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Fünf kleine Fakten über "Raubkopierer"

Neue Foren im Freiraum! Raumfahrt und freie Software haben jetzt einen Platz, die Games tummeln sich jetzt alle in einem Forum.
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  1. Fünf kleine Fakten über "Raubkopierer"

    Autor: -CK- 26.01.12 - 15:14

    Eines vergisst die Content-Mafia bei dem ganzen Wettern und Schimpfen gegen die pöhsen "Raubkopierer":

    a) "Raubkopierer" sind durchaus bereit, für den Content zu bezahlen. Dies zeigt sich sehr deutlich daran, dass "Raubkopierer" bereitwillig Geld für Premiumpakete, Anonymisierungsdienste und Usenet-Zugänge bezahlen, um so einfacher an den immer noch illegalen Content zu kommen. Würde sich die Content-Mafia darauf einstellen und einfach eine legale Plattform mit Content gegen angemessene Geldbeträge anbieten, hätten beide Seiten etwas davon.

    b) "Raubkopierer" verfügen in den meisten Fällen über eine gewisse Ethik. Diese sagt unter anderem und genau diesen Spruch findet man in den meisten Warez-Infotexten: "Probiere den Content aus. Und wenn er dir gefällt, unterstütze die Industrie und kaufe ihn". Ich für meinen Teil gebe zu, dass ich "raubkopiere". Aber wenn mir Titel gefallen, dann bin ich so fair, diese legal zu erwerben. Ich sehe jedoch weder ein, die katze im Sack zu kaufen, noch, mit den sehr selten gewordenen 10min-Demos eine Meinung bilden zu müssen oder gar durch völlig verzerrrte Trailer.

    c) "Raubkopierer" machen die Contentmafia nicht pleite. Denn es gibt immer noch einen sehr großen Teil, der aus Bequemlichkeit, wegen moralischer Bedenken oder wegen Geld im Überfluss der Content-Mafia die deutlich überzogenen Geldsummen in den Rachen werfen. Man kann "Raubkopierern" vorwerfen, dass sie auf Kosten der ehrlichen Kunden konsumieren, aber garantiert nicht, dass die die Content-Mafia runinierten. Nicht umsonst scheitern sehr viele "Künstler" an den Auswirkungen von zu viel Geld. Denn das macht bekanntlich labile Menschen sehr schnell kaputt.

    d) Zudem sind "Raubkopierer" sehr effektive Werber. Dem einen mögen die Lieder einer neuen Band ganz gut gefallen, sodass er sie "raubkopiert". Der Kumpel, der sie sich dann jedoch anhört, ist aber von dieser Band hellauf begeistert und kauft sich ab sofort sämtliche Alben. Ich selbst habe meine Lieblingsbands, die ich durch meinen Kauf unterstütze, jedenfalls allesamt durch "Raubkopiererei" kennengelernt.

    d) Es gibt keine "Raubkopierer". Der Begriff "Raub" impliziert auf der einen Seite eine gewaltsame, auf der anderen Seite eine Wegnahme. Weder fügt ein "Raubkopierer" jemanden körperlichen Schaden zu oder droht damit, noch wird jemanden beim Kopiern etwas weggenommen. Die einzig einigermaßen sinnvolle Definition des Begriffs "Raubkopierer" wäre eine Person, die dem Produzenten auf dem Weg vom Tonstudio in die Fabrik niederschlägt, seinen Koffer raubt und den Inhalt dubliziert.
    Der Begriff "Raubkopie" ist lediglich ein Propagandabegriff der Content-Mafia, um etwas harmloses und geschäftsförderndes zu verteufeln, um im Kampf dagegen gegen Gesetze und Grundrechte verstoßen zu können.

