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„Netzneutralität“ gab es nie

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  1. „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: basil 15.12.17 - 20:47

    Hierzulande zahlt man für ein schnelleres Internet auch mehr. Was soll das Gejammer um „Netzneutralität“?

  2. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: teenriot* 15.12.17 - 22:45

    Bitte noch mal schlau machen worum es geht und was Netzneutralität bedeutet bevor du den nächsten Thread aufmachst.

  3. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: violator 16.12.17 - 00:14

    Du hast scheinbar gar nicht kapiert worum es geht...

  4. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: m8Flo 16.12.17 - 02:51

    basil schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Hierzulande zahlt man für ein schnelleres Internet auch mehr. Was soll das
    > Gejammer um „Netzneutralität“?

    Wie die zwei Leute über mir schon gesagt haben: Das ist nicht das Selbe.

    Netzneutralität bedeutet nicht, dass jeder Internetzugang gleich schnell ist, das ist ja auch nicht umsetzbar. Bei Netzneutralität geht es darum, dass alle Daten mit der gleichen Geschwindigkeit übertragen werden. Es wird nicht unterschieden, ob du auf Youtube bist oder auf Golem.de. Die Daten werden vollkommen gleich behandelt.

    Nehmen wir mal an es gibt keine Netzneutralität und du hast eine 20 Mbit Leitung bei deinem Anbieter. Jetzt könnte dein Anbieter sagen: "Entweder du zahlst uns 5¤/Monat für das Video-Paket, oder du schaust Youtube mit 128 kbit" (mit 128 kbit läuft nichtmal ein 240p Video flüssig). Oder dein ISP könnte sagen: "Wenn du uns keine 5¤ für das News-Paket zahlst, dann werden alle News-Seiten außer unsere eigene für dich gesperrt".

    Ich glaube du merkst, wieso das nicht gut ist.^^

  5. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: basil 16.12.17 - 07:57

    Was ihr schreibt ist ein vertragsrechtlicher Nonsense. Der Anbieter sichert mir eine vereinbarte Geschwindigkeit zu. Wenn ich ausschliesslich auf youtube surfe, und das soll aus irgenwelchen Gründen runtergedrosselt werden, dann ist das eine Nichteinhaltung von Vertragsbedingungen.

  6. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: 3dgamer 16.12.17 - 12:04

    Dann lies mal deine AGB.

  7. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: eidolon 16.12.17 - 12:53

    Da steht drin, dass die Geschwindigkeit auch technischen Gründen langsamer sein kann als das, was man gebucht hat. Aber nicht, dass die Geschwindigkeit absichtlich gedrosselt wird, auch wenn es keine technischen Einschränkungen gibt. Darum gehts.

  8. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: HowlingMadMurdock 16.12.17 - 14:41

    Darüber hinaus ist dein ISP nicht für die Zugangsqualität von Youtube/Google verantwortlich. Sein Verantwortungsbereich endet am Übergabepunkt ins fremde Netz.



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.12.17 14:41 durch HowlingMadMurdock.

  9. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: thecrew 16.12.17 - 14:51

    basil schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ihr schreibt ist ein vertragsrechtlicher Nonsense. Der Anbieter sichert
    > mir eine vereinbarte Geschwindigkeit zu. Wenn ich ausschliesslich auf
    > youtube surfe, und das soll aus irgenwelchen Gründen runtergedrosselt
    > werden, dann ist das eine Nichteinhaltung von Vertragsbedingungen.

    Eben und das ist Netzneutraliät. Die Daten kommen überall gleich an.

    Wenn du keine hättest könnte auch der Anbieter sagener verlagt für einen niedrigen Ping mehr und setzt deinen Standart Ping auf 500ms. Das ist für Seiten erstmal wurst. Aber wenn du im Netz spielst hast du auf einmal eine Verzögerung von einer halben Sekunde überall und somit ist ein online spielen mit anderen fast nicht mehr möglich.
    Es geht daher nicht darum ob DU persönlich einen 16 ,50 oder 200 mbit Anschluss gebucht hast. Es geht darum das dein ISP auf einmal sagen kann.. Netflix und youtube werden bei uns gedrosselt (weil die an uns nix zahlen) nur unser eigenes Video portal läuft in voller Geschwindigkeit. Ganz egal ob du ne schnelle Leitung hast oder nicht.
    Dieses Video zeigt es sehr gut:
    https://www.youtube.com/watch?v=bNw_2SSiVtE
    Und das Video ist schon 4 Jahre alt. Genau sowas wird jetzt in den USA beginnen...



