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was ist mit dem Weg?

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  1. was ist mit dem Weg?

    Autor: zaran 21.05.16 - 23:29

    Zahle ich die 15.000 Euro die es bei mir gewesen wären, kommt dann jeder zwischen Verteiler und meinem Haus an die schnelle Internetleitung die ich schon bezahlt habe?

  2. Re: was ist mit dem Weg?

    Autor: Ovaron 22.05.16 - 11:49

    zaran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Zahle ich die 15.000 Euro die es bei mir gewesen wären, kommt dann jeder
    > zwischen Verteiler und meinem Haus an die schnelle Internetleitung die ich
    > schon bezahlt habe?

    Bubele, das mit dem Bären aufbinden müssen wir aber noch ein bisschen üben.

    Wenn Du Dir einen Kostenvoranschlag geholt hättest wüßtest Du wem Du genau diese Frage stellen kannst und würdest uns hier nicht danach fragen sondern uns die Antwort geben.

  3. Re: was ist mit dem Weg?

    Autor: pointX 22.05.16 - 15:30

    zaran schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > kommt dann jeder zwischen Verteiler und meinem Haus an die schnelle Internetleitung die ich schon bezahlt habe?
    Nein und ja. Auf deine Leitung zum Verteiler nicht, auf den (von dir bezahlten) Verteiler ja.

    Das Privatkunden-Netz sieht so aus:
    Hvt -> Glasfaser1 -> Kvz -> Kupfer -> APL (Vectoring/VDSL)
    Hvt -> Glasfaser1 -> (Gf-Nvt : 1:32 Splitter) -> Glasfaser2 -> GF-APL (Glasfaser)

    Den Unterschied zwischen beidem darf der erste MBfm-Kunde bezahlen:
    - 5k¤ für den neuen Glasfaserverteiler, welcher neben dem bestehenden Kvz aufgebaut wird
    - den Tiefbau für die Glasfaserleitung und die Leitung (Glasfaser2) selbst
    - den Glasfaser Abschlusspunkt im Haus (~400¤ ?), und Projektierungskosten
    Das erklärt die 5-8k¤ Fixkosten, OHNE Tiefbau.

    Selbstverständlich geht das alles in den Besitz der Telekom über.
    Im Gf-Nvt wird nach Telekom-Standard GPON eingesetzt. Wenn also irgendwann die Telekom deine Nachbarn an den von dir bezahlten Gf-Nvt anschließt, darfst du dir die Anbindung des Gf-Nvt mit allen anderen teilen (GPON: 2,5/1,25 Gbit/s durch 32 Nutzer....)
    Die Leitung und dein GF-APL gehört dann auch der Telekom, wechseln zu einem anderen Anbieter ist nicht, wenn die Telekom die von dir bezahlte Leitung nicht freigibt oder von den Mitbewerben unwirtschaftlich hohe Entgelte verlangen könnte (da nicht durch die BNetzA reguliert). Achja, dank GPON-Technik haben Konkurenten eh kein Zugriff auf die physikalische Leitung, sie sind auf ein Bitstrom-Produkt der Telekom angewiesen, das es für Glasfaser zur Zeit noch nicht gibt.

    Wenn man Glasfaser möchte, würde ich das Angebot MBfm erst einmal meiden.
    Sofern ein anderer Anbietern im Hauptverteiler präsent ist, würde ich erst einmal mit dem reden. Wenn man nah genug am Hauptverteiler wohnt oder Leerrohre der Stadt nutzen kann, kann man evtl. seine eigene Leitung, die einem dann auch selbst gehört, verlegen. Ich denke gerade für Betriebe könnte das eine alternative sein.

  4. Re: was ist mit dem Weg?

    Autor: LinuxMcBook 22.05.16 - 15:52

    pointX schrieb:
    > Hvt -> Glasfaser1 -> (Gf-Nvt : 1:32 Splitter) -> Glasfaser2 -> GF-APL
    > - 5k¤ für den neuen Glasfaserverteiler, welcher neben dem bestehenden Kvz
    Was macht den Gf-NVT eigentlich so teuer? Das ist doch nur passive Technik da drin.
    Und wenn ich schon min. 10.000¤ an die Telekom bleche, können dir mir dann nicht einfach die eine Faser, die im Gf-NVT auf 32 Fasern aufgesplittet wird, exklusiv geben? Dann habe ich jedenfalls immer die 2,5 GBit und nicht plötzlich abends mal nur 100 MBit.

