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Deutschland ist für Online-Communitys gestorben

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  1. Deutschland ist für Online-Communitys gestorben

    Autor: YouTube-in-Deutschland---niemals 16.11.09 - 13:00

    Räumt man sich an den Bildern keine Nutzungsrechte ein, darf man sie nicht wiedergeben. Prüft man die Bilder nicht inhaltlich, hat man bald Anleitungen zum Bombenbau darunter. Würde man bei jedem fremden Foto prüfen, ob daran Urheberrechte existieren, müsste man 6 Milliarden Menschen dazu befragen (und Antwort erhalten).

    Der BGH sagt damit laut und deutlich Tschüß zu allen Online-Communities, die ihren Sitz in Deutschland haben. Bildupload ist ein Standard-Feature, das kann man nicht abschalten. Und mit diesem Richterspruch ist jede Bildupload-Funktion ökonomischer Selbstmord.

  2. Re: Deutschland ist für Online-Communitys gestorben

    Autor: KEB 16.11.09 - 13:08

    Soweit würde ich nicht gehen.

    Es kam nur zu dem Urteil, da Chefkoch sich die Rezepte und Bilder zu eigen macht und zusätzlich die Inhalte prüft.

    Die normale Online Community kann nicht alle Inhalte prüfen und sollte es auch nicht schreiben. Besser ist ein Hinweis, dass wenn widerrechtliche Inhalte gefunden werden, man sich melden soll.

    Chefkoch hat den Inhalt laut Gericht "selbst vertrieben". Die normale Community enthält nur "Community Inhalte".

    Aber ja, Webseiten Betreiber in Deutschland haben es nicht leicht.

    Abmahnen ist zu leicht und billig. Betreiber können nicht alles kontrollieren. Das verstehen die meisten Richter aber anscheinend nicht.

  3. Re: Deutschland ist für Online-Communitys gestorben

    Autor: Auutor 16.11.09 - 13:22

    YouTube-in-Deutschland---niemals schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Der BGH sagt damit laut und deutlich Tschüß zu allen Online-Communities,
    > die ihren Sitz in Deutschland haben. Bildupload ist ein Standard-Feature,
    > das kann man nicht abschalten. Und mit diesem Richterspruch ist jede
    > Bildupload-Funktion ökonomischer Selbstmord.

    Das BGH sagt das alles anders als "laut und deutlich". Denn das Urteil ist ja kein pauschales "Bildupload-Verbot. Denn in diesem Fall gibt es ja zwei Besonderheiten, auf die das Gericht in seiner Urteilsbegründung hinweist: Die Rezepte werden vor der Freischaltung redaktionell überprüft und - das halte ich für das entscheidende - das von den Nutzern gefordert wird, die Rechte an den Bildern an die Firma chefkoch.de zu übertragen. Oder anders formuliert: Die Bildrechte gehen in den Besitz der Firma. In welchen (kleinen) Communities ist denn sowas üblich?!

  4. Möööööp Einspruch!

    Autor: Unmut 16.11.09 - 13:22

    es betrifft jeden!

    siehe: http://www.youtube.com/watch?v=dmZAuv1zrdo

  5. Re: Deutschland ist für Online-Communitys gestorben

    Autor: YouTube-in-Deutschland---niemals 16.11.09 - 14:16

    Zu Eigen macht man sich die Bilder, sobald man sie für seine gewerbliche Zwecke verwendet, d.h. Werbung irgendwo in der Nähe einblendet. Welche (kleine oder große) Community macht das nicht?

    Und redaktionelle Prüfung? Das heißt doch eben redaktionell und nicht rechtlich. Und würde man das nicht haben, mischen sich fix die Bilder von Erbrochenem und Bombenbauanleitungen unter die Inhalte, soll das die Lösung sein?

    Das war definitiv laut und deutlich, manche haben das nur noch nicht begriffen.

  6. Re: Deutschland ist für Online-Communitys gestorben

    Autor: Trockenobst 16.11.09 - 14:30

    YouTube-in-Deutschland---niemals schrieb:
    -----------
    > Das war definitiv laut und deutlich, manche haben das nur noch
    > nicht begriffen.

