-
Kostenfreies Essen
Autor: HansiHinterseher 03.06.13 - 00:35
Ja, die Menschen wollen auch kostenfreie Nahrungsmittel. Finde ich sogar lebenswichtiger als irgendwelche Filme.
Ach ja, und die Menschen wollen auch kostenfreie Transportmittel. Ich hätte gerne kostenfrei einen Ferrari!
Im Ernst: wir haben eine Marktwirtschaft, in der ein Anbieter für ein Gut oder Leistung den Preis bestimmen kann. Und wenn dem potenziellen Kunden der Preis nicht gefällt, kann er das Gut oder Dienstleistung deshalb doch nicht einfach kostenlos einfordern. Was ist das bitte für ein Rechtsverständnis?
1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.06.13 00:38 durch HansiHinterseher. -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: blubberlutsch 03.06.13 - 00:44
Bei materiellen Dingen wie Nahrungsmittel oder Autos wird der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt.
Bei imateriellen Gütern funktioniert das nicht, weil Daten unendlich oft und ohne Kosten vervielfältigt werden können. Damit geht quasi das Angebot ins Unendliche und der "Preis" nähert sich 0 an.
Das soll jetzt keine Wertung meinerseits sein (denn natürlich haben Filme auch einen "Wert" und die Produktion muss ja auch irgendwie bezahlt werden), aber das ist nunmal nicht zu leugnen und die grundlegende Eigenschaft von imateriellen Gütern.
1 mal bearbeitet, zuletzt am 03.06.13 00:45 durch blubberlutsch. -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: IrgendeinNutzer 03.06.13 - 01:03
blubberlutsch schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Bei materiellen Dingen wie Nahrungsmittel oder Autos wird der Preis durch
> Angebot und Nachfrage bestimmt.
>
> Bei imateriellen Gütern funktioniert das nicht, weil Daten unendlich oft
> und ohne Kosten vervielfältigt werden können. Damit geht quasi das Angebot
> ins Unendliche und der "Preis" nähert sich 0 an.
> Das soll jetzt keine Wertung meinerseits sein (denn natürlich haben Filme
> auch einen "Wert" und die Produktion muss ja auch irgendwie bezahlt
> werden), aber das ist nunmal nicht zu leugnen und die grundlegende
> Eigenschaft von imateriellen Gütern.
+1 -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Anonymouse 03.06.13 - 01:22
Ich halte das für totalen Blödsinn. Ein Scheinargument, dass sich bei den Befürwortern nun als fester Bestandteil der Argumentation etabliert hat.
Wenn nichts mehr geht, dann geht immer noch das Argument des "immateriellen Gutes" und damit wird quasi jede Diskussion beendet, weil man das ja mit nichts auf der Welt vergleichen kann...
Das Herstellen kostet Geld, das hat du ja schon richtig erkannt. Dass man das dann unendlich verfielfältigen kann ist zwar richtig, aber warum sollte das einen kostenlosen Konsum rechtfertigen?
Wenn ich einen Film drehe und dafür Ausgaben tätige, dann will ich damit auch Geld verdienen. Und es ist mein gutes Recht für einen Film, der viel Fleiß, Kraft und Geld gekostet hat, auch wieder Geld verdienen zu wollen. Und da will mir irgendjemand erzählen, dass das für ihn nicht gelten soll, weil es ja immateriell ist?
Ansonsten kann der Kerl ja gerne bei mir kostenlos seine immaterielle Arbeitskraft zur Verfügung stellen. -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: blubberlutsch 03.06.13 - 09:11
Anonymouse schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Das Herstellen kostet Geld, das hat du ja schon richtig erkannt. Dass man
> das dann unendlich verfielfältigen kann ist zwar richtig, aber warum sollte
> das einen kostenlosen Konsum rechtfertigen?