  5. Re: was ist mit dem Weg?

    Autor: pointX 22.05.16 - 16:36

    LinuxMcBook schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was macht den Gf-NVT eigentlich so teuer? Das ist doch nur passive Technik da drin.
    Trotzdem ist das eben so ein "grauer Kasten", also nicht wirklich klein und auch die Spleiskasetten, die ganzen Durchführungen/Halterungen, das Grundgerüst etc... ich glaube Materialmäßig kostet der so 2k¤. Dann muss noch ein Schacht/Fundament und Zugangsrohre gesetzt werden, das Aufstellen und Anschließen kostet also auch nochmal.

    > Und wenn ich schon min. 10.000¤ an die Telekom bleche, können dir mir dann
    > nicht einfach die eine Faser, die im Gf-NVT auf 32 Fasern aufgesplittet
    > wird, exklusiv geben?
    Das ist ihr Ausbaustandard. Ein Kunde teilt sich eine Faser zum Hvt mit bis zu 32 anderen.
    Deshalb wurde der Auftrag hier auch abgelehnt, weil Geschäftskunden mit einer eigenen Faser (PtP) angeschlossen werden. Privatkunden aber nicht.

    Und praktisch wird das auch schwierig. MBfm setzt ja auf VDSL/Vectoring-Gebiete auf.
    Die Glasfaser-Anbindung der Vectoring-Kvz ist minimalst ausgelegt, da gibt es nur wenige Fasern Reserve. Da kann man froh sein, wenn ein paar wenige Fasern übrig sind, um daneben überhaupt einen Gf-Nvt zu betreiben. Eine "private" Faser für einen Anschluss steht einfach nicht zur Verfügung.

    Natürlich ist diese Netzarchitektur totaler Murks.
    Beim VDSL/Vectoring-Ausbau werden nicht genug Glasfaserleitungen gelegt, um später darauf aufbauend jeden Anschluss mit einer eigenen Glasfaser zu versorgen. Nur gerade so viel, um die Vectoring-Technik zu versorgen, und evtl. ein paar wenige Fasern mehr. Es wird auf GPON gesetzt, wo man sich die Bandbreite teilen darf. Und mit GPON wird die Grundlage geschaffen, sich das Monopol auf die Endkundenleitung auch bei Glasfaser zu erhalten. Konkurenten haben keinen Zugriff auf die Endkundenleitung und werden in (teurere) Bitstromprodukte verdrängt.

    > Dann habe ich jedenfalls immer die 2,5 GBit und nicht plötzlich abends mal nur 100 MBit.
    Was perspektifisch noch schöner ist: ohne Aufrüstung der aktiven Spezial-Technik für GPON wirst du perspektifisch nicht in der Lage sein, 1-10Gbit-Anschlüsse zu buchen.
    Es wird immer ein Shared Medium sein. Selbst wenn du einen alternativer Anbieter hast der im Hauptverteiler sitzt und dich im Backbone mit 1-10Gbit anbinden würde wird das für dich nicht möglich sein, du bist auf deine geteilte Geschwindigkeit nach GPON-Standard limitiert.
    Währenddessen gibt es schon heute vergleichsweise günstige 1-10Gbit-fähige Glasfasertechnik, nur eben für PtP-Architekturen.

  6. Re: was ist mit dem Weg?

    Autor: Ovaron 22.05.16 - 16:53

    LinuxMcBook schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was macht den Gf-NVT eigentlich so teuer? Das ist doch nur passive Technik
    > da drin.

    Gute Frage. (Ich weiß keine Antwort)

    > Und wenn ich schon min. 10.000¤ an die Telekom bleche, können dir mir dann
    > nicht einfach die eine Faser, die im Gf-NVT auf 32 Fasern aufgesplittet
    > wird, exklusiv geben?

    Telekom's größter Nachteil am Markt ist das sie so teuer ist. So teuer ist sie - nicht nur, aber auch - durch eine unglaublich große Menge an Sonderlösungen, Sondertarifen und Sondertechniken die sie mit sich herum schleppt wie ein Holländer seinen Wohnwagen.

