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Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

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  1. Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: langmartin 01.03.17 - 14:33

    Was ich nicht verstehe: Wieso gibt es keine einheitliche Software für das jeweilige Bundesland?

    Das dann als Open Source ausführen und fertig. Ich kann mir ja kaum vorstellen, dass München derart andere Dinge als z.B. Augsburg erledigen muss. Ggf. gibt es hinsichtlich Bundesland entscheidende Unterschiede, aber derart lokal kann ich mir das kaum vorstellen. Die machen doch alle den gleichen Kram, Pass-/Meldewesen, das ist doch immer ähnlich.

    Aber ich hab so das Gefühl, dass da jede Gemeinde und auch Stadt ihr eigenes Süppchen kocht anstatt dass zentral eine freie Lösung genutzt wird und so gigantische Summen in kleine IT Klitschen fließen die keine Ahnung von nix haben oder gute Entwicklungen untergehen.

    Vor allem kann man die meisten Anwendungen doch als Webanwendungen ausführen, da braucht man doch keine fixen Clients mehr. Für Fingerabdruckleser, Kartenleser usw. gibt es sicherlich auch eine Möglichkeit der Anbindung. Ob man den Browser auf Windows oder Linux nutzt ist auch egal. Nachdem alles auf dem Server liegt kann man auch sauber Backups ziehen und hat im Falle eines Stromausfalls auch noch weiterhin die Daten (1-2 USV statt pro Terminal + Switche).

    Durch eine Weblösung ist man von der Infrastruktur selbst auch relativ unabhängig und kann z.B. auch Lösungen ala Thin Clients mit PXE Boot nutzen.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.03.17 14:34 durch langmartin.

  2. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: pythoneer 01.03.17 - 14:42

    Hast du dir schon überlegt, was du dann mit den ganzen wegfallenden Arbeitsplätzen machst die du bei so einer Umstellung hast? Stell dir mal vor so etwas funktioniert und läuft dann auch noch reibungslos. Du vernichtest damit tausende Arbeitsplätze, denk doch mal nach!

  3. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: Trockenobst 01.03.17 - 15:01

    langmartin schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aber ich hab so das Gefühl, dass da jede Gemeinde und auch Stadt ihr
    > eigenes Süppchen kocht anstatt dass zentral eine freie Lösung genutzt wird

    Ich habe mal vor ca. 8 Jahren bei einer Ausschreibung mitgemacht. ~60 Funktionen, sehr tiefe Komplexität, Spezifikation hatte 1200 Seiten ca.

    Die Ausschreibung war so geschrieben und so komplex und referenzierte 20 verschiedene Absätze, Fussnoten etc. Es gab kaum Diagramme nur Tabellenwüsten, extra verschachtelt.

    Ein neutraler Beobachter musste zum Schluss kommen, dass ein lokaler Anbieter und nur dieser, die Motivation und die Erfahrung hatte diese Software weiterzuentwickeln.

    Sogar große Firmen wie T-Systems und IBM sind dann später aus der Ausschreibung rausgegangen. Es hätte schon 1 Mannjahr gekostet die Specs umzuschreiben dass man daraus saubere Anforderungen hätte ableiten können.

    Inzwischen gibt es andere Formale Anforderungen an Ausschreibungen dass man solche korrupten Schweinereien nicht mehr machen kann. Inzwischen löst man die Korruption dadurch, dass man aufeinander aufbauende Teilprojekte ausschreibt und es eigentlich keinen Sinn macht ein Teilprojekt "zu gewinnen" wenn man die anderen nicht kann. Am Ende muss man mit der anderen "alten" Firma zusammenarbeiten, die 100 Wege hat einem - ganz sauber - den schwarzen Peter hinzuwerfen. So hat man damals in NRW die "neue" Polizeisoftware künstlich gecrasht.

    Der richtige Weg wäre das alles auf Länderebene zu vernetzten und eine Standardplattform zu bauen. Dann wären aber 90% der lokalen Firmen raus aus dem Spiel, das Ding würde dann in Indien und China entwickelt. Das muss man politisch verkaufen können.

  4. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: Oktavian 01.03.17 - 15:54

    > Was ich nicht verstehe: Wieso gibt es keine einheitliche Software für das
    > jeweilige Bundesland?

    Kommunale Selbstverwaltung. Das Subsidiaritätsprinzip ist eine heilige Kuh in Deutschland. Kommunen dürfen natürlich zusammenarbeiten, müssen aber nicht. Und im speziellen Fall von München wollte es einfach niemand.