  2. Re: Fünf kleine Fakten über "Raubkopierer"

    Autor: Trollversteher 26.01.12 - 16:33

    Sorry, wenn ich schon solche Probaganda-Begriffe wie "Content"-Mafia höre, fällt es mir schwer weiter zu lesen. Eine üblere Verdrehung von Täter-Opfer Rollen ist wohl kaum noch möglich. Die ganzen anderen Erklärungen über Ethik, "ich kaufe wenn's mir gefällt" und blablabla sind nett gemeint, gehen aber eben meistens an der Realität vorbei. Es ist doch ganz einfach: Ist's Dir zu teuer oder gefällt es Dir nicht?: KAUF'S NICHT UND KLAU'S NICHT.
    Denn dieses Gerede von "Ich würd's nie bezahlen, wenn ich müßte" ist entweder Heuchelei oder ein ziemlicher Selbstbetrug. Umgekehrt wird ein Schuh draus: "Solange ich nicht zahlen muß, zahl ich auch nicht". Wer ernsthaft erklären will, 2¤ für einen Film in einer Videothek (ob nun Online-Videothek oder der Laden um die Ecke) seien unbezahlbar bzw. würden das "gottgegebene Menschenrecht auf Unterhaltung für alle" verletzen, der eine ziemlich seltsam verdrehte Vorstellung von der Welt, um nicht zu sagen, ordentliche eine an der Waffel.

  3. Re: Fünf kleine Fakten über "Raubkopierer"

    Autor: juhnicks 26.01.12 - 16:46

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sorry, wenn ich schon solche Probaganda-Begriffe wie "Content"-Mafia höre,
    > fällt es mir schwer weiter zu lesen. Eine üblere Verdrehung von Täter-Opfer
    > Rollen ist wohl kaum noch möglich. Die ganzen anderen Erklärungen über
    > Ethik, "ich kaufe wenn's mir gefällt" und blablabla sind nett gemeint,
    > gehen aber eben meistens an der Realität vorbei. Es ist doch ganz einfach:
    > Ist's Dir zu teuer oder gefällt es Dir nicht?: KAUF'S NICHT UND KLAU'S
    > NICHT.
    > Denn dieses Gerede von "Ich würd's nie bezahlen, wenn ich müßte" ist
    > entweder Heuchelei oder ein ziemlicher Selbstbetrug. Umgekehrt wird ein
    > Schuh draus: "Solange ich nicht zahlen muß, zahl ich auch nicht". Wer
    > ernsthaft erklären will, 2¤ für einen Film in einer Videothek (ob nun
    > Online-Videothek oder der Laden um die Ecke) seien unbezahlbar bzw. würden
    > das "gottgegebene Menschenrecht auf Unterhaltung für alle" verletzen, der
    > eine ziemlich seltsam verdrehte Vorstellung von der Welt, um nicht zu
    > sagen, ordentliche eine an der Waffel.

    Content-Mafia werden die untern anderem genannt, da man auf Festplatten und andere Datenträger (so wie etliche weitere Geräte) Abgaben zahlen muss, für die es keinen Grund mehr gibt, da eine Privatkopie von DVD, CD und BluRay in 99% der fälle gar nicht gestattet ist. Die bekommen mehr als genug Geld!

  4. Re: Fünf kleine Fakten über "Raubkopierer"

    Autor: admin666 26.01.12 - 16:52

    1970 - Compact Cassette

    "Insbesondere Jugendliche waren von der Möglichkeit begeistert, auf billige und einfache Art ihre Lieblingshits aus dem Radio aufnehmen zu können, worauf die Musikindustrie existenzbedrohende Umsatzrückgänge befürchtete und mit Kampagnen wie Home Taping Is Killing Music reagierte. "



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 26.01.12 16:52 durch admin666.

  5. Re: Fünf kleine Fakten über "Raubkopierer"

    Autor: Trollversteher 26.01.12 - 16:55

    >Content-Mafia werden die untern anderem genannt, da man auf Festplatten und andere Datenträger (so wie etliche weitere Geräte) Abgaben zahlen muss, für die es keinen Grund mehr gibt, da eine Privatkopie von DVD, CD und BluRay in 99% der fälle gar nicht gestattet ist. Die bekommen mehr als genug Geld!