    Um die Anzahl der Sonderlocken zu begrenzen gibt es Konzepte die möglichst großflächig wirksam sein müssen und möglichst wenige Ausnahmen zulassen dürfen. Auswirkungen sind dann die sehr späte Einführung von RAM beim ADSL und von DSL-Light, die Schaltungsgrenzen und eben auch die Unmöglichkeit bestimmte Leistungen am System vorbei zu buchen obwohl das technisch möglich wäre.
    Hier sieht es genauso aus. Das Konzept sagt das Privathaushalte nur Privatkundentarife buchen können und das Privathaushalte FTTH nur per GPON bekommen und das MBFM nur für Privathaushalte angeboten wird. Muss man nicht gut finden, ist aber nunmal das was Telekoms Planer geplant haben.

    ...erinnert mich ein bisschen an meinen Arbeitskollegen. Der wollte sich seinerzeit einen VW kaufen und bekahm mitgeteilt das der Zigarettenanzünder (zum Betrieb der Kühlbox) nur im Paket XY für 1500 DM zu haben sei. Er war mit seinem Toyota sehr zufrieden...

  7. Re: was ist mit dem Weg?

    Autor: Ovaron 22.05.16 - 17:14

    pointX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Die Glasfaser-Anbindung der Vectoring-Kvz ist minimalst ausgelegt, da gibt
    > es nur wenige Fasern Reserve.

    Wieviele Fasern sind das denn Deiner Meinung nach? Und wieviele Speedpips werden Deiner Meinung nach als Reserve vorgehalten? Und wieviele Speedpips bräuchte man denn Deiner Meinung nach um um die 20 Fasern für maximal 600 Haushalte zum KVz zu bringen?

    http://www.onlinekosten.de/forum/showthread.php?p=2304600#post2304600
    Quote

    >Es wird nur eine der sieben Speedpipes belegt mit einem achtfasrigen Kabel.
    >>8 Fasern? Das wäre ja massive Verschwendung von Geld. Üblich sind bei der T 72 Fasern.

  8. Noch ein Nachtrag

    Autor: Ovaron 22.05.16 - 17:35

    (das Zeitlimit für Korrekturen war leider zu knapp)


    --------------------------------------------------------------------------------
    >Was perspektifisch noch schöner ist: ohne Aufrüstung der
    >aktiven Spezial-Technik für GPON wirst du perspektifisch
    >nicht in der Lage sein, 1-10Gbit-Anschlüsse zu buchen.

    Es ist weder Spezial-Technik noch ist es aktive Technik. Du verbreitest mal wieder bewußt Lügen.

    >Es wird immer ein Shared Medium sein.

    Ja, die Glasfaser wird immer ein Shared Medium sein. Was aber kein großes Problem darstellt, denn DAS entscheidende Argument für die Glasfaser ist ihre nahezu unbegrenzte Kapazität.

    > Selbst wenn du einen alternativer Anbieter hast der im Hauptverteiler sitzt und dich im Backbone mit 1-10Gbit anbinden würde wird das für dich nicht möglich sein

    Ja, das wird nicht möglich sein. Ebensowenig wie bei einem Glasfaseranschluß von Mnet und anderen. Die Faser wird nur beleuchtet vermietet, der Zugriff auf die unbeleuchtete Faser im Privatkundensegment nicht vorgesehen.

    >du bist auf deine geteilte Geschwindigkeit nach GPON-Standard limitiert.

    Ja, solange der Besitzer der Faser das so festlegt. Mit NG-GPON2 sind es dann maximal 4*10 Gbit Downstream und 10 Gbit Upstream die für 32 oder 64 Kunden maximal bereitsgestellt werden. Zusätzlich zu GPON oder statt GPON, beides möglich. Und zwar auf einer Faser. Ins Haus läuft übrigens mehr als eine Faser, man könnte also noch eine zweite Beschalten falls ein gewerblicher Nutzer mitversorgt werden muss.

    Natürlich kann man argumentieren dass auch das früher oder später zu wenig sein wird. Man läuft dann aber leicht Gefahr sich endgültig lächerlich zu machen.


    Währenddessen gibt es schon heute vergleichsweise günstige 1-10Gbit-fähige Glasfasertechnik, nur eben für PtP-Architekturen.

