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Nebelkerzen

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  1. Nebelkerzen

    Autor: /mecki78 27.02.20 - 20:50

    Es spielt keine Rolle wo Huawei was genau fertigt, solange sie nicht einmal bereit sind offen zu legen, wem das Unternehmen eigentlich gehört:

    Im Jahre 2012 wurde Huawei von einem Untersuchungsausschuss des US-Kongresses vorgeworfen, von der chinesischen Regierung beeinflusst worden zu sein. Grund ist die intransparente Struktur des Unternehmens, welche die Frage aufwarf, wem es gehört. Da Huawei nicht börsennotiert ist, werfen amerikanische Fachleute dem Unternehmen vor, es werde „von der Kommunistischen Partei kontrolliert und müsse aufgrund der autoritären Machtstrukturen in China für die Staatsführung seine Kunden im Ausland ausspionieren.“
    - Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Huawei#Kritik

    Das ist einer der Hauptkritikpunkte der USA und den könnte Huawei einfach so morgen vom Tisch fegen, wenn sie wollten, also warum tun sie das nicht? Warum riskieren derartige wirtschaftliche Schäden, nur um hier geheim zu halten, wer wirklich hinter dem Unternehmen steckt?

    So was würde es in Europa nicht geben. Der bzw. die Eigentümer eines Unternehmens ist/sind im Gewerbe- und meistens auch im Handelsregister eingetragen. Bei Personengesellschaften muss immer klar sein, wer hier im Zweifel für das Unternehmen haften muss. Und bei Kapitalgesellschaften muss festgehalten werden, woher das Stammkapital stammt, wer hier was zu bestimmen hat (Gesellschafter z.B. bei einer GmbH) und sie müssen außerdem ihre Bilanz jährlich offen legen, so dass jeder sehen kann, wo Gelder herkamen und wo sie hin geflossen sind. Nichts weiter als diese Form der Transparenz verlangt die Welt von Huawei, aber die weigern sich beharrlich.

    Und das lässt nur einen logischen Schluss zu: Würde die Welt wissen, wer die wahren Eigentümer sind, wäre das wohl noch schädlicher für das Unternehmen, als wenn sie sich weigern das bekannt zu geben. Und daraus kann sich jetzt jeder hier selber weitere Schlüsse ableiten. Ich meine, wem könnte das Unternehmen wohl gehören, dass es derart schädlich wäre das offen zu zugeben?

    Und auch wenn die ein Werk in Frankreich bauen, gehört das immer noch den geheimen Eigentümer und auch dann ist es möglich, dass schon im Chipdesign einen Hardwarebackdoor sitzt, die einfach nur im Normalfall inaktiv ist und dann nicht gefunden werden kann, da man sie erst mal scharf machen muss, was halt über irgend einen Trick möglich ist. Wer hier sagt "Ach was, wäre da so was, dann hätten die Experten die ja schon lange gefunden", der soll bitte mal dran denken, dass über viele Jahre auch keine Prüfbehörde die Abschaltvorrichtung in der Firmware der Motorsteuerung diverser Dieselfahrzeuge gefunden hat, was aber nicht heißt, dass es sie nicht gab. Und die war nicht mal gut versteckt und leicht zu entlarven, d.h. wenn man gewusst hat wie und den richtigen Test gemacht hätte. Hinterher ist man immer schlauer. Aber deswegen zu sagen "Wir haben nichts gefunden, also ist da nichts" ist ja wohl mehr als peinlich naiv.

    Und wer jetzt irgendwas über die USA oder NSA posten will, spart euch das. Es geht hier nicht um die USA und auch nicht um die NSA, es geht um Huawei und sonst nichts. Das die USA nicht besser ist oder ggf. das gleiche macht ist erst einmal völlig irrelevant und kann nicht als Rechtfertigung für irgendwas dienen. Außerdem ist die USA ein Rechtestaat und dort haben Bürger Rechte, China ist eine totalitäre Diktatur und da haben Bürger keinerlei Rechte, alleine das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Aber selbst wenn die USA eine Diktatur wäre, darf das bei der Betrachtung von Huawei keine Rolle spielen.

    /Mecki

  2. Re: Nebelkerzen

    Autor: jimbokork 27.02.20 - 23:04

    Da Herr Ren Zhengfei als einziger ein Vetorecht bei allen wichtigen Entscheidungen der Konzernführung hat ist die Frage der Haftung an sich geklärt ...

