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Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

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  1. Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: Bleistiftspitze 01.04.15 - 15:41

    Da ich die Details nicht kenne hüte ich mich ein Urteil über den einen oder anderen zu fällen. Aus Sicht der Lizenzeinhaltung wäre es sicherlich gut wenn ein Ureil mal auf die harte Tour durchgesetzt würde, nur das wünscht man eben keinem Unternehmen an den Hals.
    Am besten wäre wohl wenn man für beide Seiten Spenden sammeln könnte, so dass der Prozess einvernehmlich geführt werden kann.

  2. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: Atalanttore 01.04.15 - 16:05

    Bleistiftspitze schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Aus Sicht der Lizenzeinhaltung wäre es sicherlich gut
    > wenn ein Ureil mal auf die harte Tour durchgesetzt würde, nur das wünscht
    > man eben keinem Unternehmen an den Hals.

    Wieso sollte man das keinem parasitären Unternehmen an den Hals wünschen?

  3. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: Cok3.Zer0 01.04.15 - 17:07

    https://sfconservancy.org/linux-compliance/vmware-lawsuit-faq.html
    Hier gibt es eine ausführlichere Erklärung mit Beispielen.
    Es sind drei Punkte:
    1. Der Kernel soll das SCSI Subsystem und den Radix-Tree von Linux benutzen,
    2. Linux-Treiber
    3. Das LKM, das teilweise Linux-Code benutzt.

    Weiter unten sind Beispiele, wie der proprietäre Code mit dem GPL-Code verschmolzen sein soll.

  4. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: schily 01.04.15 - 17:23

    Wenn sie den Quellcode für alle gelben Anteile herausgeben und vom roten Teil Binaries zum Selberlinken, dann würden sie die GPL einhalten.

    Ist das der Fall?

  5. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: Cok3.Zer0 01.04.15 - 18:44

    Meines Erachtens sagt die GPL, dass alle Bestandteile des Kernels, der GPL-Code verwendet (inkl. Kernel Module) auch unter die GPL fallen.

    Wie ja geschrieben ist, fehlen beim Quellcode für ein Update zumindest (Linux-)Funktionen, die im Binary vorhanden sind und angeblich nur vom VM-Ware-Kernel aufgerufen werden.

    Ein Anwalt/Richter wird aber die GPL auf etwaige Schwächen untersuchen und möglicherweise nicht anwendbare Punkte finden...

    Aber ganz nebenbei:
    Dieses Verfahren ist notwendig und sinnvoll, egal wer nun den Prozess gewinnt. Es wird für die GPL Rechtssicherheit geschaffen bzw. Nachbesserungspunkte.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.04.15 18:47 durch Cok3.Zer0.

  6. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: schily 01.04.15 - 18:49

    Das ist so falsch, denn die GPL gilt nicht für den Kern, sondern für Werke.

    Daher ist z.B. ZFS (auch wenn zusammen mit dem Linux Kern ausgeliefert) ein eigenständiges Werk, das nicht unter die GPL fallen muß.

  7. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: Cok3.Zer0 01.04.15 - 19:10

    ZFS wird meines Erachtens nicht direkt im Kernel eingebunden, sondern eben über einen Umweg.
    Der Kernel und alle Module sind ein einziger Namespace. Daher meine ich, dass alles was nicht Userspace ist und GPL-Code in seinem Namespace verwendet, auch GPL sein muss.

  8. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: schily 01.04.15 - 19:13

    Das ist falsch!

    Die GPL endet an der Werksgrenze und ZFS ist definitiv ein eigenständiges Werk.

  9. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: Cok3.Zer0 01.04.15 - 19:35

    Sun hat für ZFS extra CDDL gewählt, damit es eben nicht direkt vom Linux Kernel verwendet werden darf. Es läuft im Userspace und wird über ein Interface eingebunden; genauso wie der Nvidia-Binär-Treiber. (Hier meint ürbigens die Software Freedom Conservancy, dass es so etwas wie einen "shim" nicht gibt.)

    Hier ist es jetzt auch andersherum: GPL-Treiber werden über ein Interface geladen.
    Aber auch der Kernel soll eben auch GPL verwenden.

  10. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: schily 01.04.15 - 19:52

    Wem möchtest Du diesen Unsinn erzählen?

    Oder bist Du einer der Leute, die durch Falschbehauptungen versuchen die OSS Szene zu teilen?