    PostIntend mit Ausweiskopie. _Du_ lädst Pepes Kochbuch Bilder
    hoch, _Du_ zahlst die Abmahnkosten, da Du beim übertragen der
    Rechte simpel GELOGEN hast.

    Oder: Chefkoch macht auf Community und ändert die Lizenzen.
    Damit ist auch erledigt.

    In beiden Fällen: in 1 Tag mit dem Anwalt erledigt.

    Wenn ich von dir Musik oder Texte _übernehme_, muss ich eben
    auch das Recht beachten. Und wenn das eben Beatles Songs
    sind, kriege ich ZU RECHT eine auf die Mütze wenn ich so
    DUMM bin das nicht zu checken UND mich finanziell abzusichern.

    Trockenobst

  7. Re: Deutschland ist für Online-Communitys gestorben

    Autor: Siga5987535973 16.11.09 - 14:40

    Ich schreibe schon immer, das nur google meine schönen Ideen für Websites durchsetzen kann, weil man in Deutschland für alles mögliche auf tausende Euros abgemahnt wird.
    Speziell bei kostenlosen Sites ist sowas inakzeptabel.

    Simple Lösungen:
    - Wasserzeichen. Wer was ohne Wasserzeichen auf kommerziellen Seiten anbietet, ist selber schuld bzw. erlaubt implizit (nach 3 Monaten vorlaufzeit zur wasserzeichnung) die Weitergabe.
    - Wenn man bei marion eh kostenlos die Bilder kriegt, ist sowas kostenlos abzuwickeln. das abgemahnte Kochbuch muss dann Werbung für Marion machen oder sowas. "Hier war ein bild von marions überlegenem kochbuch".
    - Abmahnungen kostenlos übers Wirtschaftsministerium.
    - Bestenfalls incrementelle Microbestrafung (jedes Mal wenn er seine preise ohne USteuer anspreist, bezahlt er 1 euro mehr oder sowas. Bei bildern die geupped werden eher nicht oder halt nur, wenn sie ein wasserzeichen hatten, was nicht geprüft wurde.
    - die wasserzeichen-checker kostenlos. wasserzeichen reinmachen gegen geld oder was auch immer....
    - Die Bilder müssen
    - Nur ab gewisser Schöpfungshöhe oder wenn Personen drauf sind. D.h. Produktbilder zum verkaufen sind "vogelfrei" (wir erinnern an Münzenbilder bei Ebay) und nicht schutzwert. D.h. man darf ebay-bilder oder hersteller-bilder rippen. man darf sie nicht abändern oder lesbare texte des Urhebers abändern. Texte wie "Auktion endet morgen" darf man natürlich wegmachen/schwärzen oder selber reinmachen. aber "www.eduscho.de-shop.de" oder sowas natürlich nicht unlesbar machen oder verkriseln.
    ...

    Simple Regeln. Für solche Ideen wird man dann beleidigt.
    Überlegt Euch mal, was für Politiker Ihr habt. (ich auch :-( )

  8. Re: Deutschland ist für Online-Communitys gestorben

    Autor: YouTube-in-Deutschland---niemals 16.11.09 - 15:12

    Mensch Trockenobst, du willst ein Portal mit user generated Content aufbauen und jedem Mitglied ein PostIdent-Verfahren zumuten? Wann wilst du denn die ersten 10 Mitglieder dabei haben? In 10 Jahren? Das ist ja sowas von weltfremd...

  9. Re: Deutschland ist für Online-Communitys gestorben

    Autor: Trockenobst 16.11.09 - 18:23

    YouTube-in-Deutschland---niemals schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mensch Trockenobst, du willst ein Portal mit user generated
    > Content aufbauen und jedem Mitglied ein PostIdent-Verfahren
    > zumuten?