    Erst mal wäre zu klären, wer "DIE" sind. Afaik ist das GEMA, die dieses Relikt aus Zeiten der Analogkassetten, als es noch durchaus Sinn machte, noch immer betreibt. Wenn ich mir hier die Forenbeiträge so ansehe, ist mit "Content-Mafia" aber nicht die deutsche Gema gemeint, sondern die großen Medienkonzerne wie Warner Bros. Sony & Co, die damit überhaupt nichts zu tun haben. Auf Deutsch: Hier wird einfach ein simples Feindbild konstruiert, daß man schön auf alle Medienschaffenden der Welt anwenden kann, ob's gerade paßt oder nicht - Hauptsache es gibt "die Bösen", die sich von "uns Guten Schwarzkopierern" abgrenzen lassen.

    Wobei übrigens die Privatkopie immer noch erlaubt ist, solange keine Kopierschutzmaßnamen dabei umgangen werden. Das trifft auf 100% aller BluRays zu, wie das mittlerweile bei DVDs aussieht, weiß ich nicht, kaufe keine mehr und die MP3s, die ich über iTunes kaufe haben auch keinerlei DRM oder Kopierschutz. Wie man hier auf 99% kommen kann, ist mir ein Rätsel.

  6. Re: Fünf kleine Fakten über "Raubkopierer"

    Autor: juhnicks 26.01.12 - 17:59

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Erst mal wäre zu klären, wer "DIE" sind. Afaik ist das GEMA, die dieses
    > Relikt aus Zeiten der Analogkassetten, als es noch durchaus Sinn machte,
    > noch immer betreibt. Wenn ich mir hier die Forenbeiträge so ansehe, ist mit
    > "Content-Mafia" aber nicht die deutsche Gema gemeint, sondern die großen
    > Medienkonzerne wie Warner Bros. Sony & Co, die damit überhaupt nichts zu
    > tun haben. Auf Deutsch: Hier wird einfach ein simples Feindbild
    > konstruiert, daß man schön auf alle Medienschaffenden der Welt anwenden
    > kann, ob's gerade paßt oder nicht - Hauptsache es gibt "die Bösen", die
    > sich von "uns Guten Schwarzkopierern" abgrenzen lassen.
    >
    > Wobei übrigens die Privatkopie immer noch erlaubt ist, solange keine
    > Kopierschutzmaßnamen dabei umgangen werden. Das trifft auf 100% aller
    > BluRays zu, wie das mittlerweile bei DVDs aussieht, weiß ich nicht, kaufe
    > keine mehr und die MP3s, die ich über iTunes kaufe haben auch keinerlei DRM
    > oder Kopierschutz. Wie man hier auf 99% kommen kann, ist mir ein Rätsel.

    Mit Content-Mafia meine ich alle, die mit "Gewalt" ihr Geld aus Medien bestreiten. (Jaja, gibt keine Gewalt, bei Raubkopien aber auch nicht, was Raub aber normalerweise beinhaltet.)

    DVDs haben fast alle CSS. Auch wenn das nur noch ein Witz ist, reicht es aus dass die Privatkopie illegal bleibt. BluRays haben auch fast alle einen Kopierschutz, wenn nicht wäre ich für Angabe dankbar wo man solche legal her bekommt. MP3s aus den üblichen Quellen sind qualitativ Mist (Amazon und iTunes) oder teurer als CDs (7digital). D.h., das recht diese kopieren zu dürfen bezahle ich durch den mehrpreis gegenüber der ebenfalls kopiergeschützten CD.

  7. Re: Fünf kleine Fakten über "Raubkopierer"

    Autor: -CK- 26.01.12 - 18:53

    Trollversteher schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Sorry, wenn ich schon solche Probaganda-Begriffe wie "Content"-Mafia höre,
    > fällt es mir schwer weiter zu lesen. Eine üblere Verdrehung von Täter-Opfer
    > Rollen ist wohl kaum noch möglich.

