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Dafür gibt es die LGPL
Autor: nidi 19.04.13 - 11:27
Der Großteil des Codes liegt in Bibliotheken. Wenn gewollt ist, dass diese von proprietärem Code eingebunden werden können, bietet es sich an, die LGPL statt der GPL verwendet werden.
Damit habe ich als Entwickler weiterhin die Sicherheit, dass die Veränderungen, die Dritte an meinem Bibliothekscode vornehmen, allen zur Verfügung gestellt werden.
Die Lizenz, die allerdings fehlt, ist die ALGPL, also die LGPL, die auch über Ausführung durch Netzwerke, z.B. bei Webservices, greift. -
Re: Dafür gibt es die LGPL
Autor: Kaiser Ming 19.04.13 - 11:45
halte ich auch für die beste Lizenz in der Richtung
für Bibliotheken GPL zu verwenden ist einfach nur Unsinn
leider schon erlebt
nidi schrieb:
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> Der Großteil des Codes liegt in Bibliotheken. Wenn gewollt ist, dass diese
> von proprietärem Code eingebunden werden können, bietet es sich an, die
> LGPL statt der GPL verwendet werden. -
Re: Dafür gibt es die LGPL
Autor: tritratrulala 19.04.13 - 15:04
nidi schrieb:
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> Der Großteil des Codes liegt in Bibliotheken. Wenn gewollt ist, dass diese
> von proprietärem Code eingebunden werden können, bietet es sich an, die
> LGPL statt der GPL verwendet werden.
>
Die GNU empfiehlt allerdings epxlizit, die GPL auch für Libraries zu verwenden:
https://www.gnu.org/licenses/why-not-lgpl.html
Ist natürlich nur ein weiterer Versuch, die "GPL world domination" zu erreichen, allerdings glücklicherweise recht erfolglos. Leider gibt es noch immer einige populäre Libraries, die die GPL verwenden (gerade auch unter den offiziellen GNU-Projekten).
Davon abgesehen, ich weiß nicht so recht, ob ich die LGPL überhaupt möchte, denn die ist juristisch noch komplizierter und problematischer als die normale GPL.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 19.04.13 15:07 durch tritratrulala. -
Re: Dafür gibt es die LGPL
Autor: nidi 19.04.13 - 15:43
>> Der Großteil des Codes liegt in Bibliotheken. Wenn gewollt ist, dass diese
>> von proprietärem Code eingebunden werden können, bietet es sich an, die
>> LGPL statt der GPL verwendet werden.
>>
>
> Die GNU empfiehlt allerdings epxlizit, die GPL auch für Libraries zu
> verwenden
Ist ja auch richtig, wenn diese nicht in proprietären Code eingebunden werden soll. Die Position, dass Code generell frei sein sollte, ist durchaus begründet - und aus dieser heraus macht es Sinn, auch Bibliotheken unter der (A)GPL zu veröffentlichen.
> Davon abgesehen, ich weiß nicht so recht, ob ich die LGPL überhaupt möchte,
> denn die ist juristisch noch komplizierter und problematischer als die
> normale GPL.
Irgendwelche Belege hierfür? Die GPL wurde vor deutschen Gerichten als rechtsgültig anerkannt und ich wüsste nicht, warum das mit der LGPL anders sein sollte.
Ich tu mich deutlich schwerer, Code zu nicht Copyleft-lizensierter Software (BSD / MIT) beizutragen, da diese von jedem Großkonzern weiterentwickelt werden kann, ohne überhaupt diese Änderungen zurückzugeben. -
Re: Dafür gibt es die LGPL
Autor: tritratrulala 19.04.13 - 16:15
nidi schrieb:
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> > Davon abgesehen, ich weiß nicht so recht, ob ich die LGPL überhaupt
> möchte,
> > denn die ist juristisch noch komplizierter und problematischer als die
> > normale GPL.
>
> Irgendwelche Belege hierfür? Die GPL wurde vor deutschen Gerichten als
> rechtsgültig anerkannt und ich wüsste nicht, warum das mit der LGPL anders
> sein sollte.
>
Die GPLv2 wurde anerkannt, ja. Die GPLv3 ist aber schon wesentlich komplexer (der Lizenztext ist fast doppelt so lang!).