    Über das Innenministerium bekommen alle Kommunen übrigens gute Konditionen bei MS, aber gezwungen wird niemand.

  5. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: ArcherV 01.03.17 - 20:53

    Doch genau diese einheitliche Software gibt es schon in diversen Bereichen und genau diese läuft nur auf Windows.

    Beispielsweise KFZ- und Einwohnermeldeamt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.03.17 20:55 durch ArcherV.

  6. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: matzems 01.03.17 - 21:16

    Bin kein Programmierer,aber für mich liegt die Lösung in einer guten offenen Datenbank ala Mysql/Mongodb...
    Damit kann man doch 99%aller Funktionen abdecken. Wenn ich sehe was Google per Linux mot goobuntu geschafft hat.

  7. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: stiGGG 01.03.17 - 21:54

    Beschäftige dich mal mit der Geschichte unseres Landes. Nachdem unsere Großväter durchgedreht sind und Europa erobern wollten, wurde das neue Deutschland etwas anders konfiguriert. Das jedes Bundesland nicht nur bei der IT der Stadtverwaltung sein eigenes Süppchen kocht ist nur eine Folge davon.
    Ich bin auch der Meinung man könnte das ganze mal langsam wieder etwas konsolidieren. Aber bitte direkt auf EU Ebene. Genauso wie ein 3.-Klässler in Madrid das gleiche in Mathe lernen sollte wie einer in München, sollte die jeweilige Stadtverwaltung in den meisten Fällen die gleiche Prozesse verwenden und dazu gehört heute nun mal Software.

  8. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: Anonymer Nutzer 01.03.17 - 22:34

    Gibt doch einheitliche Software. Wenn diese Katastrophe von Software endlich abgewickelt ist, wird doch endlich wieder überall Microsoft genutzt.

  9. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: Oktavian 01.03.17 - 23:12

    > Beispielsweise KFZ- und Einwohnermeldeamt.

    Die Prozesse zum KfZ- und zum Meldewesen obliegen dem Bund. Deshalb kann er da natürlich auch Vorgaben machen. Es gibt Fachverfahren, die obliegen dem Land, da macht dann jedes Land sein eigenes Ding. Und es gibt wiederum Verfahren, die sind direkte Aufgabe der Kommune, und hier gestaltet es eben jede Kommune, wie sie möchte. Subsidiaritätsprinzip.

  10. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: oliver.n.h 01.03.17 - 23:34

    ArcherV schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Doch genau diese einheitliche Software gibt es schon in diversen Bereichen
    > und genau diese läuft nur auf Windows.
    >
    > Beispielsweise KFZ- und Einwohnermeldeamt.

    Och ich denke wenn das bundesinnenministerium wollte wäre es ein leichtes dazu einfache auf 3 Platformen lauffähige gui für die Datenbank abfrage zu liefern an Kunden.
    Im Endeffekt will man nicht, eigentlich geht es um komplexere Software als office Datenaustausch ( entweder hat der gegenpart ms office oder ein open office fork und somit odf kompatible Software, dh wäre es ein leichtes dieses als behördenstandard durchzusetzen) und einfache datenbankabfregen.

  11. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: ArcherV 02.03.17 - 06:29

    Oktavian schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Beispielsweise KFZ- und Einwohnermeldeamt.
    >
    > Die Prozesse zum KfZ- und zum Meldewesen obliegen dem Bund. Deshalb kann er
    > da natürlich auch Vorgaben machen. Es gibt Fachverfahren, die obliegen dem
    > Land, da macht dann jedes Land sein eigenes Ding. Und es gibt wiederum
    > Verfahren, die sind direkte Aufgabe der Kommune, und hier gestaltet es eben
    > jede Kommune, wie sie möchte. Subsidiaritätsprinzip.

    Jup, kann ich so bestätigen.

  12. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: gadthrawn 02.03.17 - 08:18

    oliver.n.h schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > ArcherV schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Doch genau diese einheitliche Software gibt es schon in diversen
    > Bereichen
    > > und genau diese läuft nur auf Windows.
    > >
    > > Beispielsweise KFZ- und Einwohnermeldeamt.
    >
    > Och ich denke wenn das bundesinnenministerium wollte wäre es ein leichtes
    > dazu einfache auf 3 Platformen lauffähige gui für die Datenbank abfrage zu
    > liefern an Kunden.

    Was sind für dich die 3 Plattformen?