  9. Re: was ist mit dem Weg?

    Autor: LinuxMcBook 22.05.16 - 19:00

    pointX schrieb:
    > Beim VDSL/Vectoring-Ausbau werden nicht genug Glasfaserleitungen gelegt, um
    > später darauf aufbauend jeden Anschluss mit einer eigenen Glasfaser zu
    > versorgen. Nur gerade so viel, um die Vectoring-Technik zu versorgen, und
    > evtl. ein paar wenige Fasern mehr. Es wird auf GPON gesetzt, wo man sich
    > die Bandbreite teilen darf. Und mit GPON wird die Grundlage geschaffen,

    Danke an euch beide für die ausführlichen Antworten!
    Wird uns aber nicht von der Telekom aktuell erzählt, dass der Vectoring-Ausbau ein großer Zwischenschritt zu FTTH sei, weil dadurch in fast jeder Straße dann schon Glasfaser liegen würde!?

  10. Re: was ist mit dem Weg?

    Autor: Ovaron 23.05.16 - 05:41

    LinuxMcBook schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Beim VDSL/Vectoring-Ausbau werden nicht genug
    > > Glasfaserleitungen gelegt, um später darauf aufbauend
    > > jeden Anschluss mit einer eigenen Glasfaser zu
    > > versorgen.

    > Wird uns aber nicht von der Telekom aktuell erzählt, dass der
    > Vectoring-Ausbau ein großer Zwischenschritt zu FTTH sei, weil dadurch in
    > fast jeder Straße dann schon Glasfaser liegen würde!?

    Ja, und das ist auch richtig. Denn die Kapazität schon einer einzigen Faser die zum Verteiler geht wäre hoch genug um die Anforderungen aller daran angeschlossenen Haushalte zu erfüllen und zusätzlich werden ja auch Leerrohre (Speedpipes) zum DSLAM verlegt.

    Das hier..
    > > Nur gerade so viel, um die Vectoring-Technik zu versorgen,
    ..ist schlicht falsch.

  11. Re: was ist mit dem Weg?

    Autor: pointX 24.05.16 - 23:36

    > Wieviele Fasern sind das denn Deiner Meinung nach? Und wieviele Speedpips werden Deiner Meinung nach als Reserve vorgehalten?
    Was ich bis jetzt gesehen habe: in die Standard DN 50-100 Rohre werden Speedpipes gelegt, ein Vectoring-Kvz wird dann mit bis zu 4 Pipes angefahren, z.B. so: http://www.octobernews.de/wp-content/uploads/2014/06/DSC8752-Kopie.jpg

    > wieviele Speedpips bräuchte man denn Deiner Meinung nach um um die 20 Fasern für maximal 600 Haushalte zum KVz zu bringen?
    Hast du meinen Beitrag gelesen ? Dass 20 Fasern am Hauptkabel + GPON sowohl technisch (geteilte Bandbreite) als auch Wettbewerbstechnisch (kein physikalischer Zugang für Wettbewerber) die schlechtere Lösung ist, habe ich glaube ich deutlich gesagt.

    Wie es z.B. richtig geht kannst du dir gerne bei einem Experten anhören: https://youtu.be/cdPBkX5YHzg?t=198
    4 Fasern direkt zum Kunden, Standardtechnik PtP, im Hvt entbündelt für jeden Anbieter physikalisch zugänglich (open access).
    Bei einem Standard GF-Nvt, der >1000 Spleise aufnehmen kann, sind das dann je nach LWL-Kabel 10-20 bestückte Speedpipes.

    Wenn man sowieso den Boden aufreißt, was das meiste der Kosten verursacht, könnte man es ja gleich richtig machen.... außer man will die Wettbewerber mit überteuerten Bitstromprodukten raushalten und sich ein neues physikalisches Monopol aufbauen.
    Oder man legt einfach nur 1-2 GF-Kabel, installiert ein bisschen Vectoring-Technik, schmeist damit die Konkurenz aus den Verteilerkästen raus, hat beim physikalischen Zugang wieder sein Monopol und quetscht den Klingeldraht so lange aus wie es geht, der Kunde hat ja (wenn kein Kabel verfügbar) keine alternative und ist mit 100Mbit statt eines zukunftsfähigen Gbit-Netzes zufrieden.