    Nö, ich habe vor Kundendaten.de.vu.cc.ee.net.org aufzuziehen
    und die Leute anonym mit 10cent pro Datensatz den sie in mein superanonymes Portal eintippen, meinen riesen, rechtlich-super-einwandfreien-Reibach zu machen. Mit Foto und Krankenakte
    gibts 1€ drauf.

    Chefkoch (und andere) wollen das _RECHT_ am Foto. Jeder scheiß
    Verlag ala "Bild-Zeitung" hat dafür drei Seiten Arial 8
    Rechtsbelehrung für ihre Fotografen. Flicker z.B. will das
    Recht NICHT und sind deswegen RIESENGROß.

    http://de.docs.yahoo.com/copyright.html

    Ich sehe kein Problem eine Communityseite aufzuziehen, solange
    der Upload-Prozess sehr klar ist:

    "[ ] Die eben hochgeladenen Bilder habe ich NICHT aus dem Netz."
    "[ ] Meine IPAdresse ist xx.xx.xx.xx. Ich kann verklagt werden
    und musst die Kosten des Verfahrens zahlen wenn ich die
    Fotos geklaut habe."

    Dann hast Du mit 95% der User keine Sorgen. Die restlichen 5%
    werden dann einfach über die IP ausfindig gemacht und die
    M****ns dieser Welt haben dann ihren Spass damit. Nicht mein
    Problem, nicht das Problem der Communityseite.

    Das muss halt von Anfang an klar sein(!).

    Trockenobst

  10. Re: Deutschland ist für Online-Communitys gestorben

    Autor: Baba 16.11.09 - 18:51

    YouTube-in-Deutschland---niemals schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Mensch Trockenobst, du willst ein Portal mit user generated
    > Content

    Er will ja gerade NICHT die Fotos in seinen Besitz übernehmen.

    Die Theorie, dass irgendwer anonym über ein Internet-Cafe
    was hochlädt um danach das Portal abzumahnen ist eben ein
    prinzipielles Problem mit jeder Art von _Rechtsübernahme_.

    Große Fotoseiten mit Rechteabtretung haben dafür einen
    Vertrag, den Du etwas mind. SSLtechnisch zustimmen musst:
    http://www.vizero.com/php/royalty_free.php

    Andere wollen von dir eine Ausweis-Kopie(!):
    http://www.istockphoto.com/faq.php#faq113

    Wenn Gesichter/Menschen drauf sind, geht NICHTS(!!) ohne
    dass Du die Person benennst und eine schriftliche
    "Model Release" als PDF reinschickst.

    Das sind die Realitäten. Chefkoch hat hier absolut mit
    dem Feuer gespielt, keinerlei Ahnung über das juristische
    Minenfeld gehabt - und sich satt die Hand verbrannt.

    Eine Zeile im Impressum REICHT dafür eben nicht. Das
    hätte man mit zwei Suchen bei Google feststellen können.

    Absolut **fahrlässig**.


    Baba

  11. Re: Deutschland ist für Online-Communitys gestorben

    Autor: xpyrus 16.11.09 - 20:50

    YouTube-in-Deutschland---niemals schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Und redaktionelle Prüfung? Das heißt doch eben redaktionell und nicht
    > rechtlich. Und würde man das nicht haben, mischen sich fix die Bilder von
    > Erbrochenem und Bombenbauanleitungen unter die Inhalte, soll das die Lösung
    > sein?
    Es gibt zwei Möglichkeiten:

    1. Es gibt eine redaktionelle Prüfung des Benutzercontent -> dann haftet im Falle eines Falles die Redaktion also in der Regel der Webseitenbetreiber.
    2. Es gibt keinerlei Redaktion, die Benutzer können alles dumpen, dann haftet im Falle eines Falles (z.B. Bombenbauanleitungen, Urheberrechtsverletzungen) der Benutzer.

    Chefkoch.de hat Variante 1 gewählt, also müssen sie nun im Falle von Urheberrechtsverletzungen gerade stehen. Warum sie bis vor den BGH gezogen revisioniert sind, ist mir völlig schleierhaft, da die Gesetzeslage eindeutig ist.

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