Sinn!

  20. Re: 5000Euro

    Autor: SelfEsteem 09.03.16 - 17:25

    neocron schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > spaetestens dann sollte man wohl fairerweise die Urheberrechtsabgabe
    > drastisch erhoehen ...
    > Klar ist wohl, dass solche Systeme eigentlich nur einen Zweck erfuellen ...
    > zumindest fuer die meisten der Nutzer!
    Du willst also Menschen pauschal bestrafen, die nichts unrechtes getan haben?
    Ich nutze auch gelegentlich BitTorrent (was natuerlich nicht zu den genannten Next-Gen-Systemen gehoert - afaik hat das mit BitTorrent so nicht funktioniert), ohne aber an irgendwelchen Urheberrechtsverletzungen interessiert zu sein.
    Teilweise nutzen wir das z.B. im Freundeskreis, um private Fotos und Videos auszutauschen - ist schlicht bequemer, als irgendwelche Server anzumieten oder Festplatten durch die Gegend zu schicken. Was "die meisten" tun, ist uns dabei herzlich egal.
    Wir muessen also zukuenftig abgestraft werden, weil eine kleine Bit-Sequenz in einem privaten Foto oder Video der eines kommerziellen Films gleicht? Nichts anderes waere eine Anhebung der Urheberrechtspauschale doch, die einen schliesslich nicht dazu ermaechtigt, irgendwelche Filme / Buecher / Musik runterzuladen.
    Das Rechtsverstaendnis muesstest du mir jetzt nochmal erklaeren.


    > Ich verstehe nicht, warum man sich immer noch ueber derartige Klagen
    > aufregt, oder ueber skurrilste technische Argumentationen versucht
    > derartige Urheberrechtsverletzungen wegzudiskutieren.
    Die Abstraktionsebene wurde durch die Abmahnanwaelte gesetzt - nicht durch die User. Auf der Ebene muessen dann alle Argumente zaehlen und nicht nur die, die gerade die eigene Sicht stuetzen.
    Man koennte P2P-Systeme auch einfach nur als Download-Portale sehen - dann koennte man halt niemandem weitere Verbreitung unterstellen. Wenn man schon "so technisch" rangeht, dann muessen auch die uebrigen Argumente zaehlen.
    Ein solches waere dann eben auch, dass 10kb noch keinen Film machen - das ist eben nicht mehr "skurril technisch" als "automatische Weiterverbreitung".

    Ueber die Intention kann man nicht streiten - wer wirklich anfaengt einen Film zu laden, wollte den Film laden. Wie gesagt, hier bin ich voll bei dir.

    > Jeder kennt die
    > moeglichen Folgen. Jeder schreit sofort auf, wenn die eigenen Rechte
    > verletzt werden. Aber um seinen laecherlichen Unterhaltungsdrang zu
    > stillen, nehmen so viele es als so selbstverstaendlich an die Rechte der
    > Urheber zu verletzen ...
    > Versteh mich nicht falsch. Jeder kann sich dafuer entscheiden ... aber man
    > soll dann nicht heulen, wenn man erwischt wird, oder gar vor Gericht
    > bestraft.
    > Es ist fuer mich nicht nachvollziehbar, wie das jedes mal wieder aufkocht
    > ...
    Aehm ... zwei Gedanken hierzu:
    a) Unsere Gesetze und Regeln sind nicht in Stein gemeisselt und koennen geaendert werden, wenn unsere Wertvorstellungen es erfordern. Siehe Soziokulturelle Evolution.
    Weiss nicht, warum ein solches Wiederaufkochen insgesamt ein Problem darstellen sollte.

    b) Du musst schon unterscheiden, was jeweils hochkocht. Es ist ja nicht nur "Urheberrecht? Ja / Nein / Vielleicht / Nur klicken".
    Mal so aus dem Stegreif haetten wir:
    * "Urheberrecht allgemein" -> _imho_ wirklich nicht gross diskussionswuerdig, aber siehe a

    * "Verhaeltnismaessigkeit der Strafe" -> Warum sollte das nicht diskussionswuerdig sein? Hab ich persoenlich kein starkes Gefuehl fuer, aber wuerde doch eher zu "diskussionswuerdig" tendieren.

    * "Ermittlung der Strafhoehe" -> Na hoer mal, definitiv diskussionswuerdig. 5 Leute im P2P-Netz, jeder teilt mit jedem, jeder wird einzeln angeklagt und jedem wird die volle Schadenssumme (5 * "an vier Leute weitergeteilt") zur Last gelegt? Darueber muss definitiv noch ein paar Mal geredet werden ;)
    Wenn mein Picasso von 3 Leuten gestohlen wird, kann ich ja auch nicht erwarten, drei Bilder zurueckzubekommen.

    * "Ermittlung des Taeters" -> Ebenfalls absolut diskussionswuerdig. Weder haben wir unknackbare WLans, noch will irgendwer erklaeren, wie die Daten genau ermittelt werden. Man kann falsche Zuordnungen halt nicht als unglueckliche Einzelfaelle abtun, wenn menschliche Leben empfindlich gestoert werden. Hier im Umfeld konnten wir noch drueber lachen, weil die Betroffenen nicht mal einen Internetanschluss haben und es somit sehr offensichtlich war, aber das Glueck hat nicht jeder. Wie kann das nicht diskussionswuerdig sein? Warum muss man technische Details hier z.B. ausklammern, wenn es diese Details sind, die entscheidend sind? Und ab welchem Level meinst du, muesste man diese Details ausklammern?
    Im genannten Fall: Muesste das "technische Detail", dass garkein Internetanschluss verfuegbar ist, bereits ausgeklammert werden?

    Da gibt es schon noch ziemlich viel, worueber man reden kann und auch reden sollte.
    Ich glaube kaum, dass es den meisten wirklich nur um die Frage geht, ob Urheberrechtsverletzungen insgesamt bestraft werden sollten - darauf duerften sich die meisten schon geeinigt haben.

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