  11. Re: OT

    Autor: Atalanttore 01.04.15 - 20:04

    Cok3.Zer0 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sun hat für ZFS extra CDDL gewählt, damit es eben nicht direkt vom Linux
    > Kernel verwendet werden darf.

    Der letzte große Fehler von Sun. Mit einer eigenen Linux-Distribution mit Solaris-Features hätte Sun ein sehr gutes Produkt gehabt, wie Oracle mit seinem großspurigen Unbreakable Linux.

  12. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: Cok3.Zer0 01.04.15 - 20:05

    Such mal nach "ZFS Linux Kernel Interface". Dann findest du, dass ZFS ein Userspace File System ist, das per FUSE eingebunden ist bzw. über /dev/zfs ein Interface bereitgestellt bekommt.

    Zwar findet man die Ansicht, dass eingebundene Header kein Derivat darstellen und die Verwendung von nicht GPL Kernel Symbolen keinen GPL Code erzeugt, aber es steht auch bei, dass es noch ausstehende Lizenz-Probleme bei Direkt-ZFS-im-Kernel gibt.

  13. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: schily 01.04.15 - 21:56

    Und wieder lese ich Unsinn.

    ZFS ist selbstverständlich ein Kernel Filesystem.

    Will man allerdings ZFS in den Linux Kern integrieren, dann hat man mit dem antiquierten VFS Interface des Linux Kerns zu kämpfen. Auch fehlen viele sonstige Kernelinterfaces, die man bei Solaris selbstverständlich hat.

    Darum habe ich auch schon im Frühjahr 2005 gesagt, daß die wirkliche Herausforderung einer Portierung von ZFS nach Linux darin besteht, dem Linux Kern die vielen fehlenden Eigenschaften beizubringen. Es gibt allerdings seint mehr als einem Jahr auch eine ZFS Portierung für den Linux Kern. Die kann allerdings auch nocht nicht alles was die original Solaris Version kann.

  14. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: Atalanttore 01.04.15 - 22:02

    schily schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Will man allerdings ZFS in den Linux Kern integrieren, dann hat man mit dem
    > antiquierten VFS Interface des Linux Kerns zu kämpfen. Auch fehlen viele
    > sonstige Kernelinterfaces, die man bei Solaris selbstverständlich hat.

    Welche Kernelinterfaces fehlen denn in Linux?

  15. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: schily 01.04.15 - 22:07

    Das VFS von Linux hat nur etwa halbsoviele Interfaces wie das von Solaris. Das hatte ja auch Hans Reiser schonmal bemängelt.

    ZFS erwartet ansonsten natürlich noch DDI/DKI (Die Abstraktionsebene von den instabilen Kernel Interfaces, die Anfang der 1990er von Wolfgang Thaler implementiert wurde).



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 01.04.15 22:08 durch schily.

  16. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: Cok3.Zer0 01.04.15 - 22:40

    Ok, du hast Recht: Ich kann ZFS als LKM mit CDDL (sogar als Binär) haben, sofern dieses nicht GPL-only-Funktionen des Kernels verwendet.

    Stimmst du denn dem folgenden zu?:
    >>Als festen (nicht Modul) Bestandteil des Kernels kann ZFS nicht verbreitet werden, da es dann ein Derivat (Linux+ZFS) wäre, das unter die GPL fiele, und genau das verbietet die CDDL.<<

  17. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: schily 01.04.15 - 22:48

    ZFS kann sowohl als ladbares Modul als auch als statisch gelinkter Bestandteil (gibt es bei Solaris seit 1992 nicht mehr) legal verwendet werden, da das Linken da völlig belanglos ist.

    Für ZFS muß man übrigens sowieso einen Layer schreiben, der die mächtigeren Solaris Kernel Interfaces emuliert. Dieser Layer wäre (wenn es überhaupt ein abgeleitetes Werk gibt) ein Abgeleitetes Werk von ZFS und dann in Folge der Linux Kern ein abgeleitetes Werk von ZFS. Das aber verbietet weder die CDDL noch die GPL.

  18. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: schily 01.04.15 - 23:13

    Kurze Erklärung, warum statisch oder dynamisch Linken egal ist:

    Die GPL enthält das Wort Linken überhaupt nicht und relevant ist ausschließlich die Grenze des "Werks". Da ist dann offensichtlich die Art des Linkens uninteressant.