    Windows >XP , OS X und Debian? Oder Ubuntu? Oder RedHat? Oder gar SuSE? Soll die Oberfläche auf KDE, Gnome, Unity, XFCE .. angepasst sein? Was braucht man alles an Paketen?
    Aus so Gründen machen recht wenige Software für Linux. Du musst jede Menge "Plattformen" statt einer einzigen berücksichtigen.

  13. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: magheinz 02.03.17 - 09:05

    du musst nicht alle Distributionen unterstützen, du kannst es aber wenn du willst. Gerade kommerzielle beschränken sich meisst auf suse, redhat und ubuntu.

  14. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: Oktavian 02.03.17 - 09:14

    > du musst nicht alle Distributionen unterstützen, du kannst es aber wenn du
    > willst. Gerade kommerzielle beschränken sich meisst auf suse, redhat und
    > ubuntu.

    Okay, also drei Plattformen, die ca. 1% der Anwender beherrbergen. Dann eine Plattform, die 92% der Anwender beherrbergt (Windows) und natürlich eine Plattform, die 7% der Anwender beherrbergt (MacOS).

    1 -> 92%
    1 -> 7%
    3 -> 1%

    Kommt nur mir da etwas irgendwie unangemessen vor?

  15. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: mainframe 02.03.17 - 11:20

    Das Hauptproblem ist... dass es kein Team gibt, dass sowas angeht und dem die Mitarbeiter auch folgen.

    Wir haben in den letzten Jahren die IT von 9 Genossenschaften konsolidiert. Wenn es kein en Chef gibt, der sagt so machen wir das ab jetzt, aber dennoch auf seine Mitarbeiter eingeht wird das nix.

    Ich denke auf Länderebene sollte man das hinbekommen, der Bund sollte aber für die Zukunfst die Standards festlegen, damit man auch Länderübergreifend kompatibel ist.

    Aber das ist schon ne Mamutaufgabe! Ich wollte das nicht machen :-)

  16. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: Komischer_Phreak 02.03.17 - 14:10

    nixidee schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Gibt doch einheitliche Software. Wenn diese Katastrophe von Software
    > endlich abgewickelt ist, wird doch endlich wieder überall Microsoft
    > genutzt.

    Es wird Dich überraschen, das zu hören, aber es gibt keine Software namens "Microsoft". Und es wird keineswegs überall Microsoft genutzt, und das ist auch nicht das Ziel der Umstellung. Probier mal die kleinen Buchstaben unter der Überschrift. Der Text hat etwas zu bedeuten.

  17. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: matzems 08.03.17 - 09:51

    Warum gibt es keine Deutschlandweit einheitlich IT? Dann würden vielleicht auch mal Behörden wie Polizei zusammen arbeiten. Ich habe neulich erst bei der Polizei eine Anzeige gemacht und mich hatte vom Stuhl gehauen, die machen das in MSWord! So etwas gehört in einer Datenbank erfasst.
    Das Problem der Behörden ist dass sie sich irgendwelche Excel und Word Dinger mit Makros, Serienbriefen etc zurecht frickeln was eigentlich in eine Datenbank gehört.
    Überall wird z.b. excel als Datenbank zweckentfremdet. das ist auch in vielen Firmen so.

  18. Re: Wieso keine einheitliche Software je Bundesland?

    Autor: langmartin 08.03.17 - 20:29

    matzems schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Warum gibt es keine Deutschlandweit einheitlich IT? Dann würden vielleicht
    > auch mal Behörden wie Polizei zusammen arbeiten. Ich habe neulich erst bei
    > der Polizei eine Anzeige gemacht und mich hatte vom Stuhl gehauen, die
    > machen das in MSWord! So etwas gehört in einer Datenbank erfasst.
    > Das Problem der Behörden ist dass sie sich irgendwelche Excel und Word
    > Dinger mit Makros, Serienbriefen etc zurecht frickeln was eigentlich in
    > eine Datenbank gehört.
    > Überall wird z.b. excel als Datenbank zweckentfremdet. das ist auch in
    > vielen Firmen so.


    Du wirst lachen, aber ich hatte schon ein Jobangebot, bei dem eine Abteilung von einer Lösung mit Datenbank auf Excel migrieren wollte, weil dadurch "jeder" Fehler ausbessern könne und vor allem die Sekretärin besser mit Excel klarkommen würde, so komplizierten Datenbankkram bräuchte man nicht, Excel könnte das ja eh alles besser.

    Ich habe dankend abgelehnt.

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