    So, und nun lege doch ein mal bitte eindeutig und klar Nachvollziehbar dar, warum die von dir hier wiedergegebenen Mutmaßungen nicht genauso gut auf jedes westliche Unternehmen und dessen Produkte zutreffen sollen?

  3. Re: Nebelkerzen

    Autor: ScaniaMF 27.02.20 - 23:12

    Darf ich fragen, weshalb du den Eigentümer wissen willst bzw. wovor du Sorgen beim kauf eines Produkts von Huawei hast?
    Spionage schließt du ja im letzten Passus aus. Was soll denn dann "kritisches" an den Geräten sein?

    Nur ne Frage! Kein sarkastischer Vorwurf.

  4. Re: Nebelkerzen

    Autor: px 28.02.20 - 07:35

    ScaniaMF schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Darf ich fragen, weshalb du den Eigentümer wissen willst bzw. wovor du
    > Sorgen beim kauf eines Produkts von Huawei hast?
    > Spionage schließt du ja im letzten Passus aus. Was soll denn dann
    > "kritisches" an den Geräten sein?

    Vor allem ist die Frage, was an den Geräten "noch kritischer" sein sollte, als an den US-amerikanischen Produkten...

  5. Re: Nebelkerzen

    Autor: /mecki78 28.02.20 - 10:24

    jimbokork schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da Herr Ren Zhengfei als einziger ein Vetorecht bei allen wichtigen
    > Entscheidungen der Konzernführung hat ist die Frage der Haftung an sich
    > geklärt ...

    Ren ist Mitglied des 17-köpfigen Board of Directors, gehört aber aktuell nicht zu den drei jeweils im halbjährlichen Wechsel rotierenden CEOs. Das Unternehmen hatte 2018 einen Jahresumsatz von 95,7 Mrd. Euro. Ren besitzt 1,42 % der Anteile an Huawei. Huawei ist damit unabhängig von Ren, die übrigen Unternehmensanteile werden offiziell durch die Angestellten gehalten, aber die eigentlichen Eigentumsverhältnisse sind nicht transparent. Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2019 kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen sich effektiv in Staatsbesitz befindet.
    - Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ren_Zhengfei

    /Mecki

  6. Re: Nebelkerzen

    Autor: /mecki78 28.02.20 - 10:39

    ScaniaMF schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Darf ich fragen, weshalb du den Eigentümer wissen willst bzw. wovor du
    > Sorgen beim kauf eines Produkts von Huawei hast?

    Denk doch bitte mal logisch nach: Ein Staat, der seine Macht viel mehr auf Kontrolle des Informationsflusses als auf militärische Gewalt stützt, gründet ein Telekommunikationsunternehmen. Brauchst du jetzt ernsthaft einen Taschenrechner um eins und eins zusammen zu zählen?

    Der durchschnittliche chinesische Bürger wird nicht täglich von Soldaten mit einer Waffe bedroht und hat nicht das Gefühl, dass ihn sein Staat militärisch unterdrückt; die Mittel der Kontrolle heißen viel mehr Überwachung, Zensur und die gezielte Verbreitung von Fake News.

    Und China wäre heute nicht dort, wo sie sind, wenn sie nicht massiv Wirtschaftsspionage in der Vergangenheit betrieben, Urheberrecht und Patenten weitgehend ignoriert und einfach alles kopiert hätten, das sie irgendwie wirtschaftlich nach vorne gebracht haben. Also was könnte die Regierung wohl davon haben, die Produkte ihrer Telekommunikationsunternehmen weltweit zu verbreiten, so dass sich letztlich in jeden größeren Informationsnetzwerk der Welt ihre Komponenten wieder finden? Denkst du, wie wollen das, um die Telekommunikationssystem des Auslands zu verbessern und zu modernisieren, damit deren Unternehmen ihnen in Zukunft wieder besser und mehr Konkurrenz am Weltmarkt machen können? Auch hier, soll ich dir meinen Taschenrechner leihen?

    Ren ist Mitglied des 17-köpfigen Board of Directors, gehört aber aktuell nicht zu den drei jeweils im halbjährlichen Wechsel rotierenden CEOs. Das Unternehmen hatte 2018 einen Jahresumsatz von 95,7 Mrd. Euro. Ren besitzt 1,42 % der Anteile an Huawei. Huawei ist damit unabhängig von Ren, die übrigen Unternehmensanteile werden offiziell durch die Angestellten gehalten, aber die eigentlichen Eigentumsverhältnisse sind nicht transparent. Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2019 kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen sich effektiv in Staatsbesitz befindet.
    - Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ren_Zhengfei

    > Spionage schließt du ja im letzten Passus aus.