    > Es ist weder Spezial-Technik noch ist es aktive Technik. Du verbreitest mal wieder bewußt Lügen.
    Du willst mir sagen, dass für GPON keine aktive Technik im Hvt und beim Endkunden sitzt ?
    Du willst mir sagen, dass es keine Spezial-Technik ist und ich jeden Glasfaser-Switch/Router mit passendem Connector dran hängen kann ?

    Natürlich ist das Spezial-Technik, die auf Synchronisation aller 32 Anschlüsse (Multiplexing) setzt, an die ich nicht einfach einen normalen Glasfaserrouter wie z.B. die FRITZ!Box 5490 anschließen kann. Rate mal warum dein Abschlusspunkt nicht der Glasfaserstecker, sondern ein RJ45 Stecker an einem aktiven GPON-GF-Modem der Telekom ist ?
    Natürlich ist das aktive Technik, die heute auf 2,5/1,25 Gbit für 32 Nutzer limitiert ist, und bei einem neuen Standard für höhere Bandbreiten ausgetauscht werden muss.

    > Ja, die Glasfaser wird immer ein Shared Medium sein. Was aber kein großes
    > Problem darstellt, denn DAS entscheidende Argument für die Glasfaser ist
    > ihre nahezu unbegrenzte Kapazität.
    Nur müssen die Geräte diese Kapazität auch ausnutzen können. Shared Medium ist ab dem Hvt kein Problem mehr, wenn 100Gbit-Technik mit WDM eingesetzt wird, und der ISP entscheidet, ob er die Anschlüsse dediziert aufschaltet oder wie viele Kunden er überbucht aufschaltet.
    Shared Medium ist aber ein Problem, wenn der Zugang von ISP zum Endkunde sternförmig aufgebaut wird, und die GPON-Technik die theoretische Kapazität limitiert und die Telekom ihre damit die Anbindung zum Hvt bereits überbucht auslegt.
    Der große Nachteil ist also der fehlende Leistungswettbewerb auf der physikalischen Leitung: Wettbewerber können nicht ihre eigene Technik an der physikalischen Leitung betreiben, sondern sind auf Bitstrom-Schnittstellen und dem eingesetzten limitierenden GPON-Standard der Telekom angewiesen. Ich wiederhole mich:
    > ohne Aufrüstung der aktiven Spezial-Technik für GPON wirst du perspektifisch nicht in der Lage sein, 1-10Gbit-Anschlüsse zu buchen.

    > Ja, das wird nicht möglich sein. Ebensowenig wie bei einem
    > Glasfaseranschluß von Mnet und anderen. Die Faser wird nur beleuchtet
    > vermietet, der Zugriff auf die unbeleuchtete Faser im Privatkundensegment
    > nicht vorgesehen.
    Ich korrigiere: bei der Telekom nicht vorgesehen. Das ist Wettbewerbstechnisch ein Problem. Open Access sieht anders aus. Und Mnet nutzt glaube ich auch GPON. NetCologne und Deutsche Glasfaser setzen glaube ich auf PtP.
    Und technisch ist es bei PtP sehr wohl möglich die physikalische Glasfaser an einem Übergabepunkt zur Konkurenz aufpatchen, welche dann ihre eigene Technik dran betreiben kann. Bei GPON geht das prinzipbedingt nicht, dort gibt es nur 32 Kunden im "Bundle" oder eben keinen physikalischen Zugang und kein Bandbreitenwettbewerb.

    > >du bist auf deine geteilte Geschwindigkeit nach GPON-Standard limitiert.
    > Ja, solange der Besitzer der Faser das so festlegt.
    Und genau das ist das Problem ! Die Telekom hat das Monopol und die Konkurenz keinen physikalischen Zugriff um dem Kunden etwas anderes zur Verfügung zu stellen.
    Und genau so wie die Telekom sich jetzt auf 200Mbit Vectoring ausruht, wird sie sich in 10-20 Jahren auf 400-600Mbit (überbucht) GPON ausruhen, während PtP-Anschlüsse in der Schweiz dann mit 10-40Gbit unterwegs sind. Siehe:
    > Währenddessen gibt es schon heute vergleichsweise günstige 1-10Gbit-fähige
    > Glasfasertechnik, nur eben für PtP-Architekturen.