    Wenn ich mir eine Musik-CD kaufe, erwerbe ich für 20¤ 3 gute Lieder. Der Rest ist Schrott. Qulitativ minderweritg oder das x-te mal recovert oder beides.

    Wenn ich jetzt im Auto (Temperaturschwankungen von -10°C bis +50°C) diese Musik hören möchte, sollte klar sein, dass dies nur mit einer Kopie möglich ist.
    Dafür habe ich einen Brenner und CD-Rohlinge.
    Was aber ist: Die CD ist so kopiergeschützt, dass sie nicht nur nicht kopierbar ist, sondern auf dem PC überhaupt nicht spielt.
    Aber das beste ist: Knacke ich diesen Kopierschutz, mache ich mich strafbar, obwohl ich:
    a) die Nutzungsrechte regulär mit dem Kauf der CD erworben habe,
    b) beim Kauf des Brenners eine nicht niedrige Abgabe für das Kopieren von Content zahlte und
    c) auch beim Kauf des Rohlings für das Kopieren löhnen musste.
    => Ich zahle dreifach dafür, dass ich am Ende der pöhse Straftäter bin.

    Anderes Beispiel:
    Wenn ich selbstkomponierte Musikstücke irgendwo öffentlich oder halböffentlich aufführen möchte, muss ich der GEMA beweisen, dass dieses Stück aus meiner Feder stammt. Ich bin vom Grund aus erst einmal ein Straftäter, bis ich das Gegenteil bewiesen habe. Nur stellt sich das als alles andere als leicht heraus: Wie soll ich beweisen, dass das Stück von mir ist, ohne ein register sämtlicher geschützter Werke samt Hörproben dabei zu haben?

    Gestern wollte ich eine völlig legal erworbene BlueRay-Disk auf meinem Notebook spielen. Dabei fiel mir auf, dass dies mit Boardmitteln nicht funktioniert. Eine kleine Recherche im Internet zeigte: Ich kann keine Freeware nehmen sondern muss sehr teure Software kaufen, da nur diese über das benötigte Berechtigungszertifikat zum Entschlüsseln der BD verfügen. Ich muss also eine enorme Gebühr zahlen, damit meine Player das Medium überhaupt abspielen können.

    Kaufe ich Musik online, kann ich diese Musik nur auf eine sehr begrenzte Anzahl von Geräten kopieren. Dank DRM. Nebeneffekt: Nicht alle Geräte können mit DRM umgehen, sodass es massig inkompatibilitäten gibt. Mir wird vorgeschrieben, a) auf welche Geräte und b) wie oft ich das regulär erworbene Stück spielen kann. Die Musik aus den Stores ist zudem in miesester Qualität.

    Vergewaltigt man in Deutschland, den USA oder anderen plutarchischen Staaten ein Kind, muss man mit deutlich weniger Haft rechnen als mit dem illegalen Kopieren und weitergeben von Content.


    So, und nun frage ich dich, aber bitte antworte nur unter Einsatz von minimalem Menschenverstand und ohne die Beeinflussung durch die Propaganda oder vielleicht auch die von deinem Chef diktierte Meinung:
    a) Wer vertauscht Opfer- und Täterrolle, indem z.B. die eine Seite die andere für etwas strafbar macht, das die andere Seite dreifach bezahlt hat?
    b) Wer erfindet Propagandabegriffe (z.B. Raubmordtotschlagkopierer), um die andere Seite bewusst und zu Unrecht zu verteufeln?
    c) Wer nutzt die macht des Lobbyismus, um im Kampf gegen Banaliäten wie Urheberrechtsverletzungen drastische Einschränkungen der Grundrechte wie die Internetzensur von der CDU/CSU oder Haftstrafen, die deutlich über verwerflichste Gewalttaten wie Kindermissbrauch hinausgehen, zu legetimieren?
    d) Wer schadet wem? Derjenige, der sich nicht beispielsweise auf ein Computerspiel pro halbes Jahr festlegt, damit der stolze Preis von 60¤ einigermaßen gerechtfertigt ist, während das Computerspiel alter Kaffee im neuen Karton ist und einen Spielspaß von weniger als 20 Stunden ermöglicht? Oder derjenige, der mit dem dreifachen Konsum eines Musiktitels diesen nicht teuer erwarb, jedoch an seine interessierten Freunde empfahl? Ist es so, dass die Content-Mafia Hunger leidet? Welcher Star hat nicht mit der Produktion von max. 10 Titel sein Leben lang ausgesorgt?