Bei der LGPL gibt es das Problem, dass nicht klar ist, in welcher Form GPL-Code eingebunden werden darf, ohne dass man gegen die Lizenz verstößt. Insbesondere wenn die Library unter der LGPL angepasst werden muss, um für die Software nützlich zu sein, ist das strittig. Die Formulierungen in der LGPL sind einfach sehr schwammig. Im schlimmsten Fall gilt bei Anpassungen im LGPL-Code deine Software als "derived work" der LGPL-Library und sie muss auch unter der LGPL veröffentlicht werden.
> Ich tu mich deutlich schwerer, Code zu nicht Copyleft-lizensierter Software
> (BSD / MIT) beizutragen, da diese von jedem Großkonzern weiterentwickelt
> werden kann, ohne überhaupt diese Änderungen zurückzugeben.
Und ich verstehe nicht, warum das ein Problem sein soll. Erstens kann die GPL das auch nicht sinnvoll verhindern und zweitens klappt Open Source bewiesenermaßen ohne Zwänge. -
Re: Dafür gibt es die LGPL
Autor: schily 22.04.13 - 12:04
Es gibt immer wieder diese falschen Behauptungen, daß die GPL vor deutschen Gerichten anerkannt wurde.
Das ist Unsinn.
Wenn man sich die Urteilsbegründungen genauer ansieht, denn ist offensichtlich, daß die Richter von gesetzlich unzulässigen Forderungen in der GPL ausgehen und daher ganz bewußt von rechtsunkundigen Autoren ausgegangen sind und nur kleine Teile der GPL betrachtet haben.
Diese betrachteten kleinen Teile waren dann OK...... -
Re: Dafür gibt es die LGPL
Autor: Kaiser Ming 22.04.13 - 12:28
schily schrieb:
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> Es gibt immer wieder diese falschen Behauptungen, daß die GPL vor deutschen
> Gerichten anerkannt wurde.
>
> Das ist Unsinn.
sry aber Unsinn ist was du schreibst
grundsätzlich wurde die GPL anerkannt
was nicht ausschliesst das es nicht Formulierungen gibt die evtl nicht standhalten
das gilt aber für alle Vertragstexte, Gesetze usw
> Diese betrachteten kleinen Teile waren dann OK......
lol, was verstehst du unter klein
hättest du geschrieben nebensächliche Teile wärs komplett falsch
so ists nur irrelevant subjektiv -
Re: Dafür gibt es die LGPL
Autor: Kaiser Ming 22.04.13 - 12:46
nidi schrieb:
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> >> Der Großteil des Codes liegt in Bibliotheken. Wenn gewollt ist, dass
> diese
> >> von proprietärem Code eingebunden werden können, bietet es sich an, die
> >> LGPL statt der GPL verwendet werden.
aus meiner Sicht bietet es sich in jedem Fall an, da der Schutz der eigenen Arbeit im gleichem Masse gewährleistet ist wie bei der GPL für Programme
> Ist ja auch richtig, wenn diese nicht in proprietären Code eingebunden
> werden soll. Die Position, dass Code generell frei sein sollte, ist
> durchaus begründet - und aus dieser heraus macht es Sinn, auch Bibliotheken
> unter der (A)GPL zu veröffentlichen.
wenn ich Bibliotheken unter GPL veröffentliche mache ich mich imo zurecht der Knebelung schuldig - einer der grössten Kritikpunkte an der Lizenz -
da ich damit die Arbeit anderer Leute beeinflusse
Das ist die gleiche Seite der Medaille die MS vorgeworfen wird und wofür MS zurecht Strafen kassiert hat.
> Ich tu mich deutlich schwerer, Code zu nicht Copyleft-lizensierter Software
> (BSD / MIT) beizutragen, da diese von jedem Großkonzern weiterentwickelt
> werden kann, ohne überhaupt diese Änderungen zurückzugeben.
von der Lizenz halte ich auch nichts, tlw haben das Lizenzgeber im Nachhinein auch bereut,
eine Ausnahme davon sehe ich wenn man andere Ziele damit erreichen möchte, zB das sich meine damit programmierte Api verbreitet,
genau in diesem Sinn wird sie auch von MS zB eingesetzt
1 mal bearbeitet, zuletzt am 22.04.13 12:47 durch Kaiser Ming.