    1 mal bearbeitet, zuletzt am 16.12.17 14:54 durch thecrew.

  10. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: m8Flo 16.12.17 - 15:15

    basil schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ihr schreibt ist ein vertragsrechtlicher Nonsense. Der Anbieter sichert
    > mir eine vereinbarte Geschwindigkeit zu. Wenn ich ausschliesslich auf
    > youtube surfe, und das soll aus irgenwelchen Gründen runtergedrosselt
    > werden, dann ist das eine Nichteinhaltung von Vertragsbedingungen.
    Ja, das ist ein Vertragsbruch, solange du nicht gegen die AGB verstößt. Wenn dein ISP jedoch in den Vertrag schreibt "Wir drosseln Youtube, sofern du nicht 5¤ mehr zahlst", dann ist es kein Vertragsbruch mehr. Damit Unternehmen sowas nicht machen, gibt es Netzneutralität. Da diese in den USA jedoch nichtmehr existiert, werden Unternehmen genau das machen.

  11. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: basil 16.12.17 - 16:57

    Es gibt keinen Unterschied zwischen "Wir drosseln Youtube, sofern du nicht 5¤ mehr zahlst" und ""Wir drosseln alles, sofern du nicht 5¤ mehr zahlst". In beiden Fällen geht es um datenintensiven Traffic, welcher die Gesamtgeschwindigkeit im Netz verlangsammt.

  12. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: teenriot* 16.12.17 - 17:52

    Für den Endkunden macht das keinen Unterschied, aber für die Anbieter und die freie Marktwirtschaft.

  13. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: lanG 16.12.17 - 21:47

    basil schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt keinen Unterschied zwischen "Wir drosseln Youtube, sofern du nicht
    > 5¤ mehr zahlst" und ""Wir drosseln alles, sofern du nicht 5¤ mehr zahlst".
    > In beiden Fällen geht es um datenintensiven Traffic, welcher die
    > Gesamtgeschwindigkeit im Netz verlangsammt.


    Doch gibt es. Anbieter X kann z.B. alle Datenpakete die nicht in Verbindung mitYoutube stehen in voller Geschwindigkeit durchlassen zu dir. Wenn es aber YouTube relevante Pakete sind, kommen die eben langsamer an - es sei denn, du zahlst 5¤ für das YouTube Paket.

  14. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: Sybok 16.12.17 - 22:19

    basil schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ihr schreibt ist ein vertragsrechtlicher Nonsense. Der Anbieter sichert
    > mir eine vereinbarte Geschwindigkeit zu. Wenn ich ausschliesslich auf
    > youtube surfe, und das soll aus irgenwelchen Gründen runtergedrosselt
    > werden, dann ist das eine Nichteinhaltung von Vertragsbedingungen.

    Ehrlich? Dir ist wirklich nicht klar, dass die Abschaffung der Netzneutralität dazu führen wird, dass der Anbieter bestimmt welche Daten welche Priorisierung bekommen und entsprechende Klauseln in den Verträgen kommen werden (und das völlig legal)? Nein? Okay, dann bitte weiterschlafen!

  15. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: Sybok 16.12.17 - 22:23

    eidolon schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Da steht drin, dass die Geschwindigkeit auch technischen Gründen langsamer
    > sein kann als das, was man gebucht hat. Aber nicht, dass die
    > Geschwindigkeit absichtlich gedrosselt wird, auch wenn es keine technischen
    > Einschränkungen gibt. Darum gehts.

    Die Verträge werden dann anders lauten. Und Du hast auch grundsätzlich keinen Anspruch auf ewige Fortführung Deines aktuellen Vertrages. Du würdest zwar ggf. (nach hiesigem Recht) ein Sonderkündigungsrecht haben, aber wenn kein Anbieter mehr faire Verträge anbietet, dann würde Dir auch das nichts bringen. Darum geht's!

  16. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: eidolon 17.12.17 - 09:49

    Das wäre halt die 2. Auswirkung. Deswegen sollte man die erste gleich verhindern.

  17. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: eidolon 17.12.17 - 09:51

    basil schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Es gibt keinen Unterschied zwischen "Wir drosseln Youtube, sofern du nicht
    > 5¤ mehr zahlst" und ""Wir drosseln alles, sofern du nicht 5¤ mehr zahlst".

    Natürlich gibt es den, du hast ihn sogar hier aufgezählt.