  8. Re: Fünf kleine Fakten über "Raubkopierer"

    Autor: Trollversteher 27.01.12 - 11:10

    >Wenn ich mir eine Musik-CD kaufe, erwerbe ich für 20¤ 3 gute Lieder. Der Rest ist Schrott. Qulitativ minderweritg oder das x-te mal recovert oder beides.

    1.) Welche stinknormale Musik-CD kostet heute noch 20¤? 15¤ sind da wesentlich realistischer. Und wenn man ein wenig wartet, gibt's haufenweise Angebote wie Amazons "3CDs für 15¤".

    2.) Dein Argument mag vor 10 Jahren noch gegolten haben. Heute zwingt Dich niemand mehr dazu, ganze Alben zu kaufen. Es gibt zig Plattformen, wie z.B. iTunes, bei denen Du einzelne Stücke aus Alben kaufen kannst. Dort kosten komplette Albem übrigens meistens um die 9¤, was schon mal weniger als die Hälfte deiner 20¤ ist. Oder: Mach's so wie es die Leute früher vor 15 Jahren alle gemacht haben: Nimm's dir ganz legal und kostenlos aus dem Radio auf. Ist etwas aufwändiger als es auf einem illegalen Portal herunterzuladen, aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof.

    3.) Rechtfertigt nichtgefallen Diebstahl nicht. Ich kenne massenhaft gute Bands, bei denen der Faktor genau umgekehrt ist: 1-2 mittelmäßige Stücke auf einer ansonsten sehr gelungenen CD. Die findet man aber eher jenseits des Mainstreams, in dem Bereich, in dem Fans auch noch bereit sind, für ihre Musik zu zahlen und gute Musiker zu unterstützen. Sprich: Die können es sich leisten, etwas mehr Zeit und Mühe in ein Album zu stecken, weil sie nicht so unter Druck stehen, alle drei Monate was Neues rauszuhauen, weil ihre Plattenfirma sie sonst wegen schlechten kommerziellen Erfolgs aus dem Angebot haut.

    >zum Thema "CD fürs Auto kopieren" (ich kürz das Zitat jetzt mal ab):

    Auch das gilt nicht für legal heruntergeladene Titel. Spart Dir übrigens auch noch das rippen der CD. iTunes z.B. hat schon lange keine DRM oder Kopierschutzmechanismen mehr bei Musikdateien. Amazon afaik auch nicht mehr. Kann man prima und ohne Probleme auf den Stick kopieren oder auf die MP3-CD brennen.

    >Anderes Beispiel:
    >Wenn ich selbstkomponierte Musikstücke irgendwo öffentlich oder halböffentlich aufführen möchte, muss ich der GEMA beweisen, dass dieses Stück aus meiner Feder stammt. Ich bin vom Grund aus erst einmal ein Straftäter, bis ich das Gegenteil bewiesen habe. Nur stellt sich das als alles andere als leicht heraus: Wie soll ich beweisen, dass das Stück von mir ist, ohne ein register sämtlicher geschützter Werke samt Hörproben dabei zu haben?