    > Ja, und das ist auch richtig. Denn die Kapazität schon einer einzigen Faser
    > die zum Verteiler geht wäre hoch genug um die Anforderungen aller daran
    > angeschlossenen Haushalte zu erfüllen
    Die Kapazität ist nichts Wert, wenn die angeschlossene Technik nichts damit anfangen kann. Natürlich reichen wenige Fasern mit einem 100Gbit Switch aus.
    Aber genau diese aktive Technik will man aus den Verteilerkästen raus haben, und setzt dort auf rein passive Elemente (Spleisen, Optische Splitter).
    Geringere Hardware-, Wartungs-, Strom-, Anschluss- & Betriebskosten.
    Der Vorteil der Glasfaser ist eben ihre große Reichweite, so dass man zwischen Endkunden und Hvt keine Technik mehr benötigt.
    Bei diesen Distanzen kann man jetzt entweder auf PtP setzen, oder bei der Zuleitung sparen (bündeln) und auf den limitierenden GPON-Standard setzen.
    Die theoretische Kapazität ist total uninteressant, die verfügbare Technik für die jeweilige Netztopologie wird der limitierende Faktor sein, und ist bei GPON eben heute schon für dedizierte Gbit-Anschlüsse unbrauchbar. Und wenn diese Technik heute verbaut wird, wird sich daran in dem nächsten Jahrzehnt auch nichts ändern.
    Und wenn dann mal 10-GPON kommt, wird der Bandbreitenbedarf so weit sein, dass man PtP-Anschlüssen wieder hinterher hinkt.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 24.05.16 23:37 durch pointX.

  12. Re: was ist mit dem Weg?

    Autor: Ovaron 28.05.16 - 20:54

    pointX schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > > Wieviele Fasern sind das denn Deiner Meinung nach? Und wieviele Speedpips
    > werden Deiner Meinung nach als Reserve vorgehalten?
    > Was ich bis jetzt gesehen habe: in die Standard DN 50-100 Rohre werden
    > Speedpipes gelegt, ein Vectoring-Kvz wird dann mit bis zu 4 Pipes
    > angefahren, z.B. so: www.octobernews.de

    Sehr gut, Du hast die erste Hälfte der Frage beantwortet. Und wieviele Fasern sind das Deiner Information nach noch gleich? Ich habe eine Referenz mit der Nennung von 72 Fasern pro Kabel gefunden. Welche Informationen hast Du?

    > Dass 20 Fasern am Hauptkabel + GPON sowohl
    > technisch (geteilte Bandbreite) als auch Wettbewerbstechnisch (kein
    > physikalischer Zugang für Wettbewerber) die schlechtere Lösung ist, habe
    > ich glaube ich deutlich gesagt.

    Den Zugang für Wettbewerber hast Du ziemlich am Schluß in einem Satz erwähnt, das ignoriere ich weiterhin. Mir geht es um Deine hahnebüchene Aussage

    >>>Die Glasfaser-Anbindung der Vectoring-Kvz ist minimalst ausgelegt,
    >>> da gibt es nur wenige Fasern Reserve

    Also 72 Fasern als Grundausstattung, das scheint mir schon deutlich mehr als "minimalst". Und Drei Speedpipes als Reserve in die bei Bedarf nochmal Kabel mit höherzahliger Fasernzahl passen ... das ist bei Dir "minimalst"?

    > Wie es z.B. richtig geht kannst du dir gerne bei einem Experten anhören:

    Ja ne, is klar. Wenn er das spricht was Du für richtig propagierst ist es ein Experte. Wenn er bei Telekom sitzt und Netzplanung macht natürlich nicht.

    > 4 Fasern direkt zum Kunden

    Wieviele Fasern haben denn nach Deinen Informationen die Kabel die von Telekom bei FTTH verlegt werden?

    > Standardtechnik PtP, im Hvt entbündelt

    Das hat ohne zweifel Vorteile. Es hat aber auch Nachteile. Unter anderem einen enormen Platzbedarf.