    Wo bitte soll ich das getan haben? Ich habe nichts dergleichen getan, ich habe faktisch das genaue Gegenteil geschrieben.

    /Mecki

  7. Re: Nebelkerzen

    Autor: /mecki78 28.02.20 - 10:40

    px schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Vor allem ist die Frage, was an den Geräten "noch kritischer" sein sollte,
    > als an den US-amerikanischen Produkten...

    FAIL! Ließ den letzten Absatz in meinen ersten Post hier, diese Frage stellt sich nicht und die Antwort darauf ist völlig irrelevant.

    /Mecki

  8. Re: Nebelkerzen

    Autor: Bouncy 28.02.20 - 11:33

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > So was würde es in Europa nicht geben. Der bzw. die Eigentümer eines
    > Unternehmens ist/sind im Gewerbe- und meistens auch im Handelsregister
    > eingetragen. Bei Personengesellschaften muss immer klar sein, wer hier im
    > Zweifel für das Unternehmen haften muss. Und bei Kapitalgesellschaften muss
    > festgehalten werden, woher das Stammkapital stammt, wer hier was zu
    > bestimmen hat (Gesellschafter z.B. bei einer GmbH) und sie müssen außerdem
    > ihre Bilanz jährlich offen legen, so dass jeder sehen kann, wo Gelder
    > herkamen und wo sie hin geflossen sind.
    Ja, auf gar keinen Fall würde so etwas in Europa jemals auch nur denkbar sein...

  9. Re: Nebelkerzen

    Autor: bofhl 28.02.20 - 13:59

    /mecki78 schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > jimbokork schrieb:
    > ---------------------------------------------------------------------------
    > -----
    > > Da Herr Ren Zhengfei als einziger ein Vetorecht bei allen wichtigen
    > > Entscheidungen der Konzernführung hat ist die Frage der Haftung an sich
    > > geklärt ...
    >
    > Ren ist Mitglied des 17-köpfigen Board of Directors, gehört aber aktuell
    > nicht zu den drei jeweils im halbjährlichen Wechsel rotierenden CEOs. Das
    > Unternehmen hatte 2018 einen Jahresumsatz von 95,7 Mrd. Euro. Ren besitzt
    > 1,42 % der Anteile an Huawei. Huawei ist damit unabhängig von Ren, die
    > übrigen Unternehmensanteile werden offiziell durch die Angestellten
    > gehalten, aber die eigentlichen Eigentumsverhältnisse sind nicht
    > transparent. Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2019 kam zu dem
    > Schluss, dass das Unternehmen sich effektiv in Staatsbesitz befindet.
    > - Quelle: de.wikipedia.org

    "Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2019 kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen sich effektiv in Staatsbesitz befindet." sagt denke ich mal schon alles!
    Die übliche Nebelkerzen der US-Regierung. Es gibt nämlich chin. Seiten auf denen die kompletten Besitzverhältnisse aufgelistet werden - und da steht dann so was wie das 22,4% den Managern gehört (natürlich mit Namen aufgeführt), gut 54% gehört den Arbeitern und der Rest gehört anderen Firmen (z.B. BYD, ZTE)

  10. Re: Nebelkerzen

    Autor: cuthbert34 28.02.20 - 16:30

    Der olle Charles hat es schon gesagt: Staaten haben keine Freunde, nur Interessen.

    So wie China seine Interessen verfolgt, tun es die USA, GB, Deutschland usw.
    Ja, du wirst recht mit Deiner Vermutung haben, dass Huawei, dass wohl weitgehend in der Hand einer großen Gewerkschaft zu sein scheint, massiv von der Kommunistischen Partei beeinflusst wird. Aber so what? Sind die Chinesen denn unsere Feinde? Bisher habe ich eine solche Einschätzung noch nicht von der Regierung gelesen. Von daher spricht auch nichts gegen Huawei imho.

    Man muss nicht mit dem Gesellschafts- und dem politischen System einverstanden sein, aber ich denke China agiert differenzierter als wir es hier in der europ. oder amerikanischen Presse erfahren. Wir sind das sehr gelenkt und sehr voreingenommen.

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