    Stimmt nicht ganz, Du mußt die GEMA nur veranlassen nachzuprüfen, ob das Stück von einem Künstler ist, der nicht bei ihnen unter Vertrag steht. Alle anderen gehen die GEMA nichts an, weil sie ihre Rechte selbst oder bei einer anderen Rechteverwertungsgesellschaft verwalten. Mal abgesehen davon, daß das ein anderes Thema ist: Ich halte die GEMA auch für einen zwielichtigen Verein, der schleunigst reformiert oder abgeschafft gehört. Das rechtfertigt aber immer noch keine Schwarzkopien.

    >Gestern wollte ich eine völlig legal erworbene BlueRay-Disk auf meinem Notebook spielen. Dabei fiel mir auf, dass dies mit Boardmitteln nicht funktioniert. Eine kleine Recherche im Internet zeigte: Ich kann keine Freeware nehmen sondern muss sehr teure Software kaufen, da nur diese über das benötigte Berechtigungszertifikat zum Entschlüsseln der BD verfügen. Ich muss also eine enorme Gebühr zahlen, damit meine Player das Medium überhaupt abspielen können.

    Naja, ob eine einmalige Ausgabe von ca 18¤ den Ausdruck "enorme Gebühren" rechtfertigt, ich weiß ja nicht. Mal abgesehen davon, daß es mittlerweile auch kostenlose[/ulr] Codecs gibt, die BD-Formate auf PCs abspielen können, und last but not least kann es Windows seit Windows 7 auch von Hause aus (da gibt es afaik noch kleine Probleme mit den Menüs, die eigentlich Video-Dateien lassen sich aber problemlos abspielen).

    >Kaufe ich Musik online, kann ich diese Musik nur auf eine sehr begrenzte Anzahl von Geräten kopieren. Dank DRM. Nebeneffekt: Nicht alle Geräte können mit DRM umgehen, sodass es massig inkompatibilitäten gibt. Mir wird vorgeschrieben, a) auf welche Geräte und b) wie oft ich das regulär erworbene Stück spielen kann. Die Musik aus den Stores ist zudem in miesester Qualität.

    Schon wieder falsch. DRM bei online Musikanbietern wurde schon seit Jahren, mit Apple als vorreiter, abgeschafft. Meine bei iTunes erworbenen Musikstücke kann ich aus dem Musikverzeichnis meines PCs auf beliebig viele Geräte kopieren.

    >Vergewaltigt man in Deutschland, den USA oder anderen plutarchischen Staaten ein Kind, muss man mit deutlich weniger Haft rechnen als mit dem illegalen Kopieren und weitergeben von Content.

    Was erstens nicht ganz stimmt (meistens gibt es bei illegalen Kopien hohe Geldstrafen und relativ geringe Haftstrafen, je nach Vorstrafenregister), und zweiten nur eins bedeutet: Vergewaltiger werden eindeutlich zu milde bestraft, sind aber keine Rechtfertigung dafür, alle anderen Vergehn noch milder zu bestrafen. Wobei auch ich Haftstrafen für den kleinen Schwarzkopierer völlig überzogen finde. Wenn "Kimbel" jetzt allerdings ein paar Jährchen im Knast verschwindet, habe ich da überhaupt kein Problem mit.

    >...und ohne die Beeinflussung durch die Propaganda oder vielleicht auch die von deinem Chef diktierte Meinung:

    Naja, also mein Chef hat mit der Medienindustrie überhaupt nichts am Hut, und wer hier unter Einfluß von Probaganda steht, ist doch die Frage - wo doch all Deine Argumente oben völlig veraltete und seit Jahren immer wieder unreflektiert wiedergekäute Probaganda-Thesen sind, die heutzutage fast alle nicht mehr zutreffen, weil die Medienindustrie eben doch, wenn auch sehr träge, reagiert hat.

    >a) Wer vertauscht Opfer- und Täterrolle, indem z.B. die eine Seite die andere für etwas strafbar macht, das die andere Seite dreifach bezahlt hat?

    Das ist bei Strafen so üblich, daß sie die eigentlich Schadenssumme übertreffen... Ist der Abschreckenden Wirkung zu schulden, die sie haben sollen.

    >b) Wer erfindet Propagandabegriffe (z.B. Raubmordtotschlagkopierer), um die andere Seite bewusst und zu Unrecht zu verteufeln?

    Also ich nutze ausschließlich den Begriff "Schwarzkopierer", weil ich "Raubkopierer" für überzogen halte. Habe mich also in dieser Hinsicht nicht von der "Probaganda" beeinflussen lassen. Wohingegen Du scheinbar keine Probleme mit hast, Probaganda-Begriffe wie "Contentmafia" in den Mund zu nehmen...

    >c) Wer nutzt die macht des Lobbyismus, um im Kampf gegen Banaliäten wie Urheberrechtsverletzungen drastische Einschränkungen der Grundrechte wie die Internetzensur von der CDU/CSU oder Haftstrafen, die deutlich über verwerflichste Gewalttaten wie Kindermissbrauch hinausgehen, zu legetimieren?

    Ja, da steht der politische Lobbyismus gegen den öffentlichen Druck, den Aktivisten über Blogs und andere Webwerkzeuge ausüben. Beides sehr mächtige Hebel, an denen da gezogen wird...

    >d) Wer schadet wem? Derjenige, der sich nicht beispielsweise auf ein Computerspiel pro halbes Jahr festlegt, damit der stolze Preis von 60¤ einigermaßen gerechtfertigt ist, während das Computerspiel alter Kaffee im neuen Karton ist und einen Spielspaß von weniger als 20 Stunden ermöglicht?

    Niemand zwingt Dich dazu, schlechte oder überteuerte Computerspiele zu kaufen. Aber in einer demokratischen Marktwirtschaft auf rechtsstaatlichem Boden gilt immer noch: Ist es Dir zu teuer oder gefällt es Dir nicht, kauf es nicht. Rechtfertigt aber keinesfalls, sich dann kostenlos zu bedienen und es in Anspruch zu nehmen, ohne dafür zu bezahlen. Mal abgesehen davon, daß man mit etwas Geduld und Internet-Recherche beinahe jedes Spiel auch für ca 20¤ oder weniger bekommt. Man muß halt nicht immer unbedingt das neuste und aktuellste am Tag des Releases haben, zwei Monate später macht das Spiel noch genau so viel Spaß, und ist dank Patches auch noch besser spielbar.

    >Oder derjenige, der mit dem dreifachen Konsum eines Musiktitels diesen nicht teuer erwarb, jedoch an seine interessierten Freunde empfahl? Ist es so, dass die Content-Mafia Hunger leidet? Welcher Star hat nicht mit der Produktion von max. 10 Titel sein Leben lang ausgesorgt?

    Jeder? Ihr habt ihr alle extrem seltsame Märchenprinz Vorstellungen von "Stars" - mal abgesehen davon, daß richtige Stars, wie z.B. Madonna, auf die Dein Bild z.B. tatsächlich zutrifft, eine ziemliche Seltenheit darstellen, und in keinstem Maße repräsentativ für die Millionen von Künstlern sind, die ebenfalls von den Einnahmen der Medienkonzerne bezahlt werden.

  9. Re: Fünf kleine Fakten über "Raubkopierer"

    Autor: Der Kaiser! 27.01.12 - 15:25

    > Mal abgesehen davon, daß es mittlerweile auch kostenlose Codecs gibt

    Du hast "[/ulr]" statt "[/url]" geschrieben.

    ___

    Die ganz grossen Wahrheiten sind EINFACH!

    Wirkung und Gegenwirkung.
    Variation und Selektion.
    Wie im grossen, so im kleinen.

  10. Re: Fünf kleine Fakten über "Raubkopierer"

    Autor: Trollversteher 27.01.12 - 18:50

    ups, pardon ;)

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