    > Wenn man sowieso den Boden aufreißt, was das meiste der Kosten verursacht,
    > könnte man es ja gleich richtig machen.... außer man will die Wettbewerber
    > mit überteuerten Bitstromprodukten raushalten

    Und deshalb setzen also die Asiaten nahezu komplett auf GPON, weil sie die Wettbewerber
    mit überteuerten Bitstromprodukten raushalten wollen? Nicht etwa weil das den Platzbedarf und Aufwand an manchen Stellen enorm reduziert? Nicht etwa weil es mit WDM-GPON2 einen Updatepfad gibt der den Bedarf an Bitrate bis weit über die nächste Generation hinaus erfüllen wird und weil physikalischer Zugriff auf die Leitung zunehmend keinen Vorteil mehr gegenüber Bitstreamzugang bringt?

    > Oder man legt einfach nur 1-2 GF-Kabel

    Wiederholst Du nun Deine bereits wiederlegten Schauermärchen oder ist das nun schon wieder ein neues Schauermärchen?

    > > Es ist weder Spezial-Technik noch ist es aktive Technik. Du verbreitest
    > mal wieder bewußt Lügen.
    > Du willst mir sagen, dass für GPON keine aktive Technik im Hvt und beim
    > Endkunden sitzt ?

    Ja, will ich sagen. Welche Aktive Technik siehst Du denn dort?

    > Du willst mir sagen, dass es keine Spezial-Technik ist

    Ja, will ich sagen. Was ist an GPON Deiner Meinung nach speziell?

    > und ich jeden Glasfaser-Switch/Router mit passendem Connector dran hängen kann ?

    Da muss ich passen, das weiß ich schlicht nicht. Aber das kannst Du mir dann ja sicher sagen. Ist das nicht so, bei GPON? Und ist das im Gegensatz dazu so, bei PtM?


    > Natürlich ist das Spezial-Technik, die auf Synchronisation aller 32
    > Anschlüsse (Multiplexing) setzt

    Zeitmultiplex ist ein seit 50 Jahren verwendetes und in vielen Bereichen verbreitetes Verfahren, daran ist nichts spezielles.

    > an die ich nicht einfach einen normalen Glasfaserrouter wie z.B. die FRITZ!Box 5490 anschließen kann.

    Das ändert nichts daran das es nicht speziell sondern weit verbreitet ist.

    > Natürlich ist das aktive Technik, die heute auf 2,5/1,25 Gbit für 32 Nutzer
    > limitiert ist, und bei einem neuen Standard für höhere Bandbreiten
    > ausgetauscht werden muss.

    Im Fall PtM muss auch die aktive Technik ausgetauscht werden, dann halt die Fritzbox.

    > > Ja, die Glasfaser wird immer ein Shared Medium sein. Was aber kein
    > großes
    > > Problem darstellt, denn DAS entscheidende Argument für die Glasfaser ist
    > > ihre nahezu unbegrenzte Kapazität.

    > Nur müssen die Geräte diese Kapazität auch ausnutzen können.

    Da sind wir uns ja nun mal einig.

    > Shared Medium ist aber ein Problem, wenn der Zugang von ISP zum Endkunde
    > sternförmig aufgebaut wird, und die GPON-Technik die theoretische Kapazität
    > limitiert

    Nein, eine theoretische Grenze ist kein Problem. Eine praktische Grenze ist ein Problem, und zwar dann wenn sie erreicht wird. Die 2,5/1,25 Gbit pro 30 Teilnehmer wird noch lange kein Problem sein. Die 40/10 Gbit von GPON2 werden sehr lange kein Problem sein. Die xxx Gbit von GPON mit erweitertem WDM werden extrem lange nichtmal benötigt werden. Die vorhandenen 72 Fasern im KVZ werden noch lange nicht mal annähernd nennenswert gebraucht werden. Die x-hundert Fasern die man noch einziehen kann erst recht nicht.

    > und die Telekom ihre damit die Anbindung zum Hvt bereits
    > überbucht auslegt.

    Siehe oben. Überbuchung wird das geringste Problem für GPON-FTTH sein.

    > Wettbewerber können nicht ihre eigene Technik an
    > der physikalischen Leitung betreiben

    Doch könnten sie. Das wäre dann per WDM-Kanal geregelt. Bitstream-Access bedeutet aber keinen Nachteil.

    >> Ich wiederhole mich

    Ist mir schon aufgefallen. :-)

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