  19. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: Cok3.Zer0 02.04.15 - 01:14

    schily schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Für ZFS muß man übrigens sowieso einen Layer schreiben, der die mächtigeren
    > Solaris Kernel Interfaces emuliert. Dieser Layer wäre (wenn es überhaupt
    > ein abgeleitetes Werk gibt) ein Abgeleitetes Werk von ZFS und dann in Folge
    > der Linux Kern ein abgeleitetes Werk von ZFS. Das aber verbietet weder die
    > CDDL noch die GPL.

    Ich kann also von bestimmten Bestandteilen bis hin zu ganzen Subsystemen alles durch proprietären und insbesondere zur GPL inkompatiblen Code ersetzen (vorausgesetzt dieser enthält keinen GPL-Code), solange ein Interface dazwischen sitzt?

    Wenn der veränderte Kernel ein abgeleitetes Werk von ZFS ist, gilt aber immer noch die CDDL-du-verlierst-die-Nutzungslizenz-bei-Patentklagen-Klausel für den CDDL-Teil.
    Das würde doch den Sinn der GPL ad absurdum führen, da für das verbreitete Binärprogramm (also das Werk) dann mehr Einschränkungen gelten würden als die GPL. Das verbietet aber die GPL!



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 02.04.15 01:15 durch Cok3.Zer0.

  20. Re: Schlecht für VMWare gut für die Rechtssicherheit

    Autor: mxrd 02.04.15 - 09:47

    Cok3.Zer0 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > schily schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Für ZFS muß man übrigens sowieso einen Layer schreiben, der die
    > mächtigeren
    > > Solaris Kernel Interfaces emuliert. Dieser Layer wäre (wenn es überhaupt
    > > ein abgeleitetes Werk gibt) ein Abgeleitetes Werk von ZFS und dann in
    > Folge
    > > der Linux Kern ein abgeleitetes Werk von ZFS. Das aber verbietet weder
    > die
    > > CDDL noch die GPL.
    >
    > Ich kann also von bestimmten Bestandteilen bis hin zu ganzen Subsystemen
    > alles durch proprietären und insbesondere zur GPL inkompatiblen Code
    > ersetzen (vorausgesetzt dieser enthält keinen GPL-Code), solange ein
    > Interface dazwischen sitzt?
    >
    > Wenn der veränderte Kernel ein abgeleitetes Werk von ZFS ist, gilt aber
    > immer noch die
    > CDDL-du-verlierst-die-Nutzungslizenz-bei-Patentklagen-Klausel für den
    > CDDL-Teil.
    > Das würde doch den Sinn der GPL ad absurdum führen, da für das verbreitete
    > Binärprogramm (also das Werk) dann mehr Einschränkungen gelten würden als
    > die GPL. Das verbietet aber die GPL!

    Endlich jemand, der sich mit dem Thema der GPL beschäftigt hat und nicht einfach nur ständig das nachredet, was der Volksmund unter der "freien Softwarelizenz" versteht. Wenn man schon was zu dem Thema sagt, dann sollte es doch zumindest stimmen.

    Es ist tatsächlich so, das die GPL als Passus enthält, das wenn bei der Weitergabe ein weiterer Vertragspassus die GPL in irgendeiner Weise einschränkt, die GPL Lizenz nicht mehr gütltig ist - somit der GPL Teil nicht genutzt werden kann.

    Die GPL ist recht umfassend viral. Ich denke nicht, dass wenn wir von Intefaces aus normalen Programmiersprachen reden, hier eine "entvirlisierung" stattfinden kann - hier wird alles zur GPL.Recht sichere Möglichkeiten sind Sockets und alle Persistenz-Schichten(DBs, Memcache flavour oder auch einfach Dateien), für die beide Werke einen Treiber explizit besitzen (Zugriff auf Daten, diese sind immer von der GPL ausgeschlossen). Auf Kernel-Ebnene ist das alles natürlich Schwachfug - viel zu langsam.

    Klar gehen auch Dinge wie die CLI, sprich eine GPL "Binary" führt eine andere Binary über die CLI aus, aber auch das für den Kernel-Bereich nutlos.

    Direkte Bindings (sehr viel schneller) werden hier GPL-viralisiert. (selbst bei der LGPL)
    Selbst dynamic linked Bindings sind direkt viralisiert (anders bei der LGPL).

    Und mit der GPL3 sind auch Ding, die man durch eine VM wrapped, die man "selbst" lizenziert ( nicht den Inhalt der VM, der eben GPL Software enthält) verboten. (AGPL ist hierfür wohl gedacht)

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