Von einem kostenlosen Konsum habe ich gar nichts gesagt. Ich will nur klarstellen, dass die Analogie nicht funktioniert. Das Vervielfältigen lässt sich einfach nicht kontrollieren und es besteht auch kein finanzieller Aufwand es zu tun. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Gütern, die für jeden Konsumenten erneut hergestellt werden müssen. Wenn man Autos einfach so vervielfältigen könnte, würden das auch jede Menge Leute machen. Das sollte man bei der ganzen Diskussion berücksichtigen. -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Endwickler 03.06.13 - 09:33
HansiHinterseher schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ja, die Menschen wollen auch kostenfreie Nahrungsmittel. Finde ich sogar
> lebenswichtiger als irgendwelche Filme.
>
> Ach ja, und die Menschen wollen auch kostenfreie Transportmittel. Ich hätte
> gerne kostenfrei einen Ferrari!
>
> Im Ernst: wir haben eine Marktwirtschaft, in der ein Anbieter für ein Gut
> oder Leistung den Preis bestimmen kann. Und wenn dem potenziellen Kunden
> der Preis nicht gefällt, kann er das Gut oder Dienstleistung deshalb doch
> nicht einfach kostenlos einfordern. Was ist das bitte für ein
> Rechtsverständnis?
"Geschäftsmodell". Ist das so schwer? Es geht sehr wahrscheinlich nicht darum, dass jemand nicht bezahlt wird sondern darum, dass jemand etwas kostenlos bekommt. Das sind immer noch zwei unterschiedliche Seiten. -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Wakarimasen 03.06.13 - 14:20
HansiHinterseher schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ja, die Menschen wollen auch kostenfreie Nahrungsmittel. Finde ich sogar
> lebenswichtiger als irgendwelche Filme.
>
> Ach ja, und die Menschen wollen auch kostenfreie Transportmittel. Ich hätte
> gerne kostenfrei einen Ferrari!
>
> Im Ernst: wir haben eine Marktwirtschaft, in der ein Anbieter für ein Gut
> oder Leistung den Preis bestimmen kann. Und wenn dem potenziellen Kunden
> der Preis nicht gefällt, kann er das Gut oder Dienstleistung deshalb doch
> nicht einfach kostenlos einfordern. Was ist das bitte für ein
> Rechtsverständnis?
xD es ist so unglaublich faszinierend wie man daneben liegen kann. Es gibt einige Restaurants die ihr essen im Prinzip für nichts anbieten du zahlst nach eigenem ermessen wie es dir geschmeckt hat oder wie viel du dafür bezahlen willst, daher kannst du auch einfach nichts zahlen also isst du kostenlos. Meistens zahlen die Leute aber und angeblich häufig sogar mehr als man in anderen Restaurants bekommen hätte. Wenn die Software und FIlme industrie nach diesem Prinzip vorgehen würde wäre ich bereit je nach Positiver Leistung des Spiels zu zahlen manchmal mehr manchmal weniger bei einem schlechten Spiel zahle ich natürlich nichts.
Klar kann man jetzt damit kommen das wenn es jeder so macht am ende niemand mehr zahlt aber das ist nur theorie wer sagt das es sich nicht umsetzen lässt für ein experiment wäre das jedenfalls sehr interessant. -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Maxiklin 03.06.13 - 14:44
blubberlutsch schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Von einem kostenlosen Konsum habe ich gar nichts gesagt. Ich will nur
> klarstellen, dass die Analogie nicht funktioniert. Das Vervielfältigen
> lässt sich einfach nicht kontrollieren und es besteht auch kein
> finanzieller Aufwand es zu tun. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu
> Gütern, die für jeden Konsumenten erneut hergestellt werden müssen. Wenn
> man Autos einfach so vervielfältigen könnte, würden das auch jede Menge
> Leute machen. Das sollte man bei der ganzen Diskussion berücksichtigen.
Ich halte den kompletten Ansatz für falsch. Natürlich lassen sich imaterielle Dinge wie Filme oder EBooks verlustfrei und beliebig oft kopieren und man kann es nicht kontrollieren, dennoch gilt dafür dasselbe, wie für alles materielle, angefangen von Angebot und Nachfrage -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: freddypad 03.06.13 - 15:39
HansiHinterseher schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> ......
> Im Ernst: wir haben eine Marktwirtschaft, in der ein Anbieter für ein Gut
> oder Leistung den Preis bestimmen kann. Und wenn dem potenziellen Kunden
> der Preis nicht gefällt, kann er das Gut oder Dienstleistung deshalb doch
> nicht einfach kostenlos einfordern. Was ist das bitte für ein
> Rechtsverständnis?
Traurig.
Es ist wirklich traurig, dass diese wirklich gute und richtige Aussage, obendrein gepaart mit einem gesunden Gefühl für Recht und Unrecht in diesem Forum wohl größtenteils nicht gewürdigt werden wird, weil hier wohl echt viele Leute alles einfach kostenlos haben wollen.
All diese Argumente in Richtung "schlechte legale Angebote vorhanden" oder "man klaut ja nichts physikalisch gesehen" mögen zutreffen oder auch nicht, aber sind definitiv nur vorgeschoben.
Gebt doch einfach zu, dass ihr gar kein echtes Interesse an guten legalen Angeboten habt! Kostenlos reicht doch schon, was? Armselig! -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Terrier 03.06.13 - 16:17
HansiHinterseher schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Im Ernst: wir haben eine Marktwirtschaft, in der ein Anbieter für ein Gut
> oder Leistung den Preis bestimmen kann.
Das hat nichts zu heißen, denn der Markt wird nicht vom Anbieter, sondern immer noch von der Nachfrage reguliert. Das ist entscheidend und nichts anderes. Anbieter, die nicht mithalten wollen, werden nun mal aussortiert - ganz automatisch.
Kurzsichtige Denkweise ist offenbar nicht der richtige Weg zur Einsicht... -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Coding4Money 03.06.13 - 16:21
Maxiklin schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ich halte den kompletten Ansatz für falsch. Natürlich lassen sich
> imaterielle Dinge wie Filme oder EBooks verlustfrei und beliebig oft
> kopieren und man kann es nicht kontrollieren, dennoch gilt dafür dasselbe,
> wie für alles materielle, angefangen von Angebot und Nachfrage
Nicht so wirklich, da die Menge des Angebotes keine Rolle spielt. Der Preis steigt nicht, weil ich irgendwann nur noch 5x die Videodatei zur Verfügung hab. -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Terrier 03.06.13 - 16:35
blubberlutsch schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Bei materiellen Dingen wie Nahrungsmittel oder Autos wird der Preis durch
> Angebot und Nachfrage bestimmt.
>
> Bei imateriellen Gütern funktioniert das nicht, weil Daten unendlich oft
> und ohne Kosten vervielfältigt werden können. Damit geht quasi das Angebot
> ins Unendliche und der "Preis" nähert sich 0 an.
> Das soll jetzt keine Wertung meinerseits sein (denn natürlich haben Filme
> auch einen "Wert" und die Produktion muss ja auch irgendwie bezahlt
> werden), aber das ist nunmal nicht zu leugnen und die grundlegende
> Eigenschaft von imateriellen Gütern.
+1
Das trifft den Nagel auf den Kopf. Gerade nicht der spottbillige Preis, sondern der Wert entscheidet, ob eine Bezahlung erfolgt oder nicht. Nach diesem typischen Muster geht auch der Verbraucher vor - nicht nach den Wahnvorstellungen hiesiger Dissidenten.
Am besten zu vergleichen damit, dass man eine Woche lang im Garten hart ackert und später die Erde verkaufen will. Eben die Erde will aber keiner haben - egal, wie hart das Ackern nun war. -
d.h.
Autor: Anonymer Nutzer 03.06.13 - 18:33
das Prinzip "Angebot und Nachfrage" funktioniert in der digitalen Welt nicht, egal wie viele künstliche Schranken man errichtet?
Dann wäre es an der Zeit, sich ein neues Prinzip auszudenken, oder? -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: GodsBoss 03.06.13 - 22:13
> Ich halte das für totalen Blödsinn. Ein Scheinargument, dass sich bei den
> Befürwortern nun als fester Bestandteil der Argumentation etabliert hat.
Je schwächer die Argumente, desto größer der Anteil an Abqualifizierung.
> Wenn nichts mehr geht, dann geht immer noch das Argument des "immateriellen
> Gutes" und damit wird quasi jede Diskussion beendet, weil man das ja mit
> nichts auf der Welt vergleichen kann...
Immaterielle Güter und materielle Güter unterscheiden sich nunmal in gewissen Dingen. Das wird kein Mensch leugnen, der bei Verstand ist.
> Das Herstellen kostet Geld, das hat du ja schon richtig erkannt. Dass man
> das dann unendlich verfielfältigen kann ist zwar richtig, aber warum sollte
> das einen kostenlosen Konsum rechtfertigen?
>
> Wenn ich einen Film drehe und dafür Ausgaben tätige, dann will ich damit
> auch Geld verdienen. Und es ist mein gutes Recht für einen Film, der viel
> Fleiß, Kraft und Geld gekostet hat, auch wieder Geld verdienen zu wollen.
> Und da will mir irgendjemand erzählen, dass das für ihn nicht gelten soll,
> weil es ja immateriell ist?
> Ansonsten kann der Kerl ja gerne bei mir kostenlos seine immaterielle
> Arbeitskraft zur Verfügung stellen.
Was dein Vorposter schrieb: „denn natürlich haben Filme auch einen "Wert" und die Produktion muss ja auch irgendwie bezahlt werden“. Er erkennt doch an, dass den Produzenten des Films Geld zukommen muss.
Du baust einen Strohmann auf, an dem du dich dann abarbeitest. Das, gegen das du hier argumentierst, hat blubberlutsch nicht behauptet. Was soll das also?
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin. -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Yeeeeeeeeha 04.06.13 - 00:47
HansiHinterseher schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Ja, die Menschen wollen auch kostenfreie Nahrungsmittel. Finde ich sogar
> lebenswichtiger als irgendwelche Filme.
Wieso eigentlich nicht? Die Produktivität ist gerade in der Landwirtschaft inzwischen so hoch, dass mit etwas Planung und gutem Willen zumindest eine Grundversorgung für jeden möglich sein sollte.
> Ach ja, und die Menschen wollen auch kostenfreie Transportmittel. Ich hätte
> gerne kostenfrei einen Ferrari!
So ähnlich wie Fahrscheinloser Nahverkehr? Einfach so, für jeden? Unabhängig von dessen finanziellen Möglichkeiten? Funktioniert in einigen Pilotprojekten ganz wunderbar.
> Im Ernst: wir haben eine Marktwirtschaft, in der ein Anbieter für ein Gut
> oder Leistung den Preis bestimmen kann. Und wenn dem potenziellen Kunden
> der Preis nicht gefällt, kann er das Gut oder Dienstleistung deshalb doch
> nicht einfach kostenlos einfordern. Was ist das bitte für ein
> Rechtsverständnis?
Das ist eines der vier großen Missverständnisse.
Nr. 1: Der Anbieter kann nur den Preis bestimmen, wenn er ein unverzichtbares und vor allem nicht substituierbares Gut anbietet, ansonsten entscheidet die Nachfrage. Digitale Medien lassen sich allerdings sehr gut durch kostenlose Kopien der selben ersetzen. Ist in der Praxis aber sogar irrelevant, denn:
Nr. 2: In der Praxis funktionieren solche Angebote gar nicht als Ersatz, sondern Ergänzung. Die Leute geben trotzdem Geld für Medienprodukte aus in den Grenzen ihres verfügbaren Budgets, wahrscheinlich sogar mehr als früher. Das führt direkt zu:
Nr. 3: Div. Anbieter von Medien behaupten, ein grundsätzliches Recht auf Einnahmen in einer Höhe zu haben, die sich an Phantasiezahlen orientiert. Das ist, als würden sich Restaurantbetreiber eine Entschädigung für fehlende Einnahmen wünschen, weil Leute ihre Küchen nachbauen und ihre Rezepte kopieren.
Nr. 4: Mit diesem Argument wird ein Kampf geführt, der davon ausgeht, man könne die Entwicklung aufhalten oder rückgängig machen. Das ist der größte Missverständnis, der größte Irrtum. Die Technologie ist da und sie wird auch nie wieder verschwinden. Das mag für manche unschön sein, aber es ist eine Tatsache. Mir tut es ja auch leid, dass die Kerzenindustrie seit Einführung des elektrischen Lichts Probleme hat, Kutscher seit dem Automobil praktisch ausgestorben sind und Fotografen nicht mehr das Monopol auf Familienfotos haben, aber es ist nunmal so.
Wie sich die Umstände (in dem Fall die Technologie) ändern, so ändert sich auch das Rechtsverständnis. Ein Jugendlicher, der eh schon einen Großteil seines Budgets für Medienkonsum ausgibt (CDs, MP3, DVD, Bluray, Computer- und Videospiele, Apps, Kino, Parties, Konzerte, Festivals…) und damit aufgewachsen ist, NOCH mehr Medien als er sich überhaupt leisten könnte über kostenlose Quellen zu konsumieren, wird nicht einsehen, warum das ein Verbrechen sondergleichen sein soll.
Die ganze Diskussion über die ach so verwerflichen Wünsche der Nutzer ist IMO hier sowieso der total falsche Ansatz. Kritik ist tatsächlich angebracht, allerdings an Leuten wie den Betreibern von Movie2k / Movie4k, die zwar groß mit den Wünschen der User argumentieren, im Endeffekt aber auf sehr zweifelhafte Weise versuchen, daraus Kapital zu schlagen. Premium-Accounts, Abofallen, untergeschobene Mal- und Sonstwasware sind eigentlich eher das Gegenteil von freiem Kulturkonsum. Da halte ich es eher mit den Grundsätzen der "alten" Warez-Szene: Never change money and if you like it, buy it. Dass die Leute so einen Dreck wie die kaputten Streaming-Portale überhaupt benutzen, zeigt IMO nur, wie sehr die Industrie wirklich verkackt hat. Dienste wie Spotify zeigen zumindest bei Musik, dass man mit legalen und _guten_ Angeboten sehr gut gegen illegale und (vermeintlich) kostenlose vorgehen kann. Seitdem die Streamingdienste durchstarten, ist zumindest in meiner Umgebung subjektiv der "illegale Musikdownload" gegen 0 abgesackt. Ebenso scheinen trotz der zweifelhaften Preise Ebooks tatsächlich richtig gut zu funktionieren, obwohl es absolut kein Problem ist, ein 5MB großes Epub durchs Netz zu schieben.
Yeeeeeeeeha - Nur echt mit 2^3 e
Perl-Monk, Java-Trinker, Objective-C Wizard, PHP-Kiddie, unfreiwilliger FreeBSD-/Linux-Teilzeitadmin -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Carl Weathers 04.06.13 - 02:53
Vielen Dank, Yeeeeeeeeha.
Ich verneige mich vor dieser passenden Zusammenfassung. Sie bringt den (seit Jahren bestehenden) Grundkonflikt sachlich auf den Punkt. -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: flasherle 04.06.13 - 08:50
Ich habe Interesse an einem legalen Angebot. FullHd und guter Surround in Minimum deutsch+englisch für maximal 5 Euro im Monat, lieber werbefinanziert, da Filme nun mal nur was für nebenbei sind.
kannst du mir dabei helfen und mir ne quelle nennen? -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Clown 04.06.13 - 09:43
GodsBoss schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Je schwächer die Argumente, desto größer der Anteil an Abqualifizierung.
Das kann man wohl unkommentiert einfach zurück geben.
> Immaterielle Güter und materielle Güter unterscheiden sich nunmal in
> gewissen Dingen. Das wird kein Mensch leugnen, der bei Verstand ist.
Das hat ja auch niemand. Nur ist der Unterschied in dieser Frage allenfalls zweitrangig.
> Was dein Vorposter schrieb: „denn natürlich haben Filme auch einen
> "Wert" und die Produktion muss ja auch irgendwie bezahlt werden“. Er
> erkennt doch an, dass den Produzenten des Films Geld zukommen muss.
Ja, das hat er erkannt. Er impliziert aber auch, dass den Produzenten KEINERLEI Gewinn zugesprochen werden darf oder zumindest sollte. Bezahlen ja, bis zum break-even und ab dann kostenlos? Warum? Das ist ja so als müsste jeder Arbeitnehmer seine Fixkosten offenlegen und würde nur bis dahin bezahlt.
Tatsache ist doch: Willst Du was haben, musst Du dafür bezahlen. So läuft das. Völlig irrelevant ob materielles oder immaterielles Gut. Und je weniger Anspruch auf ein Gut besteht (Tipp: Auf Unterhaltung in Form eines Filmes/einer Serie besteht KEIN Anspruch in irgendeiner Form), desto lächerlicher ist die Diskussion darüber.
Ich finds immer wieder witzig, wie der Industrie "Gier" oder "Gewinnoptimierung" etc vorgeworfen wird, im gleichen Atemzug aber davon gesprochen wird, dass _alles_ _sofort_ und _kostenlos_ - oder zumindest unglaublich günstig (damit der Produzent damit auf GAR KEINEN FALL Gewinn damit macht) - und im Zweifelsfall ohne Werbung verfügbar sein muss. -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Clown 04.06.13 - 09:45
Terrier schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> Das trifft den Nagel auf den Kopf. Gerade nicht der spottbillige Preis,
> sondern der Wert entscheidet, ob eine Bezahlung erfolgt oder nicht. Nach
> diesem typischen Muster geht auch der Verbraucher vor - nicht nach den
> Wahnvorstellungen hiesiger Dissidenten.
Und wer hindert Dich daran einfach zu verzichten? Das ist sogar vollkommen kostenlos und legal.
> Am besten zu vergleichen damit, dass man eine Woche lang im Garten hart
> ackert und später die Erde verkaufen will. Eben die Erde will aber keiner
> haben - egal, wie hart das Ackern nun war.
Ja, und jetzt weiter denken: Nur weil keiner die Erde haben will, MUSS ich sie verschenken? -
Re: Kostenfreies Essen
Autor: Clown 04.06.13 - 09:52
Wakarimasen schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------
> xD es ist so unglaublich faszinierend wie man daneben liegen kann. Es gibt
> einige Restaurants die ihr essen im Prinzip für nichts anbieten du zahlst
> nach eigenem ermessen wie es dir geschmeckt hat oder wie viel du dafür
> bezahlen willst, daher kannst du auch einfach nichts zahlen also isst du
> kostenlos. Meistens zahlen die Leute aber und angeblich häufig sogar mehr
> als man in anderen Restaurants bekommen hätte. Wenn die Software und FIlme
> industrie nach diesem Prinzip vorgehen würde wäre ich bereit je nach
> Positiver Leistung des Spiels zu zahlen manchmal mehr manchmal weniger bei
> einem schlechten Spiel zahle ich natürlich nichts.
Ach, Du meinst wie das HumbleBundle z.B.?
Die Durchschnittszahlung liegt bei $5.62 für 7(!!) Spiele. Allein über die Masse lassen sich die Produktionen überhaupt finanzieren (und es ist nicht mal aufgelistet, wieviel denn wirklich nur an die Entwickler geht). Und dieses Mal haben sie noch Glück gehabt. Manch andere Aktion dieser Art ist schon mit weit weniger geendet..
> Klar kann man jetzt damit kommen das wenn es jeder so macht am ende niemand
> mehr zahlt aber das ist nur theorie wer sagt das es sich nicht umsetzen
> lässt für ein experiment wäre das jedenfalls sehr interessant.
Ja, eine Nische wird damit immer bedient (wie z.B. auch das HumbleBundle, das nicht mit AAA-Titeln funktionieren würde, außer sie wären uralt). Das ist aber kein Modell für die Allgemeinheit.