  18. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: Arestris 17.12.17 - 14:23

    Doch, genau DAS ist ein Unterschied!
    Das 1. ist nämlich die Priorisierung einzelner Seiten / Dienste und ein Verstoß gegen die Netzneutralität.
    Aber ich sehe schon, du kannst oder willst nicht begreifen, was Netzneutralität überhaupt ist. Man könnte also eben so gut mit einer Wand oder einem Vierjährigen reden (wobei, dem bekomme ich Netzneutralität vielleicht schon erklärt).

  19. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: freebyte 17.12.17 - 21:23

    basil schrieb:
    --------------------------------------------------------------------------------
    > Was ihr schreibt ist ein vertragsrechtlicher Nonsense.

    Tröste Dich damit, dass Du mit dieser Aussage fast 100% der Bevölkerungsmeinung abdeckst aber leider nur 0% der Juristen :-)

    > Der Anbieter sichert mir eine vereinbarte Geschwindigkeit zu.

    Leistungsbeschreinbung DSL Business (steht aber so identisch bei jedem anderen Provider drin) (Die Leistungsbeschreibung ist gemäss §2 Satz 1 der DTAG-AGB Vertragsbestandteil):

    "Die am Anschluss des Kunden konkret erreichbare Übertragungsgeschwindigkeit hängt von den jeweiligen physikalischen Gegebenheiten der Anschlussleitung ab"

    Die von Dir zitierte "zugesicherte Geschwindigkeit" existiert nur zwischen dem Übergabepunkt in Deinem Haus/Büro und dem DSLAM.

    Weiter heisst es: "Die Übertragungsgeschwindigkeit während der Nutzung ist u.a. von der Netzauslastung des Internet-Backbones, [...] abhängig."

    Eine Ader dieses ominösen "Internet-Backbone" führt direkt am DSLAM vorbei, sollte das noch zigfach überbuchtes ATM-Kupfer zum nächsten Knoten sein nützt die ganze schöne Bandbreite zwischen DSLAM und Deinem PC *nichts*.

    Und das Schöne an dieser Konstruktion ist: Dieser "Backbone" und das Funktionieren in Deinem Sinne fällt komplett aus dem Gesamtvertrag heraus weil ja Dein Anschlussprovider nicht dafür haftbar gemacht werden kann, wenn es das Unterseekabel von LEVEL3 oder so zerlegt hat - und gerade das ganz wichtig ist damit Du Youtube schauen kannst.

    > Wenn ich ausschliesslich auf youtube surfe, und das soll aus irgenwelchen
    > Gründen runtergedrosselt werden, dann ist das eine Nichteinhaltung von
    > Vertragsbedingungen.

    Angenommen Youtube wäre noch ein reiner USA-Dienst und jedes Video müsste von Boston über Satellit oder Unterwasserkabel nach DE geschippert werden: die Übertragungsstrecken gehören nicht Deinem Anschlussprovider, der muss nehmen was kommt.

    Jetzt kommt Netflix und sagt den Betreibern der Kabel/Satelliten "Hey, wenn ihr Netflix auf den Kabeln priorisiert, dann zahlen wir euch 300.000 USD pro Monat" - und schon bleibt für Youtube nur noch ein kleineres Stück vom Bandbreitenkuchen.

    Und genauso läuft das auf lokaler Ebene: Youtube hat seine Server und Caches überall in Deutschland verteilt - da die Telekom die meissten DSL-Anschlusskunden hat gibt es einen entsprechend leistungsstarken Telekom-Backbone in den die grossen Anbieter einspeisen müssen.

    Jetzt zieht Netflix eine grosse Serverfarm in DE hoch und sagt "Hey Telekom, wenn ihr unseren Traffic auf eurem Backbone für eure Kunden priorisiert, dann bekommt ihr einen ordentlichen Zuschuss" - und schon haben alle anderen Anbieter weniger Bandbreite.

    Bislang war ein solches Vorgehen in den USA untersagt und jetzt nicht mehr.

    Hoffe bei der Aufklärung geholfen zu haben

    fb

  20. Re: „Netzneutralität“ gab es nie

    Autor: basil 18.12.17 - 15:48

    Sollte mein ISP die zugesicherte Geschwindigkeit für youtube nicht mehr sichern können, dann kündige ich den Vertrag und wechsele zu dem anderen, der das tut.

    Die Gründe, warum das passiert und ob ISP was dafür hat oder nicht, sollten mich nicht interessieren.

    Und ich habe kein Problem damit, dass die Netzbetreiber mehr Geld für ihre Leitungen erhalten sowie in deren Ausbau investieren können. Die Netflix & Co werden die Zusatzaufwände auf ihre Kunden umlegen. Am Ende bezahlen die Nutznießer des schnelleren Internets die Leitungsausbau, was allen zugute